Wie man eine Weltregierung verkauft: Rebellion mit IMF-Erlaubnisschein

Es war einmal eine böse Weltregierung. Sie hiess unipolar, trug ein amerikanisches Sternenbanner und liess sich vom halben Planeten herzlich verachten. Bis jemand auf die geniale Idee kam, denselben Kerker einfach umzudekorieren: Nicht mehr ein Wärter, sondern fünf. Nicht mehr Hegemonie, sondern „Multipolarität». Willkommen in der Welt, in der die Befreiung vom Westen aus exakt denselben Gremien serviert wird, gegen die man angeblich rebelliert.

Die These ist so unbequem, dass sie kein Mensch hören will: Der «neue», multipolare Weltordnungs-Frühling sei kein Gegenentwurf zur Globalsteuerung, sondern ihre charmantere Verpackung. Ein trojanisches Pferd für all jene, die das amerikanische Imperium satt hatten und nun jubelnd ein Geschenk ins Tor ziehen, das innen mit denselben Institutionen ausgekleidet ist. Regionalblöcke als Bausteine, nicht als Bollwerke. Die Frage ist nicht, ob das stimmt. Die Frage ist, warum die Belege so unangenehm gut passen.

Wie man eine Weltregierung verkauft: Rebellion mit IMF-Erlaubnisschein

Wenn der Feind dieselbe Liturgie betet
Man stelle sich zwei verfeindete Lager vor, die sich täglich im Fernsehen anbrüllen und nachts heimlich aus demselben Gesangbuch singen. Putin warnte 2017 am BRICS-Gipfel in Xiamen ausdrücklich davor, Politik mit der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele zu vermengen und betonte, Russland arbeite hart an der Agenda 2030. Dieselbe Agenda 2030, dasselbe «Law-based International Order», dieselben Sustainable Development Goals, die der angebliche Erzgegner im Westen predigt. Die Pointe der Geschichte schrieb dann ausgerechnet Washington: Im April 2025 lehnte die US-Mission bei der UNO die Agenda 2030 öffentlich ab und kündigte an, sie nicht länger zu bekräftigen. Der «Unipol» steigt aus dem Programm aus, der «Gegenpol» bleibt drin. Wer hier noch an ein echtes Ringen zweier Systeme glaubt, glaubt vermutlich auch, dass Wrestling improvisiert ist.

Die Bank, die gegen die Banken kämpft – mit deren Erlaubnis
Das schönste Märchen der Multipolaren lautet: Die BRICS-Staaten bauen ein alternatives Finanzsystem, befreit von Weltbank und IMF. Klingt wunderbar nach Aufstand. Bis man nachliest. Die New Development Bank wurde vom Council on Foreign Relations selbst als blosses Spiegelbild von Weltbank und IMF beschrieben – als «Nachahmung», nicht als Sturz. Und das angebliche Notfall-Instrument der BRICS, die Contingent Reserve Arrangement, ist so trotzig konstruiert, dass der Zugriff auf 70 Prozent der Mittel ein bestehendes IMF-Arrangement voraussetzt. Die Rebellen benötigen die schriftliche Genehmigung der Tyrannei, bevor sie ihr eigenes Geld antasten dürfen. Man muss das langsam lesen, damit die Absurdität sacken kann.

Und der berühmte chinesische SWIFT-Killer? Das Cross-Border Interbank Payment System CIPS, von dem es heisst, es entdollarisiere den Globus? Rund 80 Prozent seiner Transaktionen laufen weiterhin über SWIFT, dieselbe westliche Messaging-Infrastruktur, die es ersetzen soll. Im Frühling 2025 unterzeichneten SWIFT und CIPS sogar ein Memorandum zur Zusammenarbeit. Kein Duell, eine Kooperation. Der Drache und der Adler teilen sich die Leitung und schimpfen vor laufender Kamera übereinander, damit das Publikum etwas zu klatschen hat.

Wie man eine Weltregierung verkauft: Rebellion mit IMF-Erlaubnisschein

Die Erfindung der Region als Käfig
Wer das Muster verstehen will, schaut auf das Original: Die EU als erstes grosses Labor regionaler Verwaltung, Modell für den Rest der Welt. Die russisch geführte Eurasische Wirtschaftsunion ist bis hinunter zur eigenen Kommission und zum eigenen Rat exakt nach Brüsseler Bauplan geklont – ein erstaunlicher Akt der Unabhängigkeit, die Möbel des Gegners nachzubauen. Lateinamerika, Zentralamerika, der Nahe Osten: Überall werden dieselben Blöcke diskutiert. Souveräne Nationen werden nicht abgeschafft, sie werden zu verwalteten Verwaltungseinheiten heruntergedimmt, in denen Energie, Nahrung und Bewegung von einer technokratischen «Aktionsgruppe» zum «Gemeinwohl» zugeteilt werden. Ob das Ganze unipolar oder multipolar firmiert, ist dem Zuteilungsalgorithmus herzlich egal – das hat dieser Blog beim Eigentum 2.0 bereits seziert, wo aus Besitz ein widerrufbarer Token wird.

Hundertdreissig Jahre Drehbuch
Das Beste kommt zum Schluss, und es ist kein Geheimnis, sondern dokumentierte Universitätsgeschichte. Der Georgetown-Historiker Carroll Quigley beschrieb in „Tragedy and Hope» eine 1891 in London gegründete Geheimgesellschaft um Cecil Rhodes und William T. Stead, aus deren Round-Table-Netzwerk später der Council on Foreign Relations und Chatham House hervorgingen – jene Häuser, die laut Quigley die globalen Institutionen von UNO bis IMF mit aufbauten. Kein Tweet eines anonymen Spinners, sondern das Lebenswerk eines Mannes, der Bill Clintons Mentor war und Akten der CFR einsehen durfte. Wer also den Verlauf der «internationalen Ordnung» für spontanes Weltgeschehen hält, hat die Hausaufgaben nicht gemacht. Die digitale Vollendung dieses Apparats – Zentralbank-Digitalwährungen, programmierbares Geld, lückenlose Steuerbarkeit – haben wir an anderer Stelle ausbuchstabiert. Ost und West marschieren auch hier im Gleichschritt Richtung CBDC, jeder mit seiner eigenen Fahne, beide in dieselbe Kaserne.

Putin und Xi stürzen diese Ordnung nicht. Sie kämpfen um einen Stuhl am Tisch und nennen das Widerstand! Die Multipolarität ist kein Ausgang aus dem Käfig, sondern ein zweiter Schlüssel für dieselbe Tür, ausgehändigt an alle, die dem ersten Schliesser misstrauten! Und das eigentliche Meisterstück ist nicht die Kontrolle selbst, sondern die Inszenierung des Befreiungskrieges gegen sie – ein Theater, in dem die Gefangenen ihre neuen Wärter bejubeln und es Souveränität taufen!

Wie man eine Weltregierung verkauft: Rebellion mit IMF-Erlaubnisschein

Polio: Der Impfstoff war nie das Gegenteil der Biowaffe

Die Geschichte vom Polio-Impfstoff wird erzählt wie eine Heiligenlegende: Tapfere Forscher, sterbende Kinder in der Eisernen Lunge, am Ende der Triumph der Wissenschaft über das Grauen. Was in keiner dieser Erzählungen vorkommt: Dieselben Männer, die als Erlöser der Kinderlähmung verehrt werden, sassen zur selben Zeit in den Gründungsgremien des amerikanischen Biowaffenprogramms – bezahlt mit demselben Militärgeld, an denselben Instituten, Tür an Tür mit importierten Nazi-Bakteriologen.

Das klingt nach dem Drehbuch eines schlechten Thrillers. Es ist die nüchterne Aktenlage.

Polio: Der Impfstoff war nie das Gegenteil der Biowaffe

Schwert und Schild kommen aus derselben Werkstatt
Wer eine biologische Waffe einsetzen will, benötigt zuerst den Impfstoff dagegen, sonst krepieren die eigenen Soldaten am eigenen Erreger. Das ist kein Geheimwissen, das ist das Einmaleins der Seuchenkriegsführung: Der Krankheitserreger ist das Schwert, der Impfstoff ist der Schild. Wer das eine erforscht, erforscht zwangsläufig das andere. Der Impfstoff ist also nicht der harmlose zivile Gegenpol zur Biowaffe, er ist deren Herzstück.

