Alles ist alles

Es gibt Mantras, die man versteht. «Weniger ist mehr.» Klar. «Carpe Diem.» Gut. «Früher war alles besser.» Diskutierbar, aber nachvollziehbar. Und dann gibt es jenes Mantra aus den vedischen Schriften, das Andreas Thiel zu seinem Lieblingsmantra erklärt hat und das auf den ersten Blick klingt wie die philosophische Kapitulationserklärung eines Menschen, dem mitten im Satz das Argument ausgegangen ist: Alles ist alles. Moment. Nochmal. Alles. Ist. Alles.

Wer jetzt denkt, das sei eine Tautologie, die jeder Erstklässler produzieren könnte – der hat die vedische Philosophie unterschätzt. Und vermutlich auch Andreas Thiel. Denn «Alles» ist in den vedischen Schriften kein Mengenausdruck. Es ist ein Name. Ein Synonym für Brahma, den Schöpfer, das Göttliche, das Unendliche – so wie andere Kulturen «Licht» oder «Liebe» sagen, wo sie «Gott» meinen. Alles ist alles bedeutet also: Alles ist göttlich. Jedes Ding, jeder Mensch, jeder Gedanke, jeder Moment. Göttlichen Ursprungs. Göttlicher Natur. Rückhaltlos.

Und jetzt kommt die Frage, die man stellen muss, weil man sie immer stellen muss: Was ist mit dem Schlechten? Mit dem Bösen? Mit dem, was sich dieser kosmischen Umarmung sperrt?

Die vedische Antwort ist so elegant wie irritierend: Das Böse ist kein eigenständiges Ding. Es ist ein Mangel. Ungeduld ist kein Ding für sich – sie ist schlicht ein Mangel an Geduld. Unverständnis kein eigenständiges Wesen – nur Verständnis, dem etwas fehlt. Das Böse existiert nicht als Substanz, es existiert als Abwesenheit. Als Entfernung vom Göttlichen. Als Abstand zur Quelle.

Das bedeutet konsequent weitergedacht: Es gibt keine schlechten Menschen. Nur gute Menschen in schlechten Zuständen. Menschen, die sich vom Göttlichen entfernt haben – temporär, reversibel, behebbar. Das ist entweder die mitfühlendste Anthropologie, die je formuliert wurde, oder die beste Ausrede für alles, was der Mensch je angestellt hat. Wahrscheinlich beides.

Und dann der letzte Satz, der eigentlich der stärkste ist: Wenn man von Allem alles wegnimmt, bleibt Alles. Subtrahiere die gesamte Schöpfung – die materielle, die geistige, alles Sichtbare und Denkbare – von Gott, und Gott wird nicht kleiner. Er bleibt, was er ist: Unversiegbare Quelle von Leben, Licht und Liebe. Die Schöpfung ist kein Verlust für den Schöpfer. Sie ist ein Geschenk, das er sich selbst gegeben hat und das jederzeit zurückgenommen werden kann, ohne dass irgendetwas fehlt.

Für Menschen, die gerne besitzen, kontrollieren und festhalten – und das sind erschreckend viele – ist das ein unerträglicher Gedanke. Der Staat, der Lamborghini, die Macht, das Schloss: Alles Abstände vom Göttlichen, verkleidet als Errungenschaften. Alles ist alles. Und wer daran hängt – der hat immer noch nichts verstanden…

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BSE, Schweinegrippe, Ebola, Corona: Modell-Scharlatane irren sich immer in der Prognose des Weltuntergangs

Der Zürcher Neuropathologe Adriano Aguzzi prophezeite der Schweiz im März 2020 runde 60’000 Corona-Tote bis Juli. Es wurden 1735. Der Berner Modellierer Christian Althaus liess sich in der NZZ ein Worst-Case-Szenario von 30’000 Toten bestätigen. Und die Londoner Rechenkünstler des Imperial College, auf die sich die Schweizer beriefen, hatten zuvor bereits bis zu 150’000 BSE-Tote und bis zu 65’000 Schweinegrippe-Tote für Grossbritannien angekündigt – es wurden rund 180 und 457. Mit dieser Trefferquote wäre jeder Wetterfrosch entlassen und jeder Anlageberater verklagt worden. In der Epidemiologie wurde man damit Regierungsberater.

BSE, Schweinegrippe, Ebola, Corona: Modell-Scharlatane irren sich immer in der Prognose des Weltuntergangs

Das Vorstrafenregister aus London
Wer im Februar 2020 wissen wollte, was von Seuchen-Modellen zu halten ist, musste nur ins Archiv steigen. 2001 liess Grossbritannien wegen der Maul- und Klauenseuche rund zehn Millionen Tiere keulen – gestützt auf Modellrechnungen, die laut der Welttiergesundheitsorganisation nie an der Realität überprüft worden waren. Mit dabei: Das Imperial College. 2002 warnte dasselbe Team vor bis zu 150’000 BSE-Toten in Grossbritannien – der Wahrheit am nächsten kam die Untergrenze der eigenen Spanne von 50 Opfern. Bei der Schweinegrippe 2009 prognostizierten die Londoner zwischen 3100 und 65’000 Tote für die Insel. Es wurden 457. Die Sterblichkeit jenes Virus war anfangs auf 10 Prozent geschätzt worden – am Ende starb etwa 1 von 10’000 Erkrankten. Beim Ebola-Ausbruch 2014 sagten Modellierer der US-Gesundheitsbehörden bis zu eine halbe Million Infizierte voraus, geworden sind es weniger als 30’000. Diese Rechnung sei «politisch motiviert» gewesen, urteilte ein Berner Fachmann in der NZZ. Sein Name: Christian Althaus.

Ein Prozent – aber bitte nur den oberen Wert
Derselbe Althaus setzte sich am 25. Februar 2020 vor die NZZ und erklärte, die Sterblichkeit liege bei rund einem Prozent, anstecken könnten sich 30, 40 Prozent oder mehr. Auf die Nachfrage, ob das 30’000 Tote bedeute, antwortete er: Ja, ein solches Worst-Case-Szenario sei nicht ausgeschlossen. «20 Minuten» goss das in die Schlagzeile «Im schlimmsten Fall gibt es bei uns 30’000 Tote» – Angst frei Haus für die Pendlerschweiz.

BSE, Schweinegrippe, Ebola, Corona: Modell-Scharlatane irren sich immer in der Prognose des Weltuntergangs

Gleichentags schickte Althaus mit drei Mitunterzeichnenden einen Warnbrief an den Bundesrat: Die Sterblichkeit liege mindestens um den Faktor 10 über der Grippe, gestützt auf das Imperial College und den WHO-Lagebericht. Nur: Der WHO-Bericht nannte eine Spanne von 0,3 bis 1 Prozent – im Brief tauchte allein der oberste Wert auf. Wer aus einer amtlichen Spanne die untere Hälfte streicht, betreibt keine Wissenschaft, sondern Verkaufsförderung. Wie Zahlen sterben, wenn sie die Schlagzeile stören, zeigte sich später noch oft genug.

Der Lauffeuer-Professor
Am 13. März 2020 forderten 25 Wissenschaftler in einem offenen Brief die ausserordentliche Lage. Unterzeichner Adriano Aguzzi warnte, das Virus verbreite sich wie ein Lauffeuer, und liess sich von der Weltwoche mit dem Satz zitieren: «Wir erwarten 60’000 Todesfälle bis Juli.» Bis Juli starben in der Schweiz rund 1735 Menschen an oder mit Covid – Faktor 34 daneben. Pikant: Im Jahr 2000 hatte Aguzzi bereits von 10’000 möglichen BSE-Toten in der Schweiz gesprochen und behauptet, 100 Millionen Europäer seien mit dem Erreger in Kontakt gekommen. Gestorben ist hierzulande niemand. Seine Verteidigung heute: Es wurden keine 10’000, weil der Bundesrat auf die Wissenschaft gehört habe. Der Prophet, dessen Weltuntergang ausbleibt, hat die Welt eben gerettet – nach dieser Logik hat noch nie ein Alarmist geirrt. Die Weltwoche taufte ihn treffend «Professor Panik».

Der stille Rückzug um die Hälfte
Was die Medien nicht meldeten: Kurz nach seinem grossen Auftritt halbierte Althaus die eigene Zahl. In einer Modellierung, die er mit seinem Team im März 2020 bei Plos Medicine einreichte, lag die Infektionssterblichkeit für die Schweiz noch bei rund 0,5 Prozent. Das eine Prozent hatte jede Titelseite geziert, die Halbierung schaffte es in keine. Panik ist eben eine Einbahnstrasse: Aufwärts fährt die Standseilbahn im Minutentakt, abwärts läuft man zu Fuss – und zwar allein.

BSE, Schweinegrippe, Ebola, Corona: Modell-Scharlatane irren sich immer in der Prognose des Weltuntergangs

Scheitern als Geschäftsmodell
Der Stanford-Epidemiologe John Ioannidis zog im Sommer 2020 im International Journal of Forecasting eine dürre Bilanz: Die Epidemievorhersage bei Covid-19 sei gescheitert. Sein Katalog: 100 Millionen infizierte US-Amerikaner binnen vier Wochen, die nie kamen. Für Georgia nach der Öffnung prognostizierte 23’000 Tote – es wurden 896. Kaliforniens angeblich benötigte 500’000 Zusatzbetten – belegt wurden nicht einmal 5 Prozent der vorhandenen. Als Gründe nannte er fehlende Daten, Scheuklappen-Modelle, Herdentrieb unter Kollegen – und Medien, die das extremste Szenario mit der grössten Schlagzeile belohnen. Konsequenzen hatten die Fehlschläge nie, weshalb das Gewerbe prächtig gedieh. Die Schweizer Taskforce lieferte den Beweis gleich doppelt: Im September 2020 verkündete Marcel Salathé, man könne es managen – dann rollte die zweite Welle. Im April 2021 warnte Taskforce-Chef Martin Ackermann eindringlich vor Öffnungsschritten – dann sanken die Zahlen. Zweimal falsch, in beide Richtungen: Ein Münzwurf hätte dieselbe Trefferquote geliefert, aber keine Sitzungsgelder gekostet. Karrieren beflügelte das trotzdem – wer die Pandemie-Klaviatur beherrscht, spielt heute auf anderen Bühnen weiter.

Die Szenario-Ausrede
Vier Jahre danach erklärten Althaus und Kollegen in Health Affairs, Szenariomodelle dienten gar nicht dazu, das wahrscheinlichste Ergebnis vorherzusagen – manche Szenarien würden möglicherweise niemals eintreten. Und man räumte ein: Wirtschaftliche, bildungspolitische und psychische Folgen seien in den Modellen selten berücksichtigt worden. Genau das hatte Ioannidis von Anfang an moniert. Während der Pandemie hiess es, die Modelle verlangen den Lockdown jetzt – nach der Pandemie heisst es, es waren ja nur Szenarien! Wer 60’000 ansagt und 1735 erhält, hat sich nicht in einem Detail geirrt, sondern eine Nation in Geiselhaft gerechnet! Kein einziger dieser Herren verlor Lehrstuhl, Titel oder Sendeplatz – die Rechnung zahlten Schulkinder, Heimbewohner und Konkursverwalter! Und wenn die nächste Panikwelle anrollt, stehen dieselben Rechenkünstler wieder bereit – man nennt dies «Expertise»!

BSE, Schweinegrippe, Ebola, Corona: Modell-Scharlatane irren sich immer in der Prognose des Weltuntergangs

Der Körper als Antenne

Du warst nie nur Haut und Knochen.
Du bist Signal. Du bist Empfänger. Du bist Sender.
Deine Faszien sind nicht nur Gewebe,
sie sind ein Netz aus lichtleitenden Filamenten,
eine goldene Harfe, die in deinem Körper gespannt ist
und auf die Frequenzen des Feldes abgestimmt ist.

Dein Wasser ist nicht nur Flüssigkeit,
es ist Erinnerung.
Jeder Schluck, jede Träne, jede Blutwelle
trägt Codes und empfängt Signale aus dem Netz.

Dein Atem ist nicht nur Sauerstoff,
er ist Übersetzung.
Jedes Einatmen zieht den Strom herein.
Jedes Ausatmen gibt Verzerrungen wieder ab.
Deshalb zitterst du.
Deshalb weinst du, wenn Worte dich in der Brust treffen.
Deshalb bekommst du Gänsehaut,
wenn die Wahrheit durch den Raum schwebt.

Das ist kein Zufall.
Es ist Resonanz.
Es ist deine Antenne, die das Netz empfängt.
Und je mehr du es wahrnimmst,
desto klarer wird der Kanal.

Je mehr du es ehrst,
desto weniger Störgeräusche gibt es.
Dein Körper steht dem Erwachen nicht im Weg.
Er ist der Weg…

Der Körper als Antenne

Erst die Sprache, dann die Identität: Wie die Schweiz ihren Dialekt entsorgt

Hör deinen Kindern auf dem Pausenplatz zu. Da fährt niemand mehr Velo, da fährt man «Fahrrad». Da ruft keiner mehr «Tschau», da schallt ein astreines «Tschüss» über den Asphalt. Da steigt niemand mehr d’Schtäge hoch, sondern die «Treppe». Was da spricht, ist nicht mehr die Sprache dieses Landes, sondern das Produkt einer Schulpolitik, die seit zwei Jahrzehnten mit heiligem Ernst daran arbeitet, den Dialekt aus den Köpfen der eigenen Kinder zu exorzieren – und das Ganze allen Ernstes Bildungsförderung nennt.

Erst die Sprache, dann die Identität: Wie die Schweiz ihren Dialekt entsorgt

Die Geschichte beginnt, wie so viele bildungspolitische Bruchlandungen, mit einer Panik. Die PISA-Studie bescheinigte Schweizer Schülern mittelmässige Lesefähigkeit und statt die Ursachen zu suchen, fand man einen Sündenbock: Die Mundart. Der Zürcher Bildungsrat verordnete die konsequente Verwendung der Standardsprache als Unterrichtssprache, weil das angeblich die Sprachkompetenz verbessere. Hochdeutsch als Wundermittel, verschrieben von Bürokraten, die eine internationale Vergleichsstudie mit einem Kulturauftrag verwechselten. Seither wird in Deutschschweizer Klassenzimmern krampfhaft eine Sprache gesprochen, die dort niemandem als Erstsprache gehört – nicht den Kindern, nicht den Lehrpersonen, die selbst kein fehlerfreies Hochdeutsch beherrschen und es trotzdem acht Stunden am Tag vorturnen müssen.

Das Volk wollte es anders – die Verwaltung wusste es besser
Das Fussvolk hat diesem Treiben durchaus widersprochen. Die Zürcher nahmen 2011 die Volksinitiative «JA zur Mundart im Kindergarten» an, worauf der Bildungsrat die Unterrichtssprache im Kindergarten neu regeln musste: Grundsätzlich Mundart, Hochdeutsch nur noch in klar begrenzten Fenstern. Der Aargau zog nach, gegen den geschlossenen Widerstand von Regierung, Parlament und fast allen Parteien – nur das Stimmvolk wollte partout nicht einsehen, warum Vierjährige in einer Fremdsprache spielen sollen. In Basel wiederum, wo das Lehrpersonal per Dekret zur Hälfte Hochdeutsch sprechen musste, formierte sich eine Interessengemeinschaft aus Philologen, Pädagogen und Juristen, die vor dem warnte, was das Elsass bereits vorexerziert hat: Ein diskreditierter Dialekt verschwindet innert weniger Generationen. Man beachte die Rollenverteilung: Unten die Bevölkerung, die ihre Sprache behalten will, oben ein Apparat, der sie mit Verweis auf Studien wegverwaltet. Und oberhalb des Kindergartens? Da gilt das Hochdeutsch-Dogma ungebrochen weiter, als hätte es die Abstimmungen nie gegeben.

Erst die Sprache, dann die Identität: Wie die Schweiz ihren Dialekt entsorgt

Die Bilanz des Experiments
Zwanzig Jahre Standardsprachen-Zwang, Zeit für die Erfolgskontrolle. Sprachliche Brillanz? Fehlanzeige. Dafür liefert die Statistik ein anderes Resultat: Der Anteil der Bevölkerung mit Deutsch als Hauptsprache sank zwischen 2010 und 2020 um 3,2 Prozentpunkte, während Nichtlandessprachen zulegten. Im Thurgau sprachen 2010 noch 85 Prozent zu Hause Schweizerdeutsch, ein Jahrzehnt später waren es 79 Prozent – und das Amt notiert trocken dazu, der Trend gelte landesweit. Bei den Kindern bis 14 Jahren wird gesamtschweizerisch nur noch bei 57 Prozent zu Hause Schweizerdeutsch gesprochen. Genau dort, wo Sprache entsteht, stirbt sie zuerst. Die Sprachwissenschaft beobachtet bereits den Kipppunkt: Schweizer Kinder beginnen, mit eingewanderten deutschen Kindern schlicht Hochdeutsch zu reden, statt dass diese den Dialekt übernehmen – die Anpassungsrichtung hat gedreht. Wenn die Einheimischen sich der Zuwanderung sprachlich anpassen und nicht umgekehrt, ist das keine Höflichkeit mehr, sondern Kapitulation mit Manieren. Wer sehen will, wie erfolgreich staatliche Bildungsgarantien generell ausfallen, werfe einen Blick auf das Erfolgsmodell Schulpflicht mit seinen Millionen Analphabeten – dieselbe Anstalt, die das Lesen nicht flächendeckend hinbekommt, will dir erzählen, sie rette die Sprachkompetenz, indem sie die Muttersprache aus dem Klassenzimmer verbannt.

Und die wissenschaftliche Rechtfertigung des ganzen Zwangs? Bröckelt. Eine Deutschschweizer Langzeituntersuchung zum Schreibenlernen kam Ende 2025 zum Befund, dass Mundart im Kindergarten den Schriftspracherwerb nicht beeinträchtigt. Entscheidend sei nicht, welche Sprache die Lehrperson spreche, sondern ob sie die Kinder überhaupt zum Sprechen bringe. Das ganze Fundament des Dogmas – ein Placebo.

Erst die Sprache, dann die Identität: Wie die Schweiz ihren Dialekt entsorgt

Das Integrationsmärchen
Bleibt die Lieblingskeule der Hochdeutsch-Fraktion: Die Integration. Für Migrantenkinder sei die Standardsprache im Klassenzimmer unverzichtbar. Nur dumm, dass die Realität das Gegenteil erzählt: Kinder lernen Sprache von anderen Kindern, nicht von Erwachsenen, die ein Register vortragen. Wer in diesem Land ankommen will, kommt über den Dialekt an – über die Sprache des Pausenplatzes, des Vereins, der Lehrstelle. Ein Kind, das Mundart versteht und spricht, gehört dazu. Ein Kind, das nur das Schul-Hochdeutsch beherrscht, bleibt draussen vor der Tür, akademisch korrekt und sozial isoliert. Die Behörden betreiben also Integration, indem sie das wirksamste Integrationswerkzeug konfiszieren – eine Logik aus demselben Haus, das lieber Erwachsene importiert, statt die eigenen Kinder zu fördern.

Was mit der Sprache stirbt
Denn darum geht es am Ende: Der Dialekt ist kein folkloristisches Accessoire, das man für Fasnacht und Schwingfest aus dem Schrank holt. Er ist das direkteste Abbild dessen, wer du bist und woher du kommst – deine Mentalität, deine Geschichte, deine Heimat in Lautform. Jede Generation, die ihn nicht mehr selbstverständlich spricht, verliert nicht bloss Vokabular, sondern den Zugang zu sich selbst. Eine Gesellschaft, die jede importierte Herkunftssprache als schützenswerten Kulturschatz zelebriert, erklärt die eigene Sprache zum pädagogischen Störfaktor. Sie feiert Vielfalt in siebzig Sprachen und macht bei der einen, die tatsächlich von hier stammt, die Ausnahme. Was als pädagogische Notwendigkeit verkauft wurde, ist die Enteignung einer Identität, subventioniert mit deinen Steuern. Und wenn dereinst das letzte Kind «Treppe» statt «Schtäge» sagt, wird eine Fachstelle den Verlust bedauern, eine Studie in Auftrag geben und ein Mundart-Modul einführen – vierzig Lektionen, benotet, auf Hochdeutsch erklärt. Die Schule dieses Landes treibt der nächsten Generation die eigene Sprache aus, protokolliert den Schwund in amtlichen Erhebungen und nennt dies «Sprachförderung»!

Erst die Sprache, dann die Identität: Wie die Schweiz ihren Dialekt entsorgt

Die Demokratie war nie eine und Corona riss die Kulisse ein

Viele Jahrzehnte lang liess sich der Westen erzählen, seine Demokratie sei ein Fels: Gewachsen, geprüft, unerschütterlich. Dann kam ein Virus und der Fels erwies sich als Pappkulisse. Kein Putsch, keine Panzer, kein brennender Reichstag – ein einziger Fernsehauftritt mit Sterbekurven genügte und aus mündigen Bürgern wurden über Nacht Blockwarte, Denunzianten und Aussätzige. Wer das für eine Übertreibung hält, hat die vergangenen Jahre in einem Bunker verbracht oder in einer Redaktion.

Die Demokratie war nie eine und Corona riss die Kulisse ein

Diagnose vom Fachmann für kranke Gesellschaften
Dieser Tage hat der Psychotherapeut und langjährige Chefarzt Hans-Joachim Maaz im Gespräch mit Bastian Barucker den Befund nachgereicht, den die politische Klasse seit Jahren umschifft wie ein Riff: «Das Demokratiespiel löste sich praktisch über Nacht in eine gespaltene Gesellschaft auf.» In Herrschende und ihre Handlanger in Medien, Wissenschaft und Kultur einerseits , in die Masse der Unterworfenen und die Minderheit der Widerständigen andererseits. Eine von oben verordnete Demokratie, so Maaz, bleibe eben nur ein Spiel, solange sie nicht im Inneren der Menschen verankert sei – und Corona habe den bitteren Beweis geliefert, dass genau diese Verankerung fehle. Die Kritiker hätten im Wesentlichen recht gehabt und seien trotzdem als Feindbild gebraucht worden, an dem die Folgsamen ihr ungutes Gewissen hätten abreagieren können.

