Es gibt Momente, die keine Erklärung brauchen. Einen davon lieferte eine namenlose Gebärdensprachdolmetscherin im ukrainischen Fernsehen, während Wolodymyr Selenskyj gerade wieder einmal über die wirtschaftlichen Erfolge seines Landes sprach. Wirtschaftliche Erfolge. Der Ukraine. Unter Selenskyj.
Während der Mann im olivgrünen Pullover also seine Erfolgsbilanz vortrug – in einem Land, in dem laut Transparency International die Korruption seit Jahren auf Weltklasseniveau operiert, in dem Oligarchenstrukturen unter Kriegsrecht munter weiter gedeihen, in dem Milliarden an westlicher Hilfe in Kanäle fliessen, die niemand so genau benennen möchte – formten sich die Hände der Dolmetscherin zu einem einzigen, klaren Begriff.
Lügner.
Dann hielt sie ein Blatt Papier in die Kamera. «Sie werden belogen.»
Nach wenigen Sekunden war sie aus dem Bild verschwunden. Schnitt. Weg. Als hätte sie nie existiert. Das ist, in seiner komprimierten Form, das vollständige politische Programm des Systems Selenskyj: Reden über Erfolge, Schweigen über Realitäten, Entfernen von Störenfrieden. Wiederholen.
Das Bemerkenswerte ist nicht, dass eine Frau den Mut hatte, das Offensichtliche zu sagen. Das Bemerkenswerte ist, dass sie es auf einem staatlichen Sender tat, in Echtzeit und die Reaktion des Systems – sofortiges Entfernen, kein weiterer Kommentar – so reflexhaft und geübt wirkte, als wäre das ein eingeübter Ablauf. Wer weiss, vielleicht ist er das.
Selenskyj, der Mann, dem der Westen Milliarden überweist, dem NATO-Generäle die Hand schütteln und für den Staatschefs Sondersitzungen einberufen, wird von einer Gebärdensprachdolmetscherin in drei Sekunden präziser charakterisiert als durch drei Jahre investigativen Journalismus westlicher Leitmedien.
Die Dolmetscherin hat ihren Job verloren. Selenskyj hat seinen behalten.
Das ist die Zusammenfassung des Zustands, in dem wir uns befinden: Die Ehrlichen verschwinden aus dem Bild. Die Lügner bleiben drin.
Und der Westen applaudiert weiter…
Die Heldin ohne Namen: Sie übersetzte Selenskyj – und sagte dabei die Wahrheit
Man muss der Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortés eines lassen, sie hat das Video-Statement mit bemerkenswerter Beherrschung aufgenommen. «Das macht ganz Fedpol und mich persönlich betroffen», erklärte sie in die Kamera, während im Hintergrund die Frage brannte, wie lange ein Beamter ihrer Behörde vertrauliche Daten an die organisierte Kriminalität verkauft hat, ohne dass irgendjemand es bemerkte. Betroffen. Das Wort der Stunde. Das Wort, das immer dann kommt, wenn jemand keine Antworten hat, aber trotzdem etwas sagen muss.
Die Fakten sind präzise und deshalb umso beunruhigender: Im Bundessicherheitsdienst des Bundesamts für Polizei – also in jener Abteilung, die sich um die Sicherheit von Bundesräten, Botschaften und sensiblen staatlichen Einrichtungen kümmert – sass ein Maulwurf. Nicht in der Poststelle. Nicht in der IT-Supportabteilung. Im Bundessicherheitsdienst. Er verkaufte vertrauliche Informationen. An die organisierte Kriminalität. Sechs Festnahmen total, zwölf Hausdurchsuchungen in Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Frankreich und Deutschland. Ein internationales Netzwerk, versorgt aus der Mitte des Schweizer Sicherheitsapparats.
«Erste Erkenntnisse deuten auf eine Zusammenarbeit mit der Organisierten Kriminalität hin», musste die Direktorin feststellen. Erste Erkenntnisse. Man fragt sich unwillkürlich, auf welche späteren Erkenntnisse man sich noch gefasst machen darf. Nun wäre das alles schon schlimm genug, wenn Fedpol eine Behörde wie jede andere wäre – zuständig für Jagdlizenzen oder Gewerbeanmeldungen. Ist es aber nicht. Fedpol verwaltet unter anderem Passdaten. Reiseausweise. Biometrische Informationen. Und – man erlaube an dieser Stelle einen kurzen Moment der stillen Betrachtung – Fedpol ist eine der Schlüsselbehörden für die Einführung der e-ID, jener digitalen Identität, die die Schweiz ihren Bürgerinnen und Bürgern als sicheres, modernes und vertrauenswürdiges Instrument der Zukunft verkauft.
Sicher. Modern. Vertrauenswürdig.
Ein Beamter, der Daten an die organisierte Kriminalität verkauft, hat in einer Behörde gesessen, der man in absehbarer Zeit die digitale Identität der gesamten Bevölkerung anvertrauen will. Das ist keine Pointe. Das ist der Sachverhalt.
Man kann sich vorstellen, welche Daten für organisierte Kriminelle besonders wertvoll sind: Reisepassnummern, die für gefälschte Dokumente gebraucht werden. Personendaten, die Identitätsdiebstahl ermöglichen. Bewegungsprofile, Sicherheitsprotokoll, Informationen über Schutzmassnahmen. All das liegt in jenem System, in das ein Mann mit Kriminellen im Rücken jahrelang – oder wochenlang, oder monatelang, das weiss man noch nicht – Einblick hatte.
Die offizielle Reaktion ist ein Lehrstück in institutioneller Schadensbegrenzung. Man ist betroffen. Man arbeitet eng mit der Bundesanwaltschaft zusammen. Man hat interne Massnahmen eingeleitet. Man wird Schlüsse ziehen. Man nimmt das sehr ernst. Das ist der Standardablauf. Er funktioniert in dem Sinne, dass die Schlagzeilen nach einigen Wochen verschwinden und das institutionelle Selbstbild unbeschädigt weiter existiert. Die Behörde macht weiter, der nächste Bericht wird veröffentlicht, die Parlamentsdebatte bleibt moderat und irgendwann wird die e-ID eingeführt – weil sie ja ohnehin kommen soll und weil ein einzelner Maulwurf kein Grund ist, das grosse Digitalisierungsprojekt zu hinterfragen.
Doch genau das ist die eigentliche Frage, die gestellt werden müsste, aber nicht gestellt wird: Wie kann eine Behörde, die sich als Hüterin sensibelster staatlicher Sicherheitsinfrastruktur versteht, einen Mitarbeiter im Bundessicherheitsdienst nicht bemerken, der für die organisierte Kriminalität arbeitet? Welche internen Kontrollmechanismen existieren und warum haben sie versagt? Wer führte die Sicherheitsüberprüfungen durch – und mit welchem Resultat? Und wie lange lief dieses Arrangement, bevor es auffiel?
Diese Fragen sind unbequem. Sie stellen nicht nur einen Einzeltäter infrage, sondern die Struktur, in der er tätig war. Und Strukturfragen sind in der Schweizer Behördenlogik traditionell unerwünschter als Personenfragen – denn eine Person kann man verhaften, eine Struktur muss man reformieren und Reformen sind mühsam, teuer und politisch unangenehm.
Währenddessen macht die Beamtenkorruption in der Schweiz Fortschritte, die man im internationalen Vergleich mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und düsterer Anerkennung betrachten muss. Die EU gilt seit Jahrzehnten als Mahnbild für bürokratische Selbstbedienung und institutionelle Porösität. Dass die Schweiz – das Land der stabilen Verhältnisse, des beamteten Anstands, des guten Haushalts und des geordneten Gemeinwesens – im Eilzugstempo aufzuholen scheint, ist nicht nur ein Nachrichtendetail. Es ist eine Zustandsbeschreibung.
Der gute Dorfpolizist, der mit Hausverstand und persönlicher Integrität seinen Dienst tat und dabei die Menschen kannte, deren Sicherheit er schützte – er ist nicht plötzlich verschwunden. Er wurde ersetzt. Durch Strukturen, die gross genug sind, dass der Einzelne darin unsichtbar wird. Durch Systeme, in denen Loyalität zur Institution nicht durch persönliche Bindung, sondern durch bürokratische Prozesse sichergestellt werden soll. Durch Apparate, die so komplex sind, dass niemand mehr den Überblick hat – und Komplexität bekanntlich der beste Freund jener ist, die im Verborgenen agieren.