Genau dieses Prinzip giessen die USA 1941 in einen Apparat. Kriegsminister Henry Stimson lässt die National Academy of Sciences prüfen, was an biologischer Kriegsführung machbar ist, ein geheimes Gremium aus neun Wissenschaftlern empfiehlt den Aufbau eines Programms. Roosevelt richtet daraufhin den War Research Service ein, dessen offiziell verkündeter Zweck die Förderung von «öffentlicher Sicherheit und Gesundheit» ist. In Wirklichkeit koordiniert die Behörde den Bau von Massenvernichtungswaffen, das Zentrum entsteht in Fort Detrick, Maryland. Volksgesundheit als Tarnkappe für die Giftküche, das Modell war von Anfang an eingebaut.

Ein Geisterforscher und eine Million Dollar
Wie tief diese Doppelmoral reicht, zeigt der Senatsbericht von 1977. Ein Unterausschuss unter Edward Kennedy förderte zutage, dass 88 Universitäten zwischen 1942 und 1971 über 300 Verträge zur biologischen Kriegsforschung abgewickelt hatten. Hunderte Aufträge, geflossen an die feinsten Adressen der amerikanischen Wissenschaft, getarnt als seriöse Forschung. Die Institute selbst fanden später angeblich keine Unterlagen mehr dazu. Wie praktisch.

Polio: Der Impfstoff war nie das Gegenteil der Biowaffe

Einer dieser Vertragsnehmer war ein Mikrobiologe an der Michigan State University, der Militärgeld aus Fort Detrick kassierte, umgerechnet heute rund eine Million Dollar. Er forschte an Erregern mit Biowaffen-Potenzial und suchte dazu – natürlich – den passenden Impfstoff. Sein wissenschaftlicher Fussabdruck im öffentlichen Raum ist erstaunlich dünn, eine Handvoll Publikationen, kaum Spuren, was bei klassifizierter Arbeit das Naheliegendste der Welt ist: Wer fürs Militär forscht, publiziert nicht. Seine Vorgesetzten räumten genau das auch ein, als sie seine Beförderung mit der Begründung empfahlen, wegen der Detrick-Finanzierung habe er eben wenig veröffentlichen können. Geheimhaltung als Karrierebonus.

Der Vater der Virologie trug Admiralsrang
Der prominenteste Fall trägt einen klingenden Namen. Thomas Milton Rivers gilt bis heute als «Vater der modernen Virologie», Direktor am Rockefeller Institute, Vorsitzender der Forschungskommission der National Foundation for Infantile Paralysis (March of Dimes), jener Stiftung, die Jonas Salks Polio-Impfung überhaupt erst durchfinanzierte und deren klinische Studien er persönlich beaufsichtigte. Heiliger der Impfgeschichte, aufgenommen in die Polio Hall of Fame.

Im selben Lebenslauf steht etwas, das in keiner Lobeshymne auftaucht. Während des Zweiten Weltkriegs leitete Rivers eine Marineforschungseinheit im Pazifik und stieg zum Konteradmiral auf. Der gefeierte zivile Impfstoff-Pionier war gleichzeitig hochdekorierter Offizier eines Apparats, dessen Geschäft die biologische Kriegsführung war. Mediziner und Massenvernichter im selben Mann. Niemand fand das je erwähnenswert.

Polio: Der Impfstoff war nie das Gegenteil der Biowaffe

Frisch eingeflogen aus dem Dritten Reich
Wer sich fragt, mit welchem moralischen Personal dieser Apparat bestückt war, findet die Antwort in der Operation Paperclip. Die USA holten reihenweise deutsche Wissenschaftler ins Land, deren NS-Akten man kurzerhand säuberte, SS-Rang und Beteiligung an Menschenversuchen wurden aus den Personalpapieren entfernt, obwohl Truman ausdrücklich verfügt hatte, keine Nazis ins Land zu lassen. Darunter Kurt Blome, der zugegeben hatte, an gesunden Häftlingen experimentiert zu haben. Und der Virologe Erich Traub, der 1949 nach Fort Detrick eingeladen wurde und auf Plum Island mit mehr als 40 tödlichen Erregern hantierte. Dieselben Hände, dieselben Labore, dieselben Geldgeber, die uns angeblich den Segen der Volksgesundheit brachten.

Wo die Legende endet und die Spekulation beginnt
Hier ist der Punkt, an dem ehrlicherweise eine Grenze gezogen gehört. Dass die Polio-Impfung selbst eine getarnte Biowaffe gewesen sei, dass Rivers heimlich Erreger über pazifische Schlachtfelder versprühte oder der Michigan-Forscher insgeheim Kinderlähmung als Waffe züchtete, dafür gibt es keinen Beleg. Das amerikanische Biowaffengremium stufte Polio sogar selbst als kriegsuntauglich ein, weil sich damit kaum eine Bevölkerung lahmlegen liesse. Wer diese Eskalationsstufe als Tatsache verkauft, baut sich seine eigene Legende, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

Die belegbare Wahrheit ist unbequemer und härter zugleich: Es braucht gar keine geheime Polio-Biowaffe, der dokumentierte Befund reicht vollkommen. Die zivile Impfstoffentwicklung und die militärische Seuchenforschung liefen nicht getrennt nebeneinander, sie liefen durch dieselben Köpfe, dieselben Institute, dasselbe Geld. Menschen, die es gewohnt waren, im Geheimen zu arbeiten, ohne Aufsicht, mit der Risiko-Nutzen-Logik des Schlachtfelds, an dem ein Drittel Verluste als akzeptabler Preis gilt, entwickelten zugleich die Präparate für die universelle Massenimpfung der Zivilbevölkerung. Die Frage ist nicht, ob sie böse waren. Die Frage ist, ob man Männern mit dieser ethischen Eichung blind glauben sollte, wenn sie «sicher und wirksam» sagen.

Und genau diese Frage zieht eine gerade Linie von der Kinderlähmung der 1950er bis in die Gegenwart. Denn was als Ausnahme galt, ist heute das Geschäftsmodell: Die mRNA-Präparate gegen Corona wurden in den USA nicht als Arzneimittel zugelassen, sondern als Biowaffen-Gegenmassnahme unter Notfallzulassung, ein Status, der jede reguläre Sicherheitsprüfung umgeht. Wer schon damals den Begriff «Impfung» für ein gentechnisches Produkt hinterfragte, wurde als Verschwörungstheoretiker abgestempelt. Die Akten sagen etwas anderes.

Die Heiligen der Polio-Geschichte trugen Admiralsuniform und niemand fand das je der Rede wert. Sie nannten es Volksgesundheit und meinten den Schild zum Schwert. Und sie verkauften der ganzen Welt das Schlachtfeld-Kalkül als Segen der Wissenschaft – und nennen dies bis heute «den grössten Triumph der Medizin»!

Polio: Der Impfstoff war nie das Gegenteil der Biowaffe

Rückkehr zur inneren Klarheit

Ich schreibe diese Zeilen nicht vom Gipfel eines Berges, auf dem ich erleuchtet stehe. Ich schreibe aus der Erinnerung an jene Nächte, in denen ich genau wusste, was wahr war – und mich dennoch dagegen entschied. Nicht aus Dunkelheit. Sondern aus Furcht. Furcht, aus der Reihe zu treten. Furcht, Sicherheiten zu verlieren. Furcht, im eigenen Kreis plötzlich fremd zu wirken.

Jedes Mal, wenn ich meine Intuition überging, war es, als würde ein inneres Licht gedimmt. Kaum sichtbar. Aber spürbar. Die Seele zieht sich nicht mit einem Knall zurück. Sie flüstert leiser. Und wenn man lange genug weghört, wird aus einem Flüstern ein fernes Echo.

Integrität ist kein Heiligenschein. Sie ist ein Ritual. Ein tägliches Sich-Erinnern. Ein stiller Schwur im Inneren Tempel: Ich verrate mich nicht selbst. Nicht aus Bequemlichkeit. Nicht aus Anpassung. Nicht aus Angst. Denn jedes Mal, wenn wir gegen unsere eigene Wahrheit handeln, öffnen wir ein Tor – und nicht alles, was durch dieses Tor tritt, dient uns.