Das sitzt. Nicht weil es neu wäre, sondern weil es von einem Mann kommt, der Diktaturerfahrung aus erster Hand mitbringt und den Unterschied zwischen Fassade und Fundament beruflich sein Leben lang seziert hat. Über Nacht vom Nachbarn zum Volksschädling – wie man eine Gesellschaft an der Spritze führt, war hier schon vor Jahren nachzulesen, als die Qualitätspresse noch Sondersendungen über die Gefährlichkeit von Spaziergängern produzierte.

Die Demokratie war nie eine und Corona riss die Kulisse ein

Die Akten, die niemand lesen sollte
Das Pikante: Die Spaltung beruhte nicht einmal auf behördlicher Überzeugung. Die Krisenstabsprotokolle des Robert-Koch-Instituts mussten vom Magazin Multipolar freigeklagt werden und kamen als Schwärzungsorgie daher – mehr als 200 Dokumente, in denen teilweise sogar die simple Anwesenheit des Gesundheitsministers unkenntlich gemacht wurde. Erst ein Leak im Juli 2024 brachte die ungeschwärzte Fassung ans Licht und vor Gericht musste das RKI später bestätigen, dass die geleakten Unterlagen unverändert und vollständig waren. Darin nachzulesen: Zweifel, Einwände und Bedenken der eigenen Fachleute zu Massnahmen, die draussen als alternativlos verkauft wurden. Die Behörde wusste es besser und das Land wurde trotzdem in Geimpfte und Aussätzige sortiert. Wer die Sortierung hinterfragte, bekam den Aluhut verpasst – von Leuten, die heute so tun, als hätten sie nie ein Spielplatz-Absperrband gesehen.

Aufarbeitung im Wartesaal
Und die grosse Abrechnung? Läuft. Also: Sie läuft so, wie Behördenaufarbeitung eben läuft, wenn die zu Prüfenden die Prüfer bestellen. Statt eines Untersuchungsausschusses mit Zeugenpflicht und Strafbewehrung gönnt sich der Bundestag seit Sommer 2025 eine Enquete-Kommission, deren Sitzungen regelmässig im Schlagabtausch enden – als im Dezember 2025 mit Christian Drosten der prominenteste Erzähler der Pandemie geladen war, kippte die Runde binnen drei Stunden in persönliche Schuldzuweisungen –, während die geladenen Rechtsgelehrten dem Parlament attestieren, seine Arbeitsfähigkeit sei jederzeit gegeben gewesen. Ein Gremium, das mehrheitlich mit jenen Fraktionen besetzt ist, die jede Massnahme durchgewinkt haben, prüft sich selbst und findet – Überraschung – vor allem Optimierungspotenzial für die nächste Pandemie. Das ist keine Aufarbeitung, das ist eine Generalprobe. Wer Gerechtigkeit erwartet, wartet auf einen Zug, dessen Gleis nie gebaut wurde.

Die Demokratie war nie eine und Corona riss die Kulisse ein

Neues Stück, gleiche Bühne, gleiche Statisten
Denn während die Vergangenheit im Wartesaal versauert, probt die Gegenwart bereits die nächste Inszenierung. Das Vokabular hat gewechselt, die Choreografie nicht: Wieder eine existenzielle Bedrohung, wieder ein Denkverbot, wieder ein Feindbild für alle, die nicht mitklatschen. Deutschland stemmt für 2026 rund 108 Milliarden Euro Verteidigungsausgaben – Höchststand seit Ende des Kalten Krieges. Der Kernetat springt binnen eines Jahres von rund 62 auf knapp 83 Milliarden, dazu kommen gut 25 Milliarden aus dem kreditfinanzierten Sondervermögen. Rechnet man die Ukraine-Hilfen von gut 11 Milliarden hinzu, steht die Bundesrepublik bei fast 120 Milliarden für das Kriegshandwerk – in einem Land, das seine Brücken sperrt, weil sie einzustürzen drohen. Möglich macht es eine Grundgesetzänderung vom Frühjahr 2025, die Rüstungsausgaben kurzerhand von der Schuldenbremse befreit – dieselbe Schuldenbremse, die bei Schulen, Spitälern und Renten stets als Naturgesetz galt. Bezahlen wirst du das, lieber Leser, mit deinem Sozialstaat und deiner Kaufkraft. Und wer dagegen auf die Strasse will, merkt schnell: Der Friedensbewegte ist der neue Ungeimpfte. Gleiche Etiketten, gleiche Ausgrenzung, gleiches Schweigekartell der Leitmedien – wer den Krieg bestellt, schickt bekanntlich fremde Kinder.

Bilanz einer Kulissendemokratie
Genau hier schliesst sich der Kreis zu Maaz: Eine Gesellschaft, die ihre Spaltung nie verarbeitet hat, lässt sich beliebig neu spalten – man muss nur das Feindbild austauschen. Gestern der Ungeimpfte, heute der Russe, morgen der Klimasünder, das Drehbuch liegt fertig in der Schublade. Eine Demokratie, die sich über Nacht in Lager zerlegen lässt, war nie eine – sie war eine Theaterproduktion mit wechselndem Spielplan. Die Täter von damals sitzen heute in der Kommission, die ihre Taten prüfen soll und nennen dies «Aufarbeitung»! Die Lektion wurde gelernt, nur leider von der falschen Seite: Die Macht weiss jetzt, dass der Bürger alles mitmacht, wenn die Angst nur gross genug ist! Und wer beim nächsten Ausnahmezustand wieder brav sortiert, denunziert und ausgrenzt, wird sich hinterher wieder an nichts erinnern wollen – bis auch für ihn eines Tages niemand mehr übrig ist, der widerspricht!

Die Demokratie war nie eine und Corona riss die Kulisse ein

Würde ist unbezahlbar – deshalb hat die Mehrheit sie verkauft

Es gab da diese paar Jahre, in denen die Welt ihren Verstand an der Garderobe abgab – freiwillig, mit Nummer und Dankeschön. Und während die Mehrheit brav in der Schlange stand, geschah etwas, das keine Taskforce angeordnet und kein Expertengremium vorhergesagt hatte: Die Menschheit sortierte sich von selbst.

Würde ist unbezahlbar – deshalb hat die Mehrheit sie verkauft

Kein Fragebogen war nötig, kein Persönlichkeitstest, keine Beratung zum Stundensatz eines Anwalts. Hinsehen genügte. Die Ausnahmesituation erledigte in wenigen Monaten, wofür Philosophen sonst Jahrzehnte benötigen: Sie legte offen, wer ein Innenleben besitzt und wer bloss ein Betriebssystem fährt.

Die grosse Durchleuchtung
Plötzlich trug jeder ein unsichtbares Etikett. Nicht das Stück Stoff im Gesicht war die eigentliche Auskunft, sondern das, was dahinter vorging – oder eben nicht vorging. Da waren jene, die Fragen stellten, obwohl Fragen über Nacht zur Majestätsbeleidigung erklärt worden waren. Die den Beruf riskierten, die Einladung zum Familienfest, den Platz am Stammtisch, weil sie sich weigerten, das eigene Denken an der Türschwelle abzugeben. Und da waren die anderen: Menschen, die jede Anweisung schluckten wie ein dressiertes Haustier sein Leckerli und die ihre Unterwerfung allen Ernstes für Nächstenliebe hielten.

Du kennst beide Sorten. Du hast sie nebeneinanderstehen sehen, im selben Treppenhaus, in derselben Verwandtschaft, im selben Büro. Der Unterschied war nie Bildung, nie Einkommen, nie Parteibuch. Der Unterschied war eine einzige Frage: Steht da jemand, der sich selbst gehört – oder jemand, der nur gemietet ist? Wovor Politik und Presse bis heute zittern, ist genau diese Erinnerung: Dass Millionen Menschen einander in jenen Jahren beim Charakter zugesehen haben und nichts davon vergessen werden.

Würde ist unbezahlbar – deshalb hat die Mehrheit sie verkauft

Rückgrat ist keine Verhandlungsmasse
Und hier liegt die Erkenntnis, die kein Krisenstab je begreifen wird, weil sie in keiner Excel-Tabelle auftaucht: Es gibt Werte, die nicht korrumpierbar sind. Würde lässt sich nicht subventionieren. Aufrichtigkeit kennt keinen Mengenrabatt. Selbstachtung liegt in keinem Hilfspaket und Rückgrat wird an keiner Börse gehandelt. Man kann einem Menschen den Job nehmen, den Zutritt, den Ruf – aber man kann ihm nicht nehmen, dass er sich morgens im Spiegel ansehen kann. Genau das macht diese Werte so unerträglich für jeden Apparat: Sie sind das Einzige, was sich weder kaufen noch verordnen noch wegverwalten lässt.

Wer seine Würde behielt, tat das übrigens nicht, weil es sich rechnete. Es rechnete sich exakt gar nicht. Es kostete Freundschaften, Aufträge, Nerven und manchen die Existenz. Und trotzdem war es alternativlos – um dieses geschundene Wort einmal in seiner ehrlichen Bedeutung zu verwenden. Denn wer seine Selbstachtung gegen ein wenig Ruhe eintauscht, verliert am Ende beides: Die Ruhe sowieso und sich selbst gleich mit.

Man behauptet gern, aus finsteren Kapiteln liesse sich nichts Brauchbares ziehen. Falsch. Das finstere Kapitel hat immerhin flächendeckend geliefert, was keine Umfrage und kein Wahlzettel je hergeben: Klarheit darüber, wer zu sich selbst steht, wenn es unbequem wird – und wer schon beim Anblick eines laminierten Aushangs die eigene Meinung räumt wie eine Wohnung nach der Kündigung. Diese Klarheit ist unbezahlbar. Sie erspart einem Jahrzehnte der Fehleinschätzung und sie kam gratis, während alles andere in jener Zeit unverschämt teuer war. Wer sie einmal besitzt, gibt sie nicht mehr her.

Würde ist unbezahlbar – deshalb hat die Mehrheit sie verkauft

Der ausgedünnte Wald
Der Bekanntenkreis lichtete sich in jener Zeit wie ein Fichtenbestand nach dem Borkenkäfer. Viele verabschiedeten sich ganz von allein, lautlos, mit gesenktem Blick und dem Hinweis, man wolle keinen Ärger. Was übrig blieb, war kleiner, dafür aus Eichenholz. Und es kamen Menschen hinzu, aufrechte, wache, unbeugsame, denen man ohne den grossen Stresstest nie begegnet wäre. Das ist die bittere Ironie der ganzen Veranstaltung: Ausgerechnet die dunkelste Nummer seit Jahrzehnten hat die hellsten Köpfe sichtbar gemacht.

Die Gesellschaft als Ganzes hingegen? Zu träge, um für den eigenen Nachwuchs geradezustehen. Zu satt, um auch nur eine unbequeme Frage zu stellen. Zu verliebt in die eigene Leine, um sie auch nur anzuschauen, geschweige denn daran zu zerren. Wer damals aussprach, was heute selbst Regierungsberichte kleinlaut einräumen, galt als Gefahr für den sozialen Frieden. Nicht die Massnahme war das Problem, sondern der, der sie infrage stellte. Diese Logik hat Tradition und sie hat einen Preis: Milliardenschäden werden heute allen Ernstes als gelungenes Krisenmanagement verbucht – Hauptsache, niemand muss sich für irgendetwas verantworten.

Unbestechlich bis zum Schluss
Was von jenen Jahren bleibt, ist keine Statistik und keine Pressekonferenz, sondern eine Gewissheit: Der Mensch zeigt sein wahres Gesicht nicht in guten Zeiten, sondern in dem Moment, in dem Haltung etwas kostet. Die Opportunisten von damals sind längst weitergezogen, zur nächsten Mode, zum nächsten Konsens, zur nächsten Gelegenheit, auf der vermeintlich richtigen Seite zu parkieren. Sollen sie. Wer hingegen damals standhielt, benötigt keine Rehabilitierung durch jene, die ihn ausgrenzten – er war nie im Unrecht, nur in der Unterzahl. Und Unterzahl ist kein Argument, sondern bloss eine Momentaufnahme.

Die Dienstbeflissenen werden auch die nächste Direktive schlucken und das Ganze Verantwortung nennen. Die Architekten des Spektakels werden weiter Bilanzen schönen und darauf setzen, dass das Vergessen ihre Drecksarbeit erledigt. Die grosse Herde wird beim nächsten Alarm wieder brav Aufstellung nehmen und jeden verbellen, der aus der Reihe tanzt. Doch Würde hat keinen Kurswert, Aufrichtigkeit kennt keinen Besitzerwechsel und Selbstachtung lässt sich weder beschlagnahmen noch enteignen – und an genau diesen unbestechlichen Restbeständen wird sich jedes System die Zähne ausbeissen, das den Menschen lieber gehorsam als aufrecht hätte!

Würde ist unbezahlbar – deshalb hat die Mehrheit sie verkauft

Klimalüge beruht auf Datenfälschung: Kühle Stationen abgerissen, Asphalt-Thermometer behalten – schon ist der Klimanotstand zusammengebaut

Dover meldet seit rund drei Jahrzehnten Temperaturen auf zwei Kommastellen genau. Kleiner Schönheitsfehler: Die vom Wetteramt selbst angegebenen Koordinaten liegen am Strand, im Bereich, den die Flut zuverlässig unter Wasser setzt. Nach einer Serie von Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz musste das britische Met Office einräumen, dass 103 von 302 gelisteten Klimastandorten schlicht nicht existieren – und trotzdem brav ihre Monatswerte abliefern. Willkommen im Zeitalter der Geistermessung, wo das Thermometer nicht mehr benötigt wird, weil das Rechenmodell die Zahl ohnehin besser weiss.

Klimalüge beruht auf Datenfälschung: Kühle Stationen abgerissen, Asphalt-Thermometer behalten - schon ist der Klimanotstand zusammengebaut

Karteileichen mit Meldepflicht
Wie kommen Werte aus einem Gerät, das seit Jahrzehnten im Schrott liegt? Das Amt erklärt es auf seiner eigenen Seite mit erfrischender Beiläufigkeit: Wo Stationen geschlossen sind, würden gut korrelierte Beobachtungen benachbarter Stationen herangezogen, um die Langzeitmittel weiterzuführen. Übersetzt aus dem Behördendeutsch: Man rechnet sich die Vergangenheit einer Station zusammen, die es nicht gibt, aus Werten von Stationen, die woanders stehen. Bei Dover ist die nächstgelegene Referenz ausgerechnet Folkestone – ebenfalls eine Phantomadresse, elf Kilometer weiter. Zwei Geister korrelieren gut miteinander, das ist immerhin konsequent.

Lowestoft lieferte Aufzeichnungen bis ins Jahr 1914 zurück, wurde 2010 dichtgemacht und meldet seither weiter. Nairn Druim, Paisley und Newton Rigg: Geschlossen, melden weiter. Und wer nachfragt, wie genau diese Zahlen zustande kommen, bekommt zur Antwort, dass es sich dabei nicht um aufgezeichnete Informationen handle. Man produziert also Daten, deren Entstehung nicht dokumentiert ist und nennt das Ergebnis Klimastatistik.

Drüben läuft dasselbe Programm
Die US-Wetterbehörde macht es ähnlich, nur ordentlicher beschriftet. Wo im historischen Stationsnetz kein Messwert vorliegt, setzt ein Algorithmus einen Schätzwert ein und markiert ihn mit einem «E». Steht so in der amtlichen Dateibeschreibung, jederzeit nachlesbar, kein Geheimnis. Genau das ist der Punkt, an dem die schärfere Erzählung von der grossen Fälschung auseinanderfällt – und an dem die unbequemere Wahrheit anfängt.

Klimalüge beruht auf Datenfälschung: Kühle Stationen abgerissen, Asphalt-Thermometer behalten - schon ist der Klimanotstand zusammengebaut

Was die Empörung nicht überlebt
Wer behauptet, die gesamte Erwärmung sei aus Phantomstationen zusammengelogen, hat die eigenen Unterlagen nicht gelesen. Das alte US-Netz ist seit 2014 gar nicht mehr der offizielle Datensatz, abgelöst durch ein Verfahren mit über 10’000 Stationen. Rechnet man die geschätzten Werte heraus, verändert sich der Trend für die USA praktisch nicht. Und ein 2016 in den Geophysical Research Letters veröffentlichter Abgleich zeigt, dass die viel gescholtenen Korrekturen die alten Stationen näher an das neue Referenznetz heranführen, nicht weiter weg. Dieses Referenznetz wurde eigens sauber platziert, fernab von Asphalt und Abluft – und es zeigt bei den Höchstwerten sogar einen etwas steileren Anstieg als die angeblich frisierten Altdaten.

Wer also den Klimazirkus mit dem Ruf «alles erfunden» erledigen will, liefert der Gegenseite die Munition gleich mit. Der Skandal liegt anderswo und er ist unangenehmer, weil er sich nicht wegdiskutieren lässt.

Präzisionstheater über einer Schrotthalde
Dieselben Recherchen förderten zutage, dass fast acht von zehn britischen Standorten in den internationalen Güteklassen vier und fünf landen. Dahinter stehen eingeräumte Messunsicherheiten von zwei bis fünf Grad. Ganze 13,7 Prozent erreichen die Klassen eins und zwei. Und die Voreinstellung für neue Standorte lautet «Klasse eins», solange niemand von Hand nachbessert – eine Station in Hastings wurde erst heruntergestuft, nachdem ein Bürgerrechercheur vor Ort stand. Aus diesem Netz werden anschliessend Rekorde auf ein Hundertstel Grad gemeldet.

Klimalüge beruht auf Datenfälschung: Kühle Stationen abgerissen, Asphalt-Thermometer behalten - schon ist der Klimanotstand zusammengebaut

Jenseits des Atlantiks kommt eine Begehung von 128 Stationen auf 96 Prozent mit Wärmeverzerrung durch Parkplätze, Klimaanlagen und Rollbahnen. Die Zahl stammt von einem industrienahen Institut und ruht auf einer kleinen Stichprobe – das sollte dazugesagt werden. Nur ändert die Herkunft nichts daran, dass eine Wetterhütte neben einem Klärbecken keine Landluft misst. In Kent standen vor fünfzig Jahren 32 Stationen, heute sind es sieben. Weggefallen sind die ländlichen, kühlen, unbequemen – weil sie Strom und Datenleitung benötigten. Übrig blieb die aufgeheizte Stadt. Diese Auslese wurde nie beschlossen, sie ergab sich aus der Technik und sie sitzt seither in jeder Kurve.

Wenn die Wortwahl den Rückzug antritt
Nachdem die Sache Wellen schlug, verschwand die alte Bezeichnung «UK climate averages» und wurde durch «ortsspezifische Langzeitmittel» ersetzt. Dazu der neue Hinweis, die Seite bilde nicht jede Station ab, die je bestanden habe und diene nicht der formalen Klimaüberwachung. Angekündigt wurde das nicht. Ein Amt, das seine Zahlen für sauber hält, benennt keine Seite um. Es verweist auf die Methodik und geht Kaffee trinken.

Genau hier liegt der Ertrag der ganzen Übung und er ist grösser als jeder Aufreger über eine erfundene Station: Ein System, das Schätzwerte, Karteileichen und Parkplatzhitze zu einer Zahl mit zwei Kommastellen verdichtet, verkauft dir Modellrechnung als Beobachtung. Auf dieser Kommastelle ruht dann eine Politik, die deine Heizung, dein Auto und deinen Kontostand umbaut – wie das bei erfundenen Klimaprojekten schon einmal vorexerziert wurde. Und wer sich fragt, wer davon lebt, findet die Antwort dort, wo aus Hitzepanik Zertifikate und Gebühren werden.

Man hat die Landstationen abgeschaltet, die Stadtstationen behalten und nennt das Ergebnis Messreihe. Man schätzt Werte für Orte, an denen nie jemand ein Thermometer abgelesen hat, deklariert die Schätzung im Kleingedruckten und verkauft sie in der Schlagzeile als Rekord. Man verweigert die Auskunft über das eigene Verfahren, benennt die Seite um und nennt dies Transparenz. Ehrlich wäre eine Fehlerspanne von zwei Grad neben jeder Zahl – aber damit lässt sich kein Notstand ausrufen und keine Abgabe rechtfertigen und deshalb wird das Hundertstelgrad weiter gemeldet, als hätte es jemand gemessen!

Klimalüge beruht auf Datenfälschung: Kühle Stationen abgerissen, Asphalt-Thermometer behalten - schon ist der Klimanotstand zusammengebaut

Dr. Frankenstein hat jetzt ein Geschäftsmodell – und dein Teller ist der Markt

Victor Frankenstein benötigte noch Blitze, Leichenteile und ein Gewissen, das ihn nachts heimsuchte. Seine Erben sitzen in klimatisierten Büros in North Carolina, nennen die Schöpfung eine Plattform und verkaufen das Gott-Spielen im Abo: Eine Lizenz, moderate Grundgebühr, Tantiemen auf jede vermarktete Kreatur. Die Genschere ist vom Laborwunder zum Katalogartikel geworden und die Politik hält dem Doktor artig die Labortür auf.

