4551 begutachtete Publikationen zu möglichen Nebenwirkungen der Covid-Spritze, durchsuchbar, sortierbar, mit Quellenangabe – so weit die Datenbank, die die US-Organisation React19 mit dem australischen Partner Coverse pflegt. Und nein, das ist nicht alles Geraune verzweifelter Impfgegner: Ein harter Kern dieser Arbeiten ist sauber, gross angelegt und zum Teil von den Behörden längst selbst zugegeben.
Wer behauptet, da stehe nichts Belegtes, hat schlicht nicht hineingeschaut. Die grösste Impfsicherheitsstudie der Geschichte, eine Kohorte über 99 Millionen Geimpfte im Fachblatt Vaccine, bestätigte 2024 etablierte Sicherheitssignale für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung nach den mRNA-Präparaten sowie für Guillain-Barré-Syndrom und Sinusvenenthrombose nach den Vektorimpfstoffen. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Konsens-Epidemiologie. Myokarditis steht heute auf dem Beipackzettel, das Präparat von Johnson und Johnson wurde wegen Thrombosen praktisch beerdigt, AstraZeneca verschwand vom Markt. Diese Befunde sind nicht trotz, sondern wegen der offiziellen Stellen dokumentiert.
Was tatsächlich gelistet ist
Daneben steht die Reanalyse der Zulassungsstudien von Pfizer und Moderna durch Fraiman und Kollegen, ebenfalls in Vaccine, ebenfalls nicht zurückgezogen: Rund eine zusätzliche schwere Nebenwirkung pro 800 Geimpfte – ein Überschuss, der im Studienzeitraum die Zahl der verhinderten Covid-Hospitalisierungen übertraf.
Diskutiert, angefochten, aber bis heute unwiderlegt im Druck. Natürlich liegt in einer Datenbank dieser Grösse auch Schwaches: Eine In-vitro-Beobachtung an Leberzellen in der Petrischale taugt nicht als Beweis, dass die Spritze die menschliche DNA umschreibt, so gern das in manchen Ecken behauptet wird. Genau das ist der Punkt der Aufarbeitung: Trennen, was hart ist, von dem, was überdehnt wird. Nur müsste das jemand tun.
Die Aufarbeitung, die keine sein will
In Deutschland tagt seit September 2025 eine Enquete-Kommission mit dem schönen Namen Aufarbeitung der Corona-Pandemie. Vierzehn Abgeordnete, vierzehn Sachverständige, Bericht irgendwann Mitte 2027 – bequem so spät, dass die halbe Verantwortlichen-Riege bis dahin in Pension ist. Den schärferen Untersuchungsausschuss, der bei der Maskenbeschaffung des Herrn Spahn hätte bohren dürfen, stimmte man weg. Verträge mit einer Schweizer Firma im dreistelligen Millionenbereich kommen geschwärzt, der Sonderermittlerin bleibt das Schwarze unter dem Filzstift. Aufarbeitung heisst hier: Die Verantwortlichen inszenieren ihre eigene Freisprechung und nennen das Transparenz.
Schweizer Variante: Sitzen aussitzen
Hierzulande läuft es eleganter. Die wissenschaftliche Task-Force empfahl 2022 bei ihrer Auflösung ausdrücklich, die Wirksamkeit der Massnahmen von Unabhängigen prüfen zu lassen. Der Ständerat forderte dasselbe. Der Bundesrat? Findet, er habe längst genug aufgearbeitet und verankert im selben Atemzug das Zertifikat als Standard-Instrument im revidierten Epidemiengesetz.
Selbst die NZZ – kein Schwurbler-Organ – attestierte trocken, es fehle der Wille. Parallel sammeln Bürger Unterschriften für eine Initiative zur Aufarbeitung der Pandemie-Hintergründe, also für etwas, das eine funktionierende Demokratie von sich aus geliefert hätte. Wer Geschädigte ernst nimmt, landet beim Verein Post-Vakzin-Syndrom und bei einer Anzeige gegen Swissmedic, nicht bei einer Behörde, die sich zuständig fühlt.
Was wirklich verurteilt gehört
Verurteilenswert ist nach alldem nicht primär das Molekül, sondern die Haltung. Wer 99-Millionen-Studien und Behörden-Warnhinweise kennt und der Bevölkerung weiter sicher und nebenwirkungsfrei verkauft, lügt mit Vorsatz. Wer Berufsverbote androht, Kritiker zu Gefährdern erklärt und Geschädigte als bedauerliche Einzelfälle abtut, während die Signale längst in den Fachblättern stehen, handelt menschenverachtend – das benötigt keinen Giftmord-Beweis, das reicht an der dokumentierten Realität.
Es ist höchste Zeit, dass dieses Kapitel nicht von den Tätern geschrieben wird, sondern von Unabhängigen mit Aktenzugang und ohne Filzstift. Es ist höchste Zeit, dass 4551 Einträge nicht länger als Hobby von Hysterikern verhöhnt, sondern endlich amtlich sortiert werden. Es ist höchste Zeit, dass jene, die Gewissheit predigten, wo längst Signale blinkten, ihre Sessel räumen, bevor sie das nächste Notrecht ausrufen. Denn wer eine Pandemie nicht aufarbeitet, der probt bloss die nächste – und nennt das anschliessend «Lehren für künftige pandemische Ereignisse»!










«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