Die Welt wirkt oft wie ein Labyrinth aus Stimmen, Meinungen, Erwartungen. Doch unter all dem Rauschen existiert eine klare Frequenz. Deine. Sie ist nicht laut. Sie wirbt nicht. Sie droht nicht. Sie wartet. Und sie kennt den Weg durch dein persönliches Mysterium.

Veränderung beginnt nicht mit einem äusseren Umbruch. Sie beginnt in dem Moment, in dem du deiner inneren Stimme wieder Raum gibst. Nicht morgen, wenn die Sterne günstiger stehen. Nicht wenn Sicherheit garantiert ist.

Jetzt.

Denn die Intuition macht dich nicht grösser im Aussen. Sie macht dich klarer im Inneren.

Rückkehr zur inneren Klarheit

Der SpaceX-Börsengang ist keine Chance, sondern eine Umverteilung

Am 12. Juni 2026 betritt der reichste Mann der Welt mit seinem nächsten Konzern die Börse, und die ehrwürdige Finanzpresse nennt das «den grössten Börsengang der Geschichte». Korrekter wäre: Die bislang dreisteste Selbstbedienungsorgie eines geschlossenen Zirkels, der die Spielregeln 43 Tage vorher umgeschrieben hat und sich nun wundert, dass alle gewinnen, ausser denen, die zahlen.

Der SpaceX-Börsengang ist keine Chance, sondern eine Umverteilung

SpaceX geht unter dem Kürzel SPCX an die Nasdaq, und die Eckdaten sind so absurd, dass selbst die Schlagzeilen einen Moment innehalten. Eine Unternehmensbewertung von rund 1,77 Billionen Dollar, ein Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar – das Dreifache dessen, was Saudi Aramco 2019 als bisheriger Rekordhalter aufrief. Das Analysehaus Morningstar hält die Aktie für gut die Hälfte überbewertet und beziffert den fairen Wert auf rund 780 Milliarden. Der Konzern schrieb im ersten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 4,28 Milliarden Dollar. Man kauft also einen Verlustbringer zum Hundertfachen seines Umsatzes und nennt das eine Jahrhundertchance.

Der Zauberer hält selbst die Karten
Elon Musk besitzt rund 42 Prozent der Anteile, kontrolliert über eine Aktienstruktur mit überproportionalen Stimmrechten aber mehr als 80 Prozent der Stimmrechte und steuert den Konzern damit im Alleingang. Wer hier kauft, beteiligt sich mit seinem Geld an einem Unternehmen, ohne den geringsten Einfluss auf dessen Geschick nehmen zu können. Drei der vier grössten öffentlichen Pensionspläne der USA – darunter der Pensionsfonds des Staates New York und die kalifornische CalPERS – haben Musk in einem gemeinsamen Brief die «neuartige und extreme Governance-Struktur» um die Ohren gehauen: Die aktionärsfeindlichste, die jemals in dieser Grössenordnung an einen US-Kapitalmarkt gebracht wurde. Antwort von Musk? Keine. Auch das ist eine Antwort.

Der SpaceX-Börsengang ist keine Chance, sondern eine Umverteilung

Wer bewertet, wem das Geld gehört
Hier wird es lehrreich. Die Bewertung übernimmt ein Konsortium führender Investmentbanken, angeführt von Morgan Stanley, Goldman Sachs, JP Morgan Chase, Bank of America und Citigroup. Bei allen fünf zählen Vanguard und BlackRock zu den grössten Aktionären. Übersetzt: Die Eigentümer der Banken, die SpaceX bewerten und die Preisspanne festlegen, haben selbst ein immenses Interesse an einer möglichst hohen Einschätzung. Wer hier von einem Interessenkonflikt spricht, hat schlicht nicht mitbekommen, dass dieser Begriff im globalen Finanzgefüge längst ausgestorben ist.

Und damit die ermittelte Nachfrage im Bookbuilding nicht versehentlich der Realität entspricht, hat ein Konzern bereits vorgesorgt. BlackRock orderte vor dem Handelsstart Aktien für mindestens fünf Milliarden Dollar – eine der grössten Einzelorders der IPO-Geschichte. Derselbe Vermögensverwalter, der in den bewertenden Banken steckt, kauft also auch gleich selbst mit ein. Der Kreis schliesst sich so geräuschlos, dass man fast vergisst, dass er sich überhaupt geschlossen hat.

Die umgeschriebene Regel
Der eigentliche Geniestreich liegt aber im Kleingedruckten. Die Nasdaq, zu deren Hauptaktionären – Überraschung – ebenfalls Vanguard, State Street und BlackRock gehören, änderte zum 1. Mai 2026 ihre Aufnahmeregel für den Nasdaq-100. Bisher mussten Börsenneulinge eine «Seasoning»-Periode von mehreren Monaten abwarten, bevor sie in den Leitindex rutschten. Künftig genügen 15 Handelstage, dazu fiel die Mindest-Streubesitz-Anforderung. Das Timing nennen Beobachter höflich «umstritten». Man könnte auch sagen: Man baut die Ampel um, kurz bevor der eigene Wagen die Kreuzung erreicht.

Der SpaceX-Börsengang ist keine Chance, sondern eine Umverteilung

Warum das zählt? Weil Nasdaq-100-Indexfonds und Pensionsfonds die Aktie nach der Aufnahme kaufen müssen, ganz gleich, was sie kostet. Goldman Sachs schätzt das erzwungene Kaufvolumen allein im Nasdaq-100 auf bis zu 60 Milliarden Dollar. Der grösste dieser Indexfonds heisst iShares, und hinter iShares steht niemand anderes als BlackRock. Der New Yorker Comptroller Mark Levine bringt die Mechanik in seinem Schreiben an die Indexanbieter auf den Punkt: Ausgerechnet die Firmen mit dem geringsten Streubesitz und der schwächsten Aktionärsmacht erhalten den schnellsten Index-Zugang und die nachsichtigste Behandlung.

Wessen Geld da fliesst
Und nun der Teil, bei dem das Lachen im Hals stecken bleibt. Bei den Geldern der Pensionsfonds handelt es sich um die Renten- und Altersvorsorgebeiträge arbeitender Amerikaner. Genau diese Altersruhegelder werden in Kürze zwangsweise eingesetzt, um den Börsenwert eines weiteren Konzerns des reichsten Mannes der Welt nach oben zu treiben. Es ist nicht nur Vetternwirtschaft mit Ansage, es ist eine weitere gigantische Umverteilung von unten nach oben – dieses Mal verpackt als Indexregel und damit so unsichtbar, dass das Opfer den Diebstahl im Quartalsbericht für Performance hält. Dass dieselben drei Vermögensverwalter, die längst an jedem Hebel der Finanzarchitektur sitzen, hier wieder im Zentrum stehen, ist kein Zufall, sondern System.

Das Schönste daran ist die Inszenierung als Volksfest. Bis zu 30 Prozent der Aktien gehen an Privatanleger, die grösste Retail-Tranche, die ein Konzern dieser Klasse je bereitgestellt hat, gefeiert als historische Demokratisierung. In Wahrheit ist es die elegante Methode, dem Hype-getriebenen Kleinanleger die Papiere zum Höchstpreis anzudrehen, während frühe Investoren mangels Sperrfrist sofort Kasse machen können. Du darfst dieses Mal ganz vorne mitspielen – als Endabnehmer einer Ware, deren Preis dieselben Leute festgelegt haben, die sie dir verkaufen.

Ein Markt, in dem Bewerter, Käufer und Indexbetreiber demselben halben Dutzend Eigentümer gehören, ist kein Markt, sondern eine Bühne. Eine Regel, die 43 Tage vor dem Profiteur umgeschrieben wird, ist kein Versehen, sondern ein Drehbuch. Und ein System, das die Rente der Krankenschwester in die Bilanz des Milliardärs umleitet und das «Teilhabe» nennt, hat den Begriff Betrug nicht abgeschafft – es hat ihn nur an die Börse gebracht!

