Ein amerikanischer Prognostiker mit einem Computer namens Sokrates und einer Gefängnisakte verkündet das Ende der EUdSSR bis 2029 und den grossen Bruch der USA bis 2032. Man könnte lachen, wenn seine Zahlen erfunden wären. Sie sind es nicht: 40 Billionen Dollar Schulden, Zinsen über dem Kriegsbudget, Peking hortet Gold und verkauft Washington, dazu Krieg am Golf, Krieg in der Ukraine, Säbelrasseln vor Taiwan und Korea. Und die Antwort Brüssels auf den drohenden Kollaps ist kein Rückbau, sondern das Gegenteil: Gemeinsame Schulden, gemeinsames Digitalgeld, gemeinsames Wahlrecht der richtigen Leute. Der Zusammenbruch ist nicht der Feind der Neuen Weltordnung. Er ist ihr Generalunternehmer.
Zinsen fressen Panzer
Am 18. August 2026 meldete das US-Schatzamt zum ersten Mal mehr als 40 Billionen Dollar Staatsschulden, rund eine Billion mehr alle fünf Monate. Im abgelaufenen Haushaltsjahr zahlte Washington nach Angaben des Kongress-Wirtschaftsausschusses knapp 971 Milliarden Dollar Nettozinsen, rund 100 Milliarden mehr als für das Militär. Das weltweit grösste Kriegsbudget wird von der eigenen Zinsrechnung überholt. USrael führt Krieg auf Pump gegen den Iran und bezahlt die Gläubiger von gestern mit den Bomben von morgen. Der Prognostiker sagt dazu, Regierungen hätten seit 1945 geliehen, ohne je zurückzahlen zu wollen und sein Rechner sehe den Bruch um 2032. Wer ihm widerspricht, muss erklären, warum ein Staat, der 25 Prozent seiner Ausgaben mit neuem Kredit deckt, ewig so weitermachen kann. Bis heute hat es niemand erklärt.
Peking kauft Gold und verkauft Washington
China hielt Ende 2025 laut US-Schatzamt noch rund 684 Milliarden Dollar in US-Staatsanleihen, ein Jahr zuvor waren es 759, auf dem Höhepunkt 2013 über 1300 Milliarden. Gleichzeitig stockt die chinesische Zentralbank den 21. Monat in Folge ihre Goldreserven auf, auf rekordhohe 76 Millionen Unzen. Gold wirft keine Zinsen ab und kostet Lagermiete. Wer trotzdem kauft, spekuliert nicht, er räumt seine Kasse aus dem Haus eines Gegners, der im Ernstfall einfach nicht mehr zahlt. Genau das ist die Lehre aus dem Rauswurf Russlands aus dem SWIFT-System 2022: Wer das Finanzsystem zur Waffe macht, züchtet sich seine Konkurrenz selbst. Das Petrodollar-System stirbt nicht an Altersschwäche, es wird von seinen Erfindern zu Tode sanktioniert.
EUdSSR: Der Konstruktionsfehler wird zum Geschäftsmodell
Der Prognostiker war 1998 beim Eurostart als Berater dabei und erzählt, er habe Bonn gewarnt: Ohne Zusammenlegung der Staatsschulden bleibe der Euro eine Fassade, ein Händler müsse weiterhin fragen, ob er Deutschland, Frankreich oder Italien kaufe. Man solle die Währung erst durchdrücken, die Schulden kämen später. Sie kamen. Und jetzt der Witz: Was er als Rettung empfiehlt, baut Brüssel längst, nur nicht zur Rettung, sondern als Machtmaschine. Die gemeinschaftlichen EU-Schulden lagen laut ZEW Ende 2024 bei gut 800 Milliarden Euro und wachsen bis 2030 auf rund 1,15 Billionen, davon 150 Milliarden Rüstungskredite mit 45 Jahren Laufzeit und ein 90-Milliarden-Darlehen an Kiew, das erst zurückfliesst, wenn Moskau Reparationen zahlt, also nie. Die Schuldenunion, die kein Volk je gewählt hat, kommt durch die Hintertür des Krieges. Parallel plant die EZB den digitalen Euro für 2029, ausgerechnet das Jahr, in dem der Computer den Zerfall sieht. Zufall oder Bauplan: Erst zerbricht die alte Ordnung, dann steht das programmierbare Geld als Retter bereit. Und wo das Volk falsch wählt, korrigiert man: Rumäniens Verfassungsgericht annullierte im Dezember 2024 eine komplette Präsidentenwahl, Ex-Kommissar Breton verkündete danach im französischen Fernsehen, man habe es in Rumänien getan und werde es in Deutschland tun, wenn nötig. Er meinte das Digitalgesetz, sagt er. Der Satz meint, was er sagt.
Vier Feuer, ein Feuerwehrhaus
Seit dem 28. Februar 2026 führt USrael Krieg gegen den Iran, die Strasse von Hormus ist seit März weitgehend dicht, Waffenstillstand im April, Absichtserklärung im Juni, wieder Beschuss im Juli. Dazu die Ukraine, Korea und Taiwan. Der Prognostiker nennt das keinen Weltkrieg, sondern vier getrennte Feuer, die gemeinsam das System destabilisieren. Für das Kapital ist das schlimmer als ein einziger grosser Krieg, weil es jede Woche neu raten muss, welcher Staat als Nächstes brennt. Für die Drehbuchschreiber ist es ideal, denn vier Notstände liefern vier Begründungen für dieselbe Massnahme.
Der Prophet hat eine Akte
Fairness verlangt, die Kehrseite zu lesen. Der Mann bekannte sich 2006 vor einem New Yorker Bundesgericht der Verschwörung zum Wertpapierbetrug schuldig, nach sieben Jahren Beugehaft folgten fünf Jahre Gefängnis und 80 Millionen Dollar Schadenersatz. Sein Modell hat nie ein begutachtetes Fachblatt gesehen, sein angeblicher Friedensplan für Putin ist nur durch ihn selbst bezeugt. Und wenn er behauptet, die Schweiz konfisziere russische Vermögen, dann stimmt das Wort nicht: Das SECO hat per Juni 2026 rund 8,5 Milliarden Franken gesperrt, nicht enteignet. Nur: Die Zinsrechnung des Schatzamts, die Goldkäufe Pekings und der Schuldenberg der EU stehen in amtlichen Tabellen, nicht in seinem Computer. Man kann den Boten verachten und die Post trotzdem lesen.
Ordo ab Chao, jetzt mit Zeitplan
Genau hier liegt die Pointe: Der Prognostiker ist Optimist. Nach dem Schmerz komme die Reform und ein Neustart alle 300 Jahre sei der Lauf der Dinge. Dass die Leute, die den Neustart schon fertig im Schrank haben, nicht dieselben sind wie die, die den Schmerz tragen, steht nicht in seinem Modell. Man verschuldet einen Kontinent bis zur Halskrause, nennt die Zinslast Verteidigung und die Schuldenunion Solidarität. Man lässt vier Feuer brennen und verkauft den Löschzug als Freiheit. Man annulliert Wahlen, sperrt Konten und programmiert das Geld. Und wenn 2029 der Euro digital ist und die Union am Boden liegt, wird dieselbe Kaste, die den Absturz orchestriert hat, aus den Trümmern steigen und dies «Reform» nennen!










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