Eine einzige Tomate. Geworfen am Rande einer 1100-Jahr-Feier in Bernau am Chiemsee, mitten in die Selbstinszenierung eines Mannes, der jahrelang jeden Leberkäse und jeden Big Mac wie eine Reliquie in die Kamera hielt. Getroffen, unverletzt, weggeführt von der Sicherheit – und aus diesem lächerlichen Kratzer macht die Bebilderung ein Attentat von historischem Rang.

Man kennt die Pose: Faust gen Himmel, Blut im Gesicht, die schützenden Leiber der Bodyguards, im Hintergrund die Fahne im Wind. Das Bild eines Gefallenen, der sich erhebt. Nur dass der Angreifer kein Schütze war, sondern eine überreife Frucht aus dem Gemüseregal. Der Gastropopulist, der die Republik mit Wurstvideos beglückte und den veganen Flugzeug-Salat öffentlich verhöhnte, wird ausgerechnet vom Gemüse heimgesucht, das er zeitlebens verachtete. Die Rache der Tomate.

Und weil eine geworfene Frucht als Heldenepos noch zu dünn ist, greift der Krieger zum Prügel. Er kniet im Tomatenfeld, drischt auf eine Armee zähnefletschender Killertomaten ein, während die Kamera das Drama festhält – bis ihn Millionen roter Fratzen unter sich begraben. Der Mann, der Politik durch Essensfotos ersetzte, endet unter dem Salat, den er nie gegessen hätte.

So sieht Grösse aus, wenn nichts Grosses mehr passiert. So wird aus einem Wurf ein Weltkrieg, aus einem Kratzer ein Kreuzzug. So verteidigt ein Ministerpräsident sein Vaterland gegen das Nachtschattengewächs – und nennt dies Standhaftigkeit!

Wie Söder aus einer Tomate einen Kreuzzug macht
Wie Söder aus einer Tomate einen Kreuzzug macht

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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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