Der SpaceX-Börsengang ist keine Chance, sondern eine Umverteilung
Der SpaceX-Börsengang ist keine Chance, sondern eine Umverteilung

70 Millionen für die Leinwand: Wie die Bundeswehr das Kino erobert

Popcorn, Cola, Tarnfleck: Wer in Deutschland ins Kino geht, um der Dauerkrise wenigstens zwei Stunden zu entkommen, bekommt sie neuerdings in Hochglanz vor den Hauptfilm geschnallt. Die Bundeswehr wirbt auf der grossen Leinwand – für den «Tag der Bundeswehr» am 6. Juni, für die Uniform als Lifestyle, für das Soldatentum als Abenteuerspielplatz mit Pensionsanspruch. Und die Kinobetreiber, die jeden einzelnen Spot absegnen, bevor er läuft, drücken brav auf «Play». Das Land soll kriegstüchtig werden und alle machen mit: Schulen, Hochschulen, Jobmessen, Stadtfeste – und jetzt auch noch der letzte abgedunkelte Raum, in dem man dem Irrsinn für 120 Minuten entkommen konnte.

70 Millionen für die Leinwand: Wie die Bundeswehr das Kino erobert

Rekrutierung mit Saalbestuhlung
Wie das in der Praxis aussieht, lässt sich besichtigen: Auf X (früher Twitter) dokumentierte eine Kinobesucherin den ihr ungefragt vorgesetzten Bundeswehr-Spot und der dazugehörige Trailer zum «Tag der Bundeswehr» steht auf YouTube bereit. Adrette Soldaten in Zeitlupe, dramatische Streicher, Drohnenflüge über Panzerkolonnen – der Deutschlandfunk beschrieb die Masche schon vor Jahren präzise: Die Truppe wirbt mit Blockbuster-Videos um Nachwuchs. Was in diesen Clips konsequent fehlt, sind die Berufsrisiken, die in keiner Stellenanzeige stehen: abgerissene Gliedmassen, posttraumatische Belastungsstörungen, Zinksärge. Verständlich, mit ehrlicher Werbung liesse sich kein einziger 18-Jähriger anlocken.

Wir sind da: Trailer zum Tag der Bundeswehr 2026 | Bundeswehr
Wir sind da: Trailer zum Tag der Bundeswehr 2026 | Bundeswehr

Der entscheidende Punkt liegt aber woanders. Kein Kino muss diese Spots zeigen. Die strategische Verantwortung für die Kampagnen liegt beim Verteidigungsministerium, die finale Freigabe im Saal liegt bei den Ketten und Betreibern selbst. Sie besitzen ein Vetorecht über jede Sekunde Werbung, die über ihre Leinwände flimmert. Dieselbe Branche, die bei jedem politisch heiklen Filmstart Haltung demonstriert und Befindlichkeiten auf drei Nachkommastellen auspendelt, winkt Rekrutierungsclips durch wie Eiskonfekt-Reklame. Beim beworbenen Event selbst lief die Maschine dann wie geschmiert: Am 6. Juni öffneten zehn Standorte ihre Tore, rund 340’000 Besucher liessen sich Panzer zum Anfassen, Fallschirmsprung-Shows und Mitmachaktionen für Kinder vorführen – Hüpfburg neben Haubitze, Kinderschminken neben Kriegsgerät, das Ganze als Familienausflug verpackt.

Mehr als 70 Millionen für die Angel
Dass die Leinwände voller Flecktarn hängen, ist kein Zufall, sondern Budgetpolitik. Die Ausgaben der Bundeswehr für Nachwuchswerbung sind von rund 35 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 70,5 Millionen Euro im Haushaltsentwurf 2026 geklettert – eine glatte Verdopplung seit Kriegsbeginn in der Ukraine.

70 Millionen für die Leinwand: Wie die Bundeswehr das Kino erobert

Zum Vergleich: Der gesamte Wehretat 2025 erreichte mit über 86 Milliarden Euro inklusive Sondervermögen einen historischen Höchststand, während bei Bildung, Sozialem und Jugend der Rotstift regiert. Eine Armee, die angeblich nur verteidigen will, leistet sich ein Werbebudget, von dem jeder Mittelständler nur träumen kann – und kauft damit exakt jene Aufmerksamkeitsräume, in denen junge Menschen am wenigsten mit Politik rechnen: Kinosäle, Streaming-Umfelder, Festivals, Bushaltestellen vor Schulen. Sogar im Bundestag fiel der Linksfraktion auf, dass hier mit jeder neuen Kampagne der Kriegsberuf normalisiert wird, während gleichzeitig bei der Jugend gekürzt wird, die man später in Uniform stecken will. Das Geld folgt der Doktrin und die Doktrin heisst Durchdringung des Alltags.

Die Maschine hinter dem Spot
Der Werbespot ist dabei nur die freundliche Fassade eines Apparats, der längst ganz andere Hebel umgelegt hat. Seit der Verteidigungsminister die Republik auf Kriegstüchtigkeit eingeschworen hat, arbeitet die Politik das Programm im Akkord ab: Im Dezember 2025 beschloss der Bundestag das neue Wehrdienstgesetz. Ab 2026 erhalten alle jungen Männer und Frauen ab Jahrgang 2008 einen Fragebogen, für Männer ist die Beantwortung Pflicht, die Musterung wird für sie wieder verpflichtend und reichen die Freiwilligen nicht, steht die Bedarfswehrpflicht samt Losverfahren bereit – Zwangsdienst per Lotterieschein. Die Truppe soll von rund 183’000 auf bis zu 270’000 Soldaten anwachsen, der sogenannte Aufwuchspfad wird gesetzlich verankert und halbjährlich kontrolliert – die Personalplanung eines Krieges, der offiziell niemals stattfinden soll. Wie systematisch die Sprache dafür weichgespült wird, habe ich im Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit seziert und dass die Bearbeitung der Jüngsten nicht erst bei den 18-Jährigen beginnt, zeigt der Blick auf Merz und die kriegstüchtigen Kinder. Wer das Gesamtbild betrachtet, erkennt: Der Kinospot ist kein Ausrutscher, er ist ein Baustein.

70 Millionen für die Leinwand: Wie die Bundeswehr das Kino erobert

Duckmäuser im Vorführraum
Bleibt die Frage nach der Verantwortung derer, die den Projektor bedienen. Natürlich darf ein Kinobetreiber der Armee gewogen sein und natürlich darf er die Auffassung vertreten, auch das Militär habe ein Recht auf Reklame. Das Kino lebt aber vom Versprechen der Flucht: Zwei Stunden Dunkelheit, in denen die Welt draussen bleibt. Wer in genau diesen Schutzraum Rekrutierungsfilme einspeist, verkauft nicht Werbefläche, er verkauft das eigene Geschäftsmodell. Nur: Wer diese Auffassung ausgerechnet dann vertritt, wenn die Politik offen von Ostflanke und einem möglichen Krieg mit Russland redet und die gesamte Republik auf Gefechtsbereitschaft trimmen will, macht sich zum Komplizen der Normalisierung. Warum erhebt kaum jemand aus der Branche die Stimme gegen den Militarisierungskurs? Weil es geschäftlich unbequem ist? Weil man die Bedrohungserzählung längst geschluckt hat? Oder schlicht, weil Duckmäusertum in diesem Land wieder zur Kernkompetenz geworden ist? Die Antwort fällt in jedem Fall vernichtend aus, denn genau so funktioniert Kriegstüchtigkeit: Nicht durch Befehl, sondern durch tausendfaches stilles Mitmachen. Die Wehrpflicht kommt durch die Hintertür, die Musterung kommt per Gesetz und der Werbespot kommt vor dem Hauptfilm. Schon einmal lief in deutschen Kinos vor dem Spielfilm staatliches Bewegtbild, damals hiess es Wochenschau, heute heisst es Nachwuchsgewinnung. Wer 18-Jährige mit Blockbuster-Ästhetik in die Kaserne lockt und die Bilder der zerfetzten Körper im Schneideraum zurücklässt, betreibt keine Öffentlichkeitsarbeit, er betreibt Verbrauchertäuschung mit Todesfolge! Und das Kino, einst Fluchtpunkt vor der Welt, verkauft seine Leinwand an die Kriegstüchtigkeit – und nennt dies «Unterhaltung»!

