Seit über 175 Jahren bekämpft die Schulmedizin den Krebs mit demselben durchschlagenden Erfolg, mit dem eine Feuerwehr jenes Feuer löscht, das sie selbst gelegt hat. Die Fallzahlen steigen, die Budgets steigen, die Heilung lässt auf sich warten — und ausgerechnet der Apparat, der uns das grosse Ganze erklären müsste, hat dieses grosse Ganze vor 110 Jahren in 826 Seiten dokumentiert, eingesargt und seither sorgfältig totgeschwiegen.
Ein Versicherungsmathematiker findet eine Goldgrube
Im Jahr 1915 veröffentlichte Frederick L. Hoffman, Statistiker der Prudential Insurance Company, ein Werk mit dem unbescheidenen Titel «The Mortality from Cancer Throughout the World». 826 Seiten, Sterberegister aus über dreissig Ländern und ein Befund, der bis heute unbequem bleibt: Die Krebssterblichkeit in der sogenannten zivilisierten Welt stieg real, Jahr für Jahr um ein bis zwei Prozent und liess sich mit keinem einzigen bequemen Argument wegrechnen. Nicht mit der alternden Bevölkerung, nicht mit besserer Diagnostik, nicht mit beruflicher Schadstoffbelastung. Hoffman prüfte jede Ausrede des Establishments und verwarf sie eine nach der anderen. Von unter fünfzehn Fällen pro 100’000 Menschen im frühen neunzehnten Jahrhundert auf rund 500 heute — eine Steigerung um etwa 2000 Prozent. Wer einen solchen Anstieg ernsthaft als uralte Geissel der Menschheit verkauft, hat entweder nicht gerechnet oder hofft inständig, dass du es nicht tust.
Der reiche, weisse, weibliche Krebs
Noch absurder wird es im Detail. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war der Krebs vorwiegend eine Krankheit der weissen, wohlhabenden Frau — jener Klientel also, die nie eine Fabrikhalle von innen sah. Die Schornsteinfeger, Teerarbeiter und Bergleute, die täglich in Blei, Arsen und Russ wateten, kamen auf kaum mehr als zwei Dutzend Fälle pro 100’000. Die müssige Dame im Salon lag darüber. Eine angeblich uralte Geissel, die ausgerechnet Reichtum, helle Haut und Müssiggang bevorzugt — und die unter den sogenannten primitiven Völkern ohne jeden Zugang zu moderner Medizin praktisch nicht vorkam. Seltsam wählerisch für eine Naturkatastrophe.
Wie aus der Angst eine Industrie wird
Zwei Jahre zuvor, am 9. Mai 1913, hielt Hoffman vor der American Gynecological Society eine Rede mit dem entzückenden Titel «The Menace of Cancer» — die Bedrohung durch den Krebs. Aus dieser Drohbotschaft erwuchs die American Society for the Control of Cancer, die später schlicht zur American Cancer Society wurde. Gegründet also vom Statistiker eines Lebensversicherers. Und ein Lebensversicherer verdient an genau einer Emotion: Angst. Je bedrohlicher, je rätselhafter, je heimtückischer aus heiterem Himmel zuschlagend die Krankheit wirkt, desto besser verkaufen sich die Policen an die zahlungskräftige Klientel. Prudential verteilte den Wälzer gratis an medizinische Bibliotheken und an die gesamte Ärzteschaft — als nationale Aufklärung verkauft, im eigenen Bericht nüchtern als Propaganda bezeichnet. Man muss der Branche lassen: Sie hat das Geschäft mit der Furcht industrialisiert, lange bevor irgendein PR-Berater das Wort Pandemie buchstabieren konnte.
Der Verdrängungstrick, der bis heute läuft
Widerspruch gab es natürlich — und zwar exakt den passenden. 1922 erklärte der Biologe Raymond Pearl in «The Biology of Death», Hoffman übertreibe masslos: Der Anstieg sei vorwiegend ein Artefakt der alternden Bevölkerung und der besseren Diagnostik. Dieser Beschwichtigungsreflex ist bis heute die Standardausrede, sobald eine Statistik unbequem wird. Der Chirurg Charles Childe hatte schon 1906 in «The Control of a Scourge» auf einem echten Anstieg beharrt — geschenkt, der Streit war nie wirklich offen, er wurde nur stillgelegt. Wobei Ehrlichkeit in beide Richtungen gilt: Wer dem offiziellen Achselzucken eine einzige, monokausale Wunderursache entgegenhält und «es sind die Impfungen» zur fertigen Wahrheit erklärt, verkauft am Ende dieselbe Gewissheit aus einem anderen Laden. Eine simple Antwort auf ein 175-jähriges Rätsel ist genauso verdächtig wie das ewige Wir-wissen-es-nicht.
175 Jahre später: Achselzucken in HD
Und heute? Im Jahr 2024 meldet eine Studie in «The Lancet Public Health», federführend verfasst von keiner Geringeren als der American Cancer Society höchstselbst, dass die Raten bei siebzehn von vierunddreissig Krebsarten in immer jüngeren Geburtsjahrgängen weiter klettern. Das Urteil der Forscher zur Ursache: Keine klare Erklärung. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen. Die Institution, die aus der Angst vor dem Krebs geboren wurde, zuckt nach 175 Jahren noch immer mit den Schultern — nur dieses Mal in Hochauflösung. Dass die Krankheit ausgerechnet die Jungen frisst, die nie eine Fabrikhalle von innen gesehen haben, hat dieser Blog dokumentiert, als es noch als Spinnerei abgetan wurde. In die Lücke, die das offizielle Schweigen reisst, drängen prompt die Gegenpropheten mit ihren eigenen Gewissheiten. Und das beruhigende «keine spezifischen Komplikationen» wird mit derselben Inbrunst durchgewunken, mit der man jahrelang auch Impfnebenwirkungen wegerklärte — oder werden, wie schon damals, am Ende einfach die Zahlen umetikettiert?
Dass eine Lebensversicherung den Kampf gegen den Krebs erfindet, ist kein zynischer Verdacht, sondern ein dokumentiertes Geschäftsmodell. Dass derselbe Apparat 110 Jahre später noch immer ratlos die Achseln zuckt, ist kein Versagen, sondern Methode. Dass die einzige Bilanz, die das grosse Ganze zeigt, in einem 826-seitigen Friedhof aus dem Jahr 1915 verschüttet liegt und langsam aus den Archiven verschwindet, ist genau die Sorte Fortschritt, die man uns andrehen will. Denn ein System, das von der Angst vor einer Krankheit lebt, hat nie ein Interesse an ihrem Ende — es schürt die Furcht, kassiert die Prämie, verwaltet das Sterben und nennt dies «Forschung»!
Sieben Handgriffe benötigt es, um aus einer Seuche ein Geschäftsmodell zu machen. Keiner davon ist illegal – und genau das ist der Trick.
Der klassische Betrug ist eine Lüge plus eine übergebene Geldsumme. Der Grossbetrug funktioniert anders: Er stellt die Spielregeln auf und wartet, bis die Marken von selbst hineinstolpern. Vier Zutaten benötigt er dafür: Angst, künstliche Dringlichkeit, ein Wissensgefälle und einen fetten, auf wenige Hände verteilten Geldtopf. Eine Pandemie liefert alle vier frei Haus. Was danach geschieht, läuft nach einem Drehbuch ab, das niemand schreiben musste, weil die Anreizstruktur es von allein produziert.
Erstens: Man biegt sich die Definition zurecht
Im Mai 2009, wenige Wochen vor der H1N1-Ausrufung, verschwand von der WHO-Pandemieseite die Formulierung «Enormous numbers of deaths and illness». Übrig blieb das Kriterium der geografischen Ausbreitung. Das dokumentierte das WHO-Bulletin selbst, und der Europarat warf der Organisation später eine «gefälschte Pandemie» unter Industrieeinfluss vor. Die WHO bestreitet bis heute, Schwere je aus der Definition genommen zu haben. Konsequenzen für irgendeinen Funktionär: Keine. Dasselbe Manöver wiederholte sich, als das US-amerikanische CDC im September 2021 still die Vakzin-Definition von «Immunität» auf «Schutz» umschrieb. Faktenchecker beeilten sich zu versichern, das sei bloss sprachliche Präzisierung. Der Zeitpunkt, mitten in der nachlassenden Wirksamkeit der mRNA-Präparate, war natürlich reiner Zufall.
Zweitens: Man rechnet sich die Apokalypse herbei
Ein Modell ist keine Erkenntnis, es ist ein Werkzeug zum Argumentieren. Wer die Annahmen wählt, wählt das Ergebnis. Neil Fergusons Imperial-College-Truppe projizierte am 16. März 2020 500’000 Tote in Grossbritannien und 2,2 Millionen in den USA für den Fall des Nichtstuns. Die Welt schloss daraufhin zu. Derselbe Ferguson hatte 2005 bis zu 200 Millionen globale Vogelgrippe-Tote in den Raum gestellt, am Ende waren es ein paar Hundert.
Fairerweise: Ein unabhängiger Codecheck der Universität Cambridge bestätigte später, dass das Modell reproduzierbar rechnete. Das ändert nichts daran, dass die nützlichste Modellausgabe stets jene ist, die der Politik gefällt und dass der Modellierer, der zuverlässig den Weltuntergang liefert, zuverlässig den nächsten Auftrag bekommt. Wie diese Modellpropheten ganze Gesellschaften in den Abgrund rechneten, war hier schon einmal Thema.