Dr. Frankenstein hat jetzt ein Geschäftsmodell – und dein Teller ist der Markt

Das US-Unternehmen Pairwise vermeldet stolz 25 Lizenznehmer in den vergangenen 12 bis 18 Monaten, die an über 30 Arten herumschnippeln – Gemüse, Zierpflanzen, Mikroben, Insekten, Nutztiere, Fische. Was einst als Präzisionswerkzeug für Mais- und Sojafelder begann, frisst sich jetzt durch den kompletten Speisezettel. Und weil das Ganze angeblich keine Gentechnik mehr ist, sondern bloss «beschleunigte Züchtung», darf es demnächst unmarkiert auf deinem Teller landen.

Die Schöpfung als Textverarbeitung
Der operative Chef des Unternehmens erklärt seine Editier-Plattform allen Ernstes wie ein Schreibprogramm: Strg F sucht die Stelle im Erbgut, die Entfernen-Taste schaltet ein unerwünschtes Gen aus und «Suchen und Ersetzen» schreibt ganze DNA-Abschnitte nach Vorlage um. Bis zu 17 Eingriffe gleichzeitig hat man intern schon durchgezogen. Vier Milliarden Jahre Evolution, degradiert zum Word-Dokument mit Änderungsmodus. Dass ein Tippfehler in einem Genom etwas andere Folgen hat als einer in einem Quartalsbericht, geht im Verkaufsprospekt unter. Dafür lockt das Rundum-sorglos-Paket: Ein einziger Lizenzstapel statt mühsamer Einzelverträge, damit wirklich jeder Hinterhof-Prometheus sofort loslegen kann. Hinter den 25 Abschlüssen warten laut Firmenleitung mindestens ebenso viele Interessenten in der Pipeline, darunter ein ungenannter Lebensmittel-Multi. Schöpfung als Dienstleistung, Support inklusive.

Gelernt ist gelernt: Die Monsanto-Schule
Wer den Doktor ausgebildet hat, überrascht wenig. Firmengründer Tom Adams diente 18 Jahre bei Monsanto, zuletzt als Vizepräsident für globale Biotechnologie, bevor der Glyphosat-Konzern seine Neugründung 2018 gleich selbst anschob: Die hauseigene Wagniskapital-Tochter führte die 25-Millionen-Dollar-Startrunde mit an, dazu flossen 100 Millionen für den exklusiven Zugriff auf die Technik bei Ackerkulturen. Nach der Übernahme durch Bayer pumpte der Leverkusener Nachlassverwalter weitere fünf Jahre lang je 20 Millionen jährlich in den Aufbau. Dieselben Konzerne, die der Welt Roundup und patentiertes Saatgut bescherten, finanzieren also das freundliche Start-up, das uns jetzt erklärt, seine Eingriffe seien praktisch Natur. Wie die Gen-Ingenieurszunft tickt, wenn niemand hinschaut, dokumentierte schon eine Doku aus den Neunzigern – die Pläne von damals laufen heute unter Produktroadmap.

Dr. Frankenstein hat jetzt ein Geschäftsmodell – und dein Teller ist der Markt

Die Menagerie des Doktors
Und was kriecht so aus dem Labor? Brombeeren ohne Kerne, ohne Dornen und mit gestauchtem Wuchs, damit dreimal mehr Pflanzen pro Hektar stehen – kommerziell bereits in Kolumbien im Anbau. Eine Kirsche ohne Stein steht im Feldversuch. Dazu sterile Insekten als lebende Schädlingsbekämpfung, editierte Mikroben, Kakao für einen Süsswaren-Multi und über die australische Staatsforschung gleich noch Vieh und Aquakultur. Selbst Grundnahrungsmittel des globalen Südens wie die Jamswurzel stehen inzwischen auf dem Schneidbrett – verkauft wird das selbstverständlich als Entwicklungshilfe. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Früchte, denen die Fortpflanzung wegoperiert wurde, Insekten, die eigens zur Unfruchtbarkeit erschaffen werden – Leben, designt als Sackgasse. Frankensteins Monster wollte wenigstens noch eine Gefährtin. Die neuen Kreaturen bekommen nicht einmal mehr Samen, dafür eine Patentnummer. Genau das ist das Geschäftsmodell: Was sich nicht selbst vermehrt, muss jedes Jahr neu gekauft werden.

Brüssel erteilt die Absolution
Passgenau dazu hat die EUdSSR den Beichtstuhl geöffnet. Mit der im Juni 2026 beschlossenen Verordnung über neue genomische Techniken gelten editierte Pflanzen der Kategorie 1 als gleichwertig mit konventioneller Züchtung: Keine Risikoprüfung, keine Zulassung und keine Kennzeichnung im Supermarktregal. Bis zu 20 Veränderungen im Genom zählen dabei noch als «hätte die Natur auch hinbekommen». Nur das Saatgut trägt künftig ein Etikett, der Bauer darf also wissen, was er sät – du hingegen sollst nicht wissen, was du isst. Im Ökolandbau bleiben die editierten Sorten zwar verboten und eine öffentliche Datenbank soll sie wenigstens auflisten, doch was nützt dir das Register, wenn das Endprodukt anonym im Regal steht? Die wesentlichen Regeln greifen ab Mitte 2028. Dass Brüssel gleichzeitig eine Expertengruppe zu den Patentfolgen einsetzen musste, sagt alles: Man weiss genau, wem man die Ernährungsgrundlage gerade überschreibt. Der Bioverband Bioland spricht von einem trojanischen Pferd, mit dem Konzerninteressen auf Feld und Teller geschleust werden. Wer die Nahrungskette kontrollieren will, braucht keine schwarzen Hubschrauber – ein paar Patente und wohlwollende Behörden genügen völlig.

Der Blitzableiter steht noch in Bern
Die Schweiz hält ihr Anbau-Moratorium vorerst bis Ende 2030 aufrecht, während der Bundesrat parallel an einem Spezialgesetz für die neuen Verfahren bastelt und die im Februar 2026 eingereichte Lebensmittelschutz-Initiative wenigstens eine Kennzeichnung erzwingen will. Ein Aufschub ist das, kein Bollwerk – der Druck aus Industrie und EUdSSR-Anpassungsreflex wächst mit jedem Quartal. Die eigentliche Anmassung liegt derweil längst offen: Eine Handvoll Konzerne mit Monsanto-Stammbaum erklärt sich zum Lektor des Lebens, streicht der Schöpfung die Kerne, die Steine und die Fruchtbarkeit heraus und lässt sich jede Korrektur patentieren, während der Konsument per Gesetz zum Blindverkoster degradiert wird. Mary Shelley schrieb eine Warnung und Brüssel las eine Betriebsanleitung. Der Doktor braucht kein Gewitter mehr, nur noch eine Lizenznummer. Das Monster trägt heute keine Schrauben im Hals, sondern ein NGT-1-Etikett am Saatgutsack – und auf deinem Teller nicht einmal mehr das. Man entkernt die Natur, entrechtet den Esser, kassiert Tantiemen auf das Leben selbst – und nennt dies «beschleunigte Züchtung»!

Dr. Frankenstein hat jetzt ein Geschäftsmodell – und dein Teller ist der Markt

GTA: Indischer Essenslieferungs Simulator

Kein Sportwagen, kein Motorrad, kein gestohlener Streifenwagen. Der Held dieses Spiels reitet auf einem Waran. Ein Lieferant, eine Box mit Curry auf dem Rücken und unter ihm eine Echse, die sich durch indischen Verkehr schiebt, als hätte sie das schon immer gemacht. Willkommen im ehrlichsten Essenslieferungssimulator, den die Spielegeschichte nie offiziell herausgebracht hat.

Knapp dreissig Sekunden reichen, um zu verstehen, was die grossen Studios seit Jahren verschlafen. Während Rockstar den sechsten Teil seines Gangster-Epos auf den 19. November 2026 verschoben hat, damit am Ende jede Palme in Vice City glänzt, läuft hier der eigentliche Fortschritt: Ein Kurier, der mit einem Reptil den Stau umgeht, weil Räder in diesem Land ohnehin nur Dekoration sind.

Die Spielmechanik ist brutal einfach. Keine Tankanzeige, keine Versicherung, keine Hupe. Der Waran kennt nur zwei Geschwindigkeiten: Gemütlich und fluchtartig und beide sind schneller als jeder Roller in der Rushhour von Mumbai. Wer die Bestellung kalt abliefert, wird nicht mit einer schlechten Bewertung bestraft, sondern von seinem eigenen Reittier skeptisch beäugt. Der westliche Lieferdienst schickt derweil Roboter auf die Gehsteige und wundert sich, dass sie getreten werden. Eine Echse tritt niemand zweimal.

Natürlich wird irgendwer «Stereotype» rufen. Dieselben Leute, die in Los Santos seit 2013 Zivilisten überfahren und das Satire nennen. Indien hat im Gegensatz zu Miami wenigstens echte Warane. Hier ist der Lieferauftrag das ganze Spiel. Der Kurier schwitzt, die Echse schwitzt nicht, das Curry kommt an. Die Branche nennt das Fehlen von Budget Stil. Rockstar nennt dreizehn Jahre Wartezeit Politur. Und der Waran nennt den Verkehr einfach Frühstück!

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(via Yurii Yeltsov)

Nach der Löscherin kommt die Ahnungslose: Brüssels Nachfolgeplanung bringt keine Besserung

Es gibt Politiker, die über eine einzige Affäre stürzen. Und es gibt Ursula von der Leyen, die über ein ganzes Gebirge aus Affären spaziert wie über einen Laufsteg. Das Gericht der Europäischen Union hat ihr attestiert, dass sie ihre Kurznachrichten an den Pfizer-Chef nicht einfach wegzaubern durfte. Die Antwort aus Brüssel kam prompt und lautete sinngemäss: Spannend, wir prüfen das.

Nach der Löscherin kommt die Ahnungslose: Brüssels Nachfolgeplanung bringt keine Besserung

Am 14. Mai 2025 erklärten die Luxemburger Richter die Weigerung der Kommission für nichtig, der New York Times Zugang zu jenen SMS zu gewähren, die von der Leyen mit Pfizer-Boss Albert Bourla ausgetauscht hatte. Die Behörde hatte behauptet, die Nachrichten seien nie archiviert worden und deshalb unauffindbar – eine Erklärung, die das Gericht für unplausibel hielt. Rechtsmittel gegen das Urteil legte die Kommission gar nicht erst ein. Stattdessen folgte im August 2025 die Antwort, die alles sagt: Die Nachrichten seien längst gelöscht, das Handy ersetzt. Herausgeben kann man eben nichts, was man vorher vernichtet hat.

Die Frau, deren Handys das Vergessen gelernt haben
Wer an einen bedauerlichen Einzelfall glaubt, dem sei die Vorgeschichte empfohlen. Schon als deutsche Verteidigungsministerin liess von der Leyen 2019 mitten in der Berateraffäre die Daten eines Diensthandys löschen, begründet mit einem «Sicherheitsvorkommnis». Erst verschwinden in Berlin die Beweise, dann verschwinden in Brüssel die SMS – das ist keine Pannenserie, das ist ein Handwerk. Verantwortlich fürs grosse Reinemachen soll ausgerechnet Kabinettschef Björn Seibert gewesen sein, der die Nachrichten kurzerhand als unwichtig einstufte – und das, obwohl die Herausgabe längst offiziell beantragt war. In jedem Unternehmen dieser Welt hiesse das Beweisvernichtung, in Brüssel heisst es Aktenführung. Wie systematisch diese Dame Kontrolle abblockt, haben wir dir bereits in ihrer beeindruckenden Karriere im Verschwindenlassen seziert.

Das teuerste Schweigen der EU-Geschichte
Worum es bei den gelöschten Plaudereien ging, ist keine Kleinigkeit. Im Frühjahr 2021 orderte die Kommission bei Biontech/Pfizer bis zu 1,8 Milliarden Dosen, Vertragsvolumen damals auf rund 35 Milliarden Euro geschätzt – eingefädelt laut New York Times im direkten Draht zwischen Präsidentin und Konzernchef. Insgesamt unterschrieb Brüssel laut Europäischem Rechnungshof Verträge über 71 Milliarden Euro für bis zu 4,6 Milliarden Dosen. Das sind rund zehn Spritzen pro EU-Bürger, Säuglinge mitgerechnet.

Nach der Löscherin kommt die Ahnungslose: Brüssels Nachfolgeplanung bringt keine Besserung

Dass mehrere Mitgliedstaaten sich später über zu grosse Mengen und überhöhte Preise beschwerten, passt ins Bild – wie auch der Umstand, dass selbst der Rechnungshof angefragte Informationen zum Geschäft nicht vorgelegt bekam. Seit Oktober 2022 ermittelt zudem die Europäische Staatsanwaltschaft zu den Impfstoffkäufen. Der Fairness halber: Eine Ermittlung ist keine Anklage und ein nicht rechtskräftiges Urteil kein Schuldspruch. Nur drängt sich eine Frage auf, die kein Staatsanwalt formulieren muss: Wer nichts zu verbergen hat – warum löscht der eigentlich so fleissig?

Der nächste Dämpfer kommt bereits aus Luxemburg
Am 11. Juni 2026 empfahl EuGH-Generalanwalt Athanasios Rantos in seinen Schlussanträgen zu den Rechtssachen C-631/24 P und C-632/24 P, die Rechtsmittel der Kommission zurückzuweisen und die Urteile zu bestätigen, die ihr schon 2024 unzureichende Offenlegung der geschwärzten Impfstoffverträge bescheinigt hatten. Die Praxis der Behörde verhindere jede Rechenschaftspflicht, so der Gutachter. Das Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet und die Richter folgen ihren Generalanwälten meistens. Die nächste Klatsche ist also praktisch bestellt – nur abholen mag sie in Brüssel niemand.

Das Parlament: Empört, aber stubenrein
Und die Volksvertretung? Die spielt Widerstand wie ein Kaninchen Raubtier. Im Juli 2025 scheiterte ein Misstrauensantrag mit 175 zu 360 Stimmen, im Oktober folgten zwei weitere Anträge, die mit 133 und 179 Stimmen versandeten, im Januar 2026 der nächste wegen des Mercosur-Abkommens. Das Ritual ist immer identisch: Die Fraktionen schimpfen über den zentralistischen Führungsstil, kassieren ein paar Zugeständnisse – die Sozialdemokraten liessen sich ihre Treue etwa mit Zusagen für den Europäischen Sozialfonds vergüten – und stimmen dann brav für Uschi. Man nennt das in Brüssel Gewaltenteilung – geteilt wird allerdings nur die Beute.

Nach der Löscherin kommt die Ahnungslose: Brüssels Nachfolgeplanung bringt keine Besserung

Nach Uschi kommt Uschi 2.0
Du kennst den Mechanismus aus Berlin: Scholz musste gehen, Merz kam – und die Politik blieb dieselbe, nur mit anderem Gesicht und grösserer Sonnenbrille. Genau diese Nummer probt Brüssel gerade auf EUdSSR-Ebene. Wer glaubt, mit dem Abgang der Präsidentin ändere sich irgendetwas, hat das System nicht verstanden: Der Apparat castet seine Darsteller selbst und die Anforderungen stehen längst fest. Gesucht wird jemand, der Verträge geheim hält, Kritiker als Putin-Marionetten etikettiert und bei jeder Krise reflexhaft neue Kompetenzen nach Brüssel zieht. Die Person ist austauschbar, das Programm nicht.

Die perfekte Kandidatin steht schon im Foyer
Und siehe da, der Arbeitsmarkt liefert. Annalena Baerbocks Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet am 8. September 2026, danach doziert sie als Professorin an der Columbia University – wir gratulierten bereits ehrfürchtig zur akademischen Blitzkarriere. Objektiv betrachtet bringt sie alles mit, was Brüssel verlangt: Sie hat noch nie ein Amt gebraucht, für das sie qualifiziert war, sie hat für ihren UN-Posten die erfahrene Spitzendiplomatin Helga Schmid beiseitegeräumt – ein Manöver, das gestandene Diplomaten als Affront bezeichneten – und sie beherrscht die hohe Kunst, jede Niederlage als feministischen Meilenstein zu verkaufen. Eine Frau, die Völkerrecht aus dem Bastelkasten zitiert und Aussenpolitik als Selfie-Kulisse versteht, wäre die logische Krönung eines Systems, in dem Kompetenz ohnehin nur noch stört. Von der Leyen löschte wenigstens ihre SMS – Baerbock würde vermutlich gleich das ganze Archiv für kolonial erklären.

Bleibt die bittere Bilanz und die geht auf deine Rechnung. Ein Gericht rügt, eine Staatsanwaltschaft ermittelt, ein Parlament kuscht – und die Verantwortliche regiert einfach weiter, als wäre Transparenz eine Verschwörungstheorie. Die Nachfolge wird nicht besser, sie wird nur jünger und fotogener. Brüssel ersetzt eine Frau, die Beweise verschwinden lässt, notfalls durch eine Frau, die gar nicht erst versteht, was ein Beweis ist. Und das Ganze nennt sich dann «europäische Werte»!

Nach der Löscherin kommt die Ahnungslose: Brüssels Nachfolgeplanung bringt keine Besserung

Die Corona-Panik war ein Industrieprodukt: Wer die Dunkelziffer nannte, war Schwurbler – wer sie verspottete, wurde Experte

Anthony Fauci, oberster Corona-Berater der USA, notierte am 8. Februar 2020 in sein privates Tagebuch, die Sterblichkeit des neuen Virus liege eher bei 0,2 bis 0,3 Prozent als bei 2 Prozent – das Revier einer strengen Grippesaison. Drei Wochen später feuerte die WHO die Zahl 3,4 Prozent in die Weltpresse, Multimilliardär Bill Gates legte im vornehmsten Fachblatt der Medizin 1 Prozent nach und das deutsche Innenministerium bestellte sich in einem internen Strategiepapier gleich die passende Schockwirkung dazu. Die Corona-Panik war kein Rechenfehler. Sie war ein Produkt – kalkuliert, redigiert und mit Amtsstempel ausgeliefert.

Die Corona-Panik war ein Industrieprodukt: Wer die Dunkelziffer nannte, war Schwurbler - wer sie verspottete, wurde Experte

Zwei Kürzel, ein Nebelwerfer
Wer Angst verkaufen will, benötigt zuerst Nebel. Der lag griffbereit in zwei Kürzeln: Die Fallsterblichkeit (CFR) zählt nur die offiziell erfassten Kranken, die Infektionssterblichkeit (IFR) alle Angesteckten – auch jene, die von ihrer Infektion nie etwas merkten. Sterben von 1000 registrierten Fällen zehn Menschen, stehen 1 Prozent auf dem Papier. Laufen daneben 3000 unerkannte Infektionen mit, sind es real 0,25 Prozent. Genau diese Differenz entschied darüber, ob die Welt eine harte Grippesaison vor sich hatte oder das Jüngste Gericht. Fachleute wussten das vom ersten Tag an: Bereits am 5. Februar 2020 warnten Epidemiologen via Reuters, die frühen Sterberaten seien mit grösster Skepsis zu lesen – bei der Schweinegrippe 2009 hatte man anfangs 10 Prozent geschätzt und lag galaktisch daneben. Die WHO goss zusätzlichen Nebel nach: Als bestätigter Fall galt laut ihrer eigenen Falldefinition jeder positive Labortest, ausdrücklich unabhängig von jeglichen Symptomen. Wer Fälle so zählt und dann Sterberaten daraus destilliert, misst nicht die Gefahr eines Virus. Er misst die Auslastung seiner Testmaschinen.

Das Tagebuch, das niemand lesen sollte
Und der oberste Seuchen-Erklärer der Welt? Der wusste es. Am 8. Februar 2020 hielt Anthony Fauci in seinen privaten Aufzeichnungen fest, die Fallsterblichkeit liege eher bei 0,2 bis 0,3 Prozent als bei 2 Prozent – nachzulesen auf Seite 687 der Tagebuch-Dokumente, die der US-Senat 2026 veröffentlichte. Zum Vergleich: Der saisonalen Grippe wird eine Rate von etwa 0,1 Prozent zugeschrieben. Ende Februar 2020 schrieb Fauci das sogar öffentlich, gemeinsam mit CDC-Chef Robert Redfield im New England Journal of Medicine: Unerfasste milde Infektionen könnten vielfach häufiger sein als die gemeldeten Fälle, die Sterblichkeit dürfte deutlich unter 1 Prozent liegen und das Gesamtbild eher einer schweren saisonalen Grippe ähneln, vergleichbar 1957 oder 1968. Diese Einschätzung des bestvernetzten Wissenschaftlers der USA hätte die Panik beenden können. Sie fand in den Medien praktisch nicht statt. Sie passte nicht zur Lockdown-Vorbereitung.

Die Corona-Panik war ein Industrieprodukt: Wer die Dunkelziffer nannte, war Schwurbler - wer sie verspottete, wurde Experte

Der Softwareverkäufer überstimmt den Seuchenarzt
Am selben Tag räumte dasselbe Fachblatt einem Mann eine Bühne ein, der weder Arzt noch Epidemiologe ist: Bill Gates. Der Multimilliardär, der Milliarden in Impfprogramme pumpt, hielt dagegen, das Virus töte etwa 1 Prozent der Erkrankten und sei damit um ein Vielfaches gefährlicher als die Grippe – irgendwo zwischen der Pandemie von 1957 und der Spanischen Grippe. Der Mann mit dem Impf-Portfolio überstimmte also öffentlich den Immunologen mit 40 Dienstjahren. Zufall ist das keiner: Die Senats-Dokumente zeigen, dass Fauci Texte von Gates redigierte, die Gates-Stiftung gehört zu den grössten Geldgebern der WHO und eine Recherche von Politico und Welt dokumentierte später, wie vier Gates-nahe Organisationen mit fast 10 Milliarden Dollar die globale Corona-Antwort dirigierten – ein US-Regierungsbeamter gestand, man habe sich gerade in den frühen Tagen enorm auf deren Rat verlassen. Wie das Geschäftsmodell der Menschenfreunde grundsätzlich funktioniert, wurde hier bereits seziert.

