Rund 100’000 Frauen werden bis Mitternacht vergewaltigt worden sein. Nicht in einem Jahr. Nicht in einem Jahrzehnt. Heute, innerhalb einer einzigen Erddrehung – und das ist die konservative Minimalschätzung, die Skala nach oben offen. Solche Zahlen liest man nicht, man schluckt sie wie schwarzes Wasser. Und während die Welt über Zinsen, Rohstoffe und Ranglisten debattiert, tritt in den unsichtbaren Schichten der Wirklichkeit der älteste Krieg der Menschheit aus dem Schatten: Der Krieg gegen die Frauen geht jetzt los – offen, frontal, ohne Maske.
Kriege werden erklärt, datiert, beendet und in Denkmäler gegossen. Dieser nicht. Er kennt keine Kriegserklärung, keine Front und keinen Waffenstillstand, denn er läuft seit Jahrtausenden unterhalb der Wahrnehmungsschwelle – ein Weltkrieg ohne Anfangsdatum, geführt gegen die Hälfte der gesamten Schöpfung. Wer ihn sehen will, muss tiefer blicken als jede Nachrichtensendung: Dorthin, wo das Weibliche kein Geschlecht ist, sondern Urkraft.
Die Geistin über den Urwassern
Am Anfang, so berichtet die hebräische Bibel, schwebte der Geist Gottes brütend über den Urwassern. Nur steht dort kein «er». Ruach Elohim ist weiblich – die Geistin, die Windin, der Atem der Schöpfung, der das Tohuwabohu zur Welt ordnete. Die alten Traditionen wussten um die weibliche Hälfte des Göttlichen: Die Ruach, die Schechina als Einwohnung Gottes in allem Lebendigen, die Chochma, die Weisheit, die vor allen Werken war. Dann kamen die Übersetzer. Aus der Geistin wurde der Spiritus Sanctus, aus der Windin ein bärtiger Verwaltungsakt, aus der kosmischen Urkraft eine grammatische Fussnote. Die erste Front dieses Krieges verlief nicht über Schlachtfelder. Sie verlief durch die Sprache. Wer das Weibliche aus dem Himmel tilgt, hat es auf Erden zum Abschuss freigegeben.
Chronik eines nie erklärten Weltkrieges
Die Spur ist blutgetränkt und lückenlos. Die Scheiterhaufen Europas, auf denen die weisen Frauen brannten – Kräuterkundige, Hebammen, Seherinnen, Hüterinnen des alten Wissens. Die Schändungen jeder erobernden Armee seit Troja. Und dann jenes Kapitel, das die Siegergeschichtsschreibung bis heute hinter dem Wort «Befreiung» vergräbt: Zwischen 900’000 und zwei Millionen Frauen wurden im Nachkriegsdeutschland von den Befreiern vergewaltigt. Kein Denkmal. Keine Schweigeminute. Nur ein Schweigen, das bis heute durch die Blutlinien hallt. Und die Gegenwart setzt die Chronik ungerührt fort: Rund 100’000 Opfer pro Tag, weltweit und als Untergrenze gerechnet. Acht von zehn Frauen, die heute bei energetisch Arbeitenden Hilfe suchen, tragen eine Missbrauchsgeschichte im Feld. Das ist keine Statistik mehr. Das ist eine Liturgie der Schande, gelesen in der Sprache der Dunkelheit.
Warum die Maske jetzt fällt
Was sich verändert hat, ist nicht der Krieg. Es ist seine Tarnung. Jahrtausendelang operierte er verdeckt, als Tradition getarnt, als Recht verkleidet, als Religion geweiht. Jetzt wirft er den Mantel ab. Das Weibliche wird gleichzeitig pornografiert und pathologisiert, verwertet und wegdefiniert – die Mutter wird zur «gebärenden Person», der Begriff Frau selbst zur Verhandlungsmasse, der weibliche Leib zur Ware auf allen Kanälen. Und wo die Tat geschieht, übernimmt die Schuldumkehr den Rest: Sie habe sich eben so angezogen, sie sei selbst schuld, sie solle sich nicht so anstellen. Jedes System, das so spricht – ob religiös, juristisch oder kulturell – ist kein Zuschauer dieses Krieges. Es ist Kriegspartei. Und es betet das schwarze Credo derer mit, die sich nach der Tat auch noch feiern. Möge die Gerichtsbarkeit des Unendlichen sie früher erreichen als später.
Fremdkörper auf heiligem Leib
Die alten animistischen Traditionen kennen einen Blick, der nüchterner ist als jedes Mitleid. Sie fragen nicht nach dem karmischen Zusammenhang und nicht nach dem grossen Ganzen. Sie sagen: Die Frau ist heilig. Die Gewalt, die ihr angetan wurde, ist eine fremde, dunkle Energie – ein Fremdkörper auf heiligem Leib, niemals Teil ihres Wesens. Und was fremd ist, kann herausgelöst werden. Schicht um Schicht, ohne die Tat zu verharmlosen, im Kern wie Schmutz, der abgewaschen wird. Danach folgt der zweite Schritt: Zurückrufen, was im Moment der Tat geflohen ist – das Vertrauen, das freie, lachende Sein, die unberührten Anteile der Seele. Etwas wird genommen und etwas wird zurückgeholt.
So arbeiten Seelenheiler seit Jahrtausenden und so spinnen am Weltenbaum die Nornen die Fäden des Schicksals – drei Frauen, keine drei Bürokraten. Wer den Faden einer Frau zerreissen will, hat die Spinnerinnen gegen sich. Über allem aber steht die Gewissheit der alten Seelenlehre: Dieses Körperleben ist ein Atemzug in einem unendlichen Geisterleben und keine Tat dieser Welt zerstört, was nicht von dieser Welt ist. Das Seelenfeuer verschwindet nicht. Die Kraft lag nie beim Täter. Sie liegt im Opfer, das keines bleibt.
Wer die Geistin selbst anrufen will, findet in der Gruppenmeditation an die Ruach Elohim einen Zugang zu dieser Energie – sie wirkt nicht nur bei Frauen, auch bei Männern, denn auch das Männliche liegt zerbrochen im Feld, wie die männlichen Schattengeschichten zeigen. Und wer tiefer in diese Arbeit hinein will, dem steht eine schamanische Geistschule mit kostenfreiem Erstgespräch offen.
Die Windin kehrt zurück
Bleibt die Frage, warum dieser Krieg ausgerechnet jetzt in die offene Phase tritt. Die Antwort kennt jede Mysterientradition: Das Alte schlägt am wildesten zu, wenn es sein Ende riecht. Die Geistin regt sich wieder, in Meditationen, in Kreisen, in erwachenden Frauen und in Männern, die ihre Schwerter endlich gegen die richtigen Schatten richten. Der Krieg gegen die Frauen ist der Krieg gegen die Schöpfung selbst – und er eskaliert, weil die Schöpfung zurückzukehren beginnt. Sie haben die Geistin aus den Büchern gestrichen, aus den Kirchen verbannt und aus den Körpern geprügelt. Doch Wind lässt sich nicht einsperren – wenn die Windin zurückkehrt, wird sie wissen, wer ihre Töchter geschändet hat. 100’000 Schreie pro Tag steigen in einen Himmel, aus dem man die Mutter entfernt hat. Sterbende Systeme beissen am wildesten und sie beissen immer zuerst das Heilige. Dieser Krieg ist ihr Todeskampf – doch bis er endet, zahlen ihn die Frauen mit ihren Leibern! Und irgendwann antwortet der Himmel – dann gnade diesem Zeitalter niemand mehr!









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