Drittens und viertens: Man kauft die Gutachter und ölt die Drehtür
Eine Untersuchung des Fachblatts «Science» aus dem Jahr 2018 prüfte die Zahlungsströme an FDA-Beratungsausschuss-Mitglieder nach erfolgter Arzneizulassung. Von 107 abstimmenden Ärzten kassierten 40 später mehr als 10’000 Dollar von den Herstellern der Mittel, über die sie geurteilt hatten, 26 davon über 100’000, sieben über eine Million. Die Zahlungen kamen nach der Abstimmung, tauchten in der Beratung also nirgends auf. Niemand musste bestochen werden. Der Beamte, der weiss, dass eine feindselige Entscheidung gegen einen Grosskonzern seine künftigen Karriereoptionen schliesst, verhält sich entsprechend und kann unter Eid wahrheitsgemäss beteuern, kein Geld genommen zu haben. Die Struktur der Drehtür erzeugt das Verhalten, kein expliziter Handschlag benötigt.
Fünftens: Man fabriziert den Konsens
Im Februar 2020 erschien in «The Lancet» ein Brief von 27 Wissenschaftlern, der die Labortheorie zur Verschwörungserzählung erklärte. Organisiert hatte ihn Peter Daszak von der EcoHealth Alliance, jener Organisation, die mit NIH-Geldern – 3,74 Millionen Dollar allein für Fledermaus-Coronaviren – exakt jene Wuhan-Forschung mitfinanziert hatte, die der Brief unaussprechbar machen sollte. Sein Interessenkonflikt blieb verschwiegen. «The Lancet» räumte ihn erst sechzehn Monate später per Nachtrag ein. Die scheinbare Einmütigkeit eines Experten-Standes hielt das Publikum jahrelang in der richtigen Spur.
Sechstens: Man erledigt die Abweichler
Als im Oktober 2020 drei Epidemiologen aus Harvard, Stanford und Oxford in der Great Barrington Declaration einen altersgestaffelten Schutz statt flächendeckender Lockdowns forderten, mailte NIH-Direktor Francis Collins seinem Kollegen Anthony Fauci, es benötige einen «Quick and devastating published takedown» dieser «drei Fringe-Epidemiologen». Die Emails förderte später der Corona-Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses zutage. Drei Eliteuniversitäten, abgestempelt als Randerscheinung. Ein Konsens, der mit institutioneller Vergeltung gegen Andersdenkende durchgesetzt wird, ist kein wissenschaftlicher. Er ist ein politischer im Laborkittel.
Siebtens: Man ruft «Vertraut der Wissenschaft»
Wissenschaft ist eine Methode, keine Position. «Trust the science» bedeutete im Pandemiebetrieb das Gegenteil: Unterwirf dich den Institutionen, die sich zum Sprecher der Wissenschaft ernannt haben. Der Slogan ersetzte Beleg durch Autorität, Verfahren durch Konsens, Inhalt durch Amtsstellung. Er produzierte Sechs-Fuss-Abstandsregeln ohne auffindbare Datengrundlage, Schulschliessungen gegen die damalige Evidenz und Impfpflichten für Gruppen, deren Nutzen-Risiko-Rechnung sie nie trug. Wer widersprach, war kein Mensch mit empirischen Fragen, sondern ein Wissenschaftsleugner. Die Debatte wanderte vom Feld der Belege ins Feld der Identität, exakt dorthin, wo die Institutionen sie haben wollten.
Wiedererkennung als Notbremse
Die sieben Handgriffe treten nie einzeln auf, sie verstärken einander zum Paket und am Ende fliessen Milliarden aus öffentlichen Kassen in wenige gut positionierte Firmen, geschützt durch Haftungsschilde. Niemand musste sich abstimmen, die Anreize an jedem Knotenpunkt erledigten das von allein. Es ist kein Komplott, es ist eine Architektur und wer sie einmal gesehen hat, erkennt sie beim nächsten Mal sofort, von der WHO bis zur fertigen Spritze: Exakt jenes vertikal integrierte Geschäftsmodell, das sich seine Krise gleich selbst bestellt.
Dass kein einziger Funktionär je vor Gericht musste, ist kein Versehen, sondern das Feature. Dass dieselben Häuser, die den Skandal verursachten, anschliessend die Aufarbeitung kontrollierten, gehört zum Drehbuch. Und dass am Ende immer der Bürger zahlt, der seine Glaubwürdigkeit verschenkt, ist die einzige Ressource, die das System nicht selbst herstellen kann – sie muss gegeben werden, also kann sie verweigert werden, und genau darin liegt der ganze Hebel!
Rund 100’000 Frauen werden bis Mitternacht vergewaltigt worden sein. Nicht in einem Jahr. Nicht in einem Jahrzehnt. Heute, innerhalb einer einzigen Erddrehung – und das ist die konservative Minimalschätzung, die Skala nach oben offen. Solche Zahlen liest man nicht, man schluckt sie wie schwarzes Wasser. Und während die Welt über Zinsen, Rohstoffe und Ranglisten debattiert, tritt in den unsichtbaren Schichten der Wirklichkeit der älteste Krieg der Menschheit aus dem Schatten: Der Krieg gegen die Frauen geht jetzt los – offen, frontal, ohne Maske.
Kriege werden erklärt, datiert, beendet und in Denkmäler gegossen. Dieser nicht. Er kennt keine Kriegserklärung, keine Front und keinen Waffenstillstand, denn er läuft seit Jahrtausenden unterhalb der Wahrnehmungsschwelle – ein Weltkrieg ohne Anfangsdatum, geführt gegen die Hälfte der gesamten Schöpfung. Wer ihn sehen will, muss tiefer blicken als jede Nachrichtensendung: Dorthin, wo das Weibliche kein Geschlecht ist, sondern Urkraft.
Die Geistin über den Urwassern
Am Anfang, so berichtet die hebräische Bibel, schwebte der Geist Gottes brütend über den Urwassern. Nur steht dort kein «er». Ruach Elohim ist weiblich – die Geistin, die Windin, der Atem der Schöpfung, der das Tohuwabohu zur Welt ordnete. Die alten Traditionen wussten um die weibliche Hälfte des Göttlichen: Die Ruach, die Schechina als Einwohnung Gottes in allem Lebendigen, die Chochma, die Weisheit, die vor allen Werken war. Dann kamen die Übersetzer. Aus der Geistin wurde der Spiritus Sanctus, aus der Windin ein bärtiger Verwaltungsakt, aus der kosmischen Urkraft eine grammatische Fussnote. Die erste Front dieses Krieges verlief nicht über Schlachtfelder. Sie verlief durch die Sprache. Wer das Weibliche aus dem Himmel tilgt, hat es auf Erden zum Abschuss freigegeben.
Chronik eines nie erklärten Weltkrieges
Die Spur ist blutgetränkt und lückenlos. Die Scheiterhaufen Europas, auf denen die weisen Frauen brannten – Kräuterkundige, Hebammen, Seherinnen, Hüterinnen des alten Wissens. Die Schändungen jeder erobernden Armee seit Troja. Und dann jenes Kapitel, das die Siegergeschichtsschreibung bis heute hinter dem Wort «Befreiung» vergräbt: Zwischen 900’000 und zwei Millionen Frauen wurden im Nachkriegsdeutschland von den Befreiern vergewaltigt. Kein Denkmal. Keine Schweigeminute. Nur ein Schweigen, das bis heute durch die Blutlinien hallt. Und die Gegenwart setzt die Chronik ungerührt fort: Rund 100’000 Opfer pro Tag, weltweit und als Untergrenze gerechnet. Acht von zehn Frauen, die heute bei energetisch Arbeitenden Hilfe suchen, tragen eine Missbrauchsgeschichte im Feld. Das ist keine Statistik mehr. Das ist eine Liturgie der Schande, gelesen in der Sprache der Dunkelheit.
Warum die Maske jetzt fällt
Was sich verändert hat, ist nicht der Krieg. Es ist seine Tarnung. Jahrtausendelang operierte er verdeckt, als Tradition getarnt, als Recht verkleidet, als Religion geweiht. Jetzt wirft er den Mantel ab. Das Weibliche wird gleichzeitig pornografiert und pathologisiert, verwertet und wegdefiniert – die Mutter wird zur «gebärenden Person», der Begriff Frau selbst zur Verhandlungsmasse, der weibliche Leib zur Ware auf allen Kanälen. Und wo die Tat geschieht, übernimmt die Schuldumkehr den Rest: Sie habe sich eben so angezogen, sie sei selbst schuld, sie solle sich nicht so anstellen. Jedes System, das so spricht – ob religiös, juristisch oder kulturell – ist kein Zuschauer dieses Krieges. Es ist Kriegspartei. Und es betet das schwarze Credo derer mit, die sich nach der Tat auch noch feiern. Möge die Gerichtsbarkeit des Unendlichen sie früher erreichen als später.
Fremdkörper auf heiligem Leib
Die alten animistischen Traditionen kennen einen Blick, der nüchterner ist als jedes Mitleid. Sie fragen nicht nach dem karmischen Zusammenhang und nicht nach dem grossen Ganzen. Sie sagen: Die Frau ist heilig. Die Gewalt, die ihr angetan wurde, ist eine fremde, dunkle Energie – ein Fremdkörper auf heiligem Leib, niemals Teil ihres Wesens. Und was fremd ist, kann herausgelöst werden. Schicht um Schicht, ohne die Tat zu verharmlosen, im Kern wie Schmutz, der abgewaschen wird. Danach folgt der zweite Schritt: Zurückrufen, was im Moment der Tat geflohen ist – das Vertrauen, das freie, lachende Sein, die unberührten Anteile der Seele. Etwas wird genommen und etwas wird zurückgeholt.