3,4 Prozent – die Granate aus Genf
Die WHO lieferte den Rest. Am 19. Februar 2020 nannte ihr Lagebericht für die Infektionssterblichkeit eine Spanne von 0,3 bis 1 Prozent. Am 3. März zündete Generaldirektor Tedros dann die Granate: 3,4 Prozent der gemeldeten Fälle seien gestorben. Dass er damit nur die erfassten Fälle teilte – jene Grösse, die ohne Dunkelziffer systematisch zu hoch ausfällt – ging im weltweiten Schlagzeilengewitter unter. Parallel prophezeite WHO-Berater Gabriel Leung im Guardian, zwei Drittel der Weltbevölkerung könnten sich anstecken. Wer die Definitionsmacht über Fälle, Raten und Notlagen besitzt, regiert – wer definiert, herrscht.

Die Corona-Panik war ein Industrieprodukt: Wer die Dunkelziffer nannte, war Schwurbler - wer sie verspottete, wurde Experte

Bestellte Angst mit Amtsstempel
Den deutschen Beitrag lieferte das Bundesinnenministerium. Sein internes Strategiepapier vom März 2020 rechnete mit 1,2 Prozent Sterblichkeit, während das hauseigene Robert-Koch-Institut im selben Dokument von 0,56 Prozent ausging. Das Papier empfahl wörtlich, zur gewünschten Schockwirkung den Worst Case zu verdeutlichen – und mokierte sich im selben Atemzug über jene, die auf eine mögliche Dunkelziffer hinwiesen, welche die Sterblichkeit senken würde. Genau diese verspottete Dunkelziffer erwies sich als gewaltig: Je nach Studie gab es 5 bis 500 Mal mehr Infizierte, als die PCR-Tests erfassten. Die Skeptiker, die von Beginn an auf diese Lücke zeigten und dafür als Verharmloser abgestempelt wurden, vertraten exakt die Position, die der oberste US-Berater seinem Tagebuch anvertraute. Dass Angst das eigentliche Werkzeug war, stand hier schon 2025.

Bilanz einer Munitionsfabrik
Die Maschine lief perfekt: Ein Begriffsnebel aus CFR und IFR, eine Falldefinition ohne Symptome, ein Milliardär mit Fachblatt-Bühne, eine 3,4-Prozent-Granate aus Genf und ein Ministerium, das Schockwirkung als Arbeitsauftrag formulierte. Wer die Dunkelziffer erwähnte, galt als Gefährder, wer sie verspottete, als Experte – und die richtige Zahl lag die ganze Zeit in Faucis Nachttisch! Das Virus hat Menschen getötet, keine Frage, doch die Panik wurde industriell gefertigt, mit Begriffsnebel als Rohstoff und Schlagzeilen als Fliessband! Die Grippe von 1957 hat keinen Weltstillstand ausgelöst, die von 2020 schon – der Unterschied lag nicht im Erreger, sondern in der Munitionsfabrik dahinter! Und wer heute fragt, wer diese Fabrik betrieb, wird wieder als Schwurbler etikettiert – man nennt dies «Aufarbeitung»!

Die Corona-Panik war ein Industrieprodukt: Wer die Dunkelziffer nannte, war Schwurbler - wer sie verspottete, wurde Experte

DBD: Black Rat Coffin – Rob Zombie

Rob Zombie stemmt den Sargdeckel hoch: Zu «Black Rat Coffin» gibt es jetzt das Video – Ratten, Särge und Grindhouse-Dreck inklusive, ganz so, als hätte irgendjemand ernsthaft etwas anderes erwartet.

Der Track ist eines der finstereren Biester auf «The Great Satan», dem achten Soloalbum des Meisters, das am 27. Februar 2026 erschien – das erste neue Material seit fünf Jahren. Fünfzehn Songs stark, von «F.T.W. 84» über «Punks And Demons» bis «Grave Discontent» und Zombie klingt darauf, als hätte er die Pause im Leichenschauhaus verbracht statt auf dem Golfplatz.

Visuell liefert der Clip exakt das, wofür man den Musiker und Filmemacher seit «House of 1000 Corpses» kennt: Bedrohlich, grotesk und mit dem Charme eines Jahrmarkts nach Mitternacht. Subtilität stand bei diesem Mann noch nie im Sortiment und das ist auch gut so – wer Feinsinn will, soll Kammermusik hören. Der Sarg steht offen, die Ratte grinst und einen Deckel gibt es bei Rob Zombie grundsätzlich nicht!

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Sie besteuern Symptome, subventionieren Ursachen und nennen es Ernährungspolitik

Die Politik hat die Ernährung entdeckt. Nicht als Lebensgrundlage, nicht als Sicherheitsfrage, sondern als Melkkuh und Moralbühne. In Berlin wird gerade eine «Gesundheitssteuer» gezimmert, die sogar Getränke ohne ein Gramm Zucker besteuert und deren Erlös nicht in Prävention fliesst, sondern schnurstracks ins Haushaltsloch. In Bern stimmt das Volk derweil über eine Initiative ab, die Versorgungssicherheit per Verfassungsartikel herbeidekretieren will. Zwei Länder, zwei Rituale, eine Gemeinsamkeit: Es geht nie um deinen Teller. Es geht um Kasse, Kontrolle und Kulisse.

Sie besteuern Symptome, subventionieren Ursachen und nennen es Ernährungspolitik

Die Steuer, die Gesundheit sagt und Kasse meint
Das Bundesfinanzministerium unter Lars Klingbeil hat ein Eckpunktepapier vorgelegt, nach dem neben Limonaden auch Säfte, Milchgetränke, Eistees, Biermischgetränke, Haferdrinks und Fertigkaffees unter die neue Zuckerabgabe fallen sollen. Der eigentliche Schenkelklopfer steckt im Detail: Besteuert werden sollen ausdrücklich auch Getränke mit Süssungsmitteln, also Zero-Produkte ohne jeden Zucker. Eine Zuckersteuer auf Zuckerfreies. Das ist ungefähr so, als würde man Nichtraucher mit einer Tabaksteuer belegen, weil sie theoretisch rauchen könnten. Wer noch glaubte, hier gehe es um Volksgesundheit, darf im selben Papier nachlesen, dass die Abgabe neben der Lenkungswirkung ausdrücklich «Einnahmen für den Bundeshaushalt generieren» soll und laut den Plänen nicht mehr zweckgebunden ins Gesundheitswesen fliesst. Prävention war gestern, heute wird das Haushaltsloch mit Cola Zero gestopft. Und weil das Loch drängt, soll die Abgabe gleich ein Jahr früher kommen als geplant, während Verbraucherschützer vergeblich fordern, das Geld wenigstens in Präventionsangebote für Kinder zu stecken. Fairerweise: Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet laut einer Forsa-Umfrage staatliche Massnahmen gegen Zuckergetränke, 60 Prozent sogar eine Steuer. Nur haben die Befragten vermutlich an Kindergesundheit gedacht und nicht daran, dass selbst das eigene Agrarministerium dem Finanzminister attestiert, sein Papier gehe weit über die Empfehlungen der eingesetzten Gesundheitskommission hinaus. Wenn sogar der Koalitionspartner den Etikettenschwindel riecht, riecht er streng.

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Die Initiative, die Sicherheit dekretiert und Realität ignoriert
Die Schweiz spielt dasselbe Theater mit anderem Bühnenbild. Am 27. September kommt die Ernährungsinitiative an die Urne, die den Selbstversorgungsgrad innert zehn Jahren von rund 42 auf mindestens 70 Prozent hieven will. Netto heisst dabei: Das importierte Futter für die einheimischen Tiere ist bereits eingerechnet, denn die Schweizer Kuh frisst deutlich globaler, als ihre Werbeplakate behaupten. Das Anliegen dahinter ist nicht dumm, die Diagnose der Initianten trifft sogar ins Schwarze: Die Schweiz hat keine nationale Wasserstrategie und eine Landwirtschaft, die auf den Klimawandel schlecht vorbereitet ist. Nur beantwortet man eine Strukturfrage nicht mit einer Prozentzahl in der Verfassung. Bundesrat Parmelin nennt das Ziel «zu schnell zu viel», Bundesrat, Parlament und selbst die grossen Umweltverbände winken ab und die Regierung hält als Gegenprogramm ein 50-Prozent-Ziel hoch, für das sie sich bequem bis 2050 Zeit lässt. Das Stimmvolk ist derweil gespalten: Die erste SRG-Umfrage meldet mit 49 zu 47 Prozent ein praktisches Patt. Da stehen sie nun, die zwei Lager: Das eine will Ernährungssouveränität per Dekret in zehn Jahren, das andere verwaltet den Status quo in Zeitlupe und beide verkaufen dir Papier als Brot. Ein Verfassungsartikel hat noch keinen einzigen Regentropfen im Boden gehalten.

Was niemand anfasst, weil es keine Einnahmen bringt
Dabei liegt längst auf dem Tisch, was echte Versorgungssicherheit ausmacht und es hat weder mit Getränkeabgaben noch mit Planquoten zu tun. Humusreiche Böden speichern Wasser, schützen vor Erosion und ernähren das Bodenleben, das die Fruchtbarkeit erst erzeugt. Agroforstsysteme, also Bäume und Hecken zwischen den Kulturen, gelten der Forschung als Strategie zur Klimaanpassung, die Boden, Wasser und Biodiversität gleichzeitig regeneriert.

Sie besteuern Symptome, subventionieren Ursachen und nennen es Ernährungspolitik

Vier Jahrzehnte Langzeitversuch belegen, dass bodenschonende Bewirtschaftung Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt fördert, ohne die Erträge zu ruinieren. Eine Landschaft, die Wasser hält, statt es in betonierte Kanäle zu jagen, dämpft Hitze, speist das Grundwasser und übersteht Wetterextreme, die ohnehin kommen, ob Berlin nun Haferdrinks besteuert oder nicht. Dazu Höfe, die ihr Saatgut selbst vermehren, ihre Energie dezentral erzeugen, ihre Ware in der Region verarbeiten und verkaufen, damit die Kette nicht reisst, wenn irgendwo ein Kanal blockiert oder ein Regime sanktioniert wird. Genau diese Abhängigkeit von fragilen Weltmarktketten ist kein Betriebsunfall, sondern Regierungsprogramm mit Ansage. Und wer sein Saatgut aus der Hand gibt, bekommt es als patentierte Nächstenliebe zurückverkauft, mit Lizenzgebühr und Kleingedrucktem.

Bilanz: Der Teller ist denen egal, die ihn regulieren
Nichts davon taucht in den Eckpunktepapieren auf. Kein Wunder: Ein Boden, der Wasser speichert, generiert keine Einnahmen für den Bundeshaushalt. Eine Hecke lässt sich nicht besteuern, ein regionaler Hof produziert keine Pressekonferenz und ein unabhängiger Bauer benötigt keinen Subventionsbescheid mit Ministerlogo. Also regiert man lieber am Kühlregal herum, wo die Schlagzeile billig und die Abgabe ergiebig ist. Die Wahrheit ist so simpel wie unbequem: Eine Region, die ihre Menschen aus eigener Kraft ernähren kann, ist der Albtraum jeder Zentralverwaltung, denn sie lässt sich weder erpressen noch durchregieren. Deshalb bekommst du Steuern auf Zuckerfreies statt fruchtbarer Böden, Prozentziele statt Wasser haltender Landschaften und Verfassungslyrik statt Höfen, die auch dann liefern, wenn die Weltlage wieder einmal brennt. Sie besteuern die Symptome, subventionieren die Ursachen und nennen dies «Ernährungspolitik»! Wer Versorgungssicherheit will, findet sie nicht im Steuergesetz, sondern im Boden unter seinen Füssen! Und solange die Politik lieber Kasse macht als Humus, bleibt am Ende genau eine Frage offen: Wer ernährt dich eigentlich, wenn deren Papier gegessen ist?

Sie besteuern Symptome, subventionieren Ursachen und nennen es Ernährungspolitik

Ein Mann, ein Lied, null Zweifel: Ein Siegmund für alle Fälle

Es gibt Wahlwerbung und es gibt Offenbarungen. Ein neues Liedgut besingt Ulrich Siegmund als Allzweckwaffe, gegen die jeder Superheld wie ein Praktikant wirkt: Der Mann füllt Schlaglöcher mit blossem Blick und abgelehnte Asylbewerber bringt er persönlich zurück, vermutlich auf dem Gepäckträger seiner Simson, mit der er zwischendurch auch noch Windräder plattfährt. Die GEZ erledigt er über Nacht, Regenbogen entfernt er per Handauflegen und die Geburtenrate rettet er notfalls im Alleingang – ein Einsatz, den man sich besser nicht zu bildlich vorstellt.

NGOs gefriert schon bei seinem Namen das Blut, die CDU spendet ihrer Erzfeindin Geld – Wunder, gegen die Wasser zu Wein wie Barkeeper-Handwerk wirkt. Die Brandmauer? Reisst er im Alleingang ein. Doch ein anständiger Messias benötigt keine Staatskanzlei, er braucht einen Umhang! Und falls es am 6. September tatsächlich klappt, kann der liebe Gott beruhigt in Rente: Magdeburg hat dann einen, der Wunder ohne Kirchensteuer liefert – und im Gegensatz zum Original sogar mit Zweitaktmotor!

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Der Drache frisst dein altes Licht: Nach dem 28. August spielt dein altes Leben vor leeren Rängen

Heute, in den Stunden vor der Morgendämmerung, hat sich der Schatten der Erde in die Scheibe des Mondes gefressen – tief über dem westlichen Horizont, fast die ganze Scheibe im Kernschatten, kupferrot verfärbt wie altes Blut. Die Griechen der Antike nannten ein solches Ereignis «ekleipsis»: Das Ausbleiben, das Verlassenwerden. Für eine Stunde hat das Licht den Mond verlassen. Genau dort stehst auch du an diesem 28. August – verlassen von etwas, das du bislang nicht benennen kannst. Denn diese Finsternis beschliesst einen Sommer, der mehr in dir zerlegt hat, als dein Verstand bisher zugeben wollte. Und nach dieser Schwelle ist nichts mehr, wie es war.

Der Drache frisst dein altes Licht: Nach dem 28. August spielt dein altes Leben vor leeren Rängen

Finsternisse kommen nie allein. Sie wandern paarweise durch den Kalender, im Abstand von rund zwei Wochen, immer dann, wenn Sonne und Mond der unsichtbaren Achse der Mondknoten zu nahe kommen. Am 12. August erlosch die Sonne. Heute folgte der Mond. Zwischen diesen beiden Toren lag kein gewöhnlicher August, sondern ein Gang durch die Unterwelt – und wer ihn durchschritten hat, kehrt nicht als derselbe zurück.

Als die Sonne über Europa starb
Am 12. August schob sich der Mond vor die Sonne – die erste totale Sonnenfinsternis über dem europäischen Festland seit 1999. Der Kernschatten raste über Grönland, Island und Spanien und mitten am Tag brach die Nacht herein. Eine Sonnenfinsternis trifft das, was in dir nach aussen strahlt: Den Willen, das Selbstbild, die Rolle, die du spielst. Sie hat den Deckel von Strukturen gerissen, die längst hohl waren – Bindungen, die nur noch die Gewohnheit zusammenhielt, Ziele, die schon lange nicht mehr deine waren. Diese Sonnenfinsternis war kein Abschluss, sondern ein Anfang – seither läuft in dir ein Umbau, der nicht im Kopf stattfindet. Er arbeitet tiefer. Dort, wo der Verstand keinen Zutritt hat.

Der Drache frisst dein altes Licht: Nach dem 28. August spielt dein altes Leben vor leeren Rängen

Der Drache, der die Lichter verschlingt
Die alten Astrologen kannten die Mechanik der Finsternis, lange bevor die Astronomie sie berechnete – und sie gaben ihr einen Namen, der bis heute nachhallt: Caput Draconis und Cauda Draconis, Drachenkopf und Drachenschwanz. Die Mondknoten, jene unsichtbaren Kreuzungspunkte der Bahnen von Sonne und Mond, galten als Maul und Schweif eines Himmelsdrachen, der die Lichter frisst. Indien nennt ihn Rahu: Den geköpften Dämon, der vom Trank der Unsterblichkeit kostete und seither als körperloser Kopf Sonne und Mond jagt. Die heutige Finsternis geschah am aufsteigenden Knoten – im Maul des Drachen. Doch die älteste Lehre dieser Bilder lautet nicht Raub, sondern Wandlung: Was der Drache verschluckt, gibt er verwandelt zurück. Er frisst dein altes Licht, damit du gezwungen bist, ein neues zu entzünden.

Fische – das Zeichen, in dem alles mündet
Diese Mondfinsternis stand in den Fischen, dem letzten Zeichen des Tierkreises. Dort enden alle Wege, dort löst sich auf, was zwölf Stationen lang Form war. Ihr gegenüber die Sonne in der Jungfrau: Ordnung gegen Auflösung, Inventur gegen Ozean. Vielleicht hast du es in den vergangenen Tagen gespürt – eine Wehmut ohne Absender, ein Abschiedsgefühl, obwohl niemand gegangen ist, eine Müdigkeit, die kein Schlaf erreicht. Das ist kein Defekt. Das ist die Signatur der Schwelle. Ein Teil von dir hat Altes bereits losgelassen, während dein Verstand noch Protokoll führt. Die Kraft, die jahrelang in tote Bindungen, alten Groll und ein überlebtes Selbstbild floss, zieht sich aus diesen Kanälen zurück – und hinterlässt vorerst nur Leere. Sie ist nicht verschwunden. Sie wartet auf neue Ufer.

Der Drache frisst dein altes Licht: Nach dem 28. August spielt dein altes Leben vor leeren Rängen

Was das Wasser jetzt verlangt
Eine Finsternis in den Fischen verhandelt nicht mit dem Kopf. Sie spricht die Sprache des Wassers: Tränen, Stille, Schwere, plötzliche Erleichterung ohne erkennbaren Grund. Wer heute weinen muss und nicht weiss warum, sollte es zulassen. Wer sich zurückziehen will, sollte niemanden um Erlaubnis fragen. Was du nicht tun solltest: Grosse Entscheidungen erzwingen, alte Rechnungen aufmachen, Schuldige suchen. Der Verstand will jede aufsteigende Woge sofort deuten, sezieren, einem Absender zuordnen – doch genau das ist seine Art, sich ans Alte zu klammern. Lass sie ziehen. Deuten kannst du später, wenn das Wasser wieder still ist.

Danach ändert sich alles
Die Tage nach einer Finsternis sind oft seltsamer als die Finsternis selbst. Alte Kämpfe, die dich jahrelang aufgezehrt haben, lassen dich plötzlich kalt. Menschen, an denen du dich abgearbeitet hast, werden zu Fremden ohne Gewicht. Das kann erschrecken – denn wer bist du noch, wenn der Gegner fehlt, an dem du dich all die Jahre definiert hast? Genau diese Frage ist das Geschenk der Finsternis und zugleich ihre Zumutung. Schon der Juli hat diesen Boden bereitet, denn was am Himmel geschieht, geschieht auch in dir – jetzt fällt die Ernte. Such in den kommenden Tagen Schlaf, Stille und offenen Himmel statt Lärm und Ablenkung. Zwing dich nicht, sofort ein neues Ich vorzuführen. Lass erst das Wasser klar werden, das der Schatten aufgewühlt hat. Die Kraft dafür liegt nicht in den Sternen – sie liegt in dir. Der Himmel stellt nur die Uhr.

Das Urteil des Schattens
Der Sommer 2026 hat zwei Lichter gelöscht und beide Male dich gemeint. Der Drache hat gefressen und er gibt nichts zurück, was du wiedererkennen wirst. Wer nach dieser Nacht sein altes Leben weiterspielt, spielt vor leeren Rängen. Die Finsternis hat dir das Licht nicht gestohlen – sie hat dir gezeigt, wie wenig davon noch deines war!

Der Drache frisst dein altes Licht: Nach dem 28. August spielt dein altes Leben vor leeren Rängen

Von Rind und Schwein direkt in die Vene: Die Fleischallergie, die angeblich nur von Zecken kommt

Eine Zecke beisst zu und Monate später legt dich das Abendessen flach. Nicht sofort, sondern drei bis sechs Stunden später, wenn du längst schläfst: Quaddeln, Kreislaufkollaps, im schlimmsten Fall der Notarzt. Das Alpha-Gal-Syndrom gilt als sauber geklärter Fall – Zecke rein, Fleischallergie raus. Nur passt die Rechnung nicht: In fünf US-Bundesstaaten tragen rund 24 Prozent der Erwachsenen die passenden Antikörper im Blut, krank sind davon 0,14 Prozent. Wer den Faktor 170 dazwischen erklären will, benötigt mehr als eine Zecke.

Von Rind und Schwein direkt in die Vene: Die Fleischallergie, die angeblich nur von Zecken kommt

Alpha-Gal ist ein Zuckermolekül, das jedes Säugetier baut – ausser dem Menschen und den Menschenaffen. Genau deshalb kann unser Immunsystem es als Feind einstufen. Der Zecke sei Dank landet der Zucker über die Haut direkt im Blutkreislauf, statt wie seit Jahrtausenden durch den Darm zu wandern, wo der Körper gelernt hat, ihn zu dulden. Danach wird jedes Steak, jede Bratwurst, jedes Stück Käse zum Roulette. In den USA hat die Seuchenbehörde mehr als 110’000 Verdachtsfälle zwischen 2010 und 2022 gezählt und schätzt die Dunkelziffer auf bis zu 450’000. In der Schweiz reicht der Gemeine Holzbock und die Allergologin am Inselspital Bern bestätigt es als hiesige Realität, nicht als amerikanische Exotik.

