Ende Mai 2026 prahlte der US-Finanzminister im Fernsehen, man habe rund eine Milliarde Dollar iranischer Kryptowährung beschlagnahmt, die Wallets «einfach gegriffen», manche Besitzer hätten es wohl noch gar nicht bemerkt. Im Juli liess das Finanzministerium weitere 131 Millionen einfrieren. Das war keine Panne, das war die Werbevorführung. Ab Januar 2027 muss jeder amerikanische Stablecoin-Herausgeber genau diesen Abschaltknopf technisch vorrätig halten. Willkommen im Great Reset, Ausgabe Selbstbedienung.
Die ehemalige Staatssekretärin im US-Wohnungsbauministerium Catherine Austin Fitts predigt seit Jahren, wir steckten mitten in einem Umbau, der das Kapital nach oben saugt und die finanzielle Freiheit der Masse abwickelt. Man kann sie für eine Kassandra halten. Unbequem ist nur, dass sich ihre Stichworte inzwischen in Gesetzblättern, BlackRock-Papieren und EU-Verordnungen nachschlagen lassen. Und an fast jeder Station steht derselbe Name: BlackRock.
Der Bauplan lag im August 2019 auf dem Tisch
Am 1. August 2019 veröffentlichte das BlackRock Investment Institute ein Papier mit dem harmlosen Titel «Dealing with the next downturn». Verfasst hatten es ehemalige Zentralbanker, darunter der frühere US-Notenbank-Vize Stanley Fischer und Philipp Hildebrand, bis 2012 Präsident der Schweizerischen Nationalbank. Das Rezept heisst «Going Direct»: Die Zentralbank solle Geld direkt in die Hände öffentlicher und privater Ausgabenträger bringen, Geld- und Fiskalpolitik sollten zusammengespannt werden. Drei Wochen später trafen sich die Währungshüter zum Symposium in Jackson Hole. Das schönste Detail steht im Kleingedruckten: Die Zinsen in Europa und Japan seien womöglich an ihrer Untergrenze, solange es noch physisches Bargeld gebe. Man muss kein Aluhutträger sein, um zu verstehen, wer in dieser Gleichung stört. Am 17. September 2019 pumpte die New York Fed dann bis zu 75 Milliarden Dollar in den Repo-Markt, Monate bevor irgendwer von einem Virus sprach. BlackRock verkauft das Konzept als Inflationswerkzeug mit Ausstiegsdatum. Wer entscheidet, wann der Notfall endet? Die Zentralbank.
Covid als Umverteilungsmaschine
Dann kam der Ernstfall, für den das Rezept schon geschrieben war. Sechs Hilfsgesetze stellten laut US-Rechnungshof rund 4,6 Billionen Dollar bereit, parallel blähte die Fed ihre Bilanz von etwa 4 auf knapp 9 Billionen auf. Und wen heuerte die New York Fed am 24. März 2020 an, um mit diesem Geld Unternehmensanleihen einzukaufen? BlackRock. Den Architekten als Vollstrecker einzustellen, nennt man in Washington Fachkompetenz. Laut den veröffentlichten Auftragsbedingungen durfte BlackRock mit dem Geld der Notenbank auch die eigenen Anleihen-ETFs kaufen, selbstverständlich auf neutralem Fuss mit der Konkurrenz. Unten sah die Rechnung anders aus: Nach einer Fed-Studie verschwanden im ersten Pandemiejahr rund 200’000 Betriebe mehr als üblich, vor allem Coiffeure, Nagelstudios und andere Kleinstbetriebe. Die Forscher betonen, das seien weniger als befürchtet. Das tröstet den Coiffeur ungemein. Dass die Schliessungen gezielt Deflation erzeugen sollten, wie Fitts meint, belegt kein Dokument. Dass die Grossen gestützt und die Kleinen geschlossen wurden, belegt der Kalender.
Energie ist die nächste Pandemie
Fitts nennt die aktuelle Energiekrise die zweite Welle desselben Umbaus. Real ist sie allemal: Die Strasse von Hormus ist seit dem Frühjahr weitgehend dicht und die US-Energiebehörde erwartet die Dieselvorräte bis weit ins Jahr 2027 unter dem Fünfjahrestief. Ausgelöst hat das kein Notenbanker, sondern ein Krieg. Die Beute verteilt sich trotzdem nach bekanntem Muster, wie schon beim perfekten Sturm: Die acht grössten Ölkonzerne verdienten im zweiten Quartal 2026 zusammen rund 93 Milliarden Dollar, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Bezahlt hat es, wer an der Zapfsäule steht.
Der Abschaltknopf heisst jetzt Stablecoin
Die grösste Gefahr sieht Fitts nicht im digitalen Zentralbankgeld, sondern bei privaten Stablecoins. Die USA haben die staatliche Digitalwährung per Dekret verboten und sich als Freiheitsretter feiern lassen. Gleichzeitig verpflichtet der GENIUS Act jeden Herausgeber, Guthaben auf Anordnung einfrieren und beschlagnahmen zu können. In Kraft tritt er spätestens am 18. Januar 2027.