Das Vertrauen in die Behörde ist weg. Nicht beschädigt – weg. Und Vertrauen ist wie Porzellan: Man kann es reparieren, aber die Bruchstellen bleiben sichtbar. Der Maulwurf hat nicht nur Daten verkauft. Er hat die Grundlage verkauft, auf der ein Rechtsstaat steht: Die Überzeugung, dass jene, denen man Macht und Zugang übergibt, dieses Vertrauen nicht missbrauchen.
Nun soll dieselbe Institution die e-ID verwalten. Die digitale Identität. Den Schlüssel zu allem. Betroffen. Das Wort reicht nicht…
Es war der 26. Dezember 2025. Während der Rest Europas das Weihnachtsessen verdaute und sich fragte, ob man wirklich noch ein Stück Zimtsterne braucht, war jemand anderes fleissiger. Ein unbefugter Akteur griff auf Eurails Netzwerk zu und transferierte Dateien aus den Systemen – zwei volle Monate, bis das Unternehmen überhaupt verstand, was in diesen Dateien steckte.k
Zwei Monate. Sechzig Tage. In dieser Zeit wurden die Daten analysiert, ausgewertet und zum Kauf angeboten. Und die betroffenen Kunden? Die sassen nichts ahnend zu Hause, buchten vielleicht den nächsten Interrail-Trip, freuten sich auf Europa – während ihre Passnummern, Geburtsdaten, Telefonnummern und Wohnsitzadressen im Darknet zum Verkauf standen und auf Telegram als Kostprobe zirkulierten. Eurail begann erst am 27. März 2026 damit, Betroffene zu informieren – drei Monate nach dem Einbruch, einen Monat nachdem die Daten bereits im Darknet aufgetaucht waren.
Die DSGVO schreibt eine Benachrichtigung innerhalb von 72 Stunden vor. Eurail benötigte 90 Tage. Man darf annehmen, dass die Rechtslage studiert, die Kommunikationsstrategie optimiert und der Schaden für das Unternehmensimage sorgfältig kalkuliert wurde. Die 308’777 betroffenen Personen kamen in dieser Rechnung offenbar etwas später dran.
Die Liste der gestohlenen Datentypen liest sich wie der Wunschzettel eines Identitätsbetrügers: Name, Geburtsdatum, Passnummer, Telefonnummer, Wohnsitzland – und in manchen Fällen auch Gesundheitsdaten, wobei Eurail bislang nicht erklärt hat, warum ein Zugticket-Anbieter überhaupt Gesundheitsdaten benötigt. Eine interessante Frage, auf die bisher keine befriedigende Antwort erfolgt ist.
Besonders pikant ist die Beteiligung des DiscoverEU-Programms der Europäischen Kommission – jenes Projekts, das 18-jährigen Europäern kostenlose Interrail-Pässe zum Kennenlernen des Kontinents schenkt. Seit 2018 wurden über 800’000 solcher Pässe verteilt und die Daten der Teilnehmer laufen durch Eurails Systeme. Junge Menschen, die der EU vertrauten, ihre Daten hinterlegt haben, Europa entdecken wollten – und deren Passnummern nun möglicherweise in kriminellen Kreisen kursieren. Ein schönes Willkommensgeschenk zum Erwachsenwerden.
Und hier beginnt die eigentliche Geschichte, die über einen Bahnticket-Anbieter weit hinausgeht.
Die Schweiz hat die e-ID eingeführt. Die digitale Identität, das elektronische Pendant zum physischen Pass, das grosse Versprechen der modernen Verwaltung: alles einfacher, alles schneller, alles vernetzt. Bankkonto, Steuererklärung, Arzttermin, Behördengänge – mit einem einzigen digitalen Schlüssel. Praktisch. Fortschrittlich. Unvermeidlich, wie man uns erklärt.
Der Eurail-Hack demonstriert mit der Eleganz eines Vorschlaghammers, was das bedeutet: Wer die digitale Identität zentralisiert, schafft einen singulären Angriffspunkt. Wer alle Schlüssel auf einem Schlüsselbund vereint, riskiert, dass beim Diebstahl dieses Schlüsselbunds alle Türen gleichzeitig offenstehen. Ein gestohlener physischer Pass ist ein ernstes Problem – aber er öffnet eine Tür. Eine kompromittierte e-ID öffnet potenziell alle.
Der Angreifer hatte Zugriff auf AWS S3-Speicherbereiche, das Zendesk-Supportsystem und GitLab-Repositories — also nicht nur Kundendaten, sondern Quellcode, Infrastruktur-Zugangsdaten und interne Kommunikation. Das ist nicht der Hack einer einzelnen Datenbank. Das ist der Totalzugriff auf eine Infrastruktur. Genau das, was bei einer e-ID-Infrastruktur auf staatlicher Ebene noch ungleich verheerendere Konsequenzen hätte – weil dort nicht Zugtickets, sondern Existenzen hängen.
Der digitale Mensch der Zukunft hat keine Identität mehr in dem Sinne, den wir kennen. Er hat einen Datensatz. Dieser Datensatz existiert auf Servern, die von Unternehmen oder Behörden betrieben werden, die ihrerseits Dienstleister beauftragen, die wiederum Infrastruktur mieten. Jede dieser Schnittstellen ist ein potenzieller Eurail-Moment. Jedes Update, jede Migration, jede ungeschlossene Sicherheitslücke ist eine offene Flanke. Eurail ist kein Startup, das Ecken abschneidet – es ist kritische EU-gestützte Infrastruktur, die Passnummern neben Quellcode auf demselben Netzwerk gespeichert hatte, das ein Angreifer in einer einzigen Session plündern konnte.
Man stelle sich dieselbe Sorgfalt auf e-ID-Ebene vor. Passnummer, Steuernummer, Krankengeschichte, Bankverbindung, Wohnadresse, biometrische Daten – auf einem Schlüsselbund, verwaltet von einem Konsortium, entdeckt nach zwei Monaten, kommuniziert nach drei, während die Daten längst verkauft sind. Das ist keine Dystopie. Das ist die logische Extrapolation dessen, was bei Eurail bereits stattgefunden hat.
Die Antwort der Behörden auf solche Vorfälle ist stets dieselbe: Passwort ändern, Konten überwachen, vorsichtig bei verdächtigen E-Mails sein. Als ob die 308’777 betroffenen Interrail-Kunden ihre Passnummer zurückbekämen, wenn sie das Passwort ihrer Rail-Planner-App erneuern. Als ob Identitätsbetrug sich durch erhöhte Wachsamkeit beim E-Mail-Lesen verhindern liesse, wenn die eigene Passnummer bereits auf einem Darknet-Marktplatz für einige hundert Dollar angeboten wird.
Die eigentliche Frage, die niemand laut stellt, lautet: Warum sammeln digitale Systeme systematisch mehr Daten, als sie für ihre Kernfunktion benötigen? Warum benötigt ein Zugticket-Anbieter Gesundheitsdaten? Warum werden Passnummern von 18-Jährigen gespeichert, die lediglich ein Gratisticket bekommen haben? Und warum akzeptieren wir als Gesellschaft, dass die Antwort auf jeden Datendiebstahl lautet, man solle künftig noch mehr Daten an noch mehr zentrale Stellen übermitteln – weil die digitale Identität nun mal der Weg der Zukunft sei?
Der Weg der Zukunft. Eurails Kunden sind bereits angekommen.
Sie wurden nur leider nicht gefragt, ob sie mitfahren wollten…
Es braucht manchmal einen Eishockeytrainer, damit ein Land merkt, was es verloren hat. Patrick Fischer, Nationaltrainer der Schweizer Eishockeymannschaft, hat den Bannstrahl des Verbandes zu spüren bekommen. Sein Vergehen: Er hatte während der Pandemie nicht mitgemacht. Er hatte Nein gesagt. Er hatte, in der präzisen Sprache des zivilisierten Diskurses, zivilen Ungehorsam geübt. Und dafür wird er bis heute verfolgt – während jene, die den Druck aufgebaut haben, weiter vorgeben, als sei alles richtig gewesen.