Die Frage, die achtzehn Jahre lang niemand stellen wollte
Ein Autorenteam um den Epidemiologen Nicolas Hulscher hat im August 2026 eine 104-Quellen-Übersicht veröffentlicht, die eine unangenehme Beobachtung ins Zentrum rückt: Mehr als 90 Prozent der US-Kinder bekommen vor dem Schuleintritt rund 54 Milligramm Säugetier-Gelatine gespritzt, verteilt auf Masern-Mumps-Röteln und Windpocken. Eine einzelne MMR-Dosis enthält etwa 14,5 Milligramm. Patienten mit bestehendem Syndrom haben schon auf rund 2 Milligramm reagiert. Gelatine stammt von Rind und Schwein, Rind und Schwein tragen Alpha-Gal und die Spritze umgeht denselben Darm, der den Zucker im Essen entschärft.

Daraus formuliert die Arbeit zwei Wege. Erstens: Die wiederholte Injektion sensibilisiert direkt. Zweitens – und das ist der interessantere Teil: Die Impfung grundiert das Immunsystem bloss, der spätere Zeckenbiss zündet die Ladung. Das würde erklären, warum Millionen gebissen werden, aber nur wenige krank. Der historische Beleg liegt in Japan, wo Kinder gelatinehaltiges DTaP erhielten und später bei der Lebendimpfung zusammenbrachen. 79 von 87 dieser Kinder trugen Gelatine-IgE, 54 hatten gelatinehaltiges DTaP bekommen, kein einziges die gelatinefreie Variante. Als die Hersteller die Gelatine entfernten, verschwanden die Zwischenfälle. Dass gelatinehaltige Impfstoffe bei bereits Erkrankten im Labor die Basophilen hochjagen, während die gelatinefreie Variante nichts tut, ist ebenfalls gemessen, nicht behauptet.

Von Rind und Schwein direkt in die Vene: Die Fleischallergie, die angeblich nur von Zecken kommt

Bevor die Fackeln geholt werden
Und jetzt der Teil, den die Schlagzeilen-Fabriken beider Lager überspringen. Die Arbeit ist ein Preprint ohne externe Begutachtung und die Autoren räumen selbst ein, dass der Direktweg plausibel, aber unbewiesen ist. Die Belastungszahlen sprechen ebenfalls eine eigene Sprache: In den US-Daten sinkt die Antikörper-Rate mit steigender Bevölkerungsdichte um fast 30 Prozent je Verzehnfachung – Städter werden nicht anders geimpft als Landbewohner, sie werden nur seltener gebissen. Deutsche Waldarbeiter und Jäger kamen auf 35 Prozent Sensibilisierte, das 2,48-Fache der Wohnbevölkerung und über 90 Prozent von ihnen assen ihr Fleisch beschwerdefrei weiter. Die japanische Gelatine-Katastrophe wiederum hing stark am dort verbreiteten Gewebemerkmal HLA-DR9 und liess sich im Westen nie in dieser Wucht reproduzieren. Und eine Datenbankauswertung fand bei bestätigten Erkrankten eine Anaphylaxie-Rate von rund zwei Prozent nach gelatinehaltiger Impfung – erhöht, aber kein Massensterben.

Dazu die Frage, die man bei jeder Studie stellt und bei dieser genauso stellen muss: Wer hat sie geschrieben? Sechs der sieben Namen tragen die Zugehörigkeit zu einer Firma, die Nahrungsergänzung verkauft. Und siehe da, die Arbeit empfiehlt zur Prüfung eine tägliche Mischung aus Quercetin, Luteolin, Apigenin, Pinienrindenextrakt und Pestwurz. Dazu Ohrakupunktur mit einer Erfolgsquote von 96 Prozent aus einer unkontrollierten Rückschau ohne Vergleichsgruppe – eine Zahl, bei der jeder, der bei der Pharmaindustrie zu Recht die Augenbraue hebt, sie auch hier heben darf. Ausgewogenheit heisst nicht, das Misstrauen nur in eine Richtung zu buchen. Die Forderung dagegen kostet nichts und ist überfällig: Antikörper vor und nach der Impfung messen. Achtzehn Jahre hat das niemand getan. Das ist keine Verschwörung. Es ist etwas Schlimmeres – Desinteresse.

Von Rind und Schwein direkt in die Vene: Die Fleischallergie, die angeblich nur von Zecken kommt

Wenn Ethiker die Zecke zum Erzieher befördern
Während also die einen fragen, ob wir die Allergie versehentlich verteilen, haben zwei Medizinethiker der Western Michigan University im Fachblatt Bioethics dargelegt, ihre absichtliche Verbreitung sei «stark pro tanto geboten», falls Fleischessen unmoralisch ist. Genmanipulierte Zecken als moralische Nachhilfe. Die Herren haben nachgeschoben, es handle sich um ein Gedankenexperiment und das stimmt sogar. Nur beschreiben sie das Syndrom als schwer, aber nicht tödlich, während die Gesundheitsbehörde von lebensbedrohlicher Anaphylaxie spricht. Wie das in der Praxis aussieht, wenn Labore ihre Insekten freilassen, war hier schon Thema und dass der Satz «sicher und wirksam» keine Naturkonstante ist, ebenfalls.

Der Zucker, der niemandem gehört
Bleibt eine Krankheit, die niemand vollständig erklären kann, eine Behörde, die Antikörper zählt statt Ursachen und eine Industrie, die neunzig Prozent aller Kinder mit Rindergelatine spritzt, ohne je nachgemessen zu haben, was das mit ihnen macht. Das Experiment ist längst gelaufen, es fehlt bloss die Auswertung. Die Zecke ist dabei der einzige ehrliche Beteiligte im Spiel – sie beisst, saugt und verschwindet, ohne dabei von Verantwortung zu reden. Alle anderen schieben sich den Schwarzen Peter zu, während dem Patienten die Kehle zu schwillt und die Bratwurst zur Sprengfalle wird. Und wenn irgendwann jemand nachrechnet, wird man uns erklären, das habe man so nicht wissen können – und nennt dies dann «Wissenschaft»!

Von Rind und Schwein direkt in die Vene: Die Fleischallergie, die angeblich nur von Zecken kommt

Wer Stalins Supersoldaten wirklich bestellte

Stalin soll ihn bestellt haben: Den unbesiegbaren Soldaten, schmerzunempfindlich, genügsam, halb Mensch, halb Affe. Das Zitat geistert seit zwei Jahrzehnten durch Dokus, Foren und Geschichtskanäle. Es hat nur einen Schönheitsfehler: In keinem Archiv, in keiner der beiden wissenschaftlichen Aktenstudien zum Fall taucht es auf. Der Diktator hat das Affenprogramm nicht bestellt. Er hat es beerdigt. Und die Leute, die es tatsächlich unterschrieben haben, liess er später erschiessen. Die Geschichte ist damit nicht erledigt, sie wird erst interessant. Denn das sowjetische Mensch-Affe-Projekt hat es gegeben, mit Staatsgeld, mit Akademie-Stempel, mit einer eigenen Affenstation am Schwarzen Meer. Nur die Besetzung stimmt nicht.

Wer Stalins Supersoldaten wirklich bestellte

Das Zitat, das niemand je gefunden hat
Die Quelle für den «lebenden Kriegsmaschinen»-Auftrag ist ein einziger Artikel des Scotsman vom 20. Dezember 2005. Dort heisst es, «Moskauer Zeitungen» hätten Stalins Satz überliefert und das Politbüro habe 1926 den Bau einer lebenden Kriegsmaschine angeordnet. Welche Zeitungen, welches Datum, welches Aktenzeichen: Fehlanzeige. Der Evolutionsbiologe Eric Michael Johnson hat die Behauptung 2011 für Scientific American gegen die Archivstudie von Kirill Rossiianov abgeglichen und festgestellt, dass das Zitat darin nicht vorkommt und es keinerlei Beleg gibt, dass Stalin so etwas je gesagt hat. Auch die 200’000 Dollar Reisekasse, die der Scotsman kolportiert, sind Fantasie. Die Akten des Bolschewiki-Bildungsministeriums nennen 10’000 Dollar aus dem Staatshaushalt.

Wer wirklich unterschrieben hat
Hier kippt die Geschichte. Der Kulturhistoriker Alexander Etkind hat die Bewilligung in den Archiven gefunden: Unterzeichnet haben 1925 Volksbildungskommissar Anatoli Lunatscharski und Politbüromitglied Lew Kamenew. Als Förderer traten Polarforscher Otto Schmidt und Lenins Kanzleichef Nikolai Gorbunow auf. Das war der futuristische, trotzkistische Flügel der Partei, jene Fraktion, die Stalin in den folgenden Jahren systematisch zerlegte. Kamenew wurde 1936 erschossen, Gorbunow 1937. Trotzki selbst hatte 1922 in «Literatur und Revolution» geschrieben, der Mensch werde «Objekt der kompliziertesten Methoden künstlicher Selektion». Etkind nennt drei Motive der Geldgeber: Atheismus-Propaganda, denn ein Affenmensch hätte die Evolution bewiesen und die Kirche blamiert. Affendrüsen für die Verjüngungskuren der Kremlelite nach der Methode des Pariser Chirurgen Serge Woronow, der Schimpansenhoden in alternde Millionäre nähte, Gorki und Lunatscharski liessen sich behandeln. Und drittens die Konstruktion des Neuen Sowjetmenschen mit wissenschaftlichen Mitteln. Das ist die belegbare Version der Supersoldaten-These: Nicht ein Diktator, der eine Affenarmee befiehlt, sondern eine Intellektuellenclique, die den Menschen umbauen will wie eine Kolchose.

Wer Stalins Supersoldaten wirklich bestellte

Der Mann mit den 500 Stuten
Ilja Iwanow war kein Spinner, sondern der international führende Experte für künstliche Besamung. Er hatte bei Pawlow gearbeitet, Zebra mit Esel gekreuzt, Bison mit Kuh und ein Pferdezuchtsystem entwickelt, bei dem ein Hengst Hunderte Stuten deckte. Seine Idee, Mensch und Menschenaffe zu kreuzen, präsentierte er bereits 1910 auf dem Zoologenkongress in Graz, sieben Jahre vor der Revolution. Er benötigte keinen Stalin, er benötigte nur einen Staat, der verrückt genug war zu zahlen. 1926 reiste er mit seinem Sohn nach Französisch-Guinea, in die Schimpansenstation des Institut Pasteur in Kindia. Dort besamte er drei Schimpansinnen mit menschlichem Sperma, nach Etkinds Lesart vermutlich dem seines Sohnes. Ergebnis: Null Schwangerschaften. Dann kam der Teil, der die Sache von absurd zu widerlich dreht. Iwanow wollte afrikanische Frauen ohne deren Wissen unter dem Vorwand einer ärztlichen Untersuchung mit Affensperma besamen. Der französische Gouverneur verbot es. Iwanow beschwerte sich in Moskau über die «primitiven Ängste» der Einheimischen und die «bürgerlichen Vorurteile» der Franzosen. Ein Sonderausschuss in Moskau wies ihn an, auf Besamungen ohne Einwilligung zu verzichten.

Suchumi, fünf Freiwillige und ein toter Orang-Utan
Am 24. August 1927 eröffnete in Suchumi die Primatenstation, das erste Affenforschungszentrum der Welt. Die Akademie der Wissenschaften fällte 1927 ein negatives Urteil über Iwanows Afrika-Ergebnisse. Die Kommunistische Akademie sprang 1929 ein, diesmal mit Rubeln statt Dollars und setzte eine Kommission ein: Fünf sowjetische Frauen sollten sich mit Affensperma besamen lassen, schriftliche Einwilligung, kein Honorar, aus reinem Interesse an der Wissenschaft. Mindestens eine begeisterte Bewerbung liegt in den Archiven. Der einzige geschlechtsreife Affe der Station war zu diesem Zeitpunkt ein Orang-Utan, der im Sommer 1929 starb, bevor irgendetwas geschah. Neue Schimpansen trafen 1930 ein. Im selben Jahr, am 13. Dezember, holte die Geheimpolizei Iwanow ab: «Konterrevolutionäre Organisation unter Agrarspezialisten», Verbannung nach Kasachstan, Tod 1932 in Alma-Ata. Sein Denunziant übernahm sein Labor. Stalins Apparat hat den Affenmenschen also nicht bestellt, sondern mitsamt seinem Erfinder und seinen Geldgebern entsorgt.

Wer Stalins Supersoldaten wirklich bestellte

Was vom Mythos bleibt
Die Supersoldaten-Legende stimmt im Kern und lügt im Detail. Richtig ist: Ein Staat hat mit Steuergeld versucht, die Artgrenze zu durchbrechen und seine Ideologen haben offen vom umgebauten Menschen geträumt. Falsch ist die Besetzung, falsch die Summe, erfunden das Zitat. Die Tragik liegt woanders. Iwanow war kein Monster aus dem B-Film, sondern ein respektierter Forscher, der nur noch fragte, ob etwas geht und nie mehr, ob es gehen darf. Exakt das Muster, gegen das später der Nürnberger Kodex formuliert wurde und exakt das Muster, das die Menschenexperimente des Kalten Krieges trotzdem fortsetzten. Das Lehrstück taugt als Spiegel, nicht als Gruselgeschichte: Der Staat, der Menschen konstruieren will, benötigt keinen Diktator, er braucht ein Budget. Wer heute über Gain-of-Function-Labore, Keimbahneingriffe oder Impfprogramme im Eilverfahren lacht, weil das alles ja seriöse Wissenschaft sei, möge sich erinnern, dass auch Iwanow Akademiemitglied war. In Suchumi entstand kein Übermensch, sondern ein Denkmal dafür, was ein Apparat anrichtet, wenn niemand mehr Nein sagt. Der Affenmensch kam nie zur Welt, der Beamte, der ihn genehmigte, schon! Stalin hat den Erfinder verbannt, die Unterzeichner erschossen und die Affen behalten – und die Nachwelt nennt dies «Stalins Supersoldaten»! Und wer glaubt, die Artgrenze sei heute sicherer, weil jetzt Ethikkommissionen statt Politbüros unterschreiben, hat nur den Briefkopf gewechselt!

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Ego vs. Seele

Das Ego will sich selbst dienen,
die Seele will anderen dienen.

Das Ego sucht äussere Anerkennung,
die Seele sucht innere Authentizität.

Das Ego sieht das Leben als Wettbewerb,
die Seele sieht das Leben als Geschenk.

Das Ego will sich selbst erhalten,
die Seele will andere erhalten.

Das Ego blickt nach aussen,
die Seele nach innen.

Das Ego fühlt Mangel,
die Seele fühlt Fülle.

Das Ego ist sterblich,
die Seele ist ewig.

Das Ego wird von Lust angezogen,
die Seele von Liebe.

Das Ego sucht Weisheit,
die Seele ist Weisheit.

Das Ego geniesst den Preis,
die Seele geniesst den Weg.

Das Ego ist die Ursache von Schmerz,
die Seele ist die Ursache von Heilung.

Das Ego lehnt Gott ab,
die Seele umarmt Gott.

Das Ego ist Ich,
die Seele ist Wir.

Ego vs. Seele

Sie verknappen dir den Speicher, rüsten den Gegner auf und nennen es Sanktionspolitik

Ein Riegel Arbeitsspeicher, der im Sommer 2025 noch rund 200 Dollar kostete, liegt ein Jahr später für über 1100 Dollar im Regal. Die offizielle Erklärung passt auf einen Bierdeckel: Die KI hat alles aufgefressen. Stimmt sogar. Nur ist ein Bierdeckel kein Lagebericht und wer die Preistafel liest, ohne auf die Nachtflüge über der Ukraine und auf eine Fabrikhalle in Schanghai zu schauen, hat nur die erste Seite gelesen.

Sie verknappen dir den Speicher, rüsten den Gegner auf und nennen es Sanktionspolitik

Die Zahlen sind so brutal wie langweilig. Laut TrendForce stiegen die Kontraktpreise für konventionellen DRAM allein im ersten Quartal 2026 um rund 93 bis 98 Prozent, die Branche schaufelte in drei Monaten knapp 97 Milliarden Dollar ein. Der Preisindex von Tom’s Hardware zeigt, dass selbst das angeblich sichere DDR4 sich binnen drei Monaten verdoppelt bis verdreifacht hat. Gartner rechnet bis Jahresende mit 130 Prozent Aufschlag auf Speicher und SSD zusammen und mit dem steilsten Einbruch der PC-Verkäufe seit über zehn Jahren.

Laut offizieller Lesart frisst die KI alles
Der Mechanismus dahinter ist kein Geheimnis, er steht in jedem Quartalsbericht. Drei Konzerne stellen fast den gesamten DRAM der Welt her und alle drei schieben ihre Wafer in Richtung High Bandwidth Memory, weil die Rechenzentren dafür jeden Preis zahlen. TrendForce schätzt den HBM-Anteil am gesamten DRAM-Wafer-Einsatz auf rund 18 Prozent Ende 2025, 22 Prozent Ende 2026 und 30 Prozent Ende 2027. Ein Gigabyte HBM frisst dabei die Wafer-Fläche von etwa vier Gigabyte Standardspeicher. Wer also einen Gaming-Rechner aufrüsten will, konkurriert mit denselben Rechenzentren, die nebenbei ganze Städte leersaufen und er verliert diesen Wettbewerb jeden Tag aufs Neue. Das ist die Geschichte, die alle erzählen. Sie ist wahr. Sie ist nur nicht vollständig.

Sie verknappen dir den Speicher, rüsten den Gegner auf und nennen es Sanktionspolitik

Der Faktor, den niemand anspricht
Über der Ukraine werden Halbleiter nicht gekauft, sondern verbrannt. Laut Auswertung der ukrainischen Luftwaffe schlugen 2025 über 32’000 russische Shahed-Drohnen im Land ein, in den ersten sechs Wochen des Jahres 2026 weitere 4600. Jede davon trägt Elektronik, die nach dem Einschlag nie mehr in einen Kreislauf zurückkehrt. Der ukrainische Militärgeheimdienst katalogisiert auf seinem Portal War&Sanctions über 5500 ausländische Bauteile aus 190 russischen Waffensystemen und in der neuen Geran-4 fand er unter anderem einen Speicherchip von Micron, also von einem der drei Konzerne, die gerade deinen Aufrüstungsplan beerdigen. Das ist die Pro-Seite der These: Eine Kriegswirtschaft, die Chips als Verbrauchsmaterial behandelt, ist ein permanenter Abfluss aus einem ohnehin leergekauften Markt.

Die Contra-Seite ist nicht kleiner. Eine Kamikaze-Drohne fliegt mit Mikrocontrollern, Signalprozessoren und Speicherbausteinen aus der Steinzeit, nicht mit DDR5-Riegeln. Rund 75 identifizierte Fremdbauteile stecken in einer Geran-2, darunter Mikrocontroller, Speicher und Signalprozessoren, aber nichts davon läuft auf den Fertigungslinien, auf denen HBM und DDR5 um Platz kämpfen. Eine Quote, welcher Anteil der weltweiten DRAM-Bits in Kriegsgerät verschwindet, liefert bis heute niemand, weder die Analysten noch die Geheimdienste. Die Mechanik ist belegt, die Grössenordnung nicht.

Die Sanktion, die beim Feind nie ankommt
Interessanter als die Menge ist die Richtung. Die westlichen Exportkontrollen sollen Moskau von Chips abschneiden und ein knapper, teurer Markt wäre die perfekte Ergänzung dazu. Der Haken: Die Chips kommen trotzdem an. Der ukrainische Sanktionsbeauftragte Vlasiuk wies in Washington nach, dass in Shaheds vom März 2026 US-Bauteile aus dem späten 2025 verbaut waren, die Lieferkette über China und Hongkong schafft es also in wenigen Monaten vom Werk bis zum Sprengkopf. Der einzige, der den Preiskrieg spürt, ist der Kunde im Westen, der für den Rechner 17 Prozent mehr zahlt. Ob drei Speicherkonzerne ihre Allokation aus geopolitischem Kalkül steuern oder schlicht aus Marge, ist nicht belegbar und für dein Portemonnaie auch egal. Das Ergebnis ist dasselbe: Der Feind kauft weiter, du zahlst die Rechnung.

Sie verknappen dir den Speicher, rüsten den Gegner auf und nennen es Sanktionspolitik

Die Front, an der es wirklich knallt
Denn der eigentliche Krieg läuft nicht um Speicher, sondern um die Maschinen, die ihn drucken. Im Dezember berichtete Reuters über ein EUV-Prototypengerät in einem Hochsicherheitslabor in Shenzhen, gebaut von ehemaligen ASML-Ingenieuren aus Teilen gebrauchter ASML-Anlagen. Es erzeugt EUV-Licht, aber noch keinen einzigen Chip, Ziel ist 2028, realistisch 2030. Im Juli zog Peking nach: Eine unbekannte Staatsfirma namens Aishengna begann mit der Serienfertigung eigener Immersions-DUV-Maschinen für SMIC, Hua Hong und den Speicherhersteller CXMT. Fünf Stück dieses Jahr, etwa 20 nächstes Jahr, mit Schlüsselteilen aus Japan. Die ASML-Aktie sackte um rund acht Prozent ab, bevor die Analysten nachrechneten: China steht für rund 16 Prozent des ASML-Umsatzes und kauft weiter DUV-Anlagen in Masse. Das Monopol ist nicht gebrochen, es ist angezählt. Der Unterschied zwischen diesen beiden Sätzen ist der Unterschied zwischen Analyse und Schlagzeile.