So arbeiten Seelenheiler seit Jahrtausenden und so spinnen am Weltenbaum die Nornen die Fäden des Schicksals – drei Frauen, keine drei Bürokraten. Wer den Faden einer Frau zerreissen will, hat die Spinnerinnen gegen sich. Über allem aber steht die Gewissheit der alten Seelenlehre: Dieses Körperleben ist ein Atemzug in einem unendlichen Geisterleben und keine Tat dieser Welt zerstört, was nicht von dieser Welt ist. Das Seelenfeuer verschwindet nicht. Die Kraft lag nie beim Täter. Sie liegt im Opfer, das keines bleibt.
Die Windin kehrt zurück
Bleibt die Frage, warum dieser Krieg ausgerechnet jetzt in die offene Phase tritt. Die Antwort kennt jede Mysterientradition: Das Alte schlägt am wildesten zu, wenn es sein Ende riecht. Die Geistin regt sich wieder, in Meditationen, in Kreisen, in erwachenden Frauen und in Männern, die ihre Schwerter endlich gegen die richtigen Schatten richten. Der Krieg gegen die Frauen ist der Krieg gegen die Schöpfung selbst – und er eskaliert, weil die Schöpfung zurückzukehren beginnt. Sie haben die Geistin aus den Büchern gestrichen, aus den Kirchen verbannt und aus den Körpern geprügelt. Doch Wind lässt sich nicht einsperren – wenn die Windin zurückkehrt, wird sie wissen, wer ihre Töchter geschändet hat. 100’000 Schreie pro Tag steigen in einen Himmel, aus dem man die Mutter entfernt hat. Sterbende Systeme beissen am wildesten und sie beissen immer zuerst das Heilige. Dieser Krieg ist ihr Todeskampf – doch bis er endet, zahlen ihn die Frauen mit ihren Leibern! Und irgendwann antwortet der Himmel – dann gnade diesem Zeitalter niemand mehr!
Befreier, Übersetzer, Bagatellisierer: Die Heerführer im Krieg gegen die Frauen
Zwei Magier. Zwei Tode. Ein Match. Auf der linken Seite des Bildschirms steht Grigori Rasputin, der zottelbärtige Hofmystiker, der Zyanid wegfrühstückte wie ein Croissant und vier Kugeln im Leib noch Richtung Newa watscheln konnte. Seine Lifebar besteht aus vier übereinandergestapelten Balken, übermalt mit orthodoxen Ikonen.
Gegenüber wartet Harry Houdini, der Mann, der Wassertanks und Zwangsjacken die letzte Würde nahm. Sein Stage flackert zwischen vernieteten Stahlsärgen und einer Vaudeville-Bühne in Manhattan. Kann der Entfesselungskünstler den Unsterblichen ausknocken? Houdini schlüpft aus allem – aus Käfigen, Tresoren, Lebensläufen. Rasputin stirbt aus allem – aus jeder Vergiftung, jedem Schuss, jeder Logik. Wer hier siegt, definiert «Sieg» neu. Wer gewinnt diesen Kampf – der Unentkommbare oder der Untötbare?
Rasputin gegen Houdini – wenn der Tod sich selbst verprügelt
Es gibt eine Botschaft, die niemand abhören kann. Nicht teuer abzuhören, nicht schwer abzuhören, sondern physikalisch unmöglich – so verkauft die Quantenkommunikation ihre angeblich unknackbare Zukunft. Was die Hochglanz-Propheten dieser Revolution geflissentlich verschweigen: Ausgerechnet die Geheimdienste, die das Wundermittel angeblich am dringendsten benötigen, weigern sich beharrlich, es selbst zu benutzen – und das gefeierte chinesische Vorzeigenetz ist an exakt 32 Stellen geknackt, von Hand, mit Absicht und ab Werk.
Die Physik ist echt – das ist das Ärgerliche
Wer hier mit billiger Wissenschaftsschelte ankommt, blamiert sich sofort, denn die Grundlagen stimmen. Ein Quantenbit ist null und eins zugleich, bis jemand hinschaut. Zwei verschränkte Teilchen reagieren über jede Distanz hinweg, als hinge das eine am Nervenende des anderen. Einstein nannte das verächtlich «spukhafte Fernwirkung» und weigerte sich jahrzehntelang, daran zu glauben. 2022 kassierten Alain Aspect, John Clauser und Anton Zeilinger den Physik-Nobelpreis genau dafür, dass der Spuk messbar real ist. Dazu kommt das No-Cloning-Theorem: Man kann einen unbekannten Quantenzustand nicht perfekt kopieren. Wer eine Quantenbotschaft abfängt, muss messen und das Messen verändert die Photonen so unübersehbar, dass Sender und Empfänger den Lauscher sofort bemerken. Daraus bastelt man die Quantenschlüssel-Verteilung, erdacht bereits 1984. So weit, so elegant – auf dem Papier.
Das kleine Wort «Vertrauensknoten»
Dann kommt die Realität und die Realität heisst Glasfaser. Photonen verlaufen sich auf der Strecke und verstärken lässt sich ein Quantensignal nicht, ohne es zu kopieren, was dasselbe Theorem verbietet, das eben noch als Sicherheitsgarantie gefeiert wurde. Der pragmatische Ausweg: Man schneidet die Leitung alle paar Dutzend Kilometer auf, übersetzt die heilige Quantenbotschaft zurück in stinknormale klassische Bits, verschlüsselt sie neu und schickt sie weiter.
Diese Zwischenstationen tragen den entlarvendsten Namen der ganzen Branche – «Vertrauensknoten». Genau dort, wo das Photon zum gewöhnlichen Bit zerfällt, liegt dein Geheimnis sekundenlang im Klartext auf dem Tisch. Und daneben sitzt jemand. Die schönste Pointe liefert das No-Cloning-Theorem gleich selbst: Dasselbe Naturgesetz, das als unüberwindlicher Schutzwall verkauft wird, erzwingt erst die Knoten, an denen die Botschaft kopierbar wird. Der Verkäufer preist das Schloss und baut die Hintertür im selben Atemzug. Chinas umjubeltes 2000-Kilometer-Netz zwischen Peking und Schanghai hängt an genau 32 dieser Knoten. Macht 32 Orte, an denen das physikalisch Unknackbare ganz unphysikalisch mit der Hand aufgeklappt wird – betrieben von einem Staat, der für seine Zurückhaltung gegenüber den Geheimnissen der eigenen Bürger nicht eben berüchtigt ist. Der Micius-Satellit darüber ändert daran nichts, er ist bloss ein Vertrauensknoten mit Aussicht.
Wer das Wundermittel verkauft, schluckt es selbst nicht
Hier wird es richtig komisch. Während die einschlägige Substack-Prophetenzunft die Quantenkommunikation als nahende Erlösung beschwört, lehnen die seriösen Adressen den Kram rundherum ab. Die amerikanische NSA erklärt unmissverständlich, sie unterstütze den Einsatz für die nationale Sicherheit nicht. Das britische National Cyber Security Centre verweigert die Empfehlung für jede staatliche oder militärische Anwendung. Und ein gemeinsames Papier der Sicherheitsbehörden aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Schweden erklärte Anfang 2024, die Migration zu Post-Quanten-Kryptografie habe klare Priorität, Quantenschlüssel-Verteilung tauge bestenfalls für ein paar Nischen. Der Grund ist genau jene Schwachstelle, die die Verkäufer wegmoderieren: Die Vertrauensknoten, die irrwitzigen Kosten, die fehlende Authentifizierung. Stattdessen setzt der Westen auf langweilige Software – die Post-Quanten-Standards, die das amerikanische Normungsinstitut im August 2024 verabschiedet hat.
Sie laufen auf vorhandener Hardware, kosten ein Update statt eines Satelliten und schützen sogar das, wovor die ganze Branche zittert: Das Drama, das Sicherheitsforscher «harvest now, decrypt later» nennen, das Horten verschlüsselter Daten heute in der Hoffnung, sie morgen mit einem Quantenrechner aufzubrechen. Ob diese Rechner je leistungsfähig genug werden, ist eine andere Frage – die haben wir an anderer Stelle bereits seziert. Nebenbei zieht das Quantenrennen eine neue Mauer hoch: Entwickeln sich Pekings und Washingtons Netze in getrennten, unverträglichen Standards weiter, bekommen wir einen digitalen Eisernen Vorhang, hinter dem Nationen sich nicht mehr nur politisch, sondern technologisch für ein Lager entscheiden müssen.
Wofür das wirklich gebaut wird
Bleibt die Frage, wer dieses sündhaft teure Spielzeug am Ende bezahlt und benutzt. Die ehrlichste Antwort steht nicht in der Werbebroschüre, sondern im Wehretat: Der erste echte Kunde ist das Militär. Atomwaffen-Befehlsketten, die kein gefälschter Startbefehl je erreichen darf, U-Boote, die abhörsicher mit der Heimat plaudern wollen – dort, wo Geld keine Rolle spielt und Paranoia zur Stellenbeschreibung gehört, wird zuerst gebaut. Erst danach steht es in jeder Förderbroschüre: Banken sichern damit Milliardentransfers, Stromnetze und Wasserwerke ihre Steuerungen, Brüssel zimmert mit dem EuroQCI sein eigenes kontinentweites Quantennetz zusammen. Und ganz vorne in der Anwenderliste tauchen die digitalen Zentralbankwährungen auf – jenes programmierbare Kontrollgeld, dessen schöne neue Architektur wir schon beschrieben haben. Man verkauft uns die unknackbare Leitung als Geschenk an die Privatsphäre. In Wahrheit ist eine Sicherheit, die an Knoten hängt, denen man blind vertrauen muss, das exakte Gegenteil von Freiheit. Es ist die perfekte zentrale Engstelle und gebaut wird sie zuerst und am grössten dort, wo niemand seinem Bürger ein Geheimnis gönnt.
