Ein Mann, der vor Pandemien warnt wie andere vor Regen – und der zufällig den Schirmladen besitzt. Bill Gates sitzt bei «The View», nennt COVID «awful», erinnert daran, dass es Millionen getötet hat und schiebt nach, die nächste werde «far more severe». Dann lächelt er. Nicht aus Bosheit, sondern weil für ihn eine Pandemie das ist, was für einen Landwirt der Frühling: Saisonbeginn. Das Menschenverachtende an Gates ist nicht, dass er Pandemien voraussagt. Das Menschenverachtende ist die Buchhaltersprache, mit der er über Tote redet, während er die Rendite daneben aufführt.
Die Prognose als Geschäftsmodell
Im Februar 2025 erklärte er auf Nachfrage, «certainly» werde es in den kommenden 25 Jahren eine weitere Pandemie geben, man beobachte «right now» schon einige Erreger. Wenige Wochen zuvor hatte er dem Wall Street Journal 10 bis 15 Prozent Wahrscheinlichkeit in vier Jahren genannt, als wäre die Menschheit ein Wettschein. Die Warnungen sind alt: 2010 rief er in Davos das «Jahrzehnt der Impfstoffe» aus und legte 10 Milliarden Dollar auf den Tisch, 2015 folgte der berühmte TED-Vortrag, 2019 die Pandemie-Übung Event 201 mit seiner Stiftung als Partner, 2022 die Nachfolge-Übung «Catastrophic Contagion» mit ihm persönlich am Tisch. Wer so oft den Brand ankündigt, sollte sich nicht wundern, wenn man fragt, ob er Streichhölzer verkauft.
Die Antwort gab Gates selbst. Anfang 2019 rechnete er bei CNBC vor, seine 10 Milliarden in Impfallianzen hätten eine Rendite von über 20 zu 1 gebracht, 200 Milliarden Dollar «wirtschaftlicher Nutzen». Im Mai 2025 legte seine Stiftung nach: 200 Milliarden Dollar bis 2045, doppeltes Tempo, dann Ladenschluss. Das ist kein Almosen, das ist ein Konzern mit Wohltätigkeitslizenz, wie wir schon beim Philanthropen-Mythos seziert haben.
Das «Nein», das Millionen kostete
Wer wissen will, was Gates von Menschen hält, muss nicht in Verschwörungsforen wühlen. Im April 2021, auf dem Höhepunkt der indischen COVID-Welle, fragte ihn Sky News, ob es helfen würde, die Impfstoff-Rezepturen mit Entwicklungsländern zu teilen. Seine Antwort: «No.» Begründung: Es gebe nur so viele Fabriken und nur dank «unserer Zuschüsse und Expertise» könne ein Impfstoff überhaupt nach Indien wandern. Der Patentmonopolist, dessen Vermögen auf geistigem Eigentum fusst, erklärte sterbenden Menschen, ihre Fabriken seien nicht gut genug. Erst als Washington Tage später einen Patentverzicht befürwortete, ruderte die Stiftung zurück. Prinzipien hat dieser Mann, sie heissen Lizenzgebühren.
Was die Empörten falsch zitieren
Fairness verlangt Präzision. Das viel geteilte TED-Zitat von 2010, Gates wolle die Bevölkerung per Impfung um «10 oder 15 Prozent» senken, bezog sich laut Transkript auf das Wachstum der Weltbevölkerung, nicht auf lebende Menschen und stand in einem Vortrag über CO2. Wer das zur Entvölkerungs-Agenda aufbläst, schenkt Gates den leichtesten Sieg seines Lebens. Ebenso gibt es keinen Beleg, dass irgendjemand einen Erreger «auf dem Terminplan» hat. Die belegte Realität ist unbequemer: Ein Mann hält die Erde für ein Portfolio, Pandemien für Quartalszahlen und Patente für wichtiger als Atemluft. Das ist kein Komplott, das ist Weltanschauung mit Pressestelle, wie sie bei Keulen, kaufen, kassieren schon ihren Preiszettel bekam.
Der Schirmladen öffnet pünktlich
Gates sagt, es sei «Sache der Regierung», vorauszudenken. Das ist der Satz eines Mannes, der die Regierungen längst zu seinen Kunden gemacht hat. Wer die Warnung, die Übung, den Impfstoff und die Rendite aus einer Hand liefert, warnt nicht vor der Zukunft, er bewirtschaftet sie. Die nächste Pandemie kommt bestimmt, sagt er. Das Lächeln dazu verrät, wer dabei nicht zu den Verlierern gehört. Er zählt die Toten und nennt dies «Rendite». Er verweigert Armen die Rezeptur und nennt dies «Sicherheit». Er sagt die Katastrophe voraus, verkauft das Gegenmittel und nennt dies «Philanthropie». Die Frage ist nicht, wann die nächste Pandemie kommt, sondern wer bereits die Rechnung geschrieben hat!








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