Sechs Jahre lang genügten zwei Worte, um jede unbequeme Frage zu erledigen: Verschwörungstheorie, Fall geschlossen. Seit dem 18. August 2026 stehen dieselben zwei Worte in einem amerikanischen Gerichtsprotokoll – diesmal als Schuldbekenntnis. David Morens, über Jahre engster Berater von Anthony Fauci in der US-Seuchenbehörde NIAID, bekannte sich vor dem Bundesgericht in Greenbelt der Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten schuldig. Die erste gerichtsfest dokumentierte Corona-Verschwörung fand also nicht im Keller eines Aluhutträgers statt, sondern im Vorzimmer des berühmtesten Virologen der Welt.
Der 78-Jährige war im April angeklagt worden. Der Vorwurf: Ein Schema, um ab April 2020 eingehende Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz zu Corona-Forschungsgeldern auszuhebeln – Unterlagen versteckt, Mails vernichtet, Dienstliches auf die private Gmail-Adresse verschoben. Das Strafmass: Bis zu fünf Jahre Gefängnis, verkündet wird am 12. November.
Die Gmail-Akademie der Seuchenbehörde
Konstruieren muss das niemand, Morens hat es selbst aufgeschrieben. Er habe von der FOIA-Beauftragten gelernt, wie man E-Mails verschwinden lässt, bevor die Suche überhaupt beginnt, notierte er 2021. An anderer Stelle versprach er, alles zu löschen, was er nicht in der New York Times sehen wolle. Empfänger solcher Lebenshilfe war unter anderem sein bester Freund Peter Daszak, dessen EcoHealth Alliance die Fledermausviren-Forschung am Institut für Virologie in Wuhan mit amerikanischen Steuergeldern fütterte. Daszak wurde dafür im Januar 2025 für fünf Jahre von sämtlichen Bundesgeldern ausgeschlossen. Der Mann, der jede Laborthese öffentlich zur Spinnerei erklärte, gilt der eigenen Regierung inzwischen als Geschäftsrisiko.
Der Chef beruft sich aufs Schweigen
Und Fauci selbst? Der trat am 29. Juli 2026 vor den Senatsausschuss von Rand Paul und berief sich über 100 Mal auf sein Schweigerecht. Sein Anwalt wurde von der Capitol Police aus dem Saal geführt, als er ungefragt das Wort ergriff. Pikant: Joe Biden hatte Fauci Anfang 2025 vorsorglich pardoniert, für Taten, die noch gar niemand benannt hatte. Kurz vor der Anhörung veröffentlichte Paul zudem Faucis privates Pandemie-Tagebuch – dasselbe Dokument, aus dem wir schon wissen, dass der oberste Seuchenberater die Sterblichkeit intern im Bereich einer strengen Grippe verortete, während draussen die Panikmaschine lief.
Die neuen Einträge legen nach: Im Januar 2020 notierte Fauci privat, der Markt sei nicht die Quelle, sondern der Verstärker gewesen und referierte eine Expertenrunde, in der ein nicht natürlicher Ursprung offen im Raum stand – öffentlich galt exakt diese These als erledigt. Nebenbei fütterte Fauci CNN-Moderator Jake Tapper mit Fragen für dessen eigene Sendung – Tapper taucht 41 Mal im Tagebuch auf. Privat und öffentlich – zwei Geschichten, wie es Senator Paul auf den Punkt brachte. Eine Woche nach der Schweige-Show votierte der Ausschuss entlang der Parteilinien dafür, Fauci wegen Missachtung des Kongresses dem Justizministerium zu überstellen. Sein Diensthandy liegt bereits beim Senat – mit verdächtig leergeräumtem Adressbuch.
