Vergiss die Bergpredigt: Irgendein KI-Bastler hat Jesus das Moveset von Kratos verpasst und ihn in ein brennendes New York geworfen – «God of War: Jesus», das Crossover, auf das keine Kirche gewartet hat und das trotzdem längst überfällig war.
Der Messias pflügt im weissen Gewand und mit Dornenkrone durch die Häuserschluchten, drischt gehörnte Dämonen quer über gelbe Taxis und stellt sich am Ende einem Endboss mit Glutkern in der Brust, der aussieht, als wäre er direkt aus «Dante’s Inferno» entlaufen. Das Beste: Die Brotvermehrung läuft hier als Munitionsnachschub. Wer Laibe telekinetisch durch die Luft jagt, benötigt keine zwölf Jünger, sondern nur genug Backwaren. Dazu ein Engel als Support-Klasse mit Lichtsäule und Finisher, gegen die jede Fatality aus Celebrity Mortal Kombat wie Kindergeburtstag wirkt.
Irgendwo hyperventiliert garantiert schon ein Beauftragter für digitale Ethik, so wie die Putzlappen-Fraktion beim Wolverine mit Blut-Ausschalter. Sony hätte für dieses Sequel gemordet. Die Landeskirche verfasst derweil Arbeitspapiere zur zeitgemässen Verkündigung. Und der Zimmermann aus Nazareth hält die andere Wange nicht mehr hin, sondern schlägt sie dem Teufel aus dem Gesicht – und nennt dies «Frohe Botschaft»!






«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