BAG-Direktorin Levy meldete sich in unangemessener Schärfe zu dem Fall. Unangemessen ist das richtige Wort. Denn die Schärfe, mit der das Establishment auf Abweichler reagiert – damals wie heute – steht in einem grotesken Missverhältnis zur wissenschaftlichen Grundlage, auf die man sich dabei beruft.
Kommen wir zu den Fakten. Die mRNA-Präparate von Pfizer und Moderna wurden in einem stark verkürzten Notfallverfahren zugelassen. Ihre Wirksamkeit, Infektionen und Ausbrüche zu verhindern, haben sie weitgehend verfehlt. Das ist keine Randmeinung von Schwurblern – das ist die nüchterne Bilanz, die sich aus den Daten ergibt, die mittlerweile vorliegen. Wer das heute noch bestreitet, hat entweder keine Zeit gehabt, die RKI-Protokolle zu lesen oder er hat sich entschieden, sie nicht zu lesen, weil das Ergebnis unbequem wäre.
Stattdessen traten die Risiken ein, vor denen Kritiker gewarnt hatten: Ungeklärte Todesfälle nach der Injektion, teils schwere Nebenwirkungen, offene Fragen zu Langzeitfolgen. Und die Gesamtmortalität von Covid? Lag über alle Altersgruppen hinweg unter jener schwerer Grippewellen. Man darf das ruhig noch einmal langsam lesen. Die Massnahmen, die das gesellschaftliche Leben für Jahre zum Erliegen brachten, richteten sich gegen eine Erkrankung, deren Gesamtmortalität unter jener schwerer Grippewellen lag.
Auf dieser Grundlage wurde eine faktische Impfpflicht eingeführt. Lockdowns. Maskenpflicht. Die systematische Diskriminierung Ungeimpfter aus dem öffentlichen Leben – aus Restaurants, Kulturveranstaltungen, Arbeitsplätzen, sozialen Strukturen. Für junge, gesunde Menschen war all das nicht nur unverhältnismässig. Es war übergriffig. Es war ein politischer Eingriff ohne wissenschaftliche Evidenz, verkleidet als Bevölkerungsschutz.
Das moralische Erpressungsinstrument der Wahl lautete: «Du tötest Oma.» Ein Satz, der in seiner schlichten Brutalität seinesgleichen sucht. Junge Menschen, für die das Virus statistisch kaum eine Gefahr darstellte, wurden mit kollektiver Schuld beladen für den Tod von Risikogruppen – die man gleichzeitig isolierte, in Pflegeheimen einsperrte und von ihren Familien fernhielt. Die Logik dieser Konstruktion kann nicht verteidigt werden. Sie lässt sich nur wiederholen, laut und oft genug, bis die Wiederholung für Wahrheit gehalten wird.
Wer nicht mitmachte, wurde «Covidiot» genannt. «Schwurbler». «Querdenker». Die Diffamierung ersetzte die Auseinandersetzung. Das Etikett ersetzte das Argument. Und wer die Verhältnismässigkeit einforderte – Ärzte, Juristen, Epidemiologen, Wissenschaftler – wurde aus dem öffentlichen Diskurs gedrängt, aus Talkshows ausgeladen, auf Wikipedia zum Randphänomen umgeschrieben. Die Maschinerie der sozialen Kontrolle lief reibungslos. Sie lief im Namen der Wissenschaft.
Die staatlichen Übergriffe, moralische Diffamierung Andersdenkender, selektiver Konformitätsdruck – alles im Namen der Wissenschaft, der Sicherheit, des Gemeinwohls. Das Muster ist bekannt. Es ist nicht neu. Die Geschichte liefert genug Beispiele dafür, wie gutmeinende Funktionäre im Namen schützenswerter Ziele die Verhältnismässigkeit aus dem Blick verlieren – und wie lange es dauert, bis eine Gesellschaft bereit ist, das zuzugeben.
Ziviler Ungehorsam war in dieser Situation nicht nur legitim. Er war moralisch geboten. Das ist kein nachträgliches Heldennarrativ – es ist die logische Schlussfolgerung aus dem, was damals geschah. Wenn der Staat Druck ausübt, der über das wissenschaftlich Begründbare hinausgeht, wenn er Bürger moralisch erpresst, sozial isoliert und beruflich bestraft – dann ist der Widerstand keine Pflichtwidrigkeit. Er ist Pflicht.
Dass Fischer dafür bis heute berufliche Konsequenzen trägt, ist kein Einzelfall. Es ist Symptom. Symptom einer Klasse von Funktionären und Institutionen, die unwillig sind, die Geschehnisse zu revidieren – weil Revision Eingeständnis bedeutet, und Eingeständnis Verantwortung. Und Verantwortung, das haben diese Jahre gezeigt, ist die seltenste aller institutionellen Ressourcen.
Die wirklich peinlichen Figuren dieser Geschichte sind nicht jene, die Nein sagten. Sie sind jene, die heute noch so tun, als sei alles richtig gewesen. Die weiter nach Bestrafung der Abweichler rufen. Die aus dieser Zeit die Lektion gezogen haben, man müsse es «nächstes Mal konsequenter machen.»
Das ist die eigentliche Gefahr. Nicht der Virus. Nicht die Ungeimpften. Nicht die Schwurbler. Sondern der vermeintlich gutmeinende Funktionär, der im Namen der Sicherheit die Verhältnismässigkeit verliert – und der aus einer Niederlage nicht Demut zieht, sondern Entschlossenheit zur Wiederholung.
Patrick Fischer hat Nein gesagt. Er trägt die Konsequenzen. Die Frage, die bleibt, lautet nicht, ob er falsch lag. Die Frage lautet: Wer zieht die Konsequenzen für die anderen? Bisher niemand…
Wir erinnern uns: Im vorangegangenen Artikel ging es um eine Theorie, die jeden Widerspruch als Beweis ihrer eigenen Richtigkeit umdeutet. Wer zustimmt, sieht. Wer zweifelt, schläft noch. Das Deutungssystem, das sich selbst immunisiert. Die neue Gnosis im Jungschen Gewand. Schön analysiert, befand man allgemein. Präzise seziert. Gut geschrieben. Jetzt kommt der nächste Text. Und man möchte kurz innehalten. Denn was hier vorliegt, ist nicht die Kritik an jenem geschlossenen Deutungssystem. Es ist seine Vollendung.
Wir erfahren: Vor sechs Jahren wurde der Menschheit ein Angebot gemacht. Ein mächtiges Bewusstseinsfeld der Kontrolle wollte die Menschheit in eine transhumanistische Richtung bewegen. Die richtigen Leute wurden in die richtigen Positionen gebracht. Es gab Planspiele, Generalproben, eine globale Inszenierung. Das Hauptziel war, Zugang zum menschlichen Körper zu bekommen. Die mRNA-Therapie war nicht Mittel, sondern Zweck. Und – hier erreicht der Text seine spirituelle Klimax – die Entscheidung für oder gegen das Experiment habe jeder bereits vor dieser Inkarnation getroffen. Man lese das noch einmal. Vor dieser Inkarnation.Die Zeitlinien hätten sich getrennt. Aufklärung mit Fakten sei deshalb sinnlos. Beide Wege seien in Ordnung. Das Ganze sei letztlich ein Katalysator des Erwachens gewesen.
Nun gut. Wo fängt man an? Fangen wir mit dem Handwerk an, denn das ist tadellos. Die Manipulation-Taxonomie, die der Text aufstellt, ist nicht falsch. Es stimmt, dass Angst ein bewährtes Werkzeug politischer Steuerung ist. Es stimmt, dass PCR-Tests methodisch umstritten waren. Es stimmt, dass Massnahmen teils ohne ausreichende Evidenzbasis eingeführt wurden. Es stimmt, dass enorme wirtschaftliche Verwerfungen stattfanden, die wenigen nützten und vielen schadeten. Diese Kritikpunkte sind legitim, dokumentiert und wichtig. Man hätte sie aufgearbeitet verdient.
Aber dieser Text hat anderes vor.
