«Millionen gerettet» – die Phrase fällt aus Politikermündern, als hätten sie selbst gerade Wasser in Wein verwandelt. Sorli (2025) nimmt das Lieblings-Datenkraftwerk der Erlösten – Our World in Data – und addiert öffentlich, was jedes Drittklässler-Hirn nachvollzieht: 2020 starben rund 6.3 Millionen Menschen zusätzlich, 2021 nach Impfstart noch einmal 6.08 Millionen oben drauf – und das ist nicht «minus 14 Millionen Gerettete», sondern plus 96.5 Prozent Übersterblichkeit gegenüber dem angeblichen Pandemie-Jahr.
Das Paper trägt den nüchternen Titel «The Discrepancy Between the Number of Saved Lives with COVID-19 Vaccination and Statistics of Our World Data», erschienen im J Clin Trials, Sonderausgabe S32:001 (PDF, kommentiert auf DrBines Substack). Methode: Grundschulmathematik plus Mengenlehre. Pointe: Die heilsbringende Spritze hat keine Leben gerettet, sie hat den Friedhof gefüllt.
Eine Quelle, gegen die selbst die Erlösten nicht zucken dürfen
Sorli argumentiert nicht aus dem Lager der «Querdenker», sondern aus dem Glaubenskonstrukt selbst. Our World in Data ist jenes Datenset, mit dem die Pandemie-Liturgie bis zum Erbrechen illustriert wurde – inklusive Lockdown-Rechtfertigung, Maskenmandaten und 2G-Beschwörungen. Wer diese Quelle plötzlich für Verschwörung erklärt, schiesst sich präzise ins eigene Knie. Bis 2020 verstarben weltweit konstant rund 56 bis 57 Millionen Menschen pro Jahr. 2020 dann der Ausreisser: rund 63 Millionen, also plus 6.3 Millionen. Ob Virus oder Lockdown-Verhungerte in den ärmeren Ländern – das Paper lässt diese Schuldfrage bewusst offen. Mehr Tote, messbar, Faktum. Wer Sorlis Argumentation entkräften will, müsste also entweder Our World in Data als Fake bezeichnen oder die eigene Pandemie-Erzählung der vergangenen Jahre retroaktiv für ungültig erklären – beides keine Optionen, die ein Gesundheitsminister in Sonntagsreden gerne unterschreiben würde.
2021 – das Jahr, in dem das Wunder ausblieb
Pandemien haben eine Eigenschaft, die selbst Modellierer-Apostel nicht wegrechnen können: Sie ebben ab, weil zunehmend mehr Menschen immun werden. Das Sterben müsste 2021 also maximal gleich hoch sein wie 2020, mit Impfstoff sogar deutlich tiefer. Die Realität: 2021 starben rund 69.25 Millionen Menschen weltweit, also 6.08 Millionen mehr als im Pandemie-Jahr 2020. Nicht weniger. Nicht gleich. Mehr. Sorli rechnet das nüchtern hoch: Plus 96.5 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Exzess. Die Behauptung, die Impfung habe die globale Sterblichkeit um 63 Prozent gesenkt, ist ein Rechenfehler von 159.5 Prozentpunkten – grösser als manche Inflationsrate in einer Bananenrepublik. Zur Erinnerung: 2020 wurde als jahrhundertschwere Krise verkauft, mit Inzidenzbildern aus Bergamo und täglichen Pressekonferenzen voller Schreckenstöne.
Mengenlehre für Erstklässler
Hier kommt der Teil, der den geimpften Faktencheckern Schweissperlen auf die Stirn treiben sollte. Sorli definiert die Weltbevölkerung 2021 als Menge HP. Drei Teilmengen: B sind die Geburten (133.45 Millionen), D die Todesfälle (69.25 Millionen) und SL die «durch die Impfung geretteten Leben» (laut Politiker-Liturgie 14 Millionen). Wären diese 14 Millionen real, müssten die Todesfälle 2021 nicht bei 69.25 Millionen liegen, sondern bei 55.25 Millionen. Tun sie aber nicht. Die Menge SL hat keine bijektive Entsprechung zur physischen Realität – im Klartext: Die 14 Millionen «Geretteten» existieren nirgends ausser auf den Folien von Pharma-Konferenzen und in den Sonntagspredigten der WHO. Sie wurden nie geboren, sie waren nie krank, sie sind nie geheilt worden. Sie sind ein Excel-Phantom mit Pressemitteilung.
