Sechs Jahre. Sechs Jahre sind vergangen seit dem grössten gesellschaftlichen Experiment der Nachkriegsgeschichte. Und was hat die Demokratie seither geleistet? Eine Enquetekommission ohne Untersuchungsrecht. Parlamentarische Debatten, die niemand sendet. Und den stummen Konsens, dass man das alles lieber nicht zu laut benennen sollte. Dr. Wolfgang Wodarg benennt es trotzdem. Der Lungenfacharzt, ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Kritiker der ersten Stunde nennt das, was zwischen 2020 und 2022 in Deutschland stattgefunden hat, beim Namen: «Das war ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Ein Experiment, wo man die Bevölkerung geopfert hat.»
190 Millionen Spritzen allein in Deutschland. Nicht alle mit identischem Inhalt – die Chargen variierten, die Nebenwirkungen auch. Myokarditis hier, Thrombosen da, neurologische Schäden dort. Verteilt und verdünnt, damit nicht alle gleichzeitig krank wurden. Damit das Muster unsichtbar blieb. Für die Restschäden lieferte man dann passenderweise eine Sammeldiagnose: Long Covid. Praktisch, nicht wahr?
Wer an Europakarten zweifelt: Deutschland ist die dunkelste Stelle auf der Europakarte der Übersterblichkeit ab 2022. Schweden, das Land, das den Irrsinn weitgehend mitspielte und trotzdem kaum Übersterblichkeit verzeichnet, bildet den skurrilen Kontrast. Wodarg stellt die naheliegende Frage: Was, wenn nicht jede Spritze dasselbe enthielt? Was, wenn die NATO-Logistik – die bis Mai 2022 über das Sanitätszentrum in Quarkenburg die gesamte Impfkampagne in Deutschland koordinierte – genau wusste, was wohin ging? Die Bundeswehr hat jedenfalls Chargenregistrierungen. Die elektronische Patientenakte wird sie bald mit Beschwerdebildern verknüpfen. Zusammen mit KI liesse sich daraus eine klinische Studie mit 190 Millionen Probanden rekonstruieren. Eine Studie, der niemand zugestimmt hat.
Aber von vorne. Wer glaubt, Corona sei aus dem Nichts gekommen, versteht das System nicht. Wodarg versteht es seit der Vogelgrippe. Damals fuhr er nach Genf, sprach mit dem WHO-Abteilungsleiter und bekam statt wissenschaftlicher Belege eine CD mit Reklame für Tamiflu. Das Patent gehörte einer Firma, deren CEO zuvor Donald Rumsfeld war. Die WHO empfahl das Mittel trotzdem. Oder genau deshalb.
Die Mechanik ist simpel und wurde seither perfektioniert: Man verkauft Medikamente nicht mehr mühsam über Ärzte und Apotheken. Man geht zur Regierung, erklärt eine Gefahr und die Regierung kauft für Hunderte Millionen ein. Das haben sie mit der Vogelgrippe geübt. Mit der Schweinegrippe verfeinert. Mit Corona industrialisiert. Im August 2009 wurde nebenbei – mitten im Bundestagswahlkampf und während die Schweinegrippe die Schlagzeilen dominierte – das deutsche Arzneimittelgesetz stillschweigend geändert: Drei Wörter wurden eingefügt, sodass plötzlich auch die Gabe von Nukleinsäuren als «Impfung» galt. Die Grundlage für die mRNA-Kampagne war gelegt, während niemand hinschaute. Auch Wodarg nicht – er gibt es offen zu.
Die FDA liess man aussen vor. Die mRNA-Präparate liefen nicht als Arzneimittel. In den USA wurden sie unter Emergency Use Authorization als Biowaffe zugelassen – ein Status, der reguläre Zulassungsverfahren umgeht. Die FDA sagt dazu selbst, die Sache sei an ihr vorbeigegangen.
Und die WHO? Wodarg formuliert es so: «Die WHO ist eine Agentur zur Vorbereitung und Begleitung von Insidergeschäften.» Wer die Aktien kauft, bevor Angst gemacht wird, verdient. Wer Angst macht, bestimmt den Kurs. Novo Nordisk und Ozempic sind das aktuelle Lehrstück: Die Tagesschau verkündet die Adipositas-Pandemie, die WHO klassifiziert Übergewicht als Non-Communicable Disease, die Aktie steigt. Das Spiel ist dasselbe. Nur der Wirkstoff wechselt.
Inzwischen hat Oracle-Chef Larry Ellison dem Publikum die nächste Bühne erklärt: Krebsdiagnostik per PCR aus einem Tropfen Blut, massgeschneiderte mRNA-Therapie für jeden. Genial, wäre da nicht der kleine Umstand, dass jeder Mensch täglich Millionen von Krebszellen produziert, die das Immunsystem routinemässig aussortiert. Ein PCR-Test findet also immer, was er sucht. Und ein gefundener Krebs benötigt eine Therapie. 500 Milliarden Dollar stellt das Stargate-Projekt bereit. Uğur Şahin verlässt BioNTech, um eine neue mRNA-Firma aufzubauen. 120 mRNA-Präparate sind laut Verband forschender Arzneimittelhersteller in der Pipeline, auch für Kinder. Man ist busy.
Was macht die Demokratie derweil? Sie enquetiert. Die Coronaaufarbeitung im Bundestag ist kein Untersuchungsausschuss – sie hat keine Befugnisse, keine Justiziabilität, keine Konsequenzen. Kritische Fragen von Tom Lausen oder Stefan Homburg werden nicht beantwortet, sondern abgewürgt. Das Ergebnis wird in der Tagesschau selektiert. Das Muster kennt Wodarg: «Das sind die Institutionen, die uns das Ganze zugemutet haben. Die werden sich nicht selbst belasten.»
Hinzu kommt: Wer die Richterkarrieren bestimmt, bestimmt die Urteile. Wer das Bundesverfassungsgericht besetzt, bestimmt, was verfassungswidrig ist. Wer die Staatsanwälte per Justizminister anweisen kann, bestimmt, was ermittelt wird. Die Gewaltenteilung ist kein Schutzmechanismus mehr. Sie ist Dekoration.
Wodargs Schlussfolgerung ist so unbequem wie folgerichtig: Aufarbeitung kann nicht von oben kommen. Sie muss dort stattfinden, wo das Verbrechen stattfand – beim Hausarzt, im Gesundheitsamt, beim Landrat, im Altenheim. Subsidiär, überschaubar, transparent. Gallische Dörfer statt globaler Bewegungen. Direktkandidaten statt Parteilisten. Demokratie, die von unten wächst, weil sie nur dort gedeiht.
Die Nürnberger Prozesse, erinnert Wodarg, waren auch nur eine Show. Danach wurden manche der Beteiligten Ärztekammerpräsidenten. Geschichte ist lehrreich. Für alle Seiten.








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