Kriegstüchtig? Deutsche Kinos machen mit | Marcus Klöckner | NDS-Podcast
Kriegstüchtig? Deutsche Kinos machen mit | Marcus Klöckner | NDS-Podcast

Epstein-Akten: Chuck Norris gegen den Rest der Welt

Die Epstein-Akten sind draussen. Schwarz auf weiss, öffentlich, amtlich, unbestreitbar. Keine Verschwörungstheorie mehr – sondern Aktenlage. Politiker, Milliardäre, Celebrities: Alle fein säuberlich dokumentiert, alle Teil desselben ekelerregenden Netzwerks, das Kinder als Währung benutzte, während die Welt applaudierte und Preise verlieh. Und die Konsequenzen? Die Stille ist ohrenbetäubend.¨

Genau hier betritt Chuck Norris die Bühne – nicht weil er tatsächlich auftaucht, sondern weil er der Einzige ist, dem man es noch zutrauen würde. Während Staatsanwälte schweigen, Richter wegschauen und Medien das Thema diskret unter «bereits berichtet» abheften, würde Norris einfach die Tür eintreten, die Liste in die Hand nehmen und der Reihe nach abarbeiten. Ohne Pressekonferenz. Ohne Strafminderung. Ohne Bewährung.

Stattdessen: nichts. Die Mächtigen bleiben mächtig, die Täter bleiben geschützt, und die Opfer bleiben unsichtbar – wie immer, wenn das System selbst der Täter ist…

Epstein-Akten: Chuck Norris gegen den Rest der Welt
Epstein-Akten: Chuck Norris gegen den Rest der Welt

(via Do it with AI)

99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

4551 begutachtete Publikationen zu möglichen Nebenwirkungen der Covid-Spritze, durchsuchbar, sortierbar, mit Quellenangabe – so weit die Datenbank, die die US-Organisation React19 mit dem australischen Partner Coverse pflegt. Und nein, das ist nicht alles Geraune verzweifelter Impfgegner: Ein harter Kern dieser Arbeiten ist sauber, gross angelegt und zum Teil von den Behörden längst selbst zugegeben.

99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

Wer behauptet, da stehe nichts Belegtes, hat schlicht nicht hineingeschaut. Die grösste Impfsicherheitsstudie der Geschichte, eine Kohorte über 99 Millionen Geimpfte im Fachblatt Vaccine, bestätigte 2024 etablierte Sicherheitssignale für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung nach den mRNA-Präparaten sowie für Guillain-Barré-Syndrom und Sinusvenenthrombose nach den Vektorimpfstoffen. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Konsens-Epidemiologie. Myokarditis steht heute auf dem Beipackzettel, das Präparat von Johnson und Johnson wurde wegen Thrombosen praktisch beerdigt, AstraZeneca verschwand vom Markt. Diese Befunde sind nicht trotz, sondern wegen der offiziellen Stellen dokumentiert.

Was tatsächlich gelistet ist
Daneben steht die Reanalyse der Zulassungsstudien von Pfizer und Moderna durch Fraiman und Kollegen, ebenfalls in Vaccine, ebenfalls nicht zurückgezogen: Rund eine zusätzliche schwere Nebenwirkung pro 800 Geimpfte – ein Überschuss, der im Studienzeitraum die Zahl der verhinderten Covid-Hospitalisierungen übertraf.

99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

Diskutiert, angefochten, aber bis heute unwiderlegt im Druck. Natürlich liegt in einer Datenbank dieser Grösse auch Schwaches: Eine In-vitro-Beobachtung an Leberzellen in der Petrischale taugt nicht als Beweis, dass die Spritze die menschliche DNA umschreibt, so gern das in manchen Ecken behauptet wird. Genau das ist der Punkt der Aufarbeitung: Trennen, was hart ist, von dem, was überdehnt wird. Nur müsste das jemand tun.

Die Aufarbeitung, die keine sein will
In Deutschland tagt seit September 2025 eine Enquete-Kommission mit dem schönen Namen Aufarbeitung der Corona-Pandemie. Vierzehn Abgeordnete, vierzehn Sachverständige, Bericht irgendwann Mitte 2027 – bequem so spät, dass die halbe Verantwortlichen-Riege bis dahin in Pension ist. Den schärferen Untersuchungsausschuss, der bei der Maskenbeschaffung des Herrn Spahn hätte bohren dürfen, stimmte man weg. Verträge mit einer Schweizer Firma im dreistelligen Millionenbereich kommen geschwärzt, der Sonderermittlerin bleibt das Schwarze unter dem Filzstift. Aufarbeitung heisst hier: Die Verantwortlichen inszenieren ihre eigene Freisprechung und nennen das Transparenz.

Schweizer Variante: Sitzen aussitzen
Hierzulande läuft es eleganter. Die wissenschaftliche Task-Force empfahl 2022 bei ihrer Auflösung ausdrücklich, die Wirksamkeit der Massnahmen von Unabhängigen prüfen zu lassen. Der Ständerat forderte dasselbe. Der Bundesrat? Findet, er habe längst genug aufgearbeitet und verankert im selben Atemzug das Zertifikat als Standard-Instrument im revidierten Epidemiengesetz.

99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

Selbst die NZZ – kein Schwurbler-Organ – attestierte trocken, es fehle der Wille. Parallel sammeln Bürger Unterschriften für eine Initiative zur Aufarbeitung der Pandemie-Hintergründe, also für etwas, das eine funktionierende Demokratie von sich aus geliefert hätte. Wer Geschädigte ernst nimmt, landet beim Verein Post-Vakzin-Syndrom und bei einer Anzeige gegen Swissmedic, nicht bei einer Behörde, die sich zuständig fühlt.

Was wirklich verurteilt gehört
Verurteilenswert ist nach alldem nicht primär das Molekül, sondern die Haltung. Wer 99-Millionen-Studien und Behörden-Warnhinweise kennt und der Bevölkerung weiter sicher und nebenwirkungsfrei verkauft, lügt mit Vorsatz. Wer Berufsverbote androht, Kritiker zu Gefährdern erklärt und Geschädigte als bedauerliche Einzelfälle abtut, während die Signale längst in den Fachblättern stehen, handelt menschenverachtend – das benötigt keinen Giftmord-Beweis, das reicht an der dokumentierten Realität.

Es ist höchste Zeit, dass dieses Kapitel nicht von den Tätern geschrieben wird, sondern von Unabhängigen mit Aktenzugang und ohne Filzstift. Es ist höchste Zeit, dass 4551 Einträge nicht länger als Hobby von Hysterikern verhöhnt, sondern endlich amtlich sortiert werden. Es ist höchste Zeit, dass jene, die Gewissheit predigten, wo längst Signale blinkten, ihre Sessel räumen, bevor sie das nächste Notrecht ausrufen. Denn wer eine Pandemie nicht aufarbeitet, der probt bloss die nächste – und nennt das anschliessend «Lehren für künftige pandemische Ereignisse»!

99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden – er verheizt den Begriff

Ein jüdischer Akademiker schreibt 2004 eine Arbeitsdefinition, damit Statistiker Antisemitismus europaweit einheitlich zählen können. Zwei Jahrzehnte später sitzt derselbe Mann vor dem US-Senat und erklärt, sein eigenes Werkzeug sei zur Waffe umgebaut worden – gegen Studenten, gegen Professoren, gegen Juden, die das Falsche über Gaza sagen. Wer die Definition kontrolliert, kontrolliert das Schweigen. Und wer das Etikett «Antisemit» verteilt, benötigt keine Argumente mehr, nur noch eine Datenbank und willige Behörden.