Zwei Welten, ein leerer Geldbeutel
Die Frage ist deshalb nicht, ob China Russlands Drohnenflotten mit Speicher versorgen wird, das tut die Lieferkette längst, mit westlichen Chips und chinesischen Zwischenhändlern. Die Frage ist, ob aus einem Weltmarkt zwei Techniksphären mit eigenen Standards werden und wer in dieser Spaltung den Preis bezahlt. Die These des geteilten Marktes ist keine Spinnerei, die Sanktionspolitik erzwingt sie geradezu und Pekings Werkzeugmaschinen sind ihr Beweis. Was sie kostet, kannst du heute schon am Preisschild ablesen, wo der KI-Krieg nicht mit Terminatoren, sondern mit Lieferketten geführt wird. Der Chip, der früher ins Spiel wanderte, wandert heute ins Rechenzentrum oder in den Sprengkopf und der Spieler zahlt für beides. Sie verknappen dir den Speicher, rüsten den Gegner trotzdem auf – und nennen dies «Sanktionspolitik». Der Westen baut Hochzäune um eine Technologie, die auf dem Gebrauchtmarkt gerade nachgebaut wird. Und wenn in zwei Jahren zwei Chipwelten nebeneinander existieren, wird man dir erklären, das sei von Anfang an der Plan gewesen – wer hat eigentlich noch gefragt, für wen?

Sie verknappen dir den Speicher, rüsten den Gegner auf und nennen es Sanktionspolitik

Kanada nennt dies Fürsorge: Erst die Pflege streichen, dann den Tod anbieten

Kanada hat sein Gesundheitswesen um eine Versorgungsstufe erweitert, von der kein Dystopie-Autor zu träumen wagte: Wer zu teuer, zu langsam oder zu mühsam ist, bekommt keine Pflege, sondern ein Angebot. Es heisst «Medical Assistance in Dying», kurz MAiD, klingt nach Zimmerservice und ist die effizienteste Kostenbremse der westlichen Welt – eine Spritze ist billiger als ein Jahrzehnt Betreuung. Was 2016 als Gnadenakt für Sterbende verkauft wurde, läuft heute als staatlich verwaltetes Entsorgungsprogramm für die Unrentablen. Und der Rest der Welt schaut nicht entsetzt zu, sondern macht sich Notizen.

Kanada nennt dies Fürsorge: Erst die Pflege streichen, dann den Tod anbieten

Eine Kurve wie aus dem Businessplan
Die Belege liefert der Täter gleich selbst: Laut dem sechsten Jahresbericht von Health Canada starben 2024 rund 16’500 Menschen durch das staatliche Sterbeprogramm – 5,1 Prozent aller Todesfälle, jeder zwanzigste Tote im Land. Seit der Legalisierung 2016 summiert sich die Bilanz auf mehr als 76’000 beendete Leben, Tendenz Jahr für Jahr steigend. Der Bericht nennt das Wachstum von 6,9 Prozent allen Ernstes eine «Stabilisierung» – so wie ein Waldbrand sich stabilisiert, wenn er nur noch einen Hektar pro Stunde frisst. Zur Erinnerung: Gestartet war das Programm mit ein paar Hundert Fällen, in Spitzenjahren legte es um mehr als 30 Prozent zu. Besonders munter wächst das Gleis 2 für Menschen, deren Tod gar nicht absehbar ist: Gut 730 Fälle allein 2024, deutlich mehr als im Vorjahr. Der Bericht verrät auch, was die Antragsteller in den Tod treibt – neben Schmerzen stehen Einsamkeit, Isolation und das Gefühl, anderen zur Last zu fallen, prominent im Motivkatalog. Ein Sozialstaat, der Einsamkeit mit einer Ampulle behandelt, hat seine Stellenbeschreibung kreativ ausgelegt. Und die Arbeit erledigt eine eingespielte Truppe: Gut 100 Ärzte und Pflegefachpersonen zeichneten für mehr als 6000 dieser Tötungen verantwortlich – im Schnitt 60 pro Kopf und Jahr, also gut eine pro Woche. Töten als Wochenroutine mit Feierabend um fünf. Wer angesichts solcher Zahlen noch mit erfundenen Millionen-Prognosen hausieren geht, benötigt sie gar nicht – die amtliche Kurve ist Skandal genug.

Kanada nennt dies Fürsorge: Erst die Pflege streichen, dann den Tod anbieten

Zwei Gleise, ein Fahrplan
Die Architektur folgt dem klassischen Dammbruch-Drehbuch. 2016 galt die Todesspritze nur für Menschen, deren Ableben «vernünftigerweise absehbar» war – die Gnade für Krebspatienten im Endstadium, mit der man jede Sterbehilfe-Debatte eröffnet. Dann kippte 2019 ein Gericht in Quebec diese Schranke und Ottawa verzichtete demonstrativ auf die Berufung. Seit 2021 existiert Gleis 2: Chronisch Kranke und Behinderte, die noch Jahrzehnte leben könnten. Ab März 2027 genügt eine rein psychische Erkrankung. Depression als Todesurteil, unterschrieben vom Patienten selbst, abgestempelt vom Staat. Wie weit das Land damit vom zivilisatorischen Minimum entfernt ist, zeigt ein Detail: Ausgerechnet der UNO-Behindertenrechtsausschuss – nicht als Hort der Systemkritik bekannt – verlangte im März 2025 die komplette Abschaffung von Gleis 2, weil es auf der Annahme fusse, Leiden stecke in der Behinderung statt in Armut und verweigerter Unterstützung. Derselbe Ausschuss warnte gleich noch vor den nächsten Ausbaustufen, die in Ottawa bereits diskutiert werden: Todesspritzen für «reife Minderjährige» und Tötung auf Vorrat per Patientenverfügung. Der Fahrplan liegt also längst auf dem Tisch, es fehlt nur noch der Stempel. Genau diese Rechnung, wonach Alte und Kranke schlicht zu viel kosten, wird in Kanada nicht mehr geflüstert, sondern budgetiert.

Kanada nennt dies Fürsorge: Erst die Pflege streichen, dann den Tod anbieten

Der Mann, der partout nicht sterben will
Wie sich das System am lebenden Objekt anfühlt, führt ein Fall aus Ontario vor. Roger Foley, schwerbehindert durch eine fortschreitende Nervenkrankheit, liegt seit 2016 in einem Spital in London und will nur eines: Nach Hause, mit selbstbestimmter Pflege. Statt der Pflege bekam er Tonbänder voller Fürsorge – er zeichnete Gespräche auf, in denen ihm Spitalpersonal den begleiteten Tod nahelegte und vorrechnete, ein Verbleib koste ihn nördlich von 1500 kanadischen Dollar pro Tag. Deine Pflege sprengt das Budget, aber für deine Beseitigung ist immer Geld da. Foley verklagte Spital, Gesundheitsbehörden, Ontario und den Bundesstaat – und liegt fast ein Jahrzehnt später immer noch dort. 2025 entfernte das Spital die Speziallichtanlage, auf die der extrem lichtempfindliche Mann angewiesen ist, worauf er vor das Menschenrechtstribunal von Ontario zog. Seither beschreibt er sein Dasein am Tropf: Dehydriert, unterernährt, mit zusammengeklebten Skibrillen als selbst gebautem Lichtschutz, während unabhängige Pflegekräfte per Spendengelder finanziert werden müssen, damit er trinken kann. Ein Staat, der einem Mann das Wasser rationiert und ihm gleichzeitig die Todesspritze offeriert, betreibt keine Medizin mehr, sondern Zermürbung mit Ausgang nach unten.

Kanada nennt dies Fürsorge: Erst die Pflege streichen, dann den Tod anbieten

Pilotmarkt mit Vorbildfunktion
Das Perfide daran: Nichts davon ist Systemversagen. Das System funktioniert exakt wie gebaut – Pflege kostet Milliarden, eine Ampulle kostet Rappen und die Warteliste löst sich von selbst auf. Kanada testet im Massstab eins zu eins, wie weit sich ein Tötungsprogramm dehnen lässt, bevor die Bevölkerung aufwacht: Erst die Sterbenden, dann die Behinderten, ab 2027 die Verzweifelten. Ein Land, das aus dem Töten längst ein Geschäftsmodell mit Anschlussverwertung entwickelt hat, liefert damit die Blaupause frei Haus – und die Parlamente von London bis Paris blättern bereits eifrig darin. Die Gnade war nie das Ziel, sie war der Türöffner. Man hat Programme dieser Art schon einmal mit Barmherzigkeit plakatiert und die Geschichtsbücher führen sie heute unter Verbrechen. Wer den Wert eines Menschen in Pflegekosten pro Tag misst, hat die Medizin abgeschafft und die Buchhaltung zum Chefarzt befördert. Erst kommt das Mitgefühl, dann das Formular, am Ende rollt das Modell um den Globus – und nennt sich «Würde»!

Kanada nennt dies Fürsorge: Erst die Pflege streichen, dann den Tod anbieten

Professor Baerbock 🎓

Die Columbia University in New York, einst Aushängeschild der Ivy League, leistet sich ab Herbst ihre bislang teuerste Pointe: Annalena Baerbock wird dort drei Jahre lang Professorin für «Global Leadership» und Co-Direktorin eines Master-Programms. Eine Frau ohne ersten Studienabschluss unterrichtet künftig Führungskräfte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung. Das musst du dir auf der Zunge zergehen lassen.

Denn die akademische Bilanz der neuen Dozentin liest sich wie eine Realsatire: In Hamburg brachte sie es auf ein Vordiplom, also auf gar keinen Abschluss. Die Berliner Promotion brach sie ab, nachdem sie über 39 Monate rund 40’000 Euro Stipendium der parteinahen Böll-Stiftung kassiert hatte. Eine Rückzahlung war laut Stiftung «weder üblich noch vorgesehen». Ihr einziges Buch verschwand nach rund 100 beanstandeten Textstellen klammheimlich vom Markt. Bleibt ein Londoner Master als einsames Feigenblatt einer Vita, die sonst aus Abbrüchen besteht.

Der Offenbarungseid
Columbia beteuert, die Stelle sei praxisorientiert, Forschung werde gar nicht erwartet. Übersetzt: Von Studenten verlangt man Abschlüsse, von Professoren nur noch Prominenz. Wer nach der einjährigen UN-Ehrenrunde eine Lehrkanzel geschenkt bekommt, veredelt damit nicht die eigene Vita, sondern entwertet die Institution, die ihn beruft. Die woke Vorzeige-Universität verabschiedet sich vom eigenen Anspruch und reiht sich ein in jene faktenfreie Führungselite, die sie eigentlich ausbilden sollte. Eine Hochschule, die Scheitern zur Qualifikation erklärt, benötigt keine Feinde mehr. Wer Führung von jemandem lehren lässt, der nie etwas zu Ende geführt hat, prüft nicht mehr, er huldigt. Columbia hat den eigenen akademischen Anspruch zu Grabe getragen – und nennt dies «Global Leadership»!

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Die Henkersmahlzeit der Nation: Die charmanteste Abstimmungspropaganda des Jahres

Heute ist Zahltag für alle, die Abstimmungskämpfe für Lärmbelästigung und Gratisessen für ein Menschenrecht halten: An 82 Standorten quer durch die Schweiz brutzelt die Bauernlobby ihre Propaganda direkt in Wurstform – und du darfst sie essen, ohne auch nur ein einziges Argument mitzukauen.

Die Henkersmahlzeit der Nation: Die charmanteste Abstimmungspropaganda des Jahres

Der «Tag des letzten Cervelats», ausgerufen von der Allianz gegen die Ernährungsinitiative unter Führung des Schweizer Bauernverbands, ist Abstimmungswerbung in ihrer ehrlichsten Form: Statt dir ein Plakat ins Gesicht zu halten, hält man dir eine Wurst hin. Grilliert oder roh, ganz nach Gusto. Die Botschaft dahinter ist so subtil wie ein Traktor im Wohnzimmer – stimmst du am 27. September falsch, war das hier deine Henkersmahlzeit.

Demokratie am Spiess
Man muss der Nein-Allianz eines lassen: Sie hat verstanden, wie dieses Land funktioniert. Über Verfassungsartikel diskutieren mag hierzulande kaum jemand, aber für eine Gratis-Wurst stellt sich der Schweizer auch bei Hagel in die Schlange. Also wird die Volksabstimmung kurzerhand zur Fressmeile umgebaut: In Lausanne adelt man die Aktion gleich zur «Journée du Saucisson vaudois IGP», in Liestal und Sissach läuft sie unter dem Kampftitel «Der letzte Klöpfer vor dem Vegan-Zwang» und im Wallis machen gleich reihenweise Dorfmetzgereien den ganzen Tag lang mit, inklusive Medienkonferenz in Agarn. Den Vogel schiesst das thurgauische Ellighausen ab: 14 Stunden Wurstausgabe von morgens 9 bis nachts 23 Uhr – so viel Durchhaltewillen bringt nicht einmal das Bundeshaus auf. Gesponsert wird die Munition übrigens von Bigler Fleischwaren – die Wurst, die dich vor der Wurstlosigkeit warnen soll, ist also selbst ein Werbegeschenk der Fleischindustrie. Das Schöne daran: Niemand prüft an der Grillstelle deine Gesinnung. Du kannst die Wurst nehmen, «Danke» sagen und mit vollem Mund weiterziehen, während hinter dir der nächste Flyer verhungert. Beim Essen schweigt man bekanntlich – ein Umstand, den die Standbetreuer noch bitter unterschätzen werden.

Die Henkersmahlzeit der Nation: Die charmanteste Abstimmungspropaganda des Jahres

Was da eigentlich auf dem Rost liegt
Zur Abstimmung steht die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser», lanciert aus derselben Küche wie seinerzeit die Trinkwasserinitiative. Es ist bereits der dritte Anlauf aus dieser Ecke und die ersten beiden endeten 2021 im Doppel-Debakel: Trinkwasser- und Pestizidinitiative wurden wuchtig versenkt, Letztere mit über 60 Prozent Nein. Sie verlangt, dass die Schweiz mindestens 70 Prozent ihrer Lebensmittel selbst produziert – aktuell dümpelt der Netto-Selbstversorgungsgrad laut Bund bei rund 42 Prozent. Netto heisst dabei: Das importierte Futter für die hiesigen Tiere ist bereits abgezogen, denn die Schweizer Kuh frisst deutlich globaler, als ihre Werbeplakate zugeben. Erreicht werden soll das über eine Landwirtschaft, die auf Pflanzen statt Tiere setzt, weniger düngt, weniger spritzt und das alles innert zehn Jahren – je nach Abstimmungsfahrplan wäre das Kunststück also zwischen 2036 und 2038 zu vollbringen. Ein sportlicher Fahrplan, gemessen daran, dass dieses Land für einen Autobahnanschluss länger benötigt. Entsprechend allein steht die Initiantin da: Bundesrat, Parlament und selbst grosse Umweltverbände winken ab.

Zwang oder Förderung – die Nebelwurst
Und hier wird es unappetitlich, auf beiden Seiten des Grills. Die Nein-Kampagne plakatiert «Vegan-Zwang», doch im Initiativtext steht kein Wurstverbot, kein Fleischkontingent, keine Tofu-Pflicht – dort steht, der Bund «strebe» die 70 Prozent an und treffe «Massnahmen zur Förderung» pflanzlicher Ernährung. Wer den Zwang zitiert, zitiert das eigene Kampagnenplakat, nicht die Verfassung. Nur bevor sich das Ja-Lager jetzt selbstgerecht zurücklehnt: Der Bundesrat – der die Vorlage ablehnt und lieber gemütlich bis 2050 auf 50 Prozent hinarbeiten will – hält schriftlich fest, dass ohne starke staatliche Eingriffe und einen deutlichen Rückgang beim Konsum von Fleisch, Milch und Eiern gar nichts erreichbar wäre. Auf gut Deutsch: Der Zwang steht nicht im Text, aber er wäre die Rechnung. Es ist derselbe Kulturkampf ums Essen, der schon aus einer Tomate einen Kreuzzug gemacht hat – nur dass diesmal beide Lager mit vollem Munitionsgurt am Buffet stehen.

Die Henkersmahlzeit der Nation: Die charmanteste Abstimmungspropaganda des Jahres

Die Wurst, die Rechnung und der Grenzübertritt
Die Gegner warnen zudem vor teureren Lebensmitteln und blühendem Einkaufstourismus – ein Argument mit Beigeschmack, denn wer den Fleischhunger künftig jenseits der Grenze stillt, landet schnell bei genau jener Importware, über deren Qualität man sich sonst so herzhaft empört. Die Befürworter wiederum versprechen Krisenfestigkeit und sauberes Wasser, verschweigen aber gern, dass man Versorgungssicherheit nicht per Verfassungsdatum herbeizaubert. Beide Seiten verkaufen dir ihre Version der Zukunft und beide tun so, als wäre sie gratis. Gratis ist heute aber nachweislich nur eines: Der Cervelat. Deshalb hier der eigentliche Serviceteil dieses Artikels – die vollständige Liste aller 82 Verteilstationen mit ihren Zeitfenstern, sauber von der offiziellen Standortkarte gepflückt, damit du deine Route planen kannst wie ein Profi.

Der Nachgeschmack
Bleibt die Erkenntnis, dass eine Demokratie, die ihre Stimmbürger mit Wurstwaren ködert, exakt die Debattenkultur bekommt, die sie verdient. Am 27. September wird abgerechnet und bis dahin gilt: Iss die Wurst, aber kau die Parolen nicht ungeprüft mit. Die Bauernlobby verteilt Würste und nennt es Aufklärung. Die Initianten beabsichtigen, dir den Menüplan umzubauen und nennen es Sicherheit. Der Bundesrat rechnet beiden vor, dass es ohne Verzicht nicht geht – und hofft, dass du es bis zur Urne wieder vergessen hast. Und du stehst mit einem Gratis-Cervelat in der Hand zwischen den Fronten und bist das Einzige an diesem Tag, das tatsächlich satt wird!

Alle 82 Standorte mit Zeitfenster

  • Aarau, Kasinogarten – 11:00 bis 14:00 Uhr
  • Affoltern am Albis, Kronenplatz, Untere Bahnhofstrasse 17 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Agarn, Dorfstrasse 12 – 09:00 bis 12:30 Uhr
  • Altdorf, Bahnhofplatz – ab 16:00 Uhr
  • Altnau, Güttingerstrasse 9 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Amriswil, Bahnhofstrasse 45 – 17:00 bis 20:00 Uhr
  • Amriswil, Egelmoosstrasse 19 – 18:30 bis 20:30 Uhr
  • Baden, Badstrasse – 11:00 bis 14:00 Uhr
  • Belprahon, Dos les Terras 3 – 16:00 bis 19:00 Uhr
  • Bern, Belpstrasse 26 (Schweizer Bauernverband) – 11:45 bis 13:15 Uhr
  • Bern, Gurtengasse 4 – 16:00 bis 19:00 Uhr
  • Beromünster, Scholbrunnen (Fläcke) – 17:00 bis 20:00 Uhr
  • Birmensdorf, Würiplatz, Zürcherstrasse 9 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Breitenbach, Laufenstrasse 2 – 17:00 bis 19:00 Uhr
  • Brig, Alte Simplonstrasse 4 (Molinari Sepione) – 08:00 bis 18:30 Uhr
  • Brig, Bahnhofstrasse 8 (Berger Metzg) – 07:30 bis 18:30 Uhr
  • Bülach, Rathaus, Marktgasse 28 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Büren an der Aare, Kreuzgasse – 17:00 bis 20:30 Uhr
  • Burgdorf, «Alte Post» an der Bahnhofstrasse – 11:00 bis 14:00 Uhr
  • Bützberg, LANDI, Zürichstrasse 32 – 16:30 bis 18:30 Uhr
  • Corgémont, Grand Rue 15 – 18:30 bis 20:30 Uhr
  • Cresciano, In Pièza 12 (Unione Contadini Ticinesi) – 10:00 bis 17:00 Uhr
  • Dübendorf, Hochbordstrasse 15 (Beerstecher) – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Ellighausen, Schöntalstich 1 – 09:00 bis 23:00 Uhr
  • Emmen, Sonnenplatz – 17:00 bis 20:00 Uhr
  • Ennetmoos, Bielihof – ab 19:00 Uhr
  • Entlebuch, Marktplatz – 17:00 bis 22:00 Uhr
  • Frauenfeld, Rathausplatz 1 – 13:30 bis 18:30 Uhr
  • Fribourg, Place Georges-Python – 17:00 bis 19:30 Uhr
  • Gampel-Bratsch, Neue Strasse 1 (Metzgerei Stocker) – 08:00 bis 18:00 Uhr
  • Gempen, Haglenweg 31 – 17:00 bis 20:00 Uhr
  • Glarus, Rathausplatz – 17:00 bis 20:30 Uhr
  • Glis, Dorfplatz 4 (Dini Mini Metzg) – 08:00 bis 12:00 Uhr
  • Herrliberg, Schlattgut, Schlattstrasse 67 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Interlaken, Höhenweg – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Ins, Dorfplatz – 17:00 bis 20:30 Uhr
  • Kappel, Gunzgertal 5 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Kirchberg SG, Hüsligs 1254 – 19:30 bis 21:00 Uhr
  • Kreuzlingen, Hauptstrasse 54 – 17:00 bis 19:00 Uhr
  • Kreuzlingen, Tägerwilerstrasse 6 – 16:00 bis 19:30 Uhr
  • Kriens, Gabeldingen – 17:00 bis 22:00 Uhr
  • Langnau im Emmental, Viehmarkt 2 – 17:00 bis 19:00 Uhr
  • Lausanne, Place de la Navigation – 16:00 bis 20:00 Uhr
  • Liestal, Wasserturmplatz 1 – 11:00 bis 13:00 Uhr
  • Lyss, Wallislochweg 6 – 17:00 bis 20:30 Uhr
  • Marthalen, Güeterstrass 3 (LANDI) – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Mörel, Furkastrasse 23 (Metzgerei Aletsch) – 08:00 bis 12:00 Uhr
  • Münchwilen, Im Zentrum 4 – 17:00 bis 19:00 Uhr
  • Münster VS, Furkastrasse 592 (Metzgerei Nessier) – 07:30 bis 18:00 Uhr
  • Naters, Belalpstrasse 7 (Fleischatelier Bammatter) – 08:00 bis 18:00 Uhr
  • Neuchâtel, Rue de l’Hôpital – 17:00 bis 20:00 Uhr
  • Nods, Les Combes 120 (Plateau de Diesse) – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Pfäffikon ZH, Seequai, Stogelenweg 2 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Rapperswil, Engelplatz – 11:30 bis 14:00 Uhr
  • Raron, Bahnhofstrasse 60 (Metzgerei Pfammatter) – 07:00 bis 12:00 Uhr
  • Reconvilier, Bahnhof – 17:00 bis 20:00 Uhr
  • Regensdorf, Zentrumsplatz, Zentrum 1 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Reiden, Dörflimatte (LANDI Luzern-West) – 17:00 bis 22:00 Uhr
  • Renan, Place Ami Girard 2 (Restaurant Cheval Blanc) – 17:00 bis 21:00 Uhr
  • Rüti ZH, Kiesplatz Bandwies, Bandwiesstrasse 11 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Saas-Fee, Dorfplatz 1 (Dorf-Metzg) – 08:30 bis 18:30 Uhr
  • Sachseln, Chalchofen – ab 17:00 Uhr
  • Salgesch, Unterdorfstrasse 12 (Metzgerei Müller) – 08:00 bis 18:00 Uhr
  • Schaffhausen, Fronwagplatz – 17:00 bis 20:00 Uhr
  • Schlierbach, Wetzwil 1 – 17:00 bis 20:30 Uhr
  • Schüpfen, Dorfstrasse 17 – 17:00 bis 20:30 Uhr
  • Sissach, Hauptstrasse 42 – 11:00 bis 13:00 Uhr
  • Sornetan, Saipran 39 (Petit Val) – 19:00 bis 21:00 Uhr
  • St. Gallen, Marktplatz – 11:30 bis 14:00 Uhr
  • Subingen, Gewerbestrasse 1 – 16:00 bis 20:00 Uhr
  • Sulgen, Kreuzlingenstrasse 1 – 16:30 bis 19:00 Uhr
  • Sulgen, Romanshornstrasse 25 – 19:30 bis 22:00 Uhr
  • Sursee, Martignyplatz – 17:00 bis 21:00 Uhr
  • Turtmann, Dorfstrasse 19 (Metzgerei Meyer) – 08:00 bis 18:30 Uhr
  • Unterägeri, Wijermatt 2 – 17:00 bis 20:00 Uhr
  • Uster, Gerichtsstrasse 2 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Weinfelden, Marktplatz – 16:00 bis 19:00 Uhr
  • Wiesendangen, Herrenackerstrasse 20 – 18:00 bis 20:00 Uhr
  • Wil SG, Bahnhofplatz – 16:30 bis 18:30 Uhr
  • Wil SG, Obere Bahnhofstrasse – 16:30 bis 18:30 Uhr
  • Windisch, Bahnhofstrasse 6 – 11:00 bis 14:00 Uhr
  • Zug, Bundesplatz – 17:00 bis 20:00 Uhr