Finanzminister Bessent jubelte: Damit bekämen Milliarden Menschen Zugang zum Dollar und die Nachfrage nach US-Staatsanleihen schiesse in die Höhe. Später prophezeite er eine Verzehnfachung des Marktes bis Ende des Jahrzehnts. Zur selben Zeit schlägt Norwegens Staatsfonds vor, knapp 80 Milliarden Dollar aus US-Staatsanleihen abzuziehen. Die Profis gehen, die Kleinsparer der Welt sollen die Lücke per Handy-App stopfen. Und wer verwaltet den Grossteil der Reserven von USDC? Ein Fonds von BlackRock. Dessen Chef Larry Fink führt nebenbei als Co-Präsident das Weltwirtschaftsforum. Den Zusatz «ad interim» liess er intern streichen. Fitts‘ Argument ist kalt: Eine Zentralbank hängt am Parlament, ein privater Emittent nur an seinen Geschäftsbedingungen. Die Kontrolle bleibt staatlich, die Rechenschaft wird privatisiert, finanziert von den Krypto-Brüdern.
Nach dem Geld kommt alles andere an die Leine
Stablecoins sind erst das Vorspiel. Larry Fink schrieb in seinem Jahresbrief 2025, jede Aktie, jede Anleihe und jeder Fonds liessen sich tokenisieren. Als Voraussetzung nannte er ausgerechnet eine digitale Identität. Coinbase-Chef Brian Armstrong schwärmt: Tokenisierte Aktien öffneten den US-Markt für vier Milliarden Menschen ohne Brokerkonto. Übersetzt heisst das: Das Ersparte der Welt soll auf dieselben digitalen Schienen wandern, deren Stablecoin-Teil schon heute per Gesetz einen Abschaltknopf trägt – samt Ausweispflicht. Wer daran verdient, steht im Quartalsbericht. BlackRock meldete im Juli 2026 ein Rekordvermögen von 15,3 Billionen Dollar und 31 Prozent mehr Umsatz. Die Tiefe der Kundenbeziehungen sei nie grösser gewesen, liess Fink dazu ausrichten. Das glauben wir ihm aufs Wort. Planen, einkaufen, verwalten, kassieren: Vier Stationen, ein Absender.
Die EUdSSR macht dasselbe mit Stempel
Das EU-Parlament stimmte am 9. Juli 2026 mit 416 zu 169 Stimmen für Verhandlungen über den digitalen Euro. Die meisten Händler sollen ihn annehmen müssen, wie viel du halten darfst, bleibt offen. Ab dem 10. Juli 2027 sind geschäftliche Barzahlungen über 10’000 Euro verboten, Einzahlungen darüber am Bankschalter gehen an die Meldestelle. Offiziell nur gegen Geldwäsche, zu deinem Schutz, versteht sich. Wohin das führt, zeigt das digitale Halsband. Die Schweiz hat am 8. März 2026 immerhin Franken und Bargeldversorgung mit 73,4 Prozent Ja in die Verfassung geschrieben, während die weitergehende Initiative mit 45,6 Prozent scheiterte. Ein Papierschild, aber eines, das Bern erst öffentlich abreissen müsste.
Geheime Bücher, gläserne Bürger
Während jede grössere Barzahlung von dir protokolliert werden soll, führt der Staat, der den Abschaltknopf bestellt, seine eigenen Bücher im Halbdunkel. Ein Ökonom der Michigan State University fand gemeinsam mit Fitts in offiziellen Berichten von Pentagon und Wohnungsbauministerium unbelegte Buchungsanpassungen von 21 Billionen Dollar für die Jahre 1998 bis 2015. Das heisst nicht, dass 21 Billionen verschwunden sind, sondern dass niemand sie belegen kann. Die gern zitierte Rumsfeld-Rede vom 10. September 2001 sprach von 2,3 Billionen, die man nicht nachverfolgen könne, nicht von gestohlenem Geld. 2018 folgte der Standard FASAB 56, der Behörden erlaubt, öffentliche Finanzberichte zum Schutz geheimer Programme zu verändern. Deine Wallet soll durchsichtig werden, ihre Bilanz darf retuschiert werden.
Wer das Kabel hält, braucht keine Panzer
Fitts behauptet, alle 80 bis 120 Jahre griffen die Zentralbanken nach Kapital, Arbeit und Bewegungsfreiheit. Als Gesetzmässigkeit ist das unbelegt, die Zählweise trägt mal (Gründung der Fed 1913 bis 2019) und mal nicht (Bretton Woods 1944 bis 2019). Dass Staaten in der Krise nach dem Ersparten greifen, belegt dagegen Roosevelts Goldverbot von 1933. Ihr Gegenmittel ist deshalb altmodisch: Bargeld benutzen, analoge Wege offenhalten, Vermögen dort parken, wo keine Leine dranhängt. Der Great Reset kommt nicht mit Stiefeln, sondern mit einem Update. Wer den Plan 2019 lesen wollte, konnte ihn beim grössten Vermögensverwalter der Welt herunterladen, der heute die Reserven verwaltet und Rekorde meldet. Ab Januar 2027 ist der Abschaltknopf Gesetz und der Minister, der schon zugreifen liess, prahlt damit im Fernsehen. Sie nehmen dir dein Geld nicht weg – sie sorgen nur dafür, dass es nie wirklich deins war – und nennen dies «finanzielle Inklusion»!











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