Er beginnt mit einem Bewusstseinsfeld der Kontrolle – eine Formulierung, die präzise genug klingt, um seriös zu wirken und vage genug, um nie falsifizierbar zu sein. Wer ist dieses Bewusstseinsfeld? Keine Namen. Keine Strukturen. Keine verifizierbaren Entscheidungsketten. Nur ein diffuses Machtzentrum, das plant, inszeniert und steuert – und dabei so geschickt vorgeht, dass es sechs Jahre nach dem Ereignis immer noch kein Gericht der Welt identifizieren konnte. Das ist nicht Analyse. Das ist Mythologie. Und Mythologie ist mächtiger als Analyse, weil sie das Bedürfnis nach Bedeutung befriedigt, das Fakten allein nie stillen können.
Dann die Struktur. Der Text erklärt uns, wie Massenmanipulation funktioniert: Gefahr benennen, Werte bedrohen, Angst erzeugen, die eigene Agenda als Rettung anbieten. Vier Schritte. Klar. Präzise. Man nickt. Und bemerkt dabei nicht, dass der Text selbst exakt diesen vier Schritten folgt. Die Gefahr: Ein Bewusstseinsfeld mit transhumanistischer Agenda. Das bedrohte Wertvolle: Die menschliche Freiheit, der Körper, die Seele. Die Angst: mRNA als Zweck, potenzielle Toxizität je nach Charge, dauerhafte Pharmakundschaft. Die Rettung: Das Erwachen, die getrennte Zeitlinie, die Gemeinschaft der Sehenden. Vier Schritte. Lehrbuchhaft.
Was im vorigen Text als geschlossenes Deutungssystem kritisiert wurde, erreicht hier seine elaborierteste Form. Dort war der Einwand noch durch psychologische Abwehrmechanismen erklärbar. Hier ist er bereits vorinkarnatorisch verankert. Wer der Theorie widerspricht, hat das bereits vor seiner Geburt so entschieden. Es gibt buchstäblich keine Ebene mehr, auf der ein Argument greifen könnte. Das ist nicht Offenheit des Geistes. Das ist seine hermetischste Schliessung, nur von innen tapeziert mit Erleuchtungsrhetorik. Und dann die abschliessende Grosszügigkeit: Beide Wege seien in Ordnung. Wer sich hat impfen lassen, hat eben eine andere Vorentscheidung getroffen. Man hegt keinen Groll. Man will nicht retten. Man ist drüber hinaus. Was für eine spirituelle Reife. Was für eine buddhistische Gelassenheit gegenüber den Milliarden, die nun – je nach Toxizität ihrer Charge – potenziell ertragreichere Pharma-Kunden seien.
Das ist die zynischste Formulierung im gesamten Text, verkleidet als seine mildeste. Denn entweder ist die Impfung das, was der Text behauptet – ein geplanter Zugriff auf den menschlichen Körper mit potenziell toxischen Folgen – dann ist Gleichmut gegenüber den Betroffenen keine spirituelle Reife, sondern Gleichgültigkeit von bemerkenswerter Kälte. Oder der Text übertreibt – dann ist die ganze Konstruktion eine Bedeutungsmaschine, die reale Missstände in eine Weltformel presst, die zufällig den Erzähler ins Zentrum der Sehenden stellt. Beides gleichzeitig geht nicht. Der Text wählt beides gleichzeitig.
Das eigentliche Lehrstück liegt nicht in dem, was über COVID gesagt wird. Es liegt in der Architektur des Denkens. Eine Analyse, die mit Transhumanismus-Bewusstseinsfeldern beginnt und mit vorinkarnatorischen Entscheidungen endet, hat den Bereich der Politik längst verlassen. Sie ist Theologie. Und Theologie ist immun gegen Widerspruch – das ist ihre Stärke und ihre grösste Gefahr. Der Katalysator des Erwachens, zu dem COVID erklärt wird, hat offenbar nicht alle gleich aufgeweckt. Manche hat er in einen Traum geführt, der sich nur wacher anfühlt als der vorherige.
Das ist die subtilste Form des Schlafs: Wenn man in ihm überzeugt ist, endlich zu sehen…
Es gibt einen Moment, den man sich merken sollte. 27. August 1998, irgendwo in einem Konferenzraum, sitzt William Henry Gates III vor Anwälten des amerikanischen Justizministeriums. Auf dem Tisch die Monopolklage gegen Microsoft. In der Luft die Erwartung, dass der angeblich intelligenteste Unternehmer seiner Generation zumindest erklären kann, wie seine eigene Software funktioniert und welche Entscheidungen er in seinem eigenen Unternehmen getroffen hat. Was folgt, ist kein Verhör eines Verdächtigen. Es ist eine Performance.
Gates wurde von einem Augenzeugen als «ausweichend und nicht kooperativ» beschrieben. Er stritt über die Definition von Wörtern wie «Wettbewerb», «besorgt» und «wir». Frühe Teile seiner Aussage provozierten Gelächter beim Richter, als sie im Gericht gezeigt wurden – und das «Ich erinnere mich nicht» kam so oft, dass sogar der Richter schmunzeln musste. Ein Mann, der mit angeblich fotografischem Gedächtnis gesegnet ist. Der Harvard-Codebücher auswendig lernte. Der ein globales Softwareimperium aufbaute. Und der sich vor Gericht, unter Eid, an praktisch nichts erinnern konnte, was in seinem eigenen Unternehmen vorgefallen war. Nicht an E-Mails, die er selbst geschrieben hatte. Nicht an Strategiemeetings, an denen er teilgenommen hatte. Nicht an Entscheidungen, die seinen Namen trugen.
Man könnte das Inkompetenz nennen. Man könnte es auch etwas anderes nennen. Das Faszinierende ist nicht die Aussage selbst — Wirtschaftsbosse, die unter Eid plötzlich an kollektivem Gedächtnisschwund leiden, sind ein amerikanisches Grundnahrungsmittel. Das Faszinierende ist, was danach kam. Denn dieser Mann, der sich 1998 nicht erinnern konnte, was Microsoft tat, verwandelte sich in den folgenden zwanzig Jahren in den selbsternannten Retter der Menschheit. Impfungen. Landwirtschaft. Klima. Pandemievorsorge. Sonne. Alles. Überall. Gleichzeitig. Ungefragt.
Die Gates Foundation sitzt heute auf einem Stiftungskapital von 86 Milliarden Dollar und ist der grösste private Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das bedeutet: Ein einzelner Privatmann, demokratisch nicht legitimiert, keiner Wahl unterworfen, keiner institutionellen Kontrolle verpflichtet, finanziert massgeblich jene Organisation, die globale Gesundheitspolitik definiert. Das nennt sich Philanthropie. In anderen Kontexten nennt man sowas strukturellen Einfluss ohne Gegenkontrolle. Aber weiter.
Am 18. Oktober 2019 fand in New York eine Übung statt. Event 201 — eine Pandemiesimulation, mitorganisiert von der Gates Foundation, dem Johns Hopkins Center for Health Security und dem Weltwirtschaftsforum. Auf der Tagesordnung ein neuartiges Coronavirus. Geübt wurden Koordination, Kommunikation, Eindämmung. Zwei Monate später meldete China die ersten Fälle eines neuartigen Coronavirus. Dass das eine Simulation war und das andere Realität, ist korrekt. Dass die zeitliche Koinzidenz mindestens eine Augenbraue hochziehen darf, ist ebenfalls korrekt. Den Rest überlässt man gerne dem Leser.
Dann ist da noch Jeffrey Epstein. Alle dokumentierten Interaktionen zwischen Gates und Epstein fanden nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 statt. Nicht davor. Danach. Die DOJ-Unterlagen zeigen mehrere Treffen: Ein Abendessen im Dezember 2010, Begegnungen im April und Oktober 2011, ein Treffen in Norwegen im August 2012 und weitere Kontakte bis 2013. Gates selbst bezeichnete diese Kontakte als «schwerwiegenden Fehler im Urteilsvermögen» – eine Formulierung, die zumindest anerkennt, dass es einen Fehler gab.
Die DOJ-Unterlagen enthalten E-Mail-Korrespondenz zwischen Gates und Epstein über philanthropische Projekte, Kalendereinträge mit dokumentierten Treffen und Fotos von Gates bei Veranstaltungen, an denen auch Epstein teilnahm. Philanthropie also. Unter Philanthropen trifft man sich gerne bei Tee und Törtchen, auch wenn einer von beiden gerade wegen Sexualstraftaten verurteilt wurde. Man redet über globale Gesundheit. Das ist der Lauf der Dinge in diesen Kreisen. Die Gates Foundation hat mittlerweile eine externe Überprüfung der Verbindungen zu Epstein eingeleitet. Warren Buffett, langjähriger Unterstützer der Foundation, hat seinen Standpunkt auf «abwarten» gesetzt. Das sagt einiges.