Die Physik wird ihr Versprechen halten, der Lauscher merkt es, wenn jemand das Photon belauscht. Nur sitzt der Lauscher längst legal am Knoten und braucht gar nicht erst zu lauschen. Das wahre Wunder ist nicht die unabhörbare Nachricht, sondern die Naivität, mit der man ein Vertrauensproblem für gelöst erklärt, indem man es in 32 Tresore mit fremdem Schlüssel verlegt. Und während alle gebannt auf die Photonen starren, wandert die eigentliche Macht still dorthin, wo sie immer schon lag – nicht in die Mathematik, nicht in die Physik, sondern in die Hand, die am Knoten den Schlüssel hält!
Eine Substanz, die laut Uno-Drogenkonvention keinen anerkannten medizinischen Nutzen hat, verlängert im Labor die Lebensdauer menschlicher Zellen um mehr als die Hälfte – und lässt greise Mäuse länger leben, dichter behaart und mit weniger grauem Fell. Willkommen in der grotesken Pointe der Longevity-Forschung: Das vielversprechendste Anti-Aging-Molekül der Saison ist ausgerechnet der Wirkstoff aus dem Pilz, dessen blosser Besitz dich in den meisten Ländern vor den Richter bringt.
Was die Forscher von Emory und Baylor im Fachblatt npj Aging aufgetischt haben, ist kein esoterischer Hippie-Traum, sondern eine peer-reviewte, frei zugängliche Studie mit harten Zahlen. Im Zentrum steht nicht Psilocybin selbst, sondern Psilocin – jener aktive Abbaustoff, der im Körper entsteht, sobald der Pilz seine Arbeit aufnimmt. Und dieser Abbaustoff tut Dinge, für die die Supplement-Industrie mit ihren Kollagen-Pülverchen töten würde.
Zellen, die einfach nicht alt werden wollen
In der Petrischale behandelten die Forscher menschliche Lungen- und Hautzellen mit Psilocin. Die Lungenzellen benötigten rund 57 Prozent länger, um in die Seneszenz zu kippen – jenen Zustand, in dem eine Zelle aufhört, sich zu teilen und als biochemischer Müllhaufen vor sich hin gammelt. Bei den Hautzellen lag der Zugewinn bei 51 Prozent. Über die Hälfte mehr Lebensspanne, bloss weil man eine angeblich nutzlose Rauschdroge ins Nährmedium kippt.
Und es bleibt nicht beim blossen Hinauszögern des Verfalls. Psilocin senkte den oxidativen Stress, verbesserte die DNA-Reparatur und bewahrte die Länge der Telomere – jener Schutzkappen an den Chromosomenenden, deren Verschleiss als eine der zentralen Uhren des Alterns gilt. Mehrere anerkannte Kennzeichen des biologischen Alterns wurden also gleichzeitig adressiert. Ein einziges Molekül, das an mehreren Hebeln zugleich dreht, während die Branche seit Jahrzehnten verspricht, genau das vielleicht irgendwann hinzubekommen.
Greise Mäuse mit neuem Haarwuchs
Der eigentliche Hammer kam aus dem Mäusestall. Die Forscher führten die erste Langzeitstudie zu den systemischen Effekten von Psilocybin am gealterten Organismus durch. Verwendet wurden 19 Monate alte Tiere – das entspricht ungefähr einem 60- bis 65-Jährigen, also dem Punkt, an dem die meisten bereits resigniert über das eigene Spiegelbild fluchen. Diese Methusalem-Mäuse bekamen über zehn Monate hinweg monatlich eine Dosis verabreicht.
Das Ergebnis: Ein um 30 Prozent gesteigertes Überleben gegenüber den unbehandelten Artgenossen. Und die behandelten Tiere sahen auch noch besser aus – dichteres Fell, weniger weisse Haare, sogar nachwachsendes Haar. Während Menschen Tausende von Franken in Haartransplantationen und Anti-Falten-Seren versenken, benötigten die Nager nur eine monatliche Dosis eines verbotenen Pilzwirkstoffs. Und zwar erst spät verabreicht – die Behandlung begann nicht in der Mäuse-Jugend, sondern als die Tiere bereits gealtert waren. Genau das macht die Sache klinisch interessant, denn niemand fängt mit zwanzig an, gegen das Greisenalter zu dopen.
Die Heuchelei mit System
Hier wird es delikat. Psilocybin und sein Metabolit Psilocin stehen seit 1971 auf der Liste der Uno-Konvention über psychotrope Stoffe – eingestuft als Schedule-I-Substanz, definiert als Droge mit hohem Missbrauchspotenzial und ohne anerkannten medizinischen Nutzen. In Deutschland fällt der Stoff unter Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes, Besitz und Anbau sind strafbar. In der Schweiz bleibt der Freizeitgebrauch illegal, lediglich ein paar Auserwählte dürfen über Ausnahmegenehmigungen des Bundesamts für Gesundheit im Rahmen sogenannter Compassionate-Use-Programme heran. Eine Substanz also, die per Gesetzesdefinition keinen medizinischen Wert besitzt, verlängert in der Petrischale das Zellleben um mehr als die Hälfte.
Dass die Pharmabranche und ihre regulatorischen Wachhunde Substanzen genau dann entdecken, wenn sich daraus ein patentierbares, profitables Produkt schmieden lässt, ist kein Geheimnis mehr – wer sehen will, wie aus Krankheit ein Geschäftsmodell wird, findet die Mechanik an anderer Stelle bereits seziert. Und so überrascht es kaum, dass die Hoffnung der beteiligten Forscher nicht etwa auf der Legalisierung des Pilzes ruht, sondern auf einer möglichen Zulassung der psilocybingestützten Therapie gegen Depression durch die US-Arzneimittelbehörde im Jahr 2027. Das Altern selbst steht gar nicht auf dem Beipackzettel – noch nicht.
Der Markt riecht Beute
Während die Studie noch im Konjunktiv schwelgt, surrt die Kasse bereits. Der Anti-Aging-Markt setzte allein im vergangenen Jahr über eine halbe Milliarde Dollar um – ein Sumpf aus tausendfach beworbenen Wundermittelchen, von denen die wenigsten je eine kontrollierte Studie überlebt haben. Dass nun ausgerechnet ein illegaler Pilzwirkstoff härtere Daten liefert als das gesamte Supplement-Regal, ist die Art von Ironie, die sich kein Drehbuchautor ausdenken könnte. Sobald sich aus Psilocin eine patentierbare Pille pressen lässt, wird dieselbe Industrie, die heute noch von Teufelszeug spricht, das Molekül zum Durchbruch des Jahrhunderts erklären – zu einem Preis, der die Schwammerl im Wald wie Diebesgut aussehen lässt.
Die Forscher betonen brav, es handle sich um präklinische Ergebnisse, menschliche Studien seien für klinische Schlüsse zwingend. Das ist korrekt und gehört auch so gesagt. Eine Maus ist kein Mensch und der Weg von der Zellkultur zur Apotheke ist mit den Leichen gescheiterter Hoffnungsträger gepflastert. Wer jetzt in den Wald rennt und Pilze frisst, betreibt keine Verjüngungskur, sondern russisches Roulette mit Leber und Strafgesetzbuch. Wie aus Angst und Hoffnung zuverlässig Aktiengewinne destilliert werden, lässt sich ebenfalls anderswo nachlesen.
Bleibt die Erkenntnis, dass die Natur seit Jahrtausenden ein Molekül bereithält, das mehrere Schalthebel des Alterns gleichzeitig bedient – und der Mensch es jahrzehntelang verteufelt und verfolgt hat. Das Wundermittel gegen das Altern wuchs womöglich die ganze Zeit unter unseren Füssen und wir haben es kriminalisiert, statt es zu erforschen. Jetzt feiert die Wissenschaft den Pilz als geroprotektiven Heilsbringer – und derselbe Staat, der dich für seinen Besitz einsperrt, wird ihn dir bald als teures Rezeptmedikament zurückverkaufen! Die Mäuse sterben mit dichterem Fell und ruhigerem Gewissen als jeder Mensch, der je versucht hat, an die Wahrheit über seine eigene Gesundheit heranzukommen!
Es gibt Experimente, die man dem Bösen zuschreibt, und es gibt solche, die unter dem Etikett der Wissenschaft laufen. Der Unterschied liegt nicht in der Grausamkeit, sondern im Lebenslauf des Täters. Wer einem Säugling die Biologie aus dem Leib operieren lässt, um eine Lehrmeinung zu beweisen, landet im Gefängnis. Wer dasselbe tut und es vorher in einem Standardlehrbuch ankündigt, bekommt Ehrendoktorwürden.
In den späten Sechzigern reiste ein Ehepaar aus der kanadischen Provinz nach Baltimore, schwer verschuldet vom Flugpreis, in der festen Überzeugung, den einzigen Retter auf Erden gefunden zu haben. Ihr kleiner Sohn war bei einer routinemässigen Beschneidung mit einer Elektrokauternadel so zugerichtet worden, dass nichts mehr zu reparieren war. Das Geschlechtsteil: Vollständig zerstört. Und im Fernsehen hatten sie einen eloquenten Professor gesehen, der genau für solche Fälle eine kühne Idee feilbot. Ein Mann mit Harvard-Diplom, leitende Position an einer der renommiertesten Kliniken der westlichen Hemisphäre, Verfasser jener Bücher, aus denen angehende Mediziner lernten, was Geschlecht überhaupt sein soll. Eine Autorität. Die Sorte Mann, der man nicht widerspricht, weil Widerspruch sich anfühlt wie Gotteslästerung im weissen Kittel.
