Im Dezember 2025 fliegen knapp 20 AfD-Parlamentarier für bis zu 107’000 Euro Steuergeld nach New York, damit Markus Frohnmaier dort einen Orden abholt, der nach Allen Dulles benannt ist – dem CIA-Chef, der Regierungen wegputschen liess wie andere Leute Fliegen. Derselbe Frohnmaier, den ein Strategiepapier aus der russischen Präsidialverwaltung 2017 als künftig «unter absoluter Kontrolle stehenden Abgeordneten» führte. Drei Wochen nach der Gala entführen US-Spezialkräfte den venezolanischen Präsidenten, Kanzler Merz nennt die Rechtslage «komplex», AfD-Aussenpolitiker Frohnmaier nennt sie «zweitrangig». Zwei Flügel, ein Kopf, eine Flugrichtung.
Rund drei Viertel der Wähler haben es immer noch nicht begriffen: Der Vogel hat einen Kopf und zwei Flügel, einen linken und einen rechten. Beide schlagen, damit der Kopf vorankommt und der Kopf sitzt nicht in Berlin. Wer den einen Flügel als Rettung vor dem anderen wählt, legitimiert das Tier, füttert es und wundert sich dann, dass es immer höher fliegt. Welchen Teil dieser Geschichte hast du verpasst?
Der Dulles-Orden: Die Opposition holt ihre Trophäe beim Geheimdienst ab
Der New York Young Republican Club vergibt den Allen-W.-Dulles-Award an Leute, die den «vehementen antimarxistischen Geist» jenes Mannes verkörpern, der als CIA-Direktor die Putsche in Teheran und Guatemala verantwortete. Frohnmaier revanchierte sich laut Redemanuskript mit der Diagnose, in Deutschland habe «die herrschende Klasse den Verstand verloren». Das «Bündnis zwischen amerikanischen und deutschen Patrioten» nannte er den «Albtraum der liberalen Eliten». Ein Patriot, der seinen Patriotismus in New York abholen muss, ist kein Patriot, sondern ein Lieferdienst. Mindestens neun Bundestagsabgeordnete waren dabei, ihre 57’000 Euro Reisekosten trägt der Bund, dazu flogen sieben Landtagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt mit. Kurz zuvor hatte Frohnmaier eine Unterstaatssekretärin des US-Aussenministeriums getroffen.
Ein Abgeordneter, zwei Auftraggeber, null Vaterland
2019 legten Spiegel, ZDF, BBC und La Repubblica ein Papier aus Moskau offen: Frohnmaier werde nach seiner Wahl «ein unter absoluter Kontrolle stehender Abgeordneter» sein, ein zweites Dokument bat um «materielle und mediale» Unterstützung für seinen Wahlkampf. Frohnmaier dementierte über seinen Anwalt – wie jeder, der etwas zu dementieren hat. Sechs Jahre später steht derselbe Mann auf einer MAGA-Bühne und ruft das transatlantische Bündnis aus. Das ist kein Sinneswandel, das ist ein Mieterwechsel im selben Kopf. Das Muster hat System: Elon Musk, damals designierter Sonderberater Trumps, warb im Januar 2025 in einem X-Gespräch mit Weidel für die AfD, sechs Wochen vor der Bundestagswahl, während das «Team Weidel» nach eigener Auskunft längst in «regelmässigem Austausch mit dem Team Musk» stand – der reichste Mann der Welt als Wahlhelfer der Partei der kleinen Leute. Eine Partei, deren Aussenpolitiker 2017 als Moskaus Wunschkandidat gehandelt und 2025 als Washingtons Musterschüler dekoriert wird, ist niemandes Opposition. Sie ist ein Mietwagen mit wechselndem Kennzeichen und wer darin Widerstand sieht, hat die Honigfalle übersehen, in die das Bürgertum seit Jahren mit Anlauf springt.
Venezuela: Die Synchronübersetzung
Am 3. Januar 2026 holt ein US-Kommando Nicolás Maduro aus Caracas. Merz am selben Tag: Maduro habe sein Land «ins Verderben geführt», die «rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex». Frohnmaier zwei Tage später als aussenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion: Maduro sei «Anführer eines kriminellen Regimes», die USA hätten «entschlossen reagiert», die völkerrechtliche Bewertung sei «letztlich zweitrangig». Erst nach über einer Woche Schweigen fand Alice Weidel den Satz, Trump habe «gegen ein elementares Wahlversprechen verstossen» – und Tino Chrupalla erklärte im selben Statement, Venezuela gehöre zur Einflusssphäre der USA «wie die Ukraine zur Einflusssphäre Russlands». Der verteidigungspolitische Sprecher Rüdiger Lucassen ergänzte, die Handlungsfähigkeit der NATO sei «von elementarer Bedeutung». Da hast du sie, die Alternative: Sie verteidigt die NATO, sie segnet Einflusssphären ab, sie nickt Entführungen durch – und plakatiert Frieden. Was Washington in Caracas wirklich wollte, steht im Geheimplan Venezuela und in der Geschichte, wie Washington das Land vor allem vom eigenen Öl befreit.
Die Goldman-Sachs-Kanzlerin und das CIA-Konto, das niemand findet
Bleibt die Geldfrage. Dass die AfD von CIA-Strukturen finanziert werde, kursiert in Videos als «offensichtlich» – belegt ist es nirgends, kein Konto, kein Vertrag, kein Dokument. Wer diese Behauptung weiterreicht, schenkt der Partei einen Freispruch, den sie nicht verdient hat, denn die belegte Geldspur ist dreckiger als jede Legende: Eine Plakatkampagne für 2,35 Millionen Euro, offiziell aus Österreich gespendet, hinter der laut Ermittlern der Immobilienmilliardär Henning Conle stehen soll. Und die Kanzlerkandidatin selbst arbeitete nach dem Studium für Goldman Sachs und im Vorstandsbüro von Allianz Global Investors – im Bundestags-Handbuch nennt sie das schamhaft «führende Finanzunternehmen». Eine Investmentbank auf dem Lebenslauf macht niemanden zur Agentin. Sie macht nur sichtbar, welche Vögel dieselbe Voliere teilen. Die CIA benötigt kein Konto bei einer Partei, die ihre Orden öffentlich abholt und ihre Geldgeber im Dunkeln lässt.
Sachsen-Anhalt: Das nächste Gefieder wird gewählt
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt, die Umfragen sahen die AfD von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bei 40 bis 43 Prozent. Siegmund kündigte für den Fall einer verfehlten Alleinregierung bereits an: «Dann haben wir halt beim nächsten Mal 50 oder 55 Prozent.» Sieben Abgeordnete seiner Magdeburger Fraktion sassen im Dezember am New Yorker Gala-Tisch. In Baden-Württemberg holte Frohnmaier im März 18,8 Prozent, 112 der 157 Sitze gingen an Grüne und CDU – der andere Flügel, mit exakt derselben Aussenpolitik. Wer jubelt, weil der rechte Flügel kräftiger schlägt, sollte einmal nachsehen, wohin der Kopf schaut, denn diese kontrollierte Opposition ist kein Gegner des Systems, sie ist sein zweiter Motor. Frohnmaier hat es vorgemacht: Erst Moskau, dann Washington, immer Bundestag. Die Wähler bekommen eine neue Verpackung, das Programm bleibt in Washington geschrieben. Der Vogel ändert nicht die Richtung, er wechselt nur den Flügel, unter den du kriechen darfst. Wer den Feind legitimiert, darf sich nicht wundern, wenn es immer schlimmer wird!










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