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden - er verheizt den Begriff

Der Reuige von Bard College
Kenneth Stern ist kein dahergelaufener Aktivist. 25 Jahre lang leitete er beim American Jewish Committee die Abteilung für Antisemitismus und Extremismus und 2004 verfasste er den Text, der 2016 als IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus geadelt wurde – das Dokument, das Regierungen, Universitäten und Förderstellen weltweit heute als Massstab benutzen. Gedacht war es als Zählhilfe für Datensammler. Geworden ist daraus nach Sterns eigener Senatsaussage ein faktischer «Hate-Speech-Code», mit dem seit 2010 Vorträge, Seminartexte und politische Rede über Israel abgeräumt werden. In seiner Stellungnahme von 2025 wird er noch deutlicher: In Deutschland sei seine Definition benutzt worden, um Juden, die gegen den Gaza-Krieg protestieren, als Antisemiten zu etikettieren – und er zitiert die bittere Pointe: Wieder einmal definiere Deutschland, was eine legitime jüdische Position zu sein habe. Der Brandstifter spielt hier ausnahmsweise selbst die Feuerwehr: Der Verfasser bettelt seit Jahren öffentlich darum, sein Text möge nicht in Gesetze gegossen werden. Es hört nur niemand hin, der an einem Schalthebel sitzt.

Die Datenbank, die Karrieren frisst
Was geschieht, wenn das Etikett industrialisiert wird, führt Canary Mission vor: Eine anonyme Plattform, die Studenten, Professoren und Aktivisten mit Foto, Namen und Vorwurfskatalog als Judenhasser an den Pranger stellt – öffentlich, googelbar, für jeden Personalchef der Welt auffindbar. Im Sommer 2025 musste der ranghohe ICE-Beamte Peter Hatch in einem Bostoner Prozess unter Eid einräumen, dass ein eigens gebildetes «Tiger Team» des Heimatschutzministeriums Anfang 2025 eine Liste von mehr als 5000 Namen abarbeitete und mehr als 75 Prozent der geprüften Zielpersonen von genau dieser Website stammten – darunter die Dossiers zu Mahmoud Khalil und Rümeysa Öztürk, die anschliessend verhaftet wurden.

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden - er verheizt den Begriff

Fürs Protokoll: Die 75 Prozent betreffen die Prüf-Leads dieses Teams, nicht sämtliche US-Abschiebungen. Die Behörde will alle Angaben «unabhängig verifiziert» haben und Canary Mission beteuert, mit keiner Regierung je in Kontakt gestanden zu haben – die Datenbank sei schliesslich öffentlich. Was die Sache kein Gramm besser macht: Eine anonyme Website dient der Staatsgewalt als Steinbruch, wie das Doxing von Kritikern auch andernorts längst zur Aussenpolitik erklärt wurde.

Das Hinterzimmer heisst BlackNest
Im Januar 2026 zerlegte Drop Site News die Anonymität ein gutes Stück weit: Software-Ingenieure hatten über Monate das Backend der Operation archiviert – mehr als 100 Gigabyte interner Daten, darunter eine versteckte Plattform namens BlackNest, die Entlassungen, Einreiseverbote, Verhaftungen und Abschiebungen als «Company Impact» verbucht wie ein Start-up seine Quartalszahlen. Das interne Strategiepapier nennt 150 neue Profile pro Woche als Ziel, Gesichtserkennung und automatisiertes Datenabgreifen produzierten demnach «effizient» neue Zielpersonen und die Zeitstempel der Dokumente zeigen israelische Zeitzone. Im Februar 2026 verlangten 70 Organisationen vom US-Justizministerium deshalb eine Prüfung nach dem Agentengesetz FARA.

Ein Reagan-Richter platzt der Kragen
Dass dieses Räderwerk nicht nur geschmacklos, sondern verfassungswidrig ist, stellte am 30. September 2025 Bundesrichter William G. Young fest – ein Reagan-Mann, kein linker Aktivist. Auf 161 Seiten attestierte er Aussenminister Rubio und Heimatschutzministerin Noem, sie hätten im Zusammenwirken ihre Ämter missbraucht, um Nichtbürger allein wegen geschützter politischer Rede einzusperren und abzuschieben – eine Erfindung, die laut Young über die nächsten Analogien der Red-Scare-Ära hinausgeht. Im Januar 2026 kassierte er die Politik endgültig. Die Regierung beruft sich auf nationale Sicherheit und den Kampf gegen Antisemitismus. Der Richter fand im gesamten Verfahren praktisch keinen Beleg dafür, dass irgendjemand ernsthaft geprüft hätte, ob eine Pro-Palästina-Rede überhaupt Terrorunterstützung sein kann.

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden - er verheizt den Begriff

Deutschland übt schon mal für die Hauptrolle
Stern nannte Deutschland in seiner Senatsaussage ein Warnsignal und Berlin arbeitet eifrig daran, ihm recht zu geben. Der Bundestag presste die IHRA-Definition im Januar 2025 per Resolution in Schulen und Hochschulen, samt Überwachungsfantasien und Geheimdienst-Kooperation, von Amnesty und Rechtswissenschaftlern als Grundrechtsrisiko zerpflückt. Und seit dem 8. Mai 2026 liegt im Bundesrat ein hessischer Gesetzentwurf, der die Leugnung des Existenzrechts Israels mit bis zu fünf Jahren Haft belegen will – symbolträchtig am Tag der Befreiung eingebracht und von rund 30 Strafrechtlern und Verfassungsjuristen postwendend als verfassungswidrig eingestuft, weil die Meinungsfreiheit nur durch allgemeine Gesetze beschränkt werden darf, nicht durch Sonderrecht für einen einzigen Staat. Dass antisemitische Straftaten real auf hohem Niveau liegen und jüdisches Leben Schutz benötigt, bestreitet nicht einmal die Kritikerseite – sie bestreitet, dass ein Gesinnungsparagraf auch nur einen einzigen Juden schützt. Genau hier schliesst sich der Kreis zu Stern und zu der Frage, was Antisemitismus heute überhaupt noch ist: Ein Begriff, der Hass messen sollte, wird zum Strafrecht gegen Meinungen umgegossen und entwertet damit ausgerechnet den Kampf gegen den echten Judenhass, den es zweifellos gibt.

Der Mann, der die Definition schrieb, warnt vor seiner eigenen Schöpfung – und niemand an den Schalthebeln hört hin. Eine anonyme Website liefert die Namen und ein Ministerium liefert die Handschellen. Deutschland giesst derweil das Etikett ins Strafgesetzbuch, als hätte die Geschichte hier nie stattgefunden. Wer jede Kritik zum Antisemitismus erklärt, schützt keine Juden, er verheizt den Begriff, bis er nichts mehr bedeutet – und nennt dies «Staatsräson»!

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden – er verheizt den Begriff
Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden – er verheizt den Begriff

Entmystifizierung «Runentum • Runenkunde»

Runenkunde im europäischen Raum? Was haben Runen mit Germanen, Teutonen, Kelten, Wikingern zu tun? Wer sagt eigentlich, dass es Germanen und Kelten gab oder Schamanismus zu uns gehört? Na, zum Glück steht sowas ja in Geschichtsbüchern, die von wem nochmal gleich noch geschrieben wurden?

Marcel äussert sich kritisch zur heutigen Runenkunde und stellt deren Herkunft und Bedeutung grundsätzlich infrage. Er argumentiert, dass die populäre Beschäftigung mit Runen – insbesondere ihre spirituelle oder esoterische Aufladung – auf romantisierten und ideologisch geprägten Vorstellungen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert beruht. Nach seiner Sicht stammen die Runen nicht aus dem germanisch-europäischen Kulturraum, sondern haben ihren Ursprung im asiatisch-mongolischen Raum, insbesondere im Zusammenhang mit Schamanismus und Kehlkopfgesängen («Raunen»).

Er behauptet, dass Runen ursprünglich von eindringenden Reitervölkern wie der goldenen Horde und türkstämmigen Gruppen nach Europa gebracht wurden – als militärische Wegmarkierungen für weitere Truppenbewegungen, nicht als spirituelle Zeichen. Die heute in Skandinavien oder Norddeutschland gefundenen Runensteine seien seiner Auffassung nach keine einheimischen Zeugnisse, sondern Spuren dieser fremden Einflüsse. Auch Verbindungen zu moderner Technologie (etwa das Bluetooth-Symbol) werden von ihm als Indiz für eine asiatische Herkunft gedeutet.

Der Sprecher sieht in der Runenkunde einen Versuch, europäische Völker von ihren «christlichen Urwurzeln» zu trennen. Begriffe wie «Germane» seien laut ihm Fremdzuschreibungen von aussen, die ein falsches Selbstbild erzeugten. Er dreht die gängige Darstellung der Christianisierung Europas um: Nicht das Christentum habe das Heidentum verdrängt, sondern umgekehrt – durch äussere, militärische Kräfte.