Nun zu dem, was der Mann mit dem vergesslichen Gedächtnis heute tut: Gates ist der grösste private Landwirtschaftslandbesitzer der USA — über 270’000 Acres Ackerland, erworben über Scheinfirmen, jahrelang verschwiegen. Er finanziert Experimente zur Verdunkelung der Sonne, genannt Stratosphärisches Aerosol-Einspritzen, mit dem erklärten Ziel, die Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Wer das für übertrieben hält, möge das SCoPEx-Projekt der Harvard University nachschlagen, mitfinanziert von – man ahnt es – Gates.
Kontrolle über globale Gesundheitspolitik. Kontrolle über Nahrungsmittelproduktion. Einfluss auf das Klima. Alles gleichzeitig. Alles unter dem Label Philanthropie. Alles von einem Mann, der 1998 unter Eid nicht erklären konnte, was in seiner eigenen Firma vorging.
Die wohltätigste Deutung: Bill Gates ist tatsächlich das, was er vorgibt zu sein – ein idealistischer Nerd, der zu viel Geld hat und die Welt verbessern will, dabei aber strukturell blind ist für die Macht, die er akkumuliert. Ein naiver Riese, der in Epstein einen Philanthropen sah, in der Sonne ein Problem und in Impfkampagnen die Lösung. Die weniger wohltätige Deutung überlässt man besser dem Leser. Der kann sich schliesslich selbst erinnern – auch ohne Eid.
Es gibt einen Satz, der alles erklärt. Eine israelische Touristin auf Koh Phangan wird gebeten, ihre Schuhe auszuziehen, bevor sie ein thailändisches Restaurant betritt – eine Selbstverständlichkeit, eine grundlegende Respektgeste gegenüber einer Jahrtausende alten Kultur. Ihre Antwort, die viral ging und seitdem auf Tausenden Bildschirmen in Thailand und weltweit zu sehen war: «My money built your country.» Kein Kommentar nötig. Der Satz kommentiert sich selbst.
«Save Koh Phangan» – wenn Einheimische um ihre Insel kämpfen
Was auf Koh Phangan geschieht, ist kein Missverständnis zwischen Kulturen. Es ist das Ergebnis eines jahrelangen, systematischen Prozesses, der inzwischen offizielle Untersuchungen ausgelöst hat. Der Tourismus auf Koh Phangan ist in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 200 Prozent gewachsen. 4030 israelische Staatsbürger befinden sich derzeit allein in der Provinz Surat Thani – 2548 auf Koh Phangan, 1279 auf Koh Samui.
Das wäre an sich kein Problem. Touristen kommen, Touristen gehen. Aber diese hier kommen und bleiben. Etwa 2000 israelische Staatsbürger leben derzeit auf Koh Phangan, rund 500 davon dauerhaft, viele im Immobilien-, Fahrzeugvermietungs- und Unternehmenssektor tätig. Lokale Einwohner haben eine Facebook-Seite namens «Save Koh Phangan» gegründet, weil sie befürchten, dass ihre Insel zu einem «zweiten Tel Aviv» wird. Das ist nicht Fremdenfeindlichkeit. Das ist die Verzweiflung von Menschen, die beobachten, wie ihr Lebensraum systematisch übernommen wird.
Die Methode ist dabei so simpel wie effektiv: Einige Israelis auf Koh Phangan betreiben Villen, Restaurants, Reiseunternehmen und andere Geschäfte, die überwiegend israelische Gäste bedienen – über thailändische Strohmänner, da Ausländer in Thailand kein Land besitzen dürfen. Man kauft Land, das man nicht kaufen darf. Man betreibt Firmen, die man nicht betreiben darf. Man beschäftigt burmesische Arbeiter ohne Genehmigung. Und man baut Luxusvillen im Nationalpark, begleitet von Berichten über illegale Bautätigkeiten, Abholzung und sogar Bestechung lokaler Beamter.
Kriegsstress als Freibrief
Nach dem 7. Oktober 2023 strömten israelische Touristen in Rekordzahlen nach Thailand. Zwischen Januar und September 2025 besuchten rund 300’000 israelische Touristen Thailand – ein Anstieg von 57 Prozent. Viele davon sind Militärreservisten, die nach dem Dienst im Gazastreifen Erholung suchen. Auf Koh Phangan entstanden «Heilungszentren», sechs Chabad-Häuser wurden eingerichtet, exklusive Gemeinschaften für Israelis, bei denen der Zugang für Nichtisraelis verweigert wird, angeblich aus Sicherheitsgründen.
Das klingt verständlich – PTBS ist real, Kriegserfahrungen sind traumatisch. Weniger verständlich ist, was gleichzeitig geschieht. Eine viral gegangene Aufnahme zeigt eine ausschliesslich israelische Party, die angeblich dem Stressabbau vom Krieg dienen sollte – und dabei erhebliche Schäden am Gebäude verursachte, die den Eigentümer zu Renovierungsarbeiten zwangen. Und dann gab es jene Gruppen, die öffentlich das Militärgeschehen in Gaza feierten – was bei Einheimischen und anderen Touristen auf Unverständnis und Abscheu stiess.
Kriegsstress als Freifahrtschein für Sachbeschädigung, Visaverstösse und Nichtbezahlen von Restaurantrechnungen: Das ist eine bemerkenswert elastische Definition von Erholung.
Die Strafverfolgung antwortet
Die thailändischen Behörden haben reagiert – mit der Entschlossenheit von Leuten, die zu lange zugeschaut haben. Zwischen 2023 und 2025 wurden 20 Fälle auf Koh Phangan registriert, darunter Arbeiten ohne Genehmigung, Visaverstösse, unerlaubter Geschäftsbetrieb, Diebstahl, Drogendelikte, Körperverletzung, Falschgeldnutzung und Amtsmissachtung.
In den vergangenen Monaten wurden mehr als 23 Israelis wegen illegaler Aktivitäten festgenommen. Eine Sonderkommission unter dem Gouverneur von Surat Thani untersucht Landbesitz, Geschäftstätigkeiten und Gesetzeseinhaltung. Die Polizei führte koordinierte Razzien durch, bei denen Strohmänner-Konstruktionen aufgedeckt wurden. Allein im Jahr 2025 wurden 3249 Visa von Ausländern widerrufen, die Straftaten begangen oder öffentliche Unruhe verursacht hatten.
In einem besonders surrealen Kapitel dieser Geschichte wandte sich der Koh-Phangan-Hotelverband an den lokalen Chabad-Rabbiner und bat ihn, Bekanntmachungen auf Hebräisch zu veröffentlichen, die israelische Besucher daran erinnern, sich respektvoll zu verhalten und die Gesetze einzuhalten.
Man ruft einen Rabbi, damit er seinen Leuten erklärt, dass man in fremden Ländern keine Schuhe in Restaurants trägt und Rechnungen bezahlt. Das ist der Punkt, an dem Deeskalation beginnt.
Das Muster, das sich wiederholt
Was in Thailand geschieht, ist kein Einzelfall. Israelische Touristen haben weltweit einen zweifelhaften Ruf, der sich über Jahrzehnte aufgebaut hat. In Indien, besonders in Goa und Pushkar, sind Berichte über respektloses Verhalten, Drogenkonsum und Konflikte mit Einheimischen seit den 1990ern dokumentiert. In Nepal, in Südostasien, auf den griechischen Inseln – überall dasselbe Muster: Massenanwesenheit, Parallelstrukturen für die eigene Community, minimale Integration in lokale Gepflogenheiten.
Erstaunlich ist, dass man in Thailand Israelis und ihr Verhalten offen kritisieren darf. Das wäre in Europa vollkommen unmöglich. Damit ist ein strukturelles Problem benannt, das über Thailand hinausgeht. In Europa schützt die Antisemitismus-Keule jede Verhaltensweise vor Kritik. In Thailand, wo dieses Instrument nicht existiert, kann man einfach feststellen: Manche Gäste benehmen sich miserabel. Unabhängig von ihrer Nationalität, ihrer Religion, ihrem Trauma.