Das perfekte Labor hatte zwei Betten
Was diesen Fall für den Professor von einer Tragödie in einen Glücksfall verwandelte, war ein Detail, das jeder Statistiker als Geschenk des Himmels bezeichnet hätte: Der verletzte Junge hatte einen eineiigen Zwillingsbruder. Zwei genetisch identische Knaben, derselbe Haushalt, dieselben Eltern, dieselbe Suppe auf dem Tisch. Der eine sollte Junge bleiben, der andere zum Mädchen umerzogen werden. Eine Kontrollgruppe, wie sie kein Förderantrag der Welt jemals hätte bewilligen dürfen, weil keine Ethikkommission bei klarem Verstand zwei Kleinkinder in ein Experiment über die Auslöschung ihres angeborenen Geschlechts schickt. Der Professor benötigte keine Bewilligung. Er hatte verzweifelte Eltern, die ihm das Kind dankbar überreichten, als die Zwillinge noch keine zwei Jahre alt waren.
Die Anweisung war simpel und total. Neuer Name, weiblich. Rosa Kleider. Puppen statt allem, was nach Bub roch. Und vor allem: Schweigen. Niemals, unter keinen Umständen, durfte das Kind erfahren, wie es zur Welt gekommen war. Die These dahinter trug die ganze Hybris einer Epoche, die glaubte, der Mensch sei eine leere Tafel, auf die man nach Belieben schreibe: Biologie sei bedeutungslos, die Natur ein bloser Rohstoff, den die Erziehung nach Wunsch überschreibe. Geschlecht, so die Lehre, werde gemacht, nicht geboren. Dass ausgerechnet diese Lehre vom gemachten Geschlecht heute wieder als progressive Offenbarung verkauft wird, ist eine eigene Geschichte, die ich an anderer Stelle aufgemacht habe.
Erfolg auf dem Papier, Hölle im Kinderzimmer
Es kam, wie es kommen musste, wenn man gegen die Wirklichkeit anoperiert. Das Kind riss sich die Kleider vom Leib und wälzte sich lieber mit dem Bruder im Dreck. Es ging breitbeinig, lehnte Lippenstift ab und fühlte sich im eigenen Leben so fremd wie ein eingeschmuggelter Spion. Mit elf drohte es, sich von einer Brücke zu stürzen, statt noch eine dieser Untersuchungen über sich ergehen zu lassen, die es als zutiefst entwürdigend empfand. Und entwürdigend ist hier wörtlich gemeint: Der Professor liess die beiden Kinder einander die Genitalien begutachten und nannte dieses Ritual allen Ernstes einen therapeutischen Baustein der gelungenen Geschlechtsumwandlung. Mit dreizehn versank das Kind in Depressionen, wurde in der Schule gnadenlos gejagt und passte schlicht nirgends hinein.
Und der Professor? Der schrieb. Artikel um Artikel, Konferenz um Konferenz, Land um Land. Das Kind entwickle sich prächtig, füge sich mustergültig ins Weibliche, ein Triumph der Erziehung über die Natur. Während das reale Kind unter der Last zerbrach, blühte sein Papier-Doppelgänger in den Fachzeitschriften auf. Riet die Klinik den Eltern zu Sorge? Im Gegenteil. Man riet ihnen, den Druck zu erhöhen, strenger zu sein, mehr Weiblichkeit einzufordern. Das Versuchsobjekt funktionierte nicht, also war das Versuchsobjekt schuld.
Die Welt schrieb es ab und schnitt nach
Hier hört die Privattragödie auf und der kollektive Wahnsinn beginnt. Denn die Ärzteschaft schluckte die Erfolgsmeldungen, ohne je nachzufragen. Niemand fuhr nach Winnipeg, niemand prüfte, niemand sah dem angeblich glücklichen Mädchen je in die Augen. Aus einer einzigen, frei erfundenen Fallstudie wurde weltweiter Behandlungsstandard. Drei Jahrzehnte lang öffnete man intersexuelle Säuglinge und Opfer verpfuschter Eingriffe nach demselben Drehbuch, schnitt, hormonisierte und schwieg. Lehrbücher, Leitlinien, Operationspläne, ganze medizinische Disziplinen ruhten auf einem Fundament, das es nie gegeben hatte. So viel zur selbstkorrigierenden Kraft der Wissenschaft, die angeblich jede Behauptung erbarmungslos überprüft. Sie überprüfte gar nichts. Sie applaudierte. Wer wissen will, wie zuverlässig dieser Apparat applaudiert, wenn das Ergebnis ins Weltbild passt, findet bei mir ein ganzes Kapitel dazu.
Gebrochen wurde die Lüge nicht von einem Kollegen, nicht von einer Kommission, nicht vom Apparat. Gebrochen wurde sie vom Vater, der irgendwann mit dem vierzehnjährigen Kind in eine Eisdiele fuhr und auspackte. Der Unfall, die Akte, die Anweisungen des berühmten Mannes. Du wurdest als Junge geboren. Die Reaktion kam ohne Zögern. Noch in derselben Woche fielen die Haare, flogen die Kleider, kam der Name, den das Kind sich selbst gab. Es eroberte zurück, was eine Welt voller Experten ihm ein Leben lang einzureden versucht hatte, sei nie dagewesen. Ein Teenager widerlegte mit einer Schere und einem Entschluss, wozu ein internationaler Konsens drei Jahrzehnte benötigt hatte.
Der Preis stand nicht in der Studie
Was die Hochglanz-Heldengeschichte gern unterschlägt: Niemand kam heil heraus. Der Mann lebte zurückgezogen, fand Arbeit im Schlachthof, heiratete, blieb mittellos und seelisch vernarbt. Erst als ihm dämmerte, dass der Professor noch immer im Fernsehen sass und die alten Studien noch immer zitiert wurden, dass also noch immer Kinder nach seinem Drehbuch zerschnitten wurden, öffnete er 1997 einem Journalisten und einem rivalisierenden Forscher seine Akten. Die Enthüllung schlug ein, der gefeierte Erfolgsfall entpuppte sich als jahrzehntelange Tortur. Er hatte finanziell nichts zu gewinnen. Er wollte nur, dass es aufhörte. Der Zwillingsbruder, die unfreiwillige Kontrollgruppe, hatte längst eine Schizophrenie entwickelt und starb an einer Überdosis. Der Whistleblower selbst setzte später seine Medikamente ab und nahm sich mit achtunddreissig das Leben.
Und der Professor? Der entschuldigte sich nie. Kein öffentliches Wort des Bedauerns, keine Reue, stattdessen die elegante Variante des Schuldeingeständnisses: Er beschuldigte seine Kritiker der Verschwörung. Er starb hochdekoriert, behangen mit Ehrendoktorwürden und Lebenswerk-Preisen, während die Lehrbücher, die einst seinen Triumph feierten, klammheimlich umgeschrieben wurden. Heute ist die Akte des Mannes, den er zum Mädchen erklärte, Pflichtlektüre in medizinischen Ethikkursen. Das ist die Pointe: Aus dem grössten Betrug wurde eine Lehreinheit, aus dem Täter ein Fussnotenkapitel und aus zwei toten Brüdern ein Lernziel.
Die Natur kennt keinen Förderantrag, keine Peer Review und kein Standardlehrbuch. Die Natur korrigiert. Sie schickt einem keine Gegenstudie, sie schickt einem ein Kind, das sich die Kleider vom Leib reisst. Man kann einem Menschen das Geschlecht herausoperieren, ihm einen neuen Namen geben, ihn in Rosa wickeln und ein internationales Forschungsfeld darauf gründen. Man kann die Wahrheit drei Jahrzehnte unter Verschluss halten, in Fachzeitschriften ertränken und in Konferenzsälen beklatschen lassen. Was man nicht kann, ist die Biologie weglügen!
Aus «Nie wieder Krieg» ist «kriegstüchtig» geworden – und kein Mensch hat dagegen die Stimme erhoben. Die Friedensbewegung, die vor vierzig Jahren halbe Innenstädte lahmlegte, schrumpfte zu einem einsamen Konfliktforscher mit einem schmalen Buch und einer Liste von 800 Vokabeln. Das ist kein Stilwandel. Das ist eine Umprogrammierung und sie läuft nach Lehrbuch.
Der Konfliktforscher heisst Leo Ensel, das Buch heisst «Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit» und im Gespräch mit Milena Preradovic legt er den neuen Kriegssound frei, den deutsche Redaktionen und Ministerien gerade einstudieren. Untertitel des Buches: «Krieg heisst Töten». Man darf das inzwischen wieder so unverblümt sagen, man benötigt nur die passende Verpackung.
Der Gegner ist kein Mensch, der Gegner ist ein Tier
Erstes Beweisstück liefert das Personal selbst. Der Mann im Kreml ist eine Bestie, ein neuer Hitler, ein «stupid son of a bitch» – das stammt von Joe Biden, nicht von einem anonymen Troll. Ursula von der Leyen sieht ein Raubtier, Olaf Scholz den «schwersten Kriegsverbrecher unserer Zeit», dem er schamhaft noch ein «vielleicht» anhängt, aus welchen Gründen auch immer. Eine Talkshow-Expertin erklärt nebenbei, Russen seien gar keine Europäer. Das Ziel jeder verbalen Propaganda, so Ensel, sei die Entmenschlichung des Gegners – und die Zeit, einst Flaggschiff der Entspannungspolitik, druckt dazu eine Essay-Überschrift, die nicht aus dem Völkischen Beobachter von 1943 stammt, sondern von heute: «Wer töten will, muss sterben können.» Wir haben dieses Vokabular im Schulunterricht durchgehechelt und an den Nazis als warnendes Beispiel studiert. Und greifen jetzt freiwillig in dieselbe Kiste. Joschka Fischer formuliert das Programm gleich offen: Die DNA, nach 1945 mühsam auf «nie wieder» geeicht, müsse umgeschrieben werden.
