Real Life Minority Report: Palantir weiss, was du tun wirst. Bevor du es weisst. – so heisst ein älterer Text auf diesem Blog. Wer ihn für Zukunftsmusik hielt, darf jetzt umdenken. Denn am 30. Juni 2026 sass ein ehemaliger CIA-Offizier vor dem Kongress und sagte einen Satz, der jede Dystopie wie eine Kindergeschichte klingen lässt: Er glaube nicht, dass die Forschung je gestoppt wurde.
Die Rede ist von MKUltra, jenem Programm, das dir im Schulbuch als abgeschlossenes Kapitel des Kalten Krieges verkauft wird – LSD, ein paar durchgeknallte Ärzte, Ende der Geschichte. Nur war die Geschichte nie zu Ende. Und wer genau das behauptete, galt jahrzehntelang als Aluhut-Träger.
Vor dem Kongress-Ausschuss für die Freigabe von Staatsgeheimnissen breitete die Vorsitzende Anna Paulina Luna eine Aktenlage aus, bei der einem das zynische Grinsen im Hals stecken bleibt. Das Programm lief offiziell von 1953 bis 1973. In dieser Zeit wurden amerikanische Bürger, Häftlinge, Krankenhauspatienten und Veteranen ohne ihr Wissen mit LSD vollgepumpt, mit Elektroschocks traktiert, hypnotisiert, sensorisch isoliert und psychologisch gefoltert. Auf amerikanischem Boden, finanziert mit Steuergeldern, abgesegnet von der obersten Etage des Geheimdienstes.
Und dann kommt der Teil, der jede Entlastung erstickt. Als CIA-Direktor Richard Helms 1973 seinen Schreibtisch räumte, ordnete er persönlich die Vernichtung sämtlicher MKUltra-Akten an. Sidney Gottlieb, den ein Zeuge den «Schwarzen Zauberer» nannte, verbrannte mit seinem Team an einem Tag 152 Dossiers. Der Leiter des CIA-Archivs protestierte schriftlich und wurde überstimmt. Danach liess Gottlieb auch seine privaten Papiere schreddern. Luna nennt das beim Namen: Behinderung der Justiz, kriminelle Vernichtung von Bundesdokumenten. Niemand wanderte ins Gefängnis. Kein Opfer bekam je eine förmliche Entschädigung.
Wer wissen will, wie viel wir heute überhaupt wissen, bedanke sich bei einem Buchhalter
Denn das Einzige, was den Flammen entkam, war ein Zufall. 1977 stiess ein Archivar auf sieben falsch abgelegte Kisten mit Finanzunterlagen, die deshalb das Scheiterhaufen-Ritual überlebt hatten. Sie offenbarten das ganze Ausmass: Mindestens 149 Unterprojekte, verteilt auf mehr als 80 Institutionen, betrieben von 185 nicht-staatlichen Forschern. Getarnt über vorgeschobene Stiftungen, damit niemand die CIA dahinter sah. Anders gesagt: Was wir über eines der monströsesten Menschenversuchsprogramme der Geschichte wissen, ist der Bruchteil, den man zu vernichten vergessen hat.
Der Enthüllungsjournalist Tom O’Neill, Autor des Manson-Buchs «Chaos», zog dem offiziellen Narrativ dann endgültig den Boden weg. Bei den Anhörungen von 1977 erklärte die CIA dem Kongress, ihr fünfundzwanzigjähriger Versuch, menschliches Verhalten zu steuern, sei ein «kolossaler Fehlschlag» gewesen. O’Neill hält das für eine Lüge an den Kongress. Ein Programm, das angeblich nie funktioniert hat, für das man aber zwei Jahrzehnte lang Menschen zerstörte und dessen Akten man dann verbrannte. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um stutzig zu werden – man wurde nur jahrzehntelang zu einem erklärt, sobald man es laut aussprach.