Respekt ist keine westliche Spezialität. Er ist auch keine Schwäche. Er ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man in einem fremden Land willkommen ist.
«My money built your country.» Nein. Euer Geld hat Hotelzimmer bezahlt. Den Rest haben die Thais selbst gebaut. Seit Jahrtausenden…
Es regnet wieder im Iran. Nach jahrelanger historischer Dürre füllen sich Stauseen, Tigris und Euphrat führen wieder Wasser, Dämme in der Türkei und im Irak quellen über, Saudi-Arabien verzeichnet Starkregen. Die Klimatologen sprechen von einem «natürlichen Shift» durch veränderte Drucksysteme. Schön. Beruhigend. Die Natur macht einfach mal so einen Schwenk, mitten im laufenden Irankrieg, just in dem Moment, in dem iranische Vergeltungsschläge milliardenteure US-«Radaranlagen» in Westasien zerstört haben. Welch ein Zufall. Die Natur hat wirklich ein ausgeprägtes Gespür für Timing.
In sozialen Medien kursiert seit Tagen eine brisante These: Die starken Niederschläge, die Dämme in der Türkei, im Iran und Irak füllen und die Flüsse Tigris und Euphrat nach jahrelanger Dürre wieder zum Strömen bringen, sollen nicht natürlichen Ursprungs sein – sondern die Folge der Zerstörung eines angeblichen US-israelischen Wettermanipulationssystems in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Und während man das reflexartig als Verschwörungstheorie abtun möchte, stolpert man über die unbehaglich konkreten Fakten darunter.
In der Türkei führten schwere Frühjahrsregen zu einem Anstieg der Wasserkrafterzeugung um 96 Prozent. Im Irak meldete das Wasserressourcen-Ministerium erhöhte Zuflüsse in Tigris, Euphrat und Diyala. Im Iran, der jahrelang unter historischer Dürre litt, füllen sich Stauseen plötzlich wieder, Teheran und andere Provinzen verzeichnen Rekordniederschläge und Schnee. Alles gleichzeitig. Alle auf einmal. Alle in einer Region, in der gerade Krieg geführt wird.
Fangen wir mit dem an, was unbestreitbar ist. HAARP — High-frequency Active Auroral Research Program — ist ein reales US-Projekt in Alaska zur Untersuchung und Beeinflussung der Ionosphäre. Es wurde Jahrzehnte von der US Air Force betrieben. Keine Erfindung, kein Phantom, kein Spinnerei aus dem Keller. Ein offizielles staatliches Programm, finanziert vom Militär, mit dem erklärten Ziel, die Ionosphäre zu beeinflussen. In einem Bericht der US Air Force von 1996 heisst es: «Die Modifizierung der Ionosphäre ist ein Bereich mit vielen potenziellen Anwendungen, und es gibt wahrscheinlich auch Nebenanwendungen, die bisher nicht absehbar sind.» Nebenanwendungen, die bisher nicht absehbar sind. Was für eine charmante Formulierung für ein Militärprogramm zur atmosphärischen Manipulation.
In den VAE ist Cloud Seeding offizielle Politik. Die Emirate betreiben seit Jahren ein staatliches Programm mit Flugzeugen und bodengestützten Ionisierern. 2026 wurden allein 80 Einsätze gemeldet, um Grundwasser aufzufüllen. Studien aus 2010 bis 2014 belegen, dass Ionisierer Niederschlag um bis zu 30 bis 35 Prozent steigern können – unter geeigneten Bedingungen. Dreissig bis fünfunddreissig Prozent mehr Regen durch technische Eingriffe. In einer Region, in der Regen über Ernte, Trinkwasser und Überleben entscheidet. Und Saudi-Arabien hält dafür Patente. Man beachte: Patente. Auf Regen.
Die Frage, die sich aufdrängt und die niemand im Mainstream laut stellen möchte, lautet schlicht: Wem gehört der Himmel? Wer hat die Hoheit über Wetter und Niederschlag – und wer entscheidet darüber, welches Land Regen bekommt und welches verdorrt?
Iranische und arabische Quellen behaupten, die VAE hätten im Auftrag der USA und Israels solche Anlagen betrieben, um Regenwolken vom Iran «abzuziehen». Nach iranischen Vergeltungsschlägen während des laufenden Angriffskrieges seien diese Systeme beschädigt worden – und prompt kehrte der Regen zurück. Von allen Seiten wird bestätigt, dass die milliardenteuren Radaranlagen in den US-Stützpunkten in Westasien zerstört wurden. Korrelation ist keine Kausalität – das stimmt. Aber die zeitliche Übereinstimmung ist von jener Qualität, die einen vernünftigen Menschen zumindest innehalten lässt. Jahrelange Dürre. Krieg. Zerstörung der Anlagen. Regen.
Das ENMOD-Übereinkommen der UN verbietet militärische Wetterkriegsführung – aber was ist «zivil» und was «militärisch»? Das ist die eigentliche Frage. Wenn ein Staat im Auftrag eines anderen Staates Ionisierer betreibt, die nachweislich Niederschlag beeinflussen, und diese Beeinflussung anderen Staaten das Wasser entzieht – ist das Meteorologie oder ist das Kriegsführung? Wenn Dürre eingesetzt wird, um einen Staat zu destabilisieren, seine Landwirtschaft zu ruinieren, seine Bevölkerung zu zermürben – ist das Geopolitik oder ist das ein Verbrechen?
Der Iran klagte übrigens seit 2011 über «gestohlene Wolken». Fünfzehn Jahre lang. Man kann sich vorstellen, wie diese Klagen in westlichen Hauptstädten aufgenommen wurden. Mit jenem milden Lächeln, das man für Leute reserviert, die Dinge sehen, die offiziell nicht existieren.
Hier liegt das fundamentale Problem des Zeitalters, in dem wir leben: Technologien, die real sind und reale Auswirkungen auf Millionen Menschen haben, werden so lange als Fantasiegebilde behandelt, bis ein Krieg die Anlagen zerstört und prompt das Wetter umschwenkt. Dann spricht man von «natürlichem Shift». Die Klimatologen haben eine Erklärung. Sie haben immer eine Erklärung. Das ist ihr Beruf.
Dabei liegt die Frage offen vor aller Augen: Wenn die VAE offiziell 80 Cloud-Seeding-Einsätze pro Jahr fliegen und Ionisierer betreiben, die Niederschlag um ein Drittel steigern können – was macht dieselbe Technologie im grossen Massstab, mit militärischem Budget und strategischem Interesse? Wenn Saudi-Arabien Patente auf Regenproduktion hält – wer hält die Patente auf Regenentzug?
Das ENMOD-Abkommen existiert seit 1977. Es verbietet Wetterkriegsführung. Es hat – wie alle Abkommen, die mächtige Staaten beim Nichtstun erwischen würden – die Wirksamkeit eines gut gemeinten Briefes.
Der Himmel ist das letzte grosse Gemeingut. Das Letzte, das man noch nicht vollständig privatisiert, militarisiert und als Machtinstrument eingesetzt hat – zumindest offiziell. Inoffiziell läuft seit Jahrzehnten eine Debatte über Geoengineering, Chemtrails, Cloud Seeding und ionosphärische Manipulation, die von der Mehrheit der Medien mit demselben überlegenen Lächeln abgetan wird, mit dem man früher die Abhörprogramme der NSA abgetan hat. Bis Edward Snowden kam.
Es regnet wieder im Iran. Die Dämme füllen sich. Tigris und Euphrat fliessen. Die Klimatologen erklären es mit Drucksystemen. Vielleicht haben sie recht. Vielleicht ist es wirklich Natur. Vielleicht ist die Übereinstimmung tatsächlich Zufall… aber wer die Patente auf den Regen hält, interessiert sich nicht für Zufall!
Man muss es ihnen lassen: Für eine Organisation, über die kaum jemand spricht, haben sie einen erstaunlich langen Arm. Chabad Lubawitch, eine chassidische Bewegung, gegründet im 18. Jahrhundert in Weissrussland, heute in über 900 Städten weltweit präsent, ist keine Synagogengemeinde, der man gelegentlich begegnet. Es ist ein globales Netzwerk mit einer Reichweite, die jeden PR-Strategen neidisch machen würde: Diplomatisch, finanziell, theologisch und politisch, dabei offiziell «apolitisch.» Dieses Bekenntnis zur Apolitizität ist eine der grossen Performance-Künste der Neuzeit.