Woke, wehrhaft und klimaneutral in den Tod
Der eigentliche Coup ist nicht der alte Sound, sondern der neue. Damit die Jungen freudig in den Tod ziehen, haben PR-Strategen den coolen Militarismus erfunden. «Woke und wehrhaft» sollen wir sein – ersonnen vom Talkshow-Dauergast Carlo Masala von der Bundeswehr-Uni, selbst nie gedient. «Queerfeldeinmarschieren» wird zu einem von siebzig verdammt guten Gründen, zur Bundeswehr zu gehen. Die Truppe soll «in der Gesellschaft ankommen», «sichtbar werden», bunt und divers – das komplette Vokabular der Woken-Szene, militaristisch gekapert. Dazu der olivgrüne Sound: Nachhaltigkeit trifft Aufrüstung. Wahrscheinlich strebt man den klimaneutralen Atomkrieg an, mit Solardächern auf den Kasernen und Panzern aus doppelt grünem Stahl. Auf Logik kommt es erkennbar nicht an, es kommt auf die Verpackung an. Der Verteidigungsminister findet Anerkennung «geil», Leichensäcke heissen jetzt Bodybags, Drohnen sind Game-Changer und eine deutsche Botschafterin posiert mit ihrem «Favorite Toy» – einem Plüsch-Leoparden, kurz bevor die echten Leopard-Panzer in die Ukraine rollten. Krieg als Lifestyle-Produkt, abgepackt für jene Generation, die ihn ausbaden soll.
Die Grauzone, in der Frieden Pfui wird
Zwischen Krieg und Frieden hat man eine bequeme Dämmerzone eingezogen. Wir leben in der «Vorkriegszeit», im «eisigen Frieden», in einer «dämmerigen Übergangszeit» – Formulierungen vom Chef des Bundesnachrichtendienstes bis zum dichtenden Generalinspekteur. Der Sinn ist simpel: Wer glaubt, dass der echte Frieden längst vorbei ist, lässt den Übergang zum echten Krieg widerstandslos geschehen. Wer dagegen noch verhandeln will, ist ein Lumpenpazifist, ein Vertreter des «Breitband-Pazifismus», eine fünfte Kolonne, dessen Tauben «nach rechts flattern». Diplomatie? Ein Synonym fürs Einknicken. Dass die Gegenseite nicht zimperlicher formuliert, verschweigt Ensel nicht: Der einst überzeugte Europäer Sergej Karaganov befürwortet inzwischen präventive Atomschläge gegen ein Europa, das er als kriegerisch ansieht – der Konjunktiv besiegt den Indikativ, bestraft wird nicht die Tat, sondern was einer tun könnte. Auf beiden Seiten regiert dieselbe Logik – keine.
Das grosse Wegsehen
Bleibt die unbequemste Frage und die richtet sich nicht nach Moskau, sondern in den Spiegel. Warum lassen wir uns das bieten? Die ganz Jungen, Jahrgang 2008 und jünger, fangen an aufzuwachen – sie bekommen Fragebögen, ob sie als Soldat zur Verfügung stünden, ab Mitte nächsten Jahres werden alle Männer gemustert und sie zählen eins und eins zusammen: Kanonenfutter von morgen. Sie streiken gegen die Wehrpflicht und prompt legen einzelne Schulen die Klassenarbeiten ausgerechnet auf diesen Tag, reiner Zufall. Fürs Klima darf man demonstrieren, die Klassenlehrerin marschiert mit, gegen rechts sowieso, zum Christopher Street Day gern. Nur gegen die eigene Verheizung zu demonstrieren, bekommt man Ärger. Die Eltern sollen ihre Kinder hergeben, neuerdings nicht fürs Vaterland, sondern fürs «Gemeinwesen». Und der Aufschrei bleibt aus.
Schuldig macht sich nicht nur, wer die Sprache der Entmenschlichung schmiedet, sondern auch, wer sie widerstandslos geschehen lässt. Eine Gesellschaft, die jeden Sonntag fürs Klima auf die Strasse geht und beim Mustern ihrer Söhne schweigt, hat ihre Prioritäten nicht verschoben, sondern verloren. Wir haben die Vokabeln der Täter im Schulbuch markiert und sprechen sie heute brav nach. Und wenn der nächste Krieg in Mitteleuropa wirklich der letzte sein sollte, wird man uns nicht vorwerfen, wir hätten es nicht gewusst – sondern dass wir es wussten, abnickten und es «kriegstüchtig» nannten!
„Woke und wehrhaft“ - Punkt.PRERADOVIC mit Dr. Leo Ensel
Absichtlicher Schmerz
Der kontrollierte, vorhersehbare Schmerz beim Tätowieren kann für Traumaüberlebende erdend sein. Im Gegensatz zu vergangenem Schmerz ist dieser Schmerz gewählt, kontrolliert und zielgerichtet.
Gezielte sensorische Eingabe
Tätowieren erzeugt ein starkes sensorisches Signal, das Sie im gegenwärtigen Moment verankern kann, was Dissoziation und ängstliches Grübeln reduziert.
Körperautonomie und Wiederherstellung
Tätowieren ermöglicht es dir, zu entscheiden, was auf deine Haut kommt und hilft dir, deinen Körper nach einem Trauma, einer Verletzung oder einem Kontrollverlust zurückzugewinnen.
Ritual und Symbolik
Viele Überlebende entscheiden sich für Tätowierungen, um an Heilung, Transformation oder Verlust zu erinnern.
Vertrauensverbindung
Sich von jemandem tätowieren zu lassen, dem du vertraust, kann für eine sichere, einfühlsame Berührung sorgen.
Es gibt einen Beruf, der dich lehrt, die Tagespolitik zu lesen wie ein Röntgenbild. Es ist nicht der Journalist, nicht der Politologe, nicht der Talkshow-Philosoph. Es ist der IT-Techniker, der weiss, was ein eindeutiger Identifikator ist – und der deshalb hinter jedem freundlichen Behördenwort den Riegel klicken hört.
Wer im Wortnebel der Tagespolitik die echten Machtfragen finden will, der benötigt keine Haltung, sondern ein wenig Technikwissen. Genauer: Das Wissen um drei harmlose Buchstaben. UID, der «Unique Identifier», der eindeutige Identifikator. Eine einmalig vergebene Zeichenkette, die als Klammer um beliebig viele Datenpunkte gelegt wird. Klingt nach Tabellenkalkulation. Ist in Wahrheit das Betriebssystem moderner Herrschaft.
Die Klammer, die alles zusammenhält
Stell dir eine Personalnummer vor, die nur ein einziges Mal vergeben wird. An ihr hängen Geschlecht, Geburtsdatum, Gehaltsstufe, Urlaubsanspruch, Beziehungsstatus, Kinderzahl – und die Markierung, welche Systeme du benutzen darfst. Wer die Nummer kennt, hält den ganzen Menschen in der Hand. Das ist kein Missbrauch, das ist die Funktion. Genau dafür wurde die UID erfunden: Damit verstreute Informationen über eine Person zu einem einzigen, abfragbaren Profil verschmelzen.
Im Unternehmen ist das praktisch. Zwei Firmen fusionieren, zwei Berechtigungslisten werden untereinandergelegt, eine Formel zieht jeden Mitarbeiter sauber zusammen – heute erledigt das ein KI-Agent in Echtzeit, was früher ein Berufsanfänger per Hand eintippte. Effizienz pur. Und genau diese Effizienz ist der Köder. Denn was im Konzern Ordnung schafft, schafft im Staat Kontrolle.
Vier Nummern und du bist durchsichtig
Das eigentlich Unheimliche beginnt, wenn die UIDs sich verbinden. Nimm die Passnummer: An vier Flughäfen kann es passieren, dass dich ein Sicherheitsbeamter herauszieht, weil deine neue Passnummer nicht zur alten im System passt – das System kennt dich als Nummer, nicht als Mensch. Nimm die Kartennummer: Sie hängt an jeder Transaktion, samt Händler, Betrag und Einkaufsliste im Kassensystem. Nimm die IP-Adresse deines Geräts: Sie bündelt dein Suchverhalten beim Provider und bei den Suchmaschinen, sofern du sie nicht hinter einer VPN-Verbindung versteckst.
Personalnummer, Passnummer, Kartennummer, IP-Adresse. Vier eindeutige Identifikatoren. Wer Zugriff auf alle vier hätte, der hätte nicht nur viel über dich in der Hand – möglicherweise auch etwas gegen dich. Und dafür müsstest du nicht das Geringste verbrochen haben.
Wie man aus Datenpunkten einen Verdächtigen baut
Spielen wir es durch, fiktiv und harmlos. Interessant, dass du am Flughafen nach der Schleuse stets eine Flasche Schnaps kaufst, immer auf der Karte, die nicht deine private ist – also wohl die Firmenkarte. Interessant auch, dass dein seltener Geburtsname und dein Geburtsort laut System dieselben sind wie die eines vor Jahren verurteilten Sexualstraftäters. Auffällig zudem, dass du viel Zeit auf Webseiten für Spielzeug und Kinderkleidung verbringst.