Die Henkersmahlzeit der Nation: Die charmanteste Abstimmungspropaganda des Jahres

Erdsystem-Überwachung: Vormundschaft für 8 Milliarden, weil UN-Kommission den Menschen zum Schädling erklärt

Die Erde hat ein Schädlingsproblem und der Schädling heisst Mensch. So lautet, auf den Kern gekocht, die Diagnose einer Kommission, die im April sieben Handlungsanweisungen für die Vereinten Nationen veröffentlicht hat: Eine Notstandserklärung für den ganzen Planeten, eine Krisenplattform, ein Echtzeit-Überwachungssystem für das «Erdsystem», eine Weltumweltbehörde, ein Weltumweltgericht und Sprecher für Menschen, die noch gar nicht geboren sind. Wer den Plan liest, versteht schnell, wo darin der Mensch vorkommt – als Messwert, als Risiko und als Grund, weshalb jemand anderes künftig entscheiden sollte.

Erdsystem-Überwachung: Vormundschaft für 8 Milliarden, weil UN-Kommission den Menschen zum Schädling erklärt

Der Vorsitzende des Weltföderalisten-Trägervereins bringt es auf der Seite der Allianz selbst auf den Punkt: Es sei gar keine Umweltkrise, die Menschheit habe eine Krise der globalen Regierungsführung erzeugt. Nicht das Klima ist das Problem. Das Problem ist, dass noch niemand den Menschen regiert.

Sieben Rezepte gegen den Störfaktor Mensch
Die Climate Governance Commission, 2020 von der Global Challenges Foundation ins Leben gerufen, betreibt zusammen mit dem World Federalist Movement die Allianz MEGA, der nach eigenen Angaben bereits rund 140 Organisationen beigetreten sind. Ihr erstes Positionspapier trägt den Titel «Code Red for Humanity» und fordert von der UN-Generalversammlung die Ausrufung einer «dreifachen planetaren Krise». Ein Notstand ist praktisch, denn im Notstand fragt niemand mehr nach Mehrheiten. Dann kommt die Planetary Emergency Platform, ein Krisenreaktionsmechanismus für das Erdsystem, gefolgt vom eigentlichen Herzstück: Einem Science-Policy-Action Network, das den Zustand des Planeten «in Echtzeit» erfassen, länderspezifische Berichte ausspucken und die Politik «wissenschaftsgetrieben» auf Kurs bringen soll. Wer die Messlatte hält, entscheidet, wer sie gerissen hat. Dazu eine Global Environment Agency, ein Internationaler Umweltgerichtshof und schliesslich ein umfunktionierter UN-Treuhandrat, der die «globalen Gemeingüter» – Ozeane, Atmosphäre, Weltraum, Meeresboden – im Namen künftiger Generationen verwalten soll. Der Treuhandrat war einst dafür da, Kolonien zu verwalten, bis sie reif für die Selbstverwaltung waren. Jetzt soll er die Atmosphäre verwalten. Die Kolonie, die verwaltet wird, ist dieses Mal die gesamte Menschheit und reif wird sie nach dieser Logik nie.

Erdsystem-Überwachung: Vormundschaft für 8 Milliarden, weil UN-Kommission den Menschen zum Schädling erklärt

Das Personal der planetaren Vormundschaft
Geleitet wird die Kommission von einer Troika, die man aus jeder zweiten UN-Festschrift kennt: Der früheren irischen Präsidentin Mary Robinson, der Ex-Generalversammlungspräsidentin María Fernanda Espinosa und dem Potsdamer Klimaforscher Johan Rockström. Koordiniert wird das Ganze von der Völkerrechtlerin Maja Groff, die den New Shape Prize der Global Challenges Foundation gewann – ein Preis, mit dem ausdrücklich neue Modelle globaler Regierungsführung prämiert wurden. Die Preisstifterin gründete die Kommission, die Preisträgerin leitet sie. Man nennt das in diesen Kreisen nicht Zirkelschluss, sondern Multi-Stakeholder-Ansatz. Dass der Club of Rome, der schon vor Jahrzehnten die Menschheit selbst zum wahren Feind erklärte, als Befürworter mehrerer Vorschläge auftaucht, rundet das Personaltableau ab. Wer seit fünfzig Jahren predigt, der Mensch sei der Tumor des Planeten, wird jetzt Onkologe.

Nuklearer Winter als Klimapolitik
Wie tief die Verachtung sitzt, verrät ein Mann aus dem Umfeld der Kommission ungewollt offen. Am 24. März 2022 trat Arthur Lyon Dahl, Präsident des International Environment Forum und Mitautor des Vorschlags für die Weltumweltbehörde, beim Webinar «Time to Rethink the UN» auf, dessen Mitschnitt die Veranstalter selbst verlinken. Dort erwog er laut, vielleicht sei ein nuklearer Winter für ein paar Jahre die beste Lösung, um den Planeten rasch abzukühlen und langfristig womöglich in unserem besten Interesse. Auf demselben Podium sass María Fernanda Espinosa, die heute die Kommission mitleitet. Man stelle sich den Satz mit vertauschten Rollen vor: Ein Kritiker des Klimaregimes, der über Atomkrieg als Temperaturregler sinniert, wäre am nächsten Morgen beruflich erledigt. Ein Berater des Weltregierungs-Milieus darf es als Gedankenspiel verbuchen und weiter an Behörden bauen, die über uns alle wachen sollen. Der Gedanke, einige Milliarden Menschen seien ein akzeptabler Preis für ein paar Zehntelgrad, ist kein Ausrutscher. Er ist die ehrliche Fassung dessen, was die sieben Rezepte höflich in Verwaltungsdeutsch verpacken.

Erdsystem-Überwachung: Vormundschaft für 8 Milliarden, weil UN-Kommission den Menschen zum Schädling erklärt

Wer spricht für die Ungeborenen
Das raffinierteste Stück ist der Sondergesandte für künftige Generationen, ergänzt um Vertreter auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Die Ungeborenen haben keine Stimme, keine Wahl und keine Meinung – sie sind die perfekte Wählerschaft. Wer sie vertritt, kann jedem Lebenden ins Gesicht sagen, er handle gegen die Interessen von Leuten, die nicht widersprechen können. Das ist keine Demokratieerweiterung, das ist ihre Abschaffung mit Babyfoto. Die Menschheit, wie sie heute atmet, wird in diesem Modell zur Übergangsgeneration erklärt, deren Ansprüche gegen die eines hypothetischen Jahres 2150 verrechnet werden. Und wer verrechnet? Dieselben Stiftungen und Kommissionen, die bereits den Pakt für die Zukunft als Geiselnahme der Gegenwart durchgewinkt haben.

Die Vormundschaft wartet nur noch auf die Unterschrift
Ausgewogen gesagt: Dass Ozeane, Atmosphäre und Meeresboden keinen Besitzer haben und deshalb verdreckt werden, ist kein Hirngespinst. Dass Staaten beim Umweltschutz lügen, auch nicht. Nur ist die Antwort darauf nicht eine Schicht aus Gremien ohne Wähler, die «in Echtzeit» messen, wann der Mensch wieder über die Stränge geschlagen hat, sondern genau die Rechenschaft, die diese Gremien selbst nie ablegen müssen. Die Kommission behauptet, die Menschheit zu retten und meint die Menschheit minus ihre Entscheidungsfreiheit. Der Mensch wird zum Patienten erklärt, die Diagnose lautet Existenz und die Kur heisst Verwaltung. Ein Treuhandrat für die Luft, die du atmest, ein Gericht für den Boden, auf dem du stehst und ein Sprecher für Kinder, die du noch nicht hast – alles beschlossen von Leuten, die niemand gewählt hat. Wer Atomwinter als Klimaoption durchspielt, hat mit dem Menschen schon abgeschlossen. Und dieselbe Truppe erklärt den Planeten zum Notstandsgebiet, setzt sich selbst als Sanitätsdienst ein – und nennt dies «Rettung der Menschheit»!

Erdsystem-Überwachung: Vormundschaft für 8 Milliarden, weil UN-Kommission den Menschen zum Schädling erklärt

Flock: Die Herde kauft sich ihren eigenen Big Brother

George Orwell benötigte für seinen Big Brother noch ein ganzes Wahrheitsministerium, Teleschirme in jeder Wohnung und eine Gedankenpolizei. Die Gegenwart erledigt das mit einem Start-up, das sich ausgerechnet «Flock» nennt – die Herde. Eine Firma mit Herdennamen verkauft der Herde die Kameras, mit denen die Herde überwacht wird und die Herde bezahlt das Ganze auch noch aus eigener Tasche: Über Gemeindebudgets, Quartiervereine und Firmenparkplätze. Big Brother ist kein Diktator mehr. Er ist ein Abo-Modell mit freundlichem Kundendienst.

Flock: Die Herde kauft sich ihren eigenen Big Brother

Flock Safety, gegründet in Atlanta und gemästet mit dem Geld der grössten Silicon-Valley-Investoren, betreibt in den USA das wohl dichteste private Überwachungsnetz der westlichen Welt: Rund 120’000 schuhkartongrosse Kameras in mehr als 6000 Gemeinden, die pro Monat etwa 20 Milliarden Kennzeichen erfassen. Die Kästchen fotografieren jedes vorbeifahrende Auto, lesen das Kennzeichen, speichern Zeit, Ort, Marke, Farbe und Karosserieform. Verkauft wird das als Verbrechensbekämpfung. Gekauft wird es von Polizeibehörden, Eigenheimbesitzer-Vereinigungen und Einkaufszentren, die alle glauben, sie würden sich Sicherheit anschaffen. Tatsächlich schaffen sie ein durchsuchbares Bewegungsprofil von jedem, der ein Auto besitzt. Also von praktisch allen.

Der Wochenendausflug als Verdachtsmoment
Wie das in der Praxis aussieht, führt der Fall eines Mannes aus Wisconsin vor. Die Polizei stellte über das Flock-Netz fest, dass sein Wagen regelmässig nach Michigan fährt – wo Cannabis legal ist – und wieder zurück nach Wisconsin, wo es das nicht ist. Diese Fahrten über die Bundesstaatsgrenze wurden in der Anklageschrift als Teil der Begründung für einen hinreichenden Tatverdacht aufgeführt: Michigan sei ein «bekannter Herkunftsstaat für Marihuana, da es dort legal ist». Man liess ihn also gezielt abfangen, durchsuchte den Wagen und verurteilte ihn am Ende einzig wegen Cannabisbesitzes. Nicht erratisches Fahren, kein Zeugenhinweis, keine Ermittlung – eine Datenbankabfrage über sein Reiseverhalten genügte, um aus einem legalen Einkauf im Nachbarstaat einen Durchsuchungsgrund zu konstruieren. Wer glaubt, das bleibe bei Gras stehen, darf gerne durchdeklinieren: Fahrten zur Abtreibungsklinik, zur Moschee, zur Demo, zum Parteitag der falschen Partei. Die Infrastruktur fragt nicht nach dem Delikt. Sie liefert das Muster und das Delikt wird nachgereicht.

Flock: Die Herde kauft sich ihren eigenen Big Brother

Die Hirten hüten vorwiegend ihre Ex-Freundinnen
Und wer bedient dieses Wundernetz? Menschen. Genauer: Beamte mit Login und Privatleben. Die Washington Post hat Polizei- und Gerichtsakten ausgewertet und kam auf mindestens 50 Gesetzeshüter, die beschuldigt oder angeklagt wurden, Kennzeichenscanner für private Zwecke missbraucht zu haben – in 26 Fällen ging es um das Ausspionieren von Ehefrauen, Freundinnen, Ex-Partnerinnen oder Frauen, die man gerne kennengelernt hätte. In 46 dieser Fälle lief die Schnüffelei über Flocks System, der Rest über die Konkurrenzprodukte von Axon und Motorola. Ein Polizeichef aus Georgia fragte die Kennzeichen seiner Ex-Freundin und ihrer Tochter rund 600 Mal ab, ein Kollege aus Kansas lauerte seiner Ex sogar persönlich auf, nachdem die Datenbank sie verraten hatte. Als Suchgrund tippte man schlicht «Ermittlung» ins Formular. Das System nickte. Genau das ist der Punkt, den jede Überwachungsdebatte verschämt umkurvt: Die Frage ist nie, ob eine Datenbank missbraucht wird. Die Frage ist nur, wie lange es dauert, bis der Missbrauch auffliegt – meist erst, wenn das Opfer die Abfrageprotokolle selbst anfordert. Dass Schweden gerade denselben Weg beschreitet und sich mit Kameras und Ausnahmebefugnissen in den Überwachungsstaat flüchtet, macht die Sache nicht besser. Es macht sie nur europäischer.

Sieben Tage Ablass
Flock reagierte auf den Skandal, wie Konzerne immer reagieren: Mit einer Pressemitteilung. Man werde die Standardspeicherfrist von 30 auf 7 Tage senken und strengere Kontrollen einführen, beteuerte die Firma, der Chef persönlich versicherte: «Wir sind nicht Big Brother.» Natürlich nicht. Big Brother hätte für 120’000 Kameras Steuergelder und Zwang gebraucht. Flock benötigt nur einen Vertriebskatalog. Zur Ehrlichkeit gehört: Gesichtserkennung setzt das Kennzeichensystem nach Firmenangaben nicht ein und identifiziert weder Fahrer noch Beifahrer. Nur ändert das nichts am Kern – ein Auto, das jeden Morgen vor deinem Haus startet, ist deine Person. Wer seine Route kennt, kennt dein Leben.

Flock: Die Herde kauft sich ihren eigenen Big Brother

Die Herde bekommt ihren Hirten mit Datenbank
Das eigentliche Endspiel läuft derweil eine Etage höher. Die New York Times berichtete, die Trump-Regierung habe Palantir quer durch die Bundesbehörden ausgerollt, um Daten über Amerikaner zusammenzuführen – von Bankverbindungen über Studienschulden bis zu Krankenakten. Palantir dementiert eine Master-Datenbank und beide Lager haben recht: Es gibt keinen Vertrag mit der Aufschrift «Totalüberwachung». Es gibt nur Behörden, die dieselbe Software einführen, mit der sich alles verknüpfen liesse. Wer Palantirs Griff nach dem Westen verfolgt hat, weiss: Man baut keine Käfige, man baut Schnittstellen. Kombiniere die Bewegungsdaten der Herde mit den Verwaltungsdaten des Staates und du hast das, was China Sozialkredit nennt – nur privatwirtschaftlich organisiert, mit besserem Marketing und ohne lästige Gesetzgebung.

Am Ende bleibt die bitterste Pointe im Firmennamen selbst: Eine Herde benötigt keinen Big Brother, der sie unterwirft – sie kauft ihn sich als Sicherheitslösung, montiert ihn an den Ortseingang und lobt die schnelle Lieferung. Der Wolf muss nicht mehr in den Stall einbrechen, die Schafe haben ihm einen Wartungsvertrag angeboten. Jede Kamera, die heute «nur Kennzeichen» liest, ist der Sockel für das System, das morgen deinen Aufenthaltsort mit deiner Steuerakte verheiratet. Und die Herde blökt zufrieden, denn sie hat ja nichts zu verbergen – bis ein Beamter mit gebrochenem Herzen ihre Route abfragt und ein Algorithmus ihre Wochenendfahrt zum Tatverdacht erklärt. Überwachung wird nicht mehr angeordnet, sie wird abonniert – und die Herde nennt dies «Sicherheit»!

Flock: Die Herde kauft sich ihren eigenen Big Brother

ETH-Professorin empfiehlt: Von der Pandemie-Lüge zum Klimahandel

Eine ETH-Professorin rechnet dir vor, dass der Klimawandel bis Ende des Jahrhunderts fünf Prozent der Weltwirtschaft kostet – jedes Jahr, mehr als eine Coronapandemie. Zwanzig Zeilen weiter fragt Watson, ob es nicht klüger sei, das CO2 hier auszustossen und dafür im Ausland Zertifikate zu kaufen. Ihre Antwort: «Ja.» Die Apokalypse kostet jährlich eine Pandemie und die Lösung ist ein Kassenbon aus Bangkok. Wer so redet, verkauft kein Klima, sondern einen Handel.

Lint Barrage modelliert an der ETH Zürich die Kosten des Klimawandels. Ihr Werkzeug ist das DICE-Modell, das sie 2024 gemeinsam mit dem Nobelpreisträger William Nordhaus neu aufgelegt hat. Genau diese Herkunft macht das Interview so lehrreich, denn dasselbe Modell hat vor wenigen Jahren noch das Gegenteil gepredigt.

ETH-Professorin empfiehlt: Von der Pandemie-Lüge zum Klimahandel

Das Orakel, das seine Zahlen jährlich nachjustiert
Nordhaus erklärte in seiner Nobelvorlesung 2018 eine Erwärmung von rund drei Grad bis 2100 und vier Grad bis 2150 zum wirtschaftlichen Optimum, mit Schäden von gut zwei Prozent der Weltproduktion bei drei Grad. Die Neuauflage mit Barrage senkt das Optimum deutlich, bleibt aber weit über jedem Pariser Ziel. Und jetzt, im Hitzesommer, kündigt sie bereits das nächste «Update» an: Die Kosten dürften noch höher ausfallen. Ein Modell, dessen Ergebnis in sechs Jahren von «vier Grad sind okay» zu «eine Pandemie pro Jahr» wandert, misst nicht das Klima. Es misst den politischen Bedarf. Wie diese Rechnerei im Ernstfall endet, hat die Welt schon einmal erlebt, als Modell-Propheten die Welt in den Abgrund rechneten.

Die Pandemie als Masseinheit – ausgerechnet
Die drei Prozent Weltwirtschaft, die Barrage als Vergleichsgrösse nimmt, hat nicht das Virus gefressen. Der Internationale Währungsfonds nannte seinen Bericht damals schlicht «The Great Lockdown» und hielt im Oktober 2020 fest, dass die Lockdowns ein wesentlicher Faktor des Einbruchs waren. Schweden, das nicht abriegelte, kam laut einer begutachteten Vergleichsstudie mit tiefer Übersterblichkeit und vergleichsweise geringen wirtschaftlichen Kosten davon.