Rabbi Levi Shemtov, Chabads Repräsentant in Washington, kennt nach Aussagen der Autorin Sue Fishkoff «praktisch jeden Kongressabgeordneten, Senator und ausländischen Botschafter in der Hauptstadt — sowie ihre Assistenten, Sekretärinnen und die Reinigungskräfte.» Das ist keine Übertreibung als Vorwurf, das ist ein Eigenlob. Chabad sagt das über sich selbst, stolz, weil Netzwerk in ihrer Welt ein Sakrament ist.
Die Kushner-Familie spendete zwischen 2003 und 2013 insgesamt 342’500 Dollar an verschiedene Chabad-Einrichtungen, darunter 150’000 Dollar an Harvards Chabad-Zentrum – die grösste Einzelspende der Kushner-Stiftung an eine Lubawitch-Institution. Jared Kushner, Schwiegersohn Trumps und zeitweise mächtigster Mann im Weissen Haus ohne Amtseid, ist ein bekennender Chabad-Anhänger. Das ist keine Verschwörungstheorie. Das steht in Steuerunterlagen.
Am 7. Oktober 2024 — dem Jahrestag des Hamas-Angriffs – besuchte Donald Trump das Grab des verstorbenen Chabad-Führers Rabbi Menachem Mendel Schneerson in New York, trug eine Kippa und hinterliess ein schriftliches Gebet. Das war kein zufälliger Abstecher. Das war Symbolpolitik mit Adresse.
Und dann war da noch der Staatsbesuch. Als Netanyahu im Juli 2025 das Weisse Haus besuchte, überreichte er Trump einen Dollar-Schein vom Rebbe Schneerson als Staatsgeschenk – plus eine Mesusa aus den Trümmern einer iranischen Rakete. Ein Dollar vom Rebbe. Als Staatsgeschenk. Von einem amtierenden Premierminister an einen amtierenden US-Präsidenten. Das Weisse Haus meldete keine Bedenken hinsichtlich des Protokolls.
Netanyahu selbst beschreibt seine erste Begegnung mit Schneerson 1984 mit den Worten: «Er sagte, du wirst in der Halle der Dunkelheit eine Kerze der Wahrheit anzünden.» Er bewahrt bis heute ein Foto von sich mit dem Rebbe in seinem Büro auf. Das ist kein Randdetail. Das ist das persönliche Koordinatensystem des israelischen Premierministers.
Ein Chabad-Vertreter erklärte 2025 öffentlich: «Wir sehen Weltführer – darunter Nicht-Juden – die öffentlich erklären, dass der Rebbe ihre Entscheidungen und ihr Leben beeinflusst.» Gesagt mit unverhohlenem Stolz. Bemerkt von praktisch niemandem.
Zum politischen Drift: Jahrelang pflegte Chabad das Image einer apolitischen Bewegung – dann begann eine zunehmende Allianz mit Itamar Ben-Gvir und seiner rechtsextremen Partei. Chabads messianische und rechtsgerichtete Ideologie trat dabei immer deutlicher in den Vordergrund. Israels Oppositionsführer Yair Lapid kritisierte das offen: «Man kann nicht das ganze Jahr behaupten, alle Juden zu vertreten, und dann zur Wahl zur politischen Bewegung werden.»
Das ist das Kernproblem. Nicht Theologie. Nicht Tradition. Sondern die Inkongruenz zwischen dem offiziellen Selbstbild – apolitische Gemeinschaft, Outreach-Bewegung, spirituelle Heimat für jeden Juden weltweit – und der dokumentierten Realität: Ein hochpolitisches Netzwerk mit Direktdraht in die weltweit mächtigsten Büros, das seine Einflusssphäre systematisch ausbaut und dabei religiöse Autorität als Deckmantel nutzt.
Hier muss eine Unterscheidung getroffen werden, die in der öffentlichen Debatte regelmässig kollabiert: Chabad Lubawitch ist nicht «die Juden.» Es ist eine spezifische ultraorthodoxe Bewegung mit einer spezifischen Ideologie – der messianischen Überzeugung, dass Schneerson der Moshiach war oder sein wird, und einer Weltsicht, in der das jüdische Volk eine besondere kosmische Rolle zu erfüllen hat. Diese Überzeugung prägt politische Positionen. Das zu benennen ist keine Feindseligkeit gegenüber Juden, so wie die Kritik an der Pius-Bruderschaft keine Feindseligkeit gegenüber Katholiken ist.
Was legitim zu fragen ist: Wie kommt es, dass eine religiöse Organisation mit einigen zehntausend Mitgliedern Zugang zu US-Präsidenten, israelischen Premierministern, argentinischen Staatschefs und russischen Oligarchen hat – und das alles weitgehend ausserhalb demokratischer Kontrolle, Rechenschaftspflicht oder öffentlicher Debatte?
Der Bewegungsanalytiker fasste es so zusammen: Die bescheidene Mitgliederzahl Chabads verbirgt eine Organisationsstruktur, die eine aussergewöhnliche Durchdringung der höchsten Ebenen internationaler Macht erreicht hat – durch dezentrale Netzwerke statt zentralisierter Institutionen, was es ihr erlaubt, Ereignisse zu beeinflussen und dabei weitgehend im Verborgenen zu bleiben.
Weitgehend im Verborgenen. Das ist die operative Zusammenfassung.
Die Frage ist nicht, ob Chabad existiert und Einfluss hat. Die Frage ist, warum dieser Einfluss so selten Gegenstand kritischer Berichterstattung wird – und wer sich daran gewöhnt hat, dass das so bleibt…
Es gibt Zahlen, die man nicht ignorieren kann. Und es gibt Institutionen, die es trotzdem versuchen. Das National Cancer Institute der USA – keine Telegram-Gruppe, keine Verschwörungsseite, sondern die offizielle US-Krebsstatistikbehörde – hat seine neuesten SEER-Daten veröffentlicht. Und die lesen sich wie das Drehbuch eines Horrorfilms, den niemand sehen will. Krebserkrankungen bei Amerikanern unter 50 Jahren stiegen zwischen 2021 und 2023 um 6,4 Prozent – von 109,45 auf 116,42 Fälle pro 100’000 Menschen. Zwei Jahre. 6,4 Prozent. Das ist keine statistische Delle, das ist ein Trendbruch. Aber der Gesamtwert ist noch das Harmloseste an dieser Datenveröffentlichung.
Die Einzelzahlen, die niemand erklären will
Gehirntumore bei unter 50-Jährigen: +19,5 Prozent. Kolon- und Rektumkrebs: +19,4 Prozent. Dünndarmkrebs: +15,5 Prozent. Eierstockkrebs: +12,8 Prozent. Magenkrebs: +7,3 Prozent. Brustkrebs: +3,6 Prozent.
Fast 20 Prozent mehr Gehirntumore in zwei Jahren. Fast 20 Prozent mehr Darmkrebs. Bei Menschen, die noch nicht 50 Jahre alt sind. In einem Land, das gerade die grösste Massenimpfkampagne seiner Geschichte durchgeführt hat. Und der Mainstream-Journalismus fragt: Hat das vielleicht mit Ernährungsgewohnheiten zu tun? Mit Stress? Mit dem Klimawandel?
Natürlich. Mit dem Klimawandel.
Frühonset-Krebserkrankungen stiegen bereits vor 2021 langsam an – das ist dokumentiert, das ist real, das hat multiple Ursachen. Aber die Post-2021-Beschleunigung ist unübersehbar – und sie fällt zeitlich exakt mit dem Rollout der mRNA-Massenimpfungen zusammen, der Ende 2020 und Anfang 2021 begann.
Korrelation ist keine Kausalität. Das ist richtig. Aber Korrelation, die man nicht untersucht, wird auch keine Kausalität. Und genau dort liegt das Problem.
