Eine promovierte Mediävistin aus Regensburg hat ihr Lebenswerk gefunden: Das eigene Volk wegzuloben. Ihr Motto trägt sie wie einen Orden vor sich her, «Meine Linie endet mit mir» und meint damit nicht bloss den eigenen Bauch, sondern gleich einen ganzen Kontinent. Weisse Europäer sollen aufhören, sich fortzupflanzen, um Platz zu machen, das ist keine Randnotiz einer Wutbürgerin, sondern ein Buch auf Platz 40 der Spiegel-Bestsellerliste und ein Interview in einem australischen Nachrichtenportal.
Nennen wir den Vorgang beim Namen, bevor jemand von «missverstanden» faselt. Die Aktivistin sitzt vor der Kamera eines australischen Portals, wird gefragt, ob sich ihr Feldzug in erster Linie gegen die weisse Bevölkerung richte und nicht gegen Zuwanderer mit oft grösseren Familien und sie nickt lachend. Ihr Ziel sei es, «unsere» Bevölkerungszahl zu senken. Das ist keine böswillige Zusammenfassung eines Feindes, das ist der O-Ton, nachzulesen und nachzuhören, mehrfach zitiert von Medien quer durch das politische Spektrum. Sie sagt es selbst. Sie sagt es gern. Und sie hält es für den Gipfel der Verantwortung.
Wenn das Aussterben zur Tugend erklärt wird
Die Mechanik dahinter ist eine Meisterleistung der moralischen Selbstverdrehung. Kinder zu bekommen, das sei egoistisch, narzisstisch, eine «fast schon pathologische Selbstprojektion», vor allem wenn man auf die Idee komme, die eigenen blauen Augen weiterzugeben. Keine Kinder zu bekommen dagegen sei «verantwortungsbewusst», weil man einem «überlasteten» Planeten nichts aufbürde. Wer sich fortpflanzt, ist also ein Umweltverbrecher. Wer die eigene Blutlinie beendet, ein Heiliger. Man muss diese Logik einmal langsam durchbuchstabieren, um zu begreifen, wie tief sie sitzt: Das Fortbestehen der eigenen Art gilt als Verbrechen, das Verschwinden als Erlösung.
Damit ist der Feminismus, den sie verkörpert, an einem bemerkenswerten Punkt angekommen. Er kämpft nicht mehr für die Frau, ihre Rechte, ihre Freiheit, sondern gegen sie, gegen ihren Körper, gegen ihre natürlichste Möglichkeit. Mutterschaft, so die Lesart, hindere Frauen daran, «das Patriarchat zu bekämpfen». Die Frau wird also erst dann frei, wenn sie sich weigert, Frau zu sein. Das ist kein Befreiungsprogramm, das ist eine Kastrationsanleitung mit Fussnoten. Und wer den Verdacht hat, dass hier eine Ideologie den Menschen nicht dienen, sondern ihn abschaffen will, liegt näher an der Wahrheit als jeder Talkshow-Applaus.
Die Klimaschuld als Generalabsolution
Das Fundament liefert, wie könnte es anders sein, das Klima. Der Westen habe «die Welt ruiniert», produziere jenen Klimawandel, der das Leben etwa in Afrika «elend und schrecklich» mache und die Menschen zur Flucht zwinge. Daraus folge messerscharf: Die westlichen Länder müssten «alle» Migranten und Flüchtlinge bedingungslos aufnehmen und gleichzeitig auf eigene Kinder verzichten. Man produziert also erst per Schuldzuweisung eine Kollektivsünde, für die niemand persönlich einstehen kann und verlangt dann als Busse die freiwillige Selbstauflösung eines ganzen Kulturraums. Die Klimaschuld ist dabei kein Argument, sie ist ein Ablasshandel, nur dass die Währung dieses Mal nicht Geld ist, sondern der eigene Nachwuchs. Wer die Choreografie dieser moralischen Erpressung kennt, hat sie hier im Blog schon mehrfach seziert, etwa dort, wo ein internationales Programm das Wort «Nachhaltigkeit» als Tarnkappe für Bevölkerungspolitik trägt.
Der Feind steht praktischerweise rechts
Der Auftritt benötigt natürlich ein Feindbild. Das liefert die Aktivistin frei Haus. Wer sich Sorgen um sinkende Geburtenraten mache, verfolge in Wahrheit eine «finstere Agenda», nämlich «Frauen zu kontrollieren und Flüchtlinge fernzuhalten». In einen Topf wandern Donald Trump, sein Vizepräsident und Elon Musk, denen sie unterstellt, sie wollten, dass weisse Frauen «immer mehr weisse Babys» bekämen. Vom Tesla-Chef zeichnet sie das Bild eines Sklavenhalters, der bloss neue Arbeiter für seine Fabriken und Kunden für seine Autos benötige. Das ist praktisch: Jede Sorge um Demografie wird zum Rassismusverdacht umetikettiert, jede kinderreiche Familie zum Verdachtsfall, jede Frau, die sich für ein Kind entscheidet, zur unbewussten Handlangerin des Patriarchats. So funktioniert die Nummer: Man erklärt die eigene radikale Position zur Normalität und jeden Widerspruch zur Verschwörung.
Eine Karriere im Dienst der Auslöschung
Aus dem Nichts kommt das nicht. Schon 2013 lieferte sie eine Streitschrift gegen Pornografie, 2019 dann das Manifest, das sie berühmt machte, in dem sie allen Ernstes forderte, der Staat solle jeder Frau, die mit 50 kinderlos geblieben ist, 50’000 Euro auszahlen. Eine Aussterbeprämie also, staatlich finanziert, ein Kopfgeld auf das Nichtvorhandene. Während der Coronajahre verweigerte sie die Maske und schimpfte über «faschistoide» Massnahmen, was insofern amüsant ist, als ihr eigenes Programm den Vergleich mit den dunkelsten Kapiteln europäischer Geschichte nicht scheuen muss, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Damals sollte eine Bevölkerung wachsen und rein bleiben. Heute soll sie schrumpfen und verschwinden. Der Menschenverachtung ist die Richtung egal.
Was hier als mutiger Feminismus und tapfere Klimaethik verkauft wird, ist in Wahrheit die kälteste Form der Selbstverachtung, die eine Zivilisation hervorbringen kann. Eine Ideologie, die der Frau einredet, ihre Fruchtbarkeit sei Schuld, dem Mann, seine Existenz sei Belastung und beiden gemeinsam, ihr Verschwinden sei Fortschritt, arbeitet nicht für den Menschen, sondern gegen ihn. Sie predigt Emanzipation und meint Auslöschung. Sie ruft «Verantwortung» und meint Kapitulation. Sie feiert das Ende der eigenen Linie als moralischen Triumph, während sie in Granit gemeisselte Bevölkerungsziele plötzlich gar nicht mehr so verrückt aussehen lässt. Ein Feminismus, der die Frau zum Werkzeug ihrer eigenen Abschaffung macht, hat den Boden der Befreiung längst verlassen. Und wenn eine ganze Bewegung das Aussterben zur höchsten Tugend erklärt, dann ist der letzte Feind, den sie besiegen will, nicht das Patriarchat, nicht das Klima, nicht der weisse Mann. Es ist der Mensch selbst!










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