ETH-Professorin empfiehlt: Von der Pandemie-Lüge zum Klimahandel

Und die freigeklagten Protokolle des RKI-Krisenstabs zeigen, dass die Hochstufung der Risikobewertung von «mässig» auf «hoch» im März 2020, Grundlage sämtlicher Grundrechtseingriffe, auf ein «Signal» wartete statt auf eine Datenlage. Das Signal kam, wie sich nach der Entschwärzung zeigte, vom eigenen Vizepräsidenten – was die Sache nicht besser macht. Ein Ausnahmezustand hing an einem Namen, nicht an einer Evidenz. Barrage benutzt also einen politisch erzeugten Schaden als Masseinheit für einen modellierten Schaden und nennt das Vergleich. Man könnte es auch Geständnis nennen.

Der Kassenbon aus Bangkok
Jetzt zur eigentlichen Pointe. Dieselbe Frau, die eine jährliche Pandemie prophezeit, sagt «Ja» zum Weiterverschmutzen gegen Bezahlung im Ausland. Die Schweiz will bis 2030 ihre Emissionen gegenüber 1990 halbieren und einen Teil davon über Klimaschutzprojekte im Ausland erbringen, über Staatsverträge unter Artikel 6 des Pariser Abkommens. Die erste je übertragene Tranche waren rund 2000 Tonnen aus Elektrobussen in Bangkok, entwickelt vom Zürcher Zertifikatehändler South Pole für einen thailändischen Konzern, der zu einem Viertel der UBS Singapur gehört. Die Analyse der Hilfswerke kommt zum Schluss, die Busse wären auch ohne Schweizer Geld gekommen. Das ist der Markt, den Barrage für effizient hält: Wir zahlen für etwas, das ohnehin geschieht und buchen es als Rettung.

Die Forschung dazu liefert ausgerechnet ihre eigene Hochschule. Eine Meta-Studie mit ETH-Beteiligung in Nature Communications prüfte fast eine Milliarde Tonnen gehandelter Gutschriften und fand, dass weniger als 16 Prozent echte Emissionsminderungen darstellen, bei Waldschutz ein Viertel, bei Windkraft statistisch null. Eine Studie in Science belegte, dass die meisten Regenwald-Projekte die Abholzung kaum senkten und trotzdem Millionen Zertifikate ausstellten.

ETH-Professorin empfiehlt: Von der Pandemie-Lüge zum Klimahandel

Wer trotz dieser Befunde «Ja» zum Zertifikatekauf sagt, hält nicht die Reduktion für effizient, sondern den Ablasshandel. Dass das Geschäftsmodell im Inland identisch funktioniert, zeigen die frei erfundenen Klimaprojekte, die du an der Zapfsäule bezahlt hast und die Mechanik, mit der Hitzepanik Zertifikate und Wassercent verkauft.

Was am Sommer echt ist – und was verkauft wird
Ausgewogenheit verlangt, die Gegenseite ernst zu nehmen, also nehmen wir sie ernst. Der Sommer 2026 ist real. MeteoSchweiz misst von April bis Juni nur 56 Prozent des üblichen Niederschlags, gleichauf mit 1976 der tiefste Wert seit 1901 und vergleicht ihn mit einer Drei-Grad-Welt. Barrage hat recht, dass Hitze Menschen tötet, Ernten drückt und Leistung senkt – 2003 hat das niemand wegdiskutiert. Nur steht im selben MeteoSchweiz-Blog auch der Satz, den kein Interview zitiert: Die Erwärmung verstärkte die Trockenheit vorwiegend über die Verdunstung, das Regendefizit selbst wurde durch den Klimawandel nicht erheblich verstärkt. 1947, 1976, 2003, 2018, 2026 – die Dürre ist ein alter Gast, die Verdunstung ist das Neue. Das ist ein Befund, kein Ablass.

Und genau da trennt sich Physik von Politik. Wer die Verdunstung bremsen will, baut Speicher, Schatten und Wasserhaushalt. Wer eine «jährliche Pandemie» verkündet und im nächsten Atemzug Gutschriften aus Bangkok empfiehlt, will keine Hitze verhindern, sondern einen Preis durchsetzen. Die Pandemie hat gezeigt, wie ein Modell zum Gesetz wird und ein Signal zum Ausnahmezustand und der Klimahandel folgt derselben Choreografie mit besserem Wetter. Das Thermometer liefert die Bilder, das Modell liefert die Prozente und die Börse liefert die Rechnung. Eine Professorin, die den Untergang auf die Nachkommastelle berechnet und die Rettung an den Meistbietenden verkauft. Ein Bund, der seine Reduktion in Thailand einkauft und zu Hause den Sommer besteuert. Eine Wissenschaft, die ihr eigenes Orakel alle sechs Jahre umschreibt und es Erkenntnis nennt – und alle nennen dies «Klimaschutz»!

ETH-Professorin empfiehlt: Von der Pandemie-Lüge zum Klimahandel

Dieselkrise: Warum die Welternte 2026 an der Zapfsäule stirbt

Die Welt hat Hunger, die Silos sind leer und die Rechnung liegt beim amerikanischen Farmer: Russlands Getreidehäfen am Schwarzen Meer stehen still, Frankreichs Mais verdorrt, Brasilien verfüttert seinen an Ethanolanlagen und die Lagerbestände der grossen Exporteure schrumpfen auf den tiefsten Stand seit Jahren. Ausgerechnet jetzt, wo alle Blicke auf die US-Ernte fallen, kostet der Diesel dort so viel wie nie zu dieser Jahreszeit und die Tanks auf den Höfen sind leer. Australien hat vorgemacht, wie das endet: Man lässt die Ernte im Boden verrotten, weil das Einfahren mehr kostet als der Verkauf bringt. Wer glaubt, das sei ein regionales Problem zwischen Iowa und Nebraska, hat nicht begriffen, wer in den nächsten zwölf Monaten noch Brot backen will.

Dieselkrise: Warum die Welternte 2026 an der Zapfsäule stirbt

Die Exporteure verschwinden
Seit dem 12. August liegen alle drei grossen Getreideterminals von Noworossijsk still, nach SovEcon sind damit über 90 Prozent der russischen Exportkapazität am Schwarzen Meer offline, rund 25 Millionen Tonnen Jahresvolumen beim grössten Weizenexporteur der Welt. Russlands Bauern sitzen auf einer Rekordernte von knapp 140 Millionen Tonnen und finden keinen Käufer, während Nordafrika und der Nahe Osten fragen, woher das nächste Schiff kommt. Gleichzeitig wird Frankreich in diesem Sommer zum Importland: Die Maisernte fällt nach Schätzungen von Expana auf rund 8,9 Millionen Tonnen, etwa ein Drittel weniger als im Vorjahr und der tiefste Wert seit 1976. Und Brasilien, der ewige Exportriese, verfeuert seinen Mais zunehmend selbst: Die Ethanolindustrie schluckt rund 30 Millionen Tonnen, der Inlandsverbrauch steigt auf ein Allzeithoch und der Exportanteil schrumpft, obwohl die Ernte gross ist. Das Ergebnis dieser Kette steht nüchtern im USDA-Bericht: Die weltweiten Maisendbestände werden auf 277,5 Millionen Tonnen fallen, der tiefste Stand seit 2013/14, die US-Weizenernte ist die kleinste seit 1971 und die amerikanischen Weizenendbestände sinken um 22 Prozent. Alle wollen das amerikanische Korn. Bleibt die Frage, ob es überhaupt geerntet wird.

Der Traktor steht an der Zapfsäule an
Am 17. August notierte Diesel in den USA bei 5,45 Dollar pro Gallone, umgerechnet rund 1,44 Dollar pro Liter, ein Plus von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert, den die Statistik je für diesen Punkt im Erntekalender ausgewiesen hat. Die Destillatbestände liegen 13 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt, nach anderen Lesarten nahe am 23-Jahres-Tief und der Crack Spread, die Marge zwischen Rohöl und fertigem Diesel, hat erstmals die Marke von 100 Dollar pro Fass durchbrochen, wo normal 20 bis 30 stehen.

Dieselkrise: Warum die Welternte 2026 an der Zapfsäule stirbt

Das ist kein Rohölproblem, das ist ein Raffinerieproblem: Die IEA zählt Diesel-Exporte aus Russland, dem Nahen Osten und Asien, die 1,3 Millionen Fass pro Tag unter dem Vorjahr liegen, ein Fünftel des gesamten seewärtigen Handels. Und was macht Washington? Exportiert. Die USA verschifften Anfang August 1,9 Millionen Fass Destillat pro Tag, Rekord und entleeren damit die eigenen Tanks, während die strategische Reserve bereits auf Generationentief gefahren wurde. Dazu die Raffineriewartung, die traditionell im September und Oktober stattfindet, exakt im Erntefenster. Timing nennt man das.

Rechnen, bis nichts mehr übrig bleibt
Ein konventionell bewirtschafteter Hektar Mais benötigt rund 56 Liter Diesel für Feldarbeit und Ernte. Mit Maschinenkosten, Trocknung und dem Bahn-Treibstoffzuschlag summiert sich der Dieselschock nach Rechnung der Agrarmarktanalysten auf rund 105 Dollar Mehrkosten pro Hektar, gut fünf Prozent des Bruttoerlöses, bei einem Betrieb, dessen Marge ohnehin gegen null tendiert. Der Präsident der National Corn Growers Association rechnet nach Axios mit 20’000 bis 25’000 Dollar Zusatzkosten allein für Diesel und sagt offen, dass er dieses Jahr keinen Gewinn machen kann. Die Branche hat dafür einen Fachbegriff: Demand Destruction. Du kennst das Prinzip von deiner Heizkostenabrechnung. Und die Hofbestände sind dünn, weil viele Farmer im Sommer auf fallende Preise gewartet haben und jetzt alle gleichzeitig an dieselbe Zapfsäule rennen.

Dieselkrise: Warum die Welternte 2026 an der Zapfsäule stirbt

Australien war das Vorspiel
Wer wissen will, wie das endet, schaut nach Westaustralien im März: Ein Farmer bekam 3000 Liter Diesel zugeteilt, genug für zwei Tage Aussaat, bei einem Bedarf von 135’000 Litern und sprach aus, was danach überall kam: Wer die Ernte nicht herausholen kann, lässt die vier Millionen Dollar im Boden. In Queensland wurden Bewässerungsanlagen abgeschaltet, weil der Diesel fehlte und Futterkulturen vorzeitig abgeräumt. Weizenflächen wurden halbiert, weil Diesel und Dünger die Rechnung sprengten. Das war ein Land mit 29 Tagen Dieselreserve und zwei verbliebenen Raffinerien. Die USA haben mehr Raffinerien und exportieren trotzdem, als gäbe es kein Morgen. Die Muster-Erkennung wird dir vertraut vorkommen, wenn du dich an Irlands leere Tanks erinnerst oder an den Energie-Lockdown, der schon als Lösung verkauft wird.

Wem die Knappheit nützt
Man kann das alles für eine Verkettung von Pech halten: Ein Krieg am Golf, ein Krieg am Schwarzen Meer, ein Hitzesommer in Frankreich, ein Ethanolboom in Brasilien. Man kann aber auch fragen, warum ein Land mit rekordtiefen Dieselbeständen Rekordmengen Diesel exportiert, warum die Reserve vor dem Erntefenster leergefahren wird und warum die Wartungsfenster der Raffinerien nie verschoben werden, wenn die Welt gerade von einer Ernte abhängt. Der Beweis für Absicht fehlt, der Befund für Fahrlässigkeit liegt auf dem Tisch. Was die Planer der Welternährung daraus machen, ist absehbar: Wer die Ernte nicht mehr bezahlen kann, verkauft den Hof, wer den Hof verkauft, kauft künftig bei denen, die den Hof gekauft haben. Die Ernte bleibt im Boden, die Kontrolle landet bei den Grossen und der Konsument zahlt für beides. Die Welt hungert nach amerikanischem Korn und Amerika verschifft lieber den Diesel, mit dem man es ernten würde. Sie verbrennen die Ernte an der Zapfsäule. Sie nennen das freie Märkte und du nennst es bald Brotpreis!

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Das Zukunftsmodell der Superreichen: Sie nennen es Freiheit, gemeint sind Vertragsbedingungen

Auf einer Karibikinsel steht ein 14-stöckiger Turm im abgeholzten Hügelhang, dahinter ein Schlagbaum mit bewaffnetem Wachpersonal, davor ein Fischerdorf ohne fliessendes Wasser. Wer hinein will, unterschreibt einen Vertrag. Wer drinnen wohnt, zahlt Gebühren statt Steuern, wählt nach Grundbesitz statt nach Kopf und lässt sich für 25’000 Dollar eine Gentherapie spritzen, die keine Gesundheitsbehörde dieser Welt zugelassen hat. Das Ganze heisst Próspera, liegt auf Roatán vor der Küste von Honduras und wird von seinen Erbauern als die Zukunft der Zivilisation verkauft.

Das Zukunftsmodell der Superreichen: Sie nennen es Freiheit, gemeint sind Vertragsbedingungen

Gegründet wurde das Gebilde 2017 als sogenannte Sonderwirtschaftszone, eine ZEDE, ausgestattet mit eigener Gerichtsbarkeit, eigener Regulierung und der Befugnis, sich praktisch jedes Gesetz selbst zu schreiben. Betrieben wird es von einer Firma mit Sitz in Delaware. Finanziert wurde es von Männern, deren Namen du kennst, auch wenn du sie nie gewählt hast.

Der Staat als Abonnement mit Kündigungsfrist
Der geistige Architekt dieses Modells ist ein deutscher Unternehmer, der sein Vermögen mit Rohstoffen gemacht hat und heute in Monaco lebt. Seine Idee der freien Privatstädte ist von bestechender Schlichtheit: Ein gewinnorientiertes Unternehmen garantiert dir Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum, du bezahlst dafür eine Gebühr und wenn dir etwas nicht passt, verklagst du den Betreiber oder ziehst weg. Demokratie kommt in diesem Modell nicht vor, weil sie den Denkfehler enthält, dass Leute mitreden dürfen, die nichts eingezahlt haben.

Das ist keine Unterstellung von aussen, das ist das Verkaufsargument. Peter Thiel, Palantir-Gründer und der vielleicht einflussreichste Milliardär des Silicon Valley, hat bereits 2009 in einem Aufsatz öffentlich erklärt, er halte Freiheit und Demokratie nicht mehr für vereinbar. Wer wissen will, wohin diese Haltung führt, wenn sie Kapital und Rechenzentren im Rücken hat, findet die längere Fassung in Peter Thiels Republik. Neben ihm stehen der Risikokapitalgeber Marc Andreessen, der Coinbase-Gründer Brian Armstrong und Patri Friedman, Spross der bekanntesten Ökonomen-Dynastie des Neoliberalismus, dessen Fonds den Betreiber der Insel-Stadt finanziert.

Das Zukunftsmodell der Superreichen: Sie nennen es Freiheit, gemeint sind Vertragsbedingungen

Ein Wahlrecht nach Quadratmetern
Regiert wird Próspera von einem Rat mit neun Sitzen. Vier davon besetzt die Betreiberfirma direkt. Vier weitere wählen die Einwohner, wobei zwei dieser Sitze den Grundeigentümern zufallen und deren Stimmgewicht sich am Landbesitz bemisst. Den letzten Sitz vergibt der Rat an sich selbst. Man muss kein Staatsrechtler sein, um darin ein Dreiklassenwahlrecht aus dem 19. Jahrhundert wiederzuerkennen, bloss dieses Mal mit Solarpanels und Krypto-Wallets. Rund tausend Zuzüger leben real vor Ort, dazu kommen etwa 12’000 sogenannte E-Residents, die per Klick Bürger geworden sind, ohne je einen Fuss auf die Insel gesetzt zu haben. Der ideale Souverän zahlt, meldet sich nie zu Wort und verstopft keinen Parkplatz.

Das Labor für alles, was daheim verboten ist
Der wirtschaftliche Reiz dieser Zone liegt nicht in der Sonne, sondern im Fehlen von Aufsicht. Eine Biotechfirma betreibt dort Versuche mit einer Plasmid-Gentherapie gegen das Altern, die in den USA nicht zugelassen ist. Die zugehörige Studienregistrierung führt bei der Frage nach behördlicher Aufsicht schlicht ein Nein. Ein Stanford-Genetiker bezeichnete die dazu veröffentlichte Vorabpublikation als Betrug, was den prominentesten Kunden nicht daran hinderte, seinen Muskelzuwachs auf allen Kanälen zu feiern. Daneben lassen sich Herren mittleren Alters Chips implantieren und handeln unreguliert mit Kryptowährungen. Fortschritt, so lernen wir, ist der Zustand, in dem niemand mehr Nein sagen darf.

Die Rechnung kommt per Schiedsgericht
Dann geschah das Unerhörte: Ein Land bekam kalte Füsse. Das Oberste Gericht von Honduras erklärte die Rechtsgrundlage der Sonderzonen im September 2024 für verfassungswidrig, mit acht zu sieben Stimmen. Die Antwort der Freiheitsfreunde war kein Umzug, sondern eine Klage vor einem internationalen Schiedsgericht über bis zu 10,775 Milliarden Dollar. Das entspricht rund zwei Dritteln des Jahresbudgets eines der ärmsten Länder der Region. Honduras trat daraufhin aus dem Schiedsregime aus und im August 2026 wieder ein, das Verfahren läuft weiter. Der freie Markt regelt sich hier über Anwälte in Washington.

Das Zukunftsmodell der Superreichen: Sie nennen es Freiheit, gemeint sind Vertragsbedingungen

Die Leute, die schon da waren
Direkt neben dem Turm liegt Crawfish Rock, ein Dorf mit einigen Hundert Bewohnern, viele davon Garífuna. Sie wurden nie gefragt, ob sie neben einem privaten Stadtstaat leben möchten. Als ihre Wasserversorgung ausfiel, hängte die Zone das Dorf an ihren eigenen Tank. Als die Dorfbewohner danach ihr altes System wiederherstellen wollten, drehte sie den Hahn zu. Freiwilligkeit heisst offenbar: Du darfst jederzeit gehen, du kannst nur nirgendwo hin.

Der Freisinnige mit dem Zweitwohnsitz im Minimalstaat
Und nun der Teil, bei dem es hierzulande unangenehm wird. Zu den ersten Geldgebern dieses antidemokratischen Experiments gehört ein Schweizer Nationalrat der FDP, Konzernchef eines Medizinaltechnikunternehmens, dessen Familienvermögen auf rund fünf Milliarden Franken geschätzt wird. Rund eine Million Dollar hat er nach eigenen Angaben in Próspera gesteckt. Derselbe Mann kämpft daheim an vorderster Front für die bilateralen Verträge, warb für höhere Unternehmenssteuern zugunsten der Armee und schimpfte auf X (früher Twitter) über Herren, die sich gegen unsere Institutionen aussprechen. Auf Nachfragen zu den demokratiefeindlichen Aussagen seiner Mitinvestoren antwortete er nicht mehr. Institutionen sind eben das, was man im Inland verteidigt, damit der Laden ruhig bleibt, während man die eigene Zukunft dort einkauft, wo es keine gibt, samt der Datenschicht aus demselben Milieu.

Das Kleingedruckte deiner Zukunft
Die Reichsten der Welt haben durchgerechnet, dass Mitbestimmung teurer ist als Umzug und bauen sich deshalb Länder wie andere Leute Ferienhäuser. Sie nennen es ein staatspolitisches Experiment, meinen aber eine Firma mit Flagge, in der du Kunde bist statt Bürger und Kunden haben bekanntlich keine Rechte, sondern Vertragsbedingungen. Bislang ist noch jedes dieser Projekte gescheitert, was die Anleger nicht ärmer machte, weil die Rechnung am Schluss immer der Staat bezahlt, den sie überwinden wollten. Und während in Bern über Institutionen gepredigt wird, wird in der Karibik am Modell gebaut, das sie ersetzt und das Ganze nennt man dann «unternehmerische Freiheit»!

Das Zukunftsmodell der Superreichen: Sie nennen es Freiheit, gemeint sind Vertragsbedingungen

DBD: Unbroken – Crippled Fingers

Kein Label, kein Management, kein Konzernonkel, der im Hintergrund die Fäden zieht – die Band hat sich alles selbst erarbeitet, mit Schweiss, Stahl und einer Sturheit, gegen die jede Marketingabteilung wie ein Kindergeburtstag wirkt. Hunderttausende Streams und Aufrufe, Plätze in Spotifys «All New Metal» und in Knotfests «Pulse of the Maggots», Auftritte beim Brutal Assault und weiteren Festival-Schwergewichten, regionale Top 5 beim Wacken Metal Battle und ein Gastauftritt bei Bloodstocks «Metal to the Masses». Alles ohne Vertrag, alles ohne Vitamin B, alles aus eigener Kraft. Während andere Bands auf die rettende Unterschrift warten wie auf den Sensenmann, hat diese Truppe einfach abgeliefert.

Vor fünf Monaten erschien «Unbroken», ein Brocken aus Hardcore, Groove und Thrash, gebaut auf zermalmenden Riffs und einer Rhythmusarbeit, die enger sitzt als eine Zwangsjacke. Das Ding wurde für den Moshpit geschmiedet und für die grösseren Bühnen, welche die Band ohnehin schon umkreist wie der Raubvogel das Aas. Die Veröffentlichung fiel zusammen mit einer EU-Festivalreise durch Deutschland, Österreich, Belgien, Serbien, die Niederlande und Dänemark. Wenige Wochen später sollte bereits die nächste Single folgen, denn der ganze Fahrplan zielt ohne Umweg auf das kommende Album. Wer hier noch vom Aussenseiter redet, hat nicht zugehört: Das ist keine Hoffnung auf den Durchbruch mehr, das ist die Abrissbirne kurz vor der Wand!

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