Zusätzlich versucht er, über lautliche Spiegelungen wie «Ragnar» → «Koran» oder «Walhalla» → «Allah» eine Verbindung zwischen Runenkultur und islamischer Herkunft zu konstruieren. Insgesamt vertritt er die These, dass Runen und Heidentum importierte Instrumente seien, um die Identität christlich geprägter europäischer Gesellschaften zu untergraben.

Entmystifizierung "Runentum & Runenkunde"
Entmystifizierung "Runentum & Runenkunde"

Ebola ist ein Geschäft: Was die Kongolesen über die WHO wissen

Die Kongolesen haben keine Angst vor Ebola. Sie haben Angst vor den Männern in den weissen Schutzanzügen, die mit dem Virus zusammen anreisen. In Bunia, Rwampara und Mongbwalu stürmen Anwohner die Behandlungszentren, fordern die Leichen ihrer Toten zurück und zünden die Zelte der Helfer an, kaum dass die internationale Maschinerie anrollt. Wer darin bloss abergläubische Panik erkennt, hat die vergangenen acht Jahre im Tiefschlaf verbracht.

Ebola ist ein Geschäft: Was die Kongolesen über die WHO wissen

Das Drehbuch kennen sie auswendig
Seit dem 15. Mai läuft im Osten der Demokratischen Republik Kongo der 17. Ebola-Ausbruch seit 1976, dieses Mal ausgelöst durch das Bundibugyo-Virus, von der WHO zwei Tage später zum «gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite» erklärt. Und prompt wiederholt sich, was die Genfer Pressestelle gern «Misstrauen der Gemeinschaft» nennt: In Rwampara feuerte die Polizei Warnschüsse und Tränengas, als Angehörige den Leichnam eines jungen Mannes herausverlangten, den sie für ein Typhus-Opfer hielten. Zwei Zelte gingen in Flammen auf. In Mongbwalu nutzten achtzehn Verdachtsfälle den Brand eines Zelts von Ärzte ohne Grenzen, um zurück in die Dörfer zu verschwinden. Neu ist das nicht. Schon 2019 war die Ablehnung so tief, dass im Spital von Butembo der WHO-Epidemiologe Richard Mouzoko bei einem Angriff erschossen wurde. Aberglaube, wie man unterstellt? Oder schlicht Menschen, die wissen, was die letzte Runde dieses Spektakels gekostet hat?

«Ebola ist ein Geschäft» — und das steht nicht in einem Verschwörungsblog
Den Satz «Ebola ist ein Geschäft» muss man den Leuten in Ituri nicht soufflieren. Er stammt aus ihrer Erfahrung und aus monatelangen Recherchen westlicher Journalisten. Die Fachredaktion The New Humanitarian dokumentierte rund um den Ausbruch von 2018 bis 2020 ein «Ebola-Business»: Aufgeblähte Tagessätze, fingierte Rechnungen, Gelder, die zwischen Hilfswerk und Sicherheitskräften versickerten. Gary Kobinger, ausgerechnet WHO-eigener Berater, sagte über diese Epidemie, er habe noch nie so viel Veruntreuung und falsch zugeteiltes Geld gesehen. Der erste kongolesische Ebola-Verantwortliche, Gesundheitsminister Oly Ilunga, wanderte für fünf Jahre Zwangsarbeit ins Gefängnis, weil er über 400’000 Dollar aus dem Hilfstopf abzweigte, unter anderem mit gefälschten Quittungen einer Phantomfirma. Wer da von Hilfe spricht, meint Buchhaltung.

Ebola ist ein Geschäft: Was die Kongolesen über die WHO wissen

Die saubersten Hände im Raum
Das eigentliche Sittengemälde aber liefert die WHO selbst. Eine von ihr eingesetzte unabhängige Kommission benannte 2021 83 mutmassliche Täter sexueller Ausbeutung während der Ebola-Reaktion, in 21 Fällen gesichert eigene Angestellte. Frauen, denen Arbeit gegen Sex angeboten wurde, dokumentierten Vergewaltigungen, Opfer so jung wie dreizehn. Die Zentrale wusste laut Bericht bereits ab Mai 2019 Bescheid und unternahm nichts. Die EU fror daraufhin ihre Zahlungen an die WHO im Kongo ein. Das ist die Organisation, die den Menschen in Ituri erklärt, sie müssten dem System vertrauen. Man stelle sich das Vertrauen vor, das man jemandem entgegenbringt, der erst nach zwei Jahren einräumt, wer im eigenen Team die Mädchen missbraucht hat.

Der Impfstoff, den es gar nicht gibt
Und der grosse Pharma-Coup, das angeblich vorab georderte Vakzin? Hier überholt die Realität die Verschwörungserzählung — nach unten. Der aktuelle Erreger ist Bundibugyo, und gegen Bundibugyo existiert kein zugelassener Impfstoff und kein zugelassenes Medikament. Das ganze Impf-Business mit Mercks «Ervebo» zielt auf den Zaire-Stamm, nicht auf das, was gerade in Ituri wütet. Das Geschäft war nie die Heilung. Das Geschäft ist die Mobilmachung: Der ausgerufene Notstand, der Spendenaufruf, der Rahmenvertrag, die Konferenz. Es ist dasselbe Prinzip wie beim Pandemieabkommen, bei dem es nur um Gewinne und Geld geht, und dasselbe Muster aus Übung, medialem Vorlauf und Ausbruch, das Draven seit Jahren protokolliert. Pikant nur: Dieses Mal ist die Kasse leer. Die internationale Finanzierung ist gegenüber 2019 eingebrochen, der kongolesische Staat zahlt den Löwenanteil selbst, die Behandlungszentren sind überlaufen. Der Zirkus ist abgereist, die Manege brennt weiter.

Wer hier wirklich krank ist
So sieht es aus, wenn ein Volk nüchterner urteilt als seine Retter: Es fürchtet nicht das Virus, das es seit 1976 kennt, sondern den Apparat, der mit dem Virus Kasse macht. Dass ein Mob ein Behandlungszelt anzündet, ist keine Wissenschaftsfeindlichkeit, sondern die Quittung für acht Jahre dokumentierte Veruntreuung, vertuschter Übergriffe und Almosen, die nie ankamen. Dass die WHO ihre eigenen Täter erst nach zwei Jahren einräumt und dies «Aufarbeitung» nennt, ist die eigentliche Seuche. Und dass am Ende ausgerechnet jene als die Irrationalen gelten, die ihre Toten zurückfordern, während die Buchhalter des Elends schon die nächste Notstandskonferenz terminieren, sagt mehr über den Westen aus, als jeder Laborbefund es je könnte!

Ebola ist ein Geschäft: Was die Kongolesen über die WHO wissen

«Mit Fakten nicht zu gewinnen»: Das Manipulations-Geständnis zur 10-Millionen-Abstimmung

Am 14. Juni stimmt die Schweiz über die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» ab und kaum jemand nennt sie noch bei ihrem offiziellen Namen. Parteien, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände trommeln unisono gegen die «Chaos-Initiative» – ein Etikett, das nicht aus dem Initiativtext stammt, sondern aus dem Labor der Meinungsforschung. Und das Beste daran: Die Urheber geben es ganz offen zu.

"Mit Fakten nicht zu gewinnen": Das Manipulations-Geständnis zur 10-Millionen-Abstimmung

Ein Geständnis zur besten Sendezeit
FDP-Nationalrat Simon Michel, Ypsomed-Chef und einer der lautesten Gegner der Vorlage, erklärte Ende Mai im Interview mit der Republik, der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) habe beim Forschungsinstitut Sotomo eine Analyse in Auftrag gegeben. Deren Befund: Konservativere Wählende müssten gewonnen werden, Emotionen und Mobilisierung seien entscheidend – und die Studie sei zum Schluss gekommen, «dass wir diesen Abstimmungskampf mit Fakten nicht gewinnen können». Darum habe man den Begriff der Chaos-Initiative gewählt, weil er emotional wirke. Michel selbst empfinde das Etikett zwar als etwas hart, doch die Politik werde nun einmal immer populistischer, weshalb es manchmal Kraftausdrücke benötige.