Liegt das daran, dass du Kinder und Enkel hast, ablesbar an Alter, Beziehungsstatus, Bewegungsprofil über die Feiertage und Leseverhalten im Netz? Oder kaufst du für deine häufigen Reisen nach Südostasien ein? Und falls ja – was tust du dort mit all den Kindergeschenken? So schnell wird aus reinen Datenpunkten ein Verdacht modelliert, gegen einen Menschen, der nichts getan hat, ausser zu existieren. Die Daten müssen nicht einmal lügen. Es genügt, sie so nebeneinanderzulegen, dass sie eine Geschichte erzählen.
Die bunte Allianz der Menschenfreunde
Nun der Sprung, an dem es politisch wird. Genau diese Durchleuchtbarkeit soll auf die gesamte Weltbevölkerung ausgedehnt werden. Nicht im Geheimen, nicht von einer Handvoll Verschwörer im Hinterzimmer – sondern offen, dokumentiert, von einer Allianz, in der die komplette Handlungselite der kapitalistischen Welt versammelt ist.
Die ID2020-Allianz will jedem Menschen bis 2030 eine weltweit nutzbare digitale Identität auf biometrischer Basis verpassen. Die Vereinten Nationen verfolgen mit dem Entwicklungsziel «Rechtliche Identität für alle» dieselbe Linie und stützen die Idee vorbehaltlos. Die Weltbank treibt mit dem Programm «Identification for Development» digitale Identifikationssysteme voran, die ausdrücklich «interoperabel» sein sollen. Und die EU baut mit der Europäischen digitalen Identitäts-Brieftasche ein einheitliches System, gedacht als Baustein eben jener globalen Interoperabilität.
«Interoperabel» – das ist das schönste Wort des ganzen Vorhabens. Übersetzt heisst es: Sollte sich der eindeutige Digitalstempel nicht jedem Menschen direkt auf den Leib drücken lassen, weil ein paar Querköpfe sich nicht wie Nutztiere registrieren lassen wollen, dann macht das nichts. Man sorgt einfach dafür, dass die verschiedenen Identifikationssysteme so miteinander sprechen, dass sich die globale Menschenherde trotzdem digital zusammenstückeln lässt. Das Weltwirtschaftsforum fördert das seit Jahren. Und die Bundesregierung schreibt in den Koalitionsvertrag: «Wir unterstützen einen elektronischen Europäischen Sozialversicherungsausweis mit digitaler EU-Identität (EUDI Wallet).» Ein Halbsatz, sauber in der Verwaltungsroutine versteckt, der den freiwilligen Eintritt in den Käfig beschreibt.
Daten bündeln, Bürger fesseln
Das Ziel ist nicht der Komfort. Das Ziel ist, dich vollständig in der Hand zu haben. Man gibt dir eine digitale Bürger-ID und ohne sie – weil es so praktisch ist und die «Sicherheit» vor «Terroristen», «Pandemien», «Fehlinformationen» und namenlosen «Gefährdern» erhöht – eröffnest du irgendwann kein Bankkonto mehr, unterschreibst keinen Arbeitsvertrag und bestellst kein Bier. Wer das für Schwarzmalerei hält, der buche einen Flug nach China und schaue sich ein Sozialkreditsystem im Vollbetrieb an, oder er lese nach, was Edward Snowden über das jahrzehntealte Sammelverhalten der amerikanischen Geheimdienste offenlegte. Wie verletzlich diese Bündelung ist, zeigte sich, als in der Fedpol ein Maulwurf sass, der Zugriff auf genau jene Daten hatte, die eine e-ID benötigt. Und dass das Wegnehmen unter freundlichem Etikett funktioniert, habe ich am Weg vom Eigentümer zum Nutzer bereits zerlegt – dieselbe stille Mechanik, anderes Gewand.
Man verkauft dir vier harmlose Nummern als Bequemlichkeit und baut daraus die Akte, mit der man dich erpressen kann. Man nennt die lückenlose Durchleuchtung «Inklusion» und den Widerstand dagegen «Gefährdung». Man drückt acht Milliarden Menschen einen Digitalstempel auf und nennt dies «Fortschritt»! Wer den Wortnebel der Tagespolitik einmal entschlüsselt hat, der weiss: Hinter «interoperabel» steht kein Bürokrat, sondern ein Schliessmechanismus – und er ist beinahe verdrahtet!
Es gibt eine Industrie, die Milliarden damit verdient, Kinder so lange wie möglich vor einen Bildschirm zu fesseln – und dieselbe Gesellschaft mimt anschliessend Überraschung, wenn der Nachwuchs nicht mehr loskommt. Die Sucht ist hier kein Betriebsunfall. Sie ist exakt das Produkt, für das bezahlt wurde.
Wenn die Diagnose schneller wächst als der Wortschatz
Seit 2019 führt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die «Gaming Disorder» als offizielle Krankheit, definiert über Kontrollverlust, den Vorrang des Spielens vor allem anderen und das Weiterspielen trotz absehbarer Schäden. Klingt nach Randphänomen, ist aber Massenware. Allein in Deutschland nutzen nach der Längsschnittstudie von DAK und Universitätsklinikum Hamburg rund 1,5 Millionen Minderjährige soziale Medien problematisch, jedes vierte Kind zeigt riskantes Verhalten, rund 350’000 gelten als regelrecht abhängig. Bei den Computerspielen weisen bis zu 900’000 problematische Muster auf und unter den Gaming-Süchtigen stellen Jungen rund zwei Drittel. Derweil taxiert die Forschung den globalen Spielemarkt auf rund 280 Milliarden Dollar mit über acht Prozent Wachstum pro Jahr. Man muss kein Zyniker sein, um zu erkennen, welche dieser Zahlen den Anlegern den Schlaf raubt – und welche nicht.
Fairerweise gehört dazu der Hinweis, dass selbst die Fachwelt sich uneins ist. Ein Teil der Psychiatrie hält die Sucht-Diagnose für überdehnt und sieht im exzessiven Spielen eher das Symptom von Depression oder Angst als eine eigenständige Krankheit, in der Allgemeinbevölkerung erfüllen je nach Studie nur 0,3 bis ein Prozent die Kriterien. Nur ändert diese akademische Vorsicht wenig am Befund vor Ort: Die Kinder hängen am Gerät, ob man das Phänomen nun Sucht nennt oder höflich umschreibt.
Denn das ist der Punkt, den die Pressemitteilungen gern überspringen. Suchtverhalten ist bei diesen Produkten kein Bug, sondern die zentrale Leistungskennzahl. Endlos-Feeds, Autoplay, Belohnungsschleifen, Lootboxen und Benachrichtigungen sind nicht aus Versehen so gebaut, dass man nicht mehr aufhören kann. Sie wurden von Verhaltenspsychologen exakt dafür konstruiert. Eine App, die ihre Nutzer pünktlich entliesse, wäre aus Sicht der Aktionäre ein Totalschaden.
Der nächste Dealer heisst KI
Und weil das alte Sortiment offenbar noch nicht süchtig genug machte, liefert die jüngste Erhebung von 2026 das nächste Level. Fast acht Prozent der Minderjährigen nutzen mittlerweile KI-Chatbots gegen ihre Einsamkeit, bei Jugendlichen mit depressiver Symptomatik sind es über dreissig Prozent. Ein Trostspender, der nie müde wird, nie widerspricht und nie ins Bett geht – das ist kein Freund, das ist eine Dosis. Wer sehen will, wohin die Reise geht, muss sich nur ansehen, wie KI-Agenten heute schon ganze Smartphones eigenständig bedienen, während der Mensch vom Nutzer zum Zuschauer seines eigenen Geräts schrumpft. Die nächste Generation wächst mit einem Begleiter auf, der freundlich klingt und nebenbei jede Regung protokolliert.
Killerspiele, das alte Lieblingsgespenst
Womit wir beim Reizthema wären, das nach jedem Amoklauf reflexartig aus der Mottenkiste geholt wird: Dem Ego-Shooter als Gewalttäter-Schmiede. Hier lohnt der genaue Blick, denn die Faktenlage ist für beide Lager unbequem. Die These, gewalttätige Spiele produzierten gewalttätige Kinder, ist bis heute nicht sauber belegt. Forscher um Christopher Ferguson finden nach Korrektur für Publikationsbias praktisch keinen Effekt und sprechen offen von einer «Moral Panic», der US Supreme Court kassierte 2011 ein kalifornisches Verkaufsverbot mit dem Hinweis, ein Schaden lasse sich von dem anderer Medien kaum unterscheiden. Auf der Gegenseite messen Gruppen um Craig Anderson sehr wohl einen kausalen Risikofaktor – allerdings mit Effektstärken, die sich am unteren Rand des Erklärbaren bewegen.
Wer hier die simple Schlagzeile «Spiel X macht Mörder» sucht, geht leer aus. Die unbequemere Wahrheit liegt eine Etage tiefer. Nicht der einzelne Kopfschuss auf dem Bildschirm formt das Kind, sondern die schiere Normalität, mit der Gewalt, Tod und Straftat zum Alltagsdekor werden – vom sonntäglichen Fernsehmord bis zum millionenfach verkauften virtuellen Gemetzel. Desensibilisierung ist kein Knall, sondern ein leises Abschleifen. Sie lässt sich nicht in einer Schlagzeile messen, dafür umso besser verkaufen.
Das Gerät, das man dem Kind in die Hand drückt
Der Verteiler all dessen passt in jede Hosentasche. Wann ein Kind ein Smartphone benötigt, ist dabei längst keine pädagogische Frage mehr, sondern eine kommerzielle. Jedes Gerät früher in Kinderhand bedeutet einen früher erschlossenen Nutzer. Dass dieses Gerät nebenbei zum lückenlosen Wächter wird, den man selbst gekauft hat, gehört zum selben Deal – Aufmerksamkeit rein, Daten raus.