Woher das Wunder eigentlich stammt
Die magische «14 Millionen»-Zahl stammt nicht etwa aus einer Volkszählung der Wiederauferstandenen, sondern aus einem Modell. Watson und Kollegen veröffentlichten 2022 in Lancet Infectious Diseases eine Schätzung, basierend auf hypothetischen Szenarien ohne Impfung kombiniert mit den optimistischsten Wirksamkeitsannahmen, die das Imperial College aus seiner Hexenküche pressen konnte. Inputs frei gewählt, Outputs garantiert positiv. Diese Modellierung wanderte anschliessend durch Pressemitteilungen, Politikerreden und Faktenchecks, als wäre sie ein Tatsachenbefund. Sie ist es nicht. Sie ist eine Computer-Animation mit Peer Review und Marketing-Budget.
37 Länder, eine Richtung
Falls jemand die Globalzahlen für zu grob hält, zoomt Sorli hinein. In 37 Ländern wurde die Impfintensität mit der Sterblichkeit verglichen – Tag für Tag, Land für Land. Erwartet wäre die positive Korrelation des Heilsversprechens: Mehr Spritze, weniger Tod. Beobachtet wird das Gegenteil. Die Korrelation ist in allen 37 Ländern negativ, illustriert am Beispiel Slowenien. Mehr Impfintensität, mehr Sterbespitzen. Slowenien ist dabei nicht das exotische Einzelbeispiel, sondern ein willkürlicher Vertreter aus einer Gruppe, in der sich kein einziger Gegenbeweis fand. Der wissenschaftlich saubere Ausdruck dafür lautet «negativer kausaler Zusammenhang zwischen Impfintensität und Sterblichkeit». Der ehrliche Ausdruck lautet anders – aber den schreibt kein Peer-Reviewed Journal dieser Welt.
Das Glaubenskonstrukt bleibt
Sorli formuliert sein Urteil sachlich. Theoretische Modelle ohne statistische Untermauerung seien ein «methodisches Fiasko der Gesundheitswissenschaft». Was er nicht ausspricht, lässt sich ergänzen: Das war kein Versehen. Die «Lives Saved»-Modelle waren von Beginn an darauf gebaut, ein gewünschtes Ergebnis zu produzieren. Wer mit Annahmen rechnet statt mit nachgezählten Leichen, kann jedes Wunder vorrechnen, inklusive Brot und Fische in Pillenform. Und doch wird kein einziger Gesundheitsminister dieser Welt morgen aufstehen und sagen «Wir haben uns vertan». Stattdessen wird im Frühjahr die nächste Booster-Saison ausgerufen, im Sommer eine neue Bedrohungslage aus Brüssel kommuniziert, im Herbst die nächste Variante geboren – und niemand fragt mehr nach den 14 Millionen, die irgendwann zwischen Modellbericht und Tagesschau verloren gegangen sind.
14 Millionen «Gerettete», die nie existiert haben, sind keine Wissenschaft mehr, sondern Theologie mit Excel-Tabelle. Wer Politikern noch «Millionen Leben gerettet» abnimmt, glaubt vermutlich auch, dass Brot und Fische am Bilanzstichtag bei der KPMG taxiert wurden. Und wenn morgen das nächste Wunderserum durchs Dorf getrieben wird, weiss inzwischen jedes Schulkind, wo nachgezählt werden muss – am Friedhof, nicht in der Pressemitteilung des Herstellers! Die «Lives Saved»-Modelle sind keine Statistik, sondern Schöpfungsmythos mit Aktiengesellschaft im Hintergrund. Wer am siebten Tag noch eine Booster-Empfehlung nachschiebt, während der Schöpfungsbericht eigentlich ruht, hat den Pakt zwischen Wissenschaft und Pharmamarketing endgültig besiegelt. Und solange Behörden Modell-Phantome höher gewichten als Rohdaten aus Standesämtern, ist Gesundheitspolitik nichts anderes als ein Glaubensbekenntnis mit IBAN-Nummer und vierteljährlicher Dividende! Wer Modell-Geretteten mehr Realität zubilligt als nachgezählten Leichen, hat die Wissenschaft endgültig durch Liturgie ersetzt. Der eigentliche Skandal liegt nicht in einem schlechten Paper, sondern darin, dass Regierungen, Behörden und Leitmedien die «14 Millionen»-Zahl jahrelang weiterreichten, ohne sie jemals gegen die simpelste Rechenoperation der Welt zu prüfen. Und solange das Sandkastenniveau eines einzelnen Physikers ausreicht, um drei Jahre globaler Gesundheitspolitik aufs Kreuz zu legen, sollten wir uns weniger fragen, ob die Spritze gewirkt hat – und mehr, wem das Ganze überhaupt nützen sollte?










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