Während grosse Worte von Innovation, Fortschritt und Zukunftsfähigkeit durch Talkshows wabern, sitzen die zuständigen Entscheidungsträger noch immer vor Excel-Tabellen und feiern es, wenn eine Formel beim ersten Versuch funktioniert. Politik und Verwaltung, jene Orte also, an denen Regeln für eine digitalisierte Welt entstehen sollen, haben ungefähr so viel technisches Verständnis wie ein Faxgerät mit Burn-out.

Künstliche Intelligenz? «Habe ich mal ausprobiert, meinen Namen eingegeben, kam Unsinn raus.» Fall abgeschlossen. Akte zu. Zukunft widerlegt. Dass sich diese Technologien exponentiell entwickeln, interessiert nicht. Man urteilt über eine Rakete, während man noch am Feuerzeug dreht.

Parallel dazu wird die Bühne aufgebaut. Digitale Identitäten, Human Verification, permanente Zugriffskontrollen. Nicht aus bösem Willen, versteht sich, sondern aus Effizienz, Sicherheit und natürlich Verantwortung. Alles sehr vernünftig klingende Begriffe, die sich hervorragend eignen, um Freiheitsabbau wie ein Software-Update zu verkaufen. Zutritt gibt es nur noch mit Zustimmung. Wer nicht zustimmt, ist raus. Das kennen wir schon. Man nannte es damals temporäre Massnahme.

Der Arbeitsmarkt liefert währenddessen die passenden Geräusche zum Abriss. In den USA wurden 2025 über eine Million Menschen entlassen. Rekordniveau. Deutschland folgt verzögert, aber zuverlässig. Nicht, weil Roboter plötzlich alles besser können, sondern weil ein System kollabiert, das sich selbst die Energiezufuhr gekappt hat. Teurer Strom, ideologische Wirtschaftspolitik, absurde Standortnachteile. Wer so produziert, produziert nicht mehr.

Und während Fabriken schliessen, steigen Gold- und Silberpreise. Nicht, weil Edelmetalle magisch wertvoller geworden wären, sondern weil Geld entwertet wird. Ein historisch zuverlässiges Zeichen. Immer wenn Währungen sterben, glänzt plötzlich das Metall. Man kann das ignorieren. Man kann aber auch Geschichte lesen.

Was stattdessen aufgebaut wird, ist ein digitales Gesamtsystem. Satelliten decken jeden Quadratmeter Erde ab. Netzverfügbarkeit überall, jederzeit. Nicht aus Romantik, sondern weil autonome Systeme ohne permanente Verbindung schlicht nicht funktionieren. Selbstfahrende Autos, Drohnen, Robotik. Das alles benötigt Kontrolle, Koordination und Durchgriff. Freiheit ist da eher ein Kollateralschaden.

Besonders hübsch wird es bei der Haftung. Denn hier liegt das eigentliche Machtzentrum der Zukunft. Roboter kennen keine Schuld. Sie empfinden nichts, verstehen keine Moral, handeln nach Wahrscheinlichkeiten. Wenn ein humanoider Roboter jemanden verletzt, haftet er nicht. Also haftet jemand anderes. Hersteller oder Nutzer. Und genau hier entscheidet sich, wer den Markt beherrscht. Kleine Anbieter können sich das Risiko nicht leisten. Übrig bleiben wenige Konzerne mit tiefen Taschen. Wettbewerb erledigt sich von selbst.

Die Lösung liegt auf der Hand: Zustimmung. Wer zustimmt, haftet. Wer nicht zustimmt, bleibt draussen. Das Prinzip ist bekannt. Man nennt es Verantwortung delegieren. In Wahrheit ist es Machtauslagerung. Freiheit wird zur Lizenz, die jederzeit entzogen werden kann.

Politik könnte regulieren. Theoretisch. Praktisch scheitert sie bereits daran, das Problem zu verstehen. Gesetzgebung ist linear, Technologie exponentiell. Das nennt man «Liability Lag». Während Parlamente debattieren, hat die nächste Generation Software bereits den Markt übernommen. Juristen arbeiten mit Word und Excel, während sie versuchen, Systeme zu regeln, die sich selbst weiterentwickeln. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Nichts.

Also bleibt nur ein Ausweg: Kontrolle durch Technik selbst. Ironischerweise. Eine offene, transparente, überprüfbare KI, die staatliches Handeln überwacht, statt umgekehrt. Eine Idee, die sofort als utopisch abgetan wird, weil sie Macht verschieben würde. Und Macht gibt man bekanntlich nur unter Zwang ab. Oder nach einem Krieg.

Denn Kriege waren historisch immer Systemtrenner. Kaiserreiche, Währungen, Gesellschaftsordnungen. Dazwischen Blut, Angst, Ausnahmezustand. Danach Neuordnung. Wer glaubt, dass es dieses Mal anders läuft, hat entweder ein sehr kurzes Gedächtnis oder ein sehr langes Vertrauen. Angst macht Menschen zustimmungsfähig. Das hat man gelernt. Und man wird es wieder nutzen.

Die digitale ID wird nicht eingeführt, weil Menschen sie wollen, sondern weil sie in einem Ausnahmezustand als Lösung erscheint. Sicherheit gegen Chaos. Ordnung gegen Angst. Kontrolle gegen Freiheit. Ein fairer Deal, wenn man panisch genug ist.

Natürlich gibt es Widerstand. Bewegungen, die Technologie pauschal verteufeln, Tech-Unternehmer als Feindbilder markieren und jeden, der über KI spricht, zum Verräter erklären. Verständlich, aber wirkungslos. Die Technologie verschwindet nicht. Sie wird höchstens anderen überlassen.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob das neue System kommt. Es kommt. Die Frage ist, ob analoge Freiheit ein Grundrecht bleibt oder zur nostalgischen Erinnerung wird. Ob man aussteigen darf, ohne bestraft zu werden. Ob Zustimmung freiwillig bleibt oder zur Eintrittskarte ins Leben wird.

Bis dahin gilt: Geniessen, was noch analog ist. Spazieren gehen. Denken ohne Update. Mensch sein ohne Verifikation. Denn das System wird vorbereitet. Die Menschen werden es nicht wollen. Aber das hat noch nie gereicht, um etwas aufzuhalten.

Der Abriss läuft. Und wie immer steht das Gerüst schon, bevor jemand gefragt hat, ob er renovieren wollte…

Tom Lausen packt aus: „Das alte System ist ERLEDIGT!“ - Das kommt JETZT! (KI, Roboter & Haftung)
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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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