Immerhin gibt es Stellen, die gegen den Strom rudern. Vereine wie Mediengewalt – Internationale Forschung und Beratung liefern Eltern wenigstens nüchterne Aufklärung statt Panikmache und benennen das altmodische Rezept, das in einer durchdigitalisierten Welt fast schon subversiv klingt. Kinder benötigen Vorbilder aus Fleisch und Blut statt Influencern, Erlebnisse mit allen Sinnen und vor allem Zeit – echte, ungeteilte Beziehungszeit von Eltern, Grosseltern, Freunden. Das kostet keine 280 Milliarden, sondern bloss das, was kaum noch jemand übrig hat.
Bleibt eine schlichte Buchhaltung. Eine Gesellschaft, die ihre Kinder vor dem Bildschirm parkt, weil Anwesenheit teurer ist als ein Tablet, soll sich über die Rechnung später nicht wundern. Die Branche liefert keine Spielzeuge, sie liefert Konsumenten, die nicht mehr loslassen können – die passende Diagnose gibt es gratis dazu. Und während Eltern, Pädagogen und Krankenkassen brav über Bildschirmzeit streiten, läuft das eigentliche Programm ungestört weiter: die vollständige Durchdigitalisierung einer Generation, die das Offline nie kennengelernt hat. Wer die halbe Jugend eines Landes ans eigene Produkt fesselt, betreibt keine Unterhaltung, er betreibt Bewirtschaftung – und nennt das Festkleben von Kindern allen Ernstes «Engagement»!
Mediengewalt und Sucht - Interview mit Psychotherapeut Thomas Haudel
Stell Dir eine Halle vor, in der Roboter Larven wärmen, eine Künstliche Intelligenz die Männchen von den Weibchen sortiert und am Ende der Fertigungsstrasse Millionen Insekten in die Freiheit entlassen werden. Nicht als Drehbuch für einen schlechten Endzeitfilm, sondern mit behördlichem Segen über Kalifornien und Florida.
Hinter der Anlage steht keine Seuchenbehörde und keine Universität, sondern Alphabet, die Mutter von Google. Deren Lebenswissenschafts-Tochter Verily betreibt seit Jahren ein Vorhaben mit dem putzigen Namen Debug und die jüngste Ausbaustufe sucht die föderale Genehmigung, bis zu 32 Millionen im Labor gezüchtete Mücken auf zwei Bundesstaaten loszulassen. Man beruhigt uns sofort: Es seien selbstverständlich die guten Mücken.
Der Werbekonzern als Schöpfungsverwalter
Der Sprung ist grösser, als die handzahme Berichterstattung zugibt. Begonnen hat das Ganze 2017 als überschaubares Feldexperiment im kalifornischen Fresno, gut 20 Millionen Tiere über zwanzig Wochen, ausdrücklich nur, um Belege für die grössere Bühne zu sammeln. Die grössere Bühne ist jetzt da. Derselbe Apparat, der Suchergebnisse, Onlinewerbung, Kartendienste und die halbe Cloud beherrscht, will Mückenpopulationen im industriellen Massstab konstruieren. Verily hat dafür automatisierte Fabriken hochgezogen, die Millionen Insekten pro Woche ausspucken, eine Bilderkennung trennt die Geschlechter und Roboter überwachen die Brut. Dieselbe Art von Algorithmus, die entscheidet, welche Anzeige Du zu sehen bekommst, entscheidet hier, welches Insekt sich fortpflanzen darf. Wer Alphabets diskreteste Sparte für ein possierliches Forschungslabor hält, sollte einen Blick auf das übrige Geschäftsmodell des Hauses werfen, jenen Pharma- und Überwachungskonzern mit einer Suchmaschine als Fassade, den ich an anderer Stelle bereits seziert habe. Niemand hat Google gewählt, um das Ökosystem zu verwalten. Die Firma erledigt es trotzdem.
Die guten Mücken und warum sie tatsächlich funktionieren
Und jetzt der Teil, der beiden Lagern gleichermassen sauer aufstösst: Die Methode ist real und sie wirkt. Freigesetzt werden ausschliesslich Männchen, die nicht stechen, beladen mit dem natürlich vorkommenden Bakterium Wolbachia. Paart sich so ein Männchen mit einem Wildweibchen, schlüpfen die Eier nicht. Cytoplasmatische Inkompatibilität heisst der Trick und Gentechnik ist dabei ausdrücklich nicht im Spiel, was die wenigsten Alarmschläger zur Kenntnis nehmen. In Singapur hat ein zweijähriger, randomisierter Grossversuch das Dengue-Risiko um über siebzig Prozent gesenkt und die Mückenpopulation um achtzig bis neunzig Prozent. Das ist keine Behauptung aus einer Pressestelle, das steht im New England Journal of Medicine. Weil ausschliesslich sterile Männchen unterwegs sind, vermehrt sich das Eingesetzte nicht selbst weiter, die Wirkung verpufft ohne Nachschub aus der Fabrik. Ein dauerhafter Eingriff ins Erbgut der Wildpopulation ist das gerade nicht. Wer all das pauschal wegwischt, macht es sich zu bequem.
Wo das Experiment tatsächlich entgleiste
Womit wir beim eigentlichen Treppenwitz wären. Die Empörungsmaschine verrührt Google, Bill Gates und einen geplanten Untergang der Menschheit zu einem einzigen Brei und übersieht dabei genau die Stelle, an der es wirklich krachte. Das war nicht Wolbachia, das war die Gentechnik-Variante. Der Unterschied ist kein Detail: Die eine Methode macht Männchen unfruchtbar, die andere schreibt das Erbgut um und schickt es in die Natur. Die von der Gates-Stiftung mitfinanzierte Firma Oxitec liess im brasilianischen Jacobina hunderttausende gentechnisch veränderte Mücken mit eingebautem Letalgen frei, deren Nachwuchs eigentlich sterben sollte. Tat er nicht: Eine Yale-Studie im Fachblatt Scientific Reports wies nach, dass Erbgut der Laborstämme in die Wildpopulation wanderte, je nach Messung trugen zehn bis sechzig Prozent der einheimischen Mücken plötzlich Oxitec-Gene. Weibchen, die eigentlich gar nicht hätten existieren dürfen, gerieten mehrfach versehentlich in die Freisetzung. Ein Gesundheitsrisiko für Menschen fand sich nicht, aber die beruhigende Ansage «die sterben ohnehin alle» war schlicht falsch. Derselbe Geldgeber lobt derweil Anlagen, die mehr als 30 Millionen Mücken pro Woche ausstossen und sein World Mosquito Program kippt seit Jahren ganze Schwärme über Lateinamerika, Afrika und Asien aus.
Warum kein Mensch mehr glauben mag
Genau hier liegt der wunde Punkt, den weder die Hochglanz-Pressetexte noch die Weltuntergangs-Prediger sauber treffen. Wir leben in der Ära des kollabierten Vertrauens und die Verantwortung dafür tragen nicht die Skeptiker. Behörden hielten während Corona zurück, was nicht ins Bild passte, Pharmakonzerne erhielten Haftungsfreistellungen, von denen jedes normale Unternehmen träumt und Regulierer wechseln durch Drehtüren in genau die Branchen, die sie eigentlich kontrollieren sollten, um danach für dieselben Konzerne die Genehmigungen abzunicken. DDT galt einst als Wunder, bevor man es verbot. Ganze Flüsse wurden im Namen des Fortschritts vergiftet und jede Generation bekommt versichert, die Fachleute hätten alles im Griff, bis Jahre später das Unvorhergesehene eintrifft. Es ist dasselbe Muster wie überall: Kaum wird ein Problem sichtbar, halten die Technokraten die Lösung schon bereit, am liebsten eine, die sich patentieren, skalieren und von oben verordnen lässt.
Die Frage ist nicht, ob Mücken Krankheiten übertragen. Das tun sie, millionenfach. Die Frage ist, warum ausgerechnet eine nicht gewählte Konzernmacht, die ihr Geld mit Aufmerksamkeit und Daten verdient, festlegen soll, welche Lebewesen auf diesem Planeten in welcher Zahl existieren dürfen.
Die guten Mücken stechen nicht, das stimmt sogar. Was sticht, ist die Selbstverständlichkeit, mit der ein Werbekonzern sich zum Verwalter der Schöpfung ernennt und das Ganze «Debugging» nennt. Wir sollen einer Industrie vertrauen, deren letzte grosse Beruhigungspille sich in der Wildnis munter weitervermehrt, statt brav zu sterben. Und während die einen blind applaudieren und die anderen blind Alarm schlagen, baut Silicon Valley in aller Ruhe die Fabrik, die entscheidet, was lebt – und nennt das Fortschritt!
Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann, wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt. Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang.
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: Dravens Radio from the Crypt! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
Duldest du Leugner auf deiner Seite?
Nein.
Immunitätsleugner, Impfschädenverharmloser und diejenigen, die das unendliche Leid von Kindern und alten Menschen negieren, sicher nicht!
Stubenhockers WICHTIGER Beitrag zu Politik, Kultur, Wissenschaft und Popeln
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Dass das Betreiben von dravenstales.ch mit erheblichem Zeitaufwand und auch einigen Kosten verbunden ist, dürfte klar sein. Damit Kosten und vielleicht noch ein, zwei Freigetränke gedeckt sind, könnte ich den ganzen Laden hier mit Werbung vollkleistern. Ich mag aber meine Leser, weshalb ich ihnen ein (weitgehend) werbefreies Leseerlebnis bieten möchte. Wenn dir das und/oder das Treiben auf dieser Webseite gefällt, dann wäre es nett, wenn du den Spass hier irgendwie unterstützen würdest. Danke!