Sieben Handgriffe benötigt es, um aus einer Seuche ein Geschäftsmodell zu machen. Keiner davon ist illegal – und genau das ist der Trick.
Der klassische Betrug ist eine Lüge plus eine übergebene Geldsumme. Der Grossbetrug funktioniert anders: Er stellt die Spielregeln auf und wartet, bis die Marken von selbst hineinstolpern. Vier Zutaten benötigt er dafür: Angst, künstliche Dringlichkeit, ein Wissensgefälle und einen fetten, auf wenige Hände verteilten Geldtopf. Eine Pandemie liefert alle vier frei Haus. Was danach geschieht, läuft nach einem Drehbuch ab, das niemand schreiben musste, weil die Anreizstruktur es von allein produziert.
Erstens: Man biegt sich die Definition zurecht
Im Mai 2009, wenige Wochen vor der H1N1-Ausrufung, verschwand von der WHO-Pandemieseite die Formulierung «Enormous numbers of deaths and illness». Übrig blieb das Kriterium der geografischen Ausbreitung. Das dokumentierte das WHO-Bulletin selbst, und der Europarat warf der Organisation später eine «gefälschte Pandemie» unter Industrieeinfluss vor. Die WHO bestreitet bis heute, Schwere je aus der Definition genommen zu haben. Konsequenzen für irgendeinen Funktionär: Keine. Dasselbe Manöver wiederholte sich, als das US-amerikanische CDC im September 2021 still die Vakzin-Definition von «Immunität» auf «Schutz» umschrieb. Faktenchecker beeilten sich zu versichern, das sei bloss sprachliche Präzisierung. Der Zeitpunkt, mitten in der nachlassenden Wirksamkeit der mRNA-Präparate, war natürlich reiner Zufall.
Zweitens: Man rechnet sich die Apokalypse herbei
Ein Modell ist keine Erkenntnis, es ist ein Werkzeug zum Argumentieren. Wer die Annahmen wählt, wählt das Ergebnis. Neil Fergusons Imperial-College-Truppe projizierte am 16. März 2020 500’000 Tote in Grossbritannien und 2,2 Millionen in den USA für den Fall des Nichtstuns. Die Welt schloss daraufhin zu. Derselbe Ferguson hatte 2005 bis zu 200 Millionen globale Vogelgrippe-Tote in den Raum gestellt, am Ende waren es ein paar Hundert.
Fairerweise: Ein unabhängiger Codecheck der Universität Cambridge bestätigte später, dass das Modell reproduzierbar rechnete. Das ändert nichts daran, dass die nützlichste Modellausgabe stets jene ist, die der Politik gefällt und dass der Modellierer, der zuverlässig den Weltuntergang liefert, zuverlässig den nächsten Auftrag bekommt. Wie diese Modellpropheten ganze Gesellschaften in den Abgrund rechneten, war hier schon einmal Thema.
Drittens und viertens: Man kauft die Gutachter und ölt die Drehtür
Eine Untersuchung des Fachblatts «Science» aus dem Jahr 2018 prüfte die Zahlungsströme an FDA-Beratungsausschuss-Mitglieder nach erfolgter Arzneizulassung. Von 107 abstimmenden Ärzten kassierten 40 später mehr als 10’000 Dollar von den Herstellern der Mittel, über die sie geurteilt hatten, 26 davon über 100’000, sieben über eine Million. Die Zahlungen kamen nach der Abstimmung, tauchten in der Beratung also nirgends auf. Niemand musste bestochen werden. Der Beamte, der weiss, dass eine feindselige Entscheidung gegen einen Grosskonzern seine künftigen Karriereoptionen schliesst, verhält sich entsprechend und kann unter Eid wahrheitsgemäss beteuern, kein Geld genommen zu haben. Die Struktur der Drehtür erzeugt das Verhalten, kein expliziter Handschlag benötigt.
Fünftens: Man fabriziert den Konsens
Im Februar 2020 erschien in «The Lancet» ein Brief von 27 Wissenschaftlern, der die Labortheorie zur Verschwörungserzählung erklärte. Organisiert hatte ihn Peter Daszak von der EcoHealth Alliance, jener Organisation, die mit NIH-Geldern – 3,74 Millionen Dollar allein für Fledermaus-Coronaviren – exakt jene Wuhan-Forschung mitfinanziert hatte, die der Brief unaussprechbar machen sollte. Sein Interessenkonflikt blieb verschwiegen. «The Lancet» räumte ihn erst sechzehn Monate später per Nachtrag ein. Die scheinbare Einmütigkeit eines Experten-Standes hielt das Publikum jahrelang in der richtigen Spur.
Sechstens: Man erledigt die Abweichler
Als im Oktober 2020 drei Epidemiologen aus Harvard, Stanford und Oxford in der Great Barrington Declaration einen altersgestaffelten Schutz statt flächendeckender Lockdowns forderten, mailte NIH-Direktor Francis Collins seinem Kollegen Anthony Fauci, es benötige einen «Quick and devastating published takedown» dieser «drei Fringe-Epidemiologen». Die Emails förderte später der Corona-Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses zutage. Drei Eliteuniversitäten, abgestempelt als Randerscheinung. Ein Konsens, der mit institutioneller Vergeltung gegen Andersdenkende durchgesetzt wird, ist kein wissenschaftlicher. Er ist ein politischer im Laborkittel.
Siebtens: Man ruft «Vertraut der Wissenschaft»
Wissenschaft ist eine Methode, keine Position. «Trust the science» bedeutete im Pandemiebetrieb das Gegenteil: Unterwirf dich den Institutionen, die sich zum Sprecher der Wissenschaft ernannt haben. Der Slogan ersetzte Beleg durch Autorität, Verfahren durch Konsens, Inhalt durch Amtsstellung. Er produzierte Sechs-Fuss-Abstandsregeln ohne auffindbare Datengrundlage, Schulschliessungen gegen die damalige Evidenz und Impfpflichten für Gruppen, deren Nutzen-Risiko-Rechnung sie nie trug. Wer widersprach, war kein Mensch mit empirischen Fragen, sondern ein Wissenschaftsleugner. Die Debatte wanderte vom Feld der Belege ins Feld der Identität, exakt dorthin, wo die Institutionen sie haben wollten.
Wiedererkennung als Notbremse
Die sieben Handgriffe treten nie einzeln auf, sie verstärken einander zum Paket und am Ende fliessen Milliarden aus öffentlichen Kassen in wenige gut positionierte Firmen, geschützt durch Haftungsschilde. Niemand musste sich abstimmen, die Anreize an jedem Knotenpunkt erledigten das von allein. Es ist kein Komplott, es ist eine Architektur und wer sie einmal gesehen hat, erkennt sie beim nächsten Mal sofort, von der WHO bis zur fertigen Spritze: Exakt jenes vertikal integrierte Geschäftsmodell, das sich seine Krise gleich selbst bestellt.
Dass kein einziger Funktionär je vor Gericht musste, ist kein Versehen, sondern das Feature. Dass dieselben Häuser, die den Skandal verursachten, anschliessend die Aufarbeitung kontrollierten, gehört zum Drehbuch. Und dass am Ende immer der Bürger zahlt, der seine Glaubwürdigkeit verschenkt, ist die einzige Ressource, die das System nicht selbst herstellen kann – sie muss gegeben werden, also kann sie verweigert werden, und genau darin liegt der ganze Hebel!










«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







