Über die Strasse von Hormus, kollabierte Lieferketten, globale Hungersnot – und die verblüffende Regelmässigkeit, mit der Krisen genau das ermöglichen, was in ruhigen Zeiten niemand durchgesetzt hätte.

Hormus, Wirtschaftskollaps & das bekannte Drehbuch

Naomi Klein hat es Schockstrategie genannt. Das Prinzip ist simpel, fast schon elegant in seiner Brutalität: Eine Krise – ob natürlich entstanden oder gnadenlos genutzt – erzeugt Angst. Angst erzeugt Bereitschaft. Und Bereitschaft ist der Rohstoff, aus dem Staaten in atemberaubender Geschwindigkeit Massnahmen schneiden, die in ruhigen Zeiten auf massiven Widerstand gestossen wären.
Covid hat das vorgeführt. Jetzt kommt die Wiederholung – dieses Mal ohne Virus, aber mit demselben Drehbuch. Catherine Austin Fitts, Finanzexpertin und ehemalige Staatssekretärin im US-Wohnungsbauministerium, bringt es auf drei Worte: Das ist Covid 2.0.

Die Strasse, die alles blockiert
Die Strasse von Hormus. Zwanzig Prozent des weltweiten Ölhandels. Dreissig Prozent des globalen Flüssiggastransports. Die engste geopolitische Flasche der Weltwirtschaft – und sie ist de facto für den Westen zu. Nicht durch eine militärische Blockade im klassischen Sinne – obwohl auch die BRICS Staaten hier mitmischen und per Yuan die Strasse problemlos passiert werden kann. Sondern durch etwas Subtileres, Effektiveres, Juristisch-Saubereres: Die Versicherer haben die Risikoprämien für Tanker durch die Strasse explodieren lassen. Lloyd’s of London — jene ehrwürdige Institution in der City of London, die seit Jahrhunderten das Rückgrat des globalen Seehandels bildet – hat die Konditionen so gestaltet, dass Durchfahrt für westliche Akteure schlicht unwirtschaftlich geworden ist.
Fitts Analyse ist dabei von bestechender Präzision: Die Blockade begann nicht in Teheran. Sie begann in London. Mit Versicherungsverträgen. Mit Risikomodellen. Mit Zahlen auf Papier, die effektiver wirken als jede Seemine. Wer Yuan bezahlt, fährt durch. Wer Dollar mitbringt und zum falschen Bündnis gehört, rechnet neu.

Die Ernährungskrise, die niemand kommen sehen wollte
Öl und Gas sind das Offensichtliche. Aber Fitts lenkt den Blick auf etwas, das in den Lageberichten westlicher Regierungen auffällig fehlt: Dünger. Düngerproduktion ist energieintensiv. Erdgas ist der Hauptrohstoff für Stickstoffdünger. Wenn die Gaslieferungen einbrechen, bricht die Düngerproduktion ein. Und wenn die Düngerproduktion einbricht – ausgerechnet jetzt, im Frühling, in der Pflanzsaison – dann ist nicht nur die Ernte dieses Jahres in Gefahr.
Dann ist die Ernährungssicherheit des gesamten Westens für mindestens ein Jahr kompromittiert. Fitts nennt das beim Namen: Das grösste Problem hier ist Hungersnot. Kein Drama. Keine Hysterie. Eine nüchterne Analyse der Lieferkette, die von Hormus über die Gasnetzwerke bis zur Maisernte in Brandenburg führt und die ein Bild zeichnet, das kein Politiker öffentlich ausspricht – weil es zu klar wäre, zu direkt, zu wenig zu managen mit Beruhigungsformeln und Verordnungen.

Das Drehbuch, das bekannt sein sollte
Hier ist das eigentliche Argument, das nicht wegzudiskutieren ist. Wirtschaftlicher Einbruch erzeugt Armut. Armut erzeugt Angst. Angst erzeugt Instabilität. Und genau in diesem Zustand – erschöpft, verängstigt, desorientiert – akzeptieren Bevölkerungen Massnahmen, gegen die sie in stabilen Zeiten auf die Strasse gegangen wären. Mehr Kontrolle. Mehr Überwachung. Mehr staatliche Eingriffe in Wirtschaft, Bewegungsfreiheit, Kommunikation. Verpackt in Begriffe wie Sicherheit, Nachhaltigkeit, Verantwortung – jene Weichspülwörter, bei denen der kritische Reflex der meisten Menschen abschaltet, weil sie so beruhigend klingen.
Covid hat gezeigt, wie schnell das geht. Innerhalb von Wochen wurden Grundrechte suspendiert, Bewegungsfreiheit eingeschränkt, Impfpflichten eingeführt und digitale Zertifikate als neue Zugangsvoraussetzung zum öffentlichen Leben etabliert – in Demokratien, die sich für unantastbar gehalten hatten. Jetzt kommt der nächste Schock. Diesmal ökonomisch. Mit Lebensmittelpreisen, die steigen. Mit Energiekosten, die explodieren. Mit einer Mittelschicht, die innerhalb von Monaten ihre wirtschaftliche Sicherheit verliert und die in diesem Zustand für Versprechen von Stabilität erheblich empfänglicher ist als in Wohlstandszeiten.

Agenda 2030 und die verblüffende Pünktlichkeit der Krisen
Fitts formuliert ihr Fazit ohne Umschweife: Die Situation könne bewusst genutzt werden, um die Weltwirtschaft herunterzufahren. Ihr Vorteil liege darin, Kontrollsysteme und Entvölkerung gleichzeitig umzusetzen. Das ist ein schwerer Satz. Und er verdient keine reflexartige Ablehnung – sondern die Frage, ob er sich mit dem deckt, was beobachtbar ist.
Die Agenda 2030 existiert. Die digitalen Kontrollinfrastrukturen werden ausgebaut – e-ID, CBDC, biometrische Erfassung, Sozialkredit-Pilotprojekte im Westen. Der Rahmen steht. Was fehlt, ist der Moment, in dem die Bevölkerung ihn akzeptiert. Krisen sind dieser Moment. Immer. Historisch belegbar. Theoretisch fundiert. Praktisch wiederholt.
Wer das misstrauisch macht, ist nicht irrational. Wer bei der Gleichzeitigkeit von Hormus-Blockade, Düngerknappheit, explodierenden Lebensmittelpreisen und ausgebauten Kontrollsystemen keine Fragen stellt – der schläft.

Was kommt
Öl und Gas werden teurer. Dünger wird knapper. Lebensmittel werden unerschwinglich. Und irgendwo in den Kulissen warten Lösungen, die schon fertig sind – digitale Rationierungssysteme, staatliche Nahrungsmittelverteilung, zentralisierte Energieverwaltung. Alles natürlich nur vorübergehend. Alles natürlich nur zum Schutz. Das Drehbuch kennen wir. Wir haben es 2020 gelesen. Wir haben es abgenickt. Die Frage ist nicht, ob es wieder kommt. Die Frage ist, ob wir diesmal hinschauen…

Hormus, Wirtschaftskollaps & das bekannte Drehbuch
Hormus, Wirtschaftskollaps & das bekannte Drehbuch

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