Man lese das zweimal. Da spricht kein anonymer Spin-Doktor aus dem Nähkästchen, da erklärt ein amtierender Nationalrat in aller Seelenruhe, dass die eigene Seite ein Angstwort installiert hat, weil die Faktenlage zum Siegen nicht taugt. Was früher als Verschwörungstheorie abgekanzelt wurde, ist heute O-Ton aus dem Maschinenraum.

Sotomo liefert die Gebrauchsanweisung gleich mit
Der Kurzbericht zur Sotomo-Kampagnenbefragung liest sich denn auch weniger als Forschung denn als ein Handbuch der Gefühlsbewirtschaftung: Das Chaos-Narrativ schneide bei den Befragten besser ab als jedes positive Argument für die Bilateralen und für eine emotionale Nein-Kampagne eigneten sich Pflegebedürftige als Sujet besser als Rentner.

"Mit Fakten nicht zu gewinnen": Das Manipulations-Geständnis zur 10-Millionen-Abstimmung

Menschen, sortiert nach Tränendrüsenfaktor. Zur Einordnung gehört: Die Studie entstand im Auftrag des SGB, also der Nein-Seite selbst – unabhängige Wissenschaft sieht anders aus. Die Gewerkschaft Unia erklärt auf ihrer Kampagnenseite ungeniert, man nenne die Vorlage deshalb so, weil ihre Annahme die Wirtschaft ins Chaos stürze und die offizielle Nein-Plattform trägt das Angstwort gleich in der Domain.

Beide Lager kleben Etiketten
Bevor jetzt jemand die SVP heiligspricht: Auch «Nachhaltigkeitsinitiative» ist Framing in Reinkultur – ein Wohlfühlwort aus dem Öko-Baukasten als Verpackung für einen Bevölkerungsdeckel. Wer dem Stimmvolk Etiketten statt Inhalte serviert, macht auf beiden Seiten denselben Job. Der Unterschied liegt im Geständnis: Nur die Nein-Seite hat dokumentiert, dass ihr Schlagwort gewählt wurde, weil die Fakten nicht reichen. Das Muster kennt dieser Blog zur Genüge – ob als Meisterwerk der modernen Propaganda oder wenn die NATO Filmschaffende für die mentale Kriegsführung rekrutiert: Wo das Argument fehlt, übernimmt das Adjektiv.

Demokratie nach Drehbuch
Die direkte Demokratie lebt von der Idee des informierten Bürgers, der Argumente abwägt und dann entscheidet. Genau diese Idee wird hier beerdigt – von Profis beider Lager, mit Umfragedaten als Schaufel. Wer zugibt, mit Fakten nicht gewinnen zu können und trotzdem gewinnen will, hat das Vertrauen ins eigene Dossier längst entsorgt. Die Schweiz stimmt am 14. Juni nicht über zehn Millionen Menschen ab, sondern darüber, welches Lager das wirksamere Angstwort getestet hat. Edward Bernays benötigte vor hundert Jahren noch ein ganzes Buch, heute reicht eine Kampagnenbefragung mit PDF-Anhang. Das Stimmvolk darf sich entscheiden zwischen einer Mogelpackung mit Öko-Schleife und einer Schreckschraube aus dem Meinungslabor. Man testet im Auftrag, welches Wort die meiste Angst auslöst, klebt es dem Souverän auf den Stimmzettel – und nennt dies «Abstimmungskampf»!

"Mit Fakten nicht zu gewinnen": Das Manipulations-Geständnis zur 10-Millionen-Abstimmung

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

Es gibt Momente, in denen man glaubt, ein Freund wolle einen auf den Arm nehmen. Ein Bauer erzählt, er dürfe Natron – stinknormales Backpulver, das Zeug aus jedem Supermarktregal – nicht mehr gegen Mehltau spritzen. Stattdessen müsse er dasselbe Pulver kaufen, nur in einer teureren Tüte mit einem Behördensiegel drauf. Man lacht. Dann recherchiert man. Dann lacht man nicht mehr.

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

Die Faktenlage ist so absurd, dass selbst Brüssel sie nicht hätte erfinden können – hat es aber. Jahrzehntelang streuten Winzer Natriumhydrogencarbonat auf ihre Reben, um Echten Mehltau zu bekämpfen. Billig, harmlos, wirksam, in der EU sauber als sogenannter Grundstoff eingestuft, also als jener Stoff, der eigentlich für die Küche gedacht ist, nebenbei aber Pilze killt. Genau wie Essig, Zucker oder Fruktose. Dann meldete die deutsche Firma Biofa im August 2024 ein Pflanzenschutzmittel an, das fast vollständig aus – Überraschung – Backpulver besteht. Und im März 2025 zog die EU-Kommission die Grundstoff-Zulassung zurück, mit der bürokratischen Logik einer kafkaesken Endlosschleife: Ein Wirkstoff dürfe nicht gleichzeitig Grundstoff und Pflanzenschutzmittel sein. Punkt.

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

Selber Stoff, sechsfacher Preis, ein Federstrich
Das Resultat können sich selbst Mathematik-Verweigerer ausrechnen: Das klassische Backpulver kostet als Küchenware rund 70 Cent pro Kilo. Dasselbe Natron als zugelassenes Pflanzenschutzmittel namens Natrisan? Etwa das Sechsfache, in manchen Gebinden bis 13 Euro. Die Hersteller begründen den Aufschlag mit den horrenden Kosten des Zulassungsverfahrens – ein Verfahren, das erst nötig wurde, weil jemand das Backpulver durch dieses Verfahren gejagt hat. Eine Schlange, die sich selbst frisst und dem Bauern die Rechnung dafür schickt.

Der Treppenwitz hat noch eine zweite Etage. In allen anderen EU-Ländern darf der Winzer sein günstiges Natron weiter über die Reben rieseln lassen. Nur Deutschland und Österreich müssen das teure Industrieprodukt kaufen, weil ihre Behörden sich weigerten, eine pragmatische Ausnahme zu genehmigen. Und als Biofa selbst versuchte, auch das billige Natriumhydrogencarbonat wieder als Grundstoff durchzudrücken, scheiterte die Klage vor dem EU-Gericht – nicht etwa, weil Backpulver gefährlich wäre, sondern weil das Gericht befand, es gebe schlicht keinen Rechtsanspruch, die Zulassung einzuklagen. Inhaltlich geprüft wurde nichts. Mit einem Federstrich war die Debatte erledigt. Der Apparat benötigt keine Argumente, er benötigt nur einen Stempel.

Die Doppelmoral mit Brief und Siegel
Und während man dem heimischen Bauern wegen eines Küchenpulvers den Geldbeutel leert, unterzeichnete dieselbe EU am 9. Januar 2025 das Mercosur-Abkommen mit Südamerika. Dort, wo allein Brasilien rund 150 Pestizide zulässt, die in der EU verboten sind – und sich der Einsatz in zwanzig Jahren versechsfacht hat.

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

Daheim wird das harmloseste Hausmittel kriminalisiert, zugleich öffnet man die Tore für Billigfleisch und Futtersoja von Feldern, auf denen Gift gespritzt wird, das hier nicht einmal ins Trinkwasser dürfte. Wer da noch von Verbraucherschutz spricht, glaubt vermutlich auch, dass die Wartezimmer-Politik der EU deiner Gesundheit dient. Wer das Gesamtbild sucht, findet im Mercosur-Hinterzimmer-Beschluss die nächste Etage desselben Gebäudes.

Nennt es Lobbyismus, nennt es Korruption, nennt es Amtsschimmel mit Aktenmappe – das Etikett ist austauschbar geworden, das Ergebnis bleibt. Wenn dasselbe Pulver harmlos ist, solange es in der Schublade liegt, und tödlich wird, sobald ein Bauer es benutzt, dann regiert nicht die Wissenschaft, sondern das Bestellformular. Wer Natron verbietet und Gift importiert, schützt niemanden – er bewirtschaftet eine Maschine, die aus 70 Cent dreizehn Euro macht und das Fortschritt nennt. Die EU ist nicht der Hüter der europäischen Gemeinschaft. Sie ist die Rechnung, die diese Gemeinschaft am Ende bezahlt!

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

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