Wuhan räumt auf, die Kanzlerin reist an
Rückblende. Am 12. September 2019 nahm das Institut für Virologie in Wuhan seine Datenbank mit über 22’000 Virenproben und Sequenzen offline – rund drei Monate bevor die ersten offiziellen Fälle gemeldet wurden. Sie ist bis heute verschwunden und die Institutsleitung lieferte dafür wechselnde Begründungen – von Hackerangriffen bis zur Abschaltung «während der Pandemie», die zum Abschaltzeitpunkt offiziell noch gar nicht existierte. Fünf Tage davor stand ausgerechnet Angela Merkel in Wuhan, hielt eine Rede über Weltoffenheit, eröffnete ein Werk des Zulieferers Webasto – jener Firma, deren Mitarbeiter wenige Monate später die ersten registrierten Corona-Fälle Deutschlands stellten – und liess sich durch das Tongji-Spital führen, das deutsch-chinesische Freundschaftskrankenhaus. Der erste kartierte Fall-Cluster tauchte Monate später genau in dessen Nachbarschaft auf – das Virologie-Institut liegt zehn Kilometer entfernt am anderen Ufer. Alles Zufall, gewiss. Aber es sind auffällig viele Zufälle für eine Geschichte, bei der jede Nachfrage jahrelang als Ketzerei galt.
Ein Test ohne Virus, ein Etikett für alle Zweifel
Womit wir beim deutschen Kapitel wären. Der PCR-Test, der die Pandemie erst messbar und damit regierbar machte, stammt aus dem Team von Christian Drosten: Eingereicht am 21. Januar 2020, angenommen am Folgetag, publiziert am 23. – Rekordtempo für ein Fachblatt und entwickelt, wie die Autoren selbst schreiben, ohne verfügbares Virusmaterial, dafür auf Basis verwandter SARS-Sequenzen. Ein halbes Jahr später musste das Journal einen verschwiegenen Interessenkonflikt nachtragen: Mitautor Olfert Landt verkaufte als Chef von Tib-Molbiol die passenden Testkits. Und im Februar 2020 unterzeichneten Daszak und Drosten gemeinsam jenes Lancet-Schreiben, das jede Herkunftsthese jenseits der Natur pauschal zur Verschwörungstheorie erklärte. Das Etikett war geboren, die Debatte beerdigt. Wer sie trotzdem führt, wie der deutsche Biochemiker Jobst Landgrebe, Mitautor des Bandes «mRNA Vaccine Toxicity», landet im Giftschrank: Landgrebe hält die mRNA-Präparate für inhärent gefährlich, weil sie körpereigene Zellen zur Produktion eines Proteins zwingen, das das Immunsystem anschliessend samt Zelle attackiert – ein Schaden, der sich seiner Analyse nach millionenfach in Todesfällen und chronischen Erkrankungen niederschlägt. Die Zulassungsbehörden bestreiten das. Nur führen ausgerechnet sie die Debatte am liebsten gar nicht.
Wer schwurbelt hier eigentlich?
Der Ehrlichkeit halber: Morens hat die Vernichtung von Akten gestanden, nicht die Erschaffung eines Virus. Fauci wird in diesem Verfahren nichts vorgeworfen. Der Ursprung der Seuche bleibt offiziell ungeklärt – FBI und CIA halten ein Laborleck für wahrscheinlich, andere US-Dienste tippen weiter auf Tierübertragung und Wissenschaftsverbände nennen die Verfahren politische Verfolgung. Geschenkt. Nur beantwortet niemand die simple Frage, warum Menschen, die angeblich nichts zu verbergen haben, Datenbanken abschalten, Mails auf Gmail verschieben und vor laufenden Kameras hundertfach schweigen. Wer Beweise vernichtet, führt keinen Diskurs, er führt einen Rückzug. Die Behörde, die dir sechs Jahre lang den Schwurbler-Stempel aufdrückte, löschte derweil ihre eigenen Akten. Der Prediger der Wissenschaft verschanzt sich hinter dem Schweigerecht. Und die erste amtlich beglaubigte Corona-Verschwörung trägt den Briefkopf von Faucis eigener Behörde – man nennt dies «Vertrauen in die Wissenschaft»!










«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