Erinnerungen löschen und neue einpflanzen war der Traum
Am tiefsten sitzt ein Dokument aus der Anhörung. Ein beteiligter Psychiater beschrieb bereits in den 1950er-Jahren die Fähigkeit, echte Erinnerungen durch falsche zu ersetzen, ohne dass die Versuchsperson etwas davon merkt. Man könne, so die Formulierung, die Erinnerung an ein reales Ereignis tilgen und dem Menschen per hypnotischer Suggestion einreden, es habe nie stattgefunden, dafür aber ein anderes, erfundenes. Halte kurz inne und lass das sacken: Das war der Wissensstand vor siebzig Jahren. Mit Röhrenradios und Wählscheiben.
Und genau hier setzt die Frage an, die den Raum vergiftete. Der Gottlieb-Biograf Stephen Kinzer, der dem Chemiker eine faktische Lizenz zum Töten attestierte, sprach die Warnung für die Gegenwart aus: Es habe gewaltige Fortschritte in Cybertechnik, Neurowissenschaften und künstlicher Intelligenz gegeben. Verdeckt operierende Behörden hätten heute womöglich Werkzeuge zur Gedankenkontrolle, die sich Gottlieb nie erträumt hätte. O’Neill pflichtete bei: Wer so viel Geld und Forschung in etwas versenkt, wirft das Ergebnis nicht einfach weg.
Bleibt die Frage, ob das alles noch läuft. Und hier verlangt die Aktenlage Ehrlichkeit, damit die Sache nicht ins Reich der Fantasie kippt. Der Satz «die Forschung hat nie aufgehört» stammt von einem einzelnen ehemaligen Offizier und ist eine Vermutung, kein Aktenbeleg. Die Ex-CIA-Analystin Tracy Walder formulierte es nüchterner: «Alles ist möglich» – mehr liegt bislang nicht auf dem Tisch. Und als 2024 nach dem Attentatsversuch auf Trump spekuliert wurde, der Schütze sei «programmiert» worden, wies die CIA das als «völlig falsch, absurd und schädigend» zurück. Nur hat dieselbe Behörde jahrzehntelang die Existenz von MKUltra bestritten, Akten verbrannt und den Kongress belogen. Ein Dementi aus diesem Mund wiegt so viel wie ein Versprechen vom Gebrauchtwagenhändler.
Dass die Anhörung streckenweise selbst zum Theater geriet, gehört zur ehrlichen Bilanz. Eine NIH-Forscherin, deren Aussage mit MKUltra nicht das Geringste zu tun hatte, wurde zum politischen Boxsack umfunktioniert. Kritiker beider Lager nennen die Übung deshalb teils performativ, teils Ablenkung.
Doch selbst wenn man alles Ungesicherte streicht, bleibt ein Kern, der niemanden kaltlässt. Ein Staat, der seine Bürger als Versuchskaninchen behandelt, die Beweise verbrennt und niemanden dafür belangt, hat jedes Recht verwirkt, bei der nächsten Enthüllung ein «Vertraut uns» zu erwarten. Wer gestern Erinnerungen umschrieb, sitzt heute an Datenbanken, biometrischen Profilen und selbstlernenden Systemen – und die Werkzeuge, mit denen heute Verhalten vorhergesagt wird, lassen Gottliebs Baukasten wie Steinzeit aussehen.
Sie erklärten die Gedankenkontrolle jahrzehntelang zur Verschwörungstheorie, während sie in ihren Laboren längst wussten, wie man dir eine Erinnerung ins Hirn schreibt, die nie geschehen ist! Sie nannten das Programm einen Fehlschlag und verbrannten trotzdem jede Spur davon, als wäre es der historisch grösste Erfolg! Sie versprechen dir, die totale Überwachung diene deinem Schutz und meinen dieselbe Maschine, die schon 1953 nicht dein Wohl im Sinn hatte! Und der letzte, perfideste Beweis, dass die Gedankenkontrolle nie endete, bist am Ende du selbst – noch immer überzeugt, all das sei nur eine «Verschwörungstheorie» gewesen! Wer von CIA-Gedankenkontrolle sprach, war ein Spinner – bis die CIA es unter Eid bestätigte. Aluhut aufsetzen war gestern Diagnose, heute Quellenangabe!










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