Drei unabhängige Studien, ein Signal
Die SEER-Daten stehen nicht allein. In einer 30-monatigen bevölkerungsweiten Analyse von 296’015 Einwohnern in der Provinz Pescara, Italien, zeigten Personen, die mindestens eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs erhalten hatten, eine um 23 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für eine Krebshospitalisierung – verglichen mit Ungeimpften. Besonders erhöht waren die Risiken für Darmkrebs (HR 1,34), Brustkrebs (HR 1,54) und Blasenkrebs (HR 1,62).
Eine HR von 1,54 bedeutet: Geimpfte hatten ein 54 Prozent höheres Risiko, wegen Brustkrebs hospitalisiert zu werden. Das ist keine Randnotiz. Das ist ein Signal, das in einer anderen Zeit sofortige Behördenreaktionen ausgelöst hätte.
Eine separate, grossangelegte südkoreanische Studie mit über 8,4 Millionen Personen fand, dass Covid-19-Impfungen mit erhöhten Einjahresrisiken für sechs Hauptkrebsarten assoziiert waren: Schilddrüse (HR 1,35), Magen (HR 1,34), Kolorektal (HR 1,28), Lunge (HR 1,53), Brust (HR 1,20) und Prostata (HR 1,69).
Südkorea ist nicht irgendein Land. Die Gesundheitsdaten dort sind unter den präzisesten der Welt. 8,4 Millionen Personen sind keine Stichprobe – das ist eine Bevölkerungsstudie. Und Prostatakrebs mit einem HR von 1,69 – also 69 Prozent erhöhtes Risiko – ist eine Zahl, die in einem ordentlichen Wissenschaftsbetrieb sofortige Folgeuntersuchungen auslösen würde.
Eine unabhängige Analyse der CDC WONDER-Daten zeigt zudem über 138’000 Übersterbefälle durch Krebs in den USA seit Beginn der mRNA-Massenimpfung, mit einem klaren Inflektionspunkt in der Krebssterblichkeit ab Frühjahr 2021.
US-Inzidenzdaten. Italienische Hospitalisierungsdaten. Koreanische Risikodaten. CDC-basierte Übersterblichkeit. Vier unabhängige Datenquellen, alle konvergierend auf dasselbe beunruhigende Signal.
Was die Wissenschaft tut: Schweigen mit Würde
Die Reaktion der medizinischen Establishment-Institutionen auf diese Datenlage ist von bemerkenswerter Konsistenz: Man erklärt den Anstieg mit besserer Früherkennung, mit veränderten Lebensstilen, mit Long-Covid-Effekten, mit dem Einfluss von Übergewicht, verarbeiteten Lebensmitteln und pandemischem Stress. Jede dieser Erklärungen hat eine gewisse Plausibilität. Keine erklärt, warum der Anstieg exakt im Jahr 2021 beginnt, nachdem er jahrelang moderat war.
Und keine dieser Erklärungen wird mit derselben Energie verfolgt, mit der man 2020 und 2021 jeden alternativen Erklärungsversuch pathologisiert hat.
Die Impfung ist sicher. Nebenwirkungsfrei. Das hat man damals gesagt. Heute liegen Studien aus drei Kontinenten auf dem Tisch, die das infrage stellen – und die Behörden, die diese Sicherheit garantiert haben, verlangen einfach mehr Zeit, mehr Studien, mehr Daten. Dieselben Behörden, die 2021 keine Zeit für Sicherheitsstudien hatten.
Was 2024 zeigen wird
Die aktuellen SEER-Daten enden mit 2023. Das nächste Update wird entscheidend sein. Wenn der Aufwärtstrend in den 2024er Daten anhält oder sich verstärkt, wird die Evidenz für eine mRNA-induzierte Krebsbeschleunigung unübersehbar.
Das ist das eigentliche Problem mit diesen Zahlen. Nicht nur, dass sie beunruhigend sind. Sondern dass sie eine Vorhersage machen, die in wenigen Monaten überprüfbar sein wird. Wenn die 2024er Daten ebenfalls nach oben zeigen, ist die Erklärung «besser Früherkennung» nicht mehr haltbar. Dann gibt es eine Kurve, die an einem bestimmten Datum abbricht und eine andere Richtung nimmt.
Und dann stellen sich Fragen, auf die es keine bequemen Antworten gibt.
Nicht +6,4 Prozent gesamt. Nicht +19,5 Prozent Gehirntumore. Sondern: Wer hat gewusst, was diese Zahlen bedeuten – und wann?
Es gibt einen Satz, der sich durch die gesamte Geschichte der organisierten Gewalt zieht wie ein roter Faden, der nach Blut riecht. Er lautet nicht: «Tötet sie.» Er lautet: «Sie sind nicht wie wir.» Was danach kommt, folgt einem Drehbuch, das so alt ist wie die Fähigkeit des Menschen zur Sprache – und so aktuell wie der letzte Corona-Sommer, in dem Andersdenkende als «Virenschleudern», «Nazis» und «Covidioten» bezeichnet wurden, während das Innenministerium Strategiepapiere verfasste, die explizit «Schockwirkung» in der Bevölkerung als Kommunikationsziel definierten.
Forscher der Stanford Graduate School of Business haben die nationalsozialistische Propaganda von 1927 bis 1945 linguistisch analysiert und belegt: Im Vorfeld der Massenvernichtungen häuften sich Begriffe, die den Juden menschliche Regungen und Emotionen absprachen. «Dieses zunehmende Absprechen von menschentypischen Empfindungen und Erfahrungen passt zur Annahme, dass eine solche Dehumanisierung moralische Bedenken im Vorfeld einer Gewalttat verringert und diese so erleichtert.»
Moralische Bedenken verringern. Das ist der Kern. Das ist das Ziel. Das war es immer. Hier ist die Liste, die sich jeder einrahmen sollte, der sich heute noch für einen Gutmenschen hält:
– Während Corona wurden Andersdenkende als Virenschleudern, Nazis und Idioten dargestellt, und es wurde behauptet, dass es ihnen egal ist, wenn alte und schwache Menschen sterben.
– In Burma/Myanmar bezeichnete das Regime die Rohingya als illegale Bengalen und Parasiten.
– Im Iran unter Ayatollah Khomeini wurden die Bahai als Feinde Allahs und als Spione diffamiert.
– In Nordkorea werden Andersdenkende bis heute als Hunde und Schädlinge bezeichnet.
– Auf Kuba unter Fidel Castro nannte man Oppositionelle verächtlich Würmer.
– Im Chile unter dem Pinochet-Regime wurden Linke als Krebsgeschwür des Landes hingestellt.
– In der argentinischen Militärdiktatur bezeichnete man die Opposition als Subversive und als Krebs.
– In Indonesien wurden im Jahr 1965 Kommunisten als blutrünstige Dämonen dargestellt.
– Während des Ruanda-Genozids 1994 bezeichneten Hutu-Extremisten die Tutsis im Radio permanent als Kakerlaken.
– Unter Pol Pot und den Khmer Rouge in Kambodscha wurden Intellektuelle und Brillenträger als verfaulte Elemente und bourgeoise Parasiten entmenschlicht.
– In der Sowjetunion unter Leonid Breschnew diffamierte man Dissidenten als Schmarotzer.
– Während der Mao-Zeit in China brandmarkte man Klassenfeinde als Schädlinge und Verräter.
– In den lateinamerikanischen Diktaturen der 1970er Jahre wurden Oppositionelle systematisch als Krebs oder subversive Elemente dargestellt.
– Im Franco-Spanien nach dem Bürgerkrieg galten Republikaner als gottlose Teufel.
– In Mussolinis Italien wurden Oppositionelle als Krankheit am Volkskörper bezeichnet.
– Während der Nazi-Besatzung in Polen sah man die Polen als Untermenschen.
– Im Nazi-Deutschland stellte die Propaganda Juden als Ratten, Ungeziefer und Giftpilze dar.
– In der Sowjetunion unter Stalin diffamierte man Kulaken als Parasiten und Feinde des Volkes.
– Während der sowjetischen Schauprozesse wurden unschuldige Genossen als Spione und Saboteure hingestellt.
– In der sowjetischen Hungersnot von 1932/33 bezeichnete man hungernde Ukrainer als Saboteure.
– In der Türkei 1915 wurden Armenier als innere Feinde und gefährliche Mikroben bezeichnet.
– In der Jim-Crow-Ära der südlichen USA galten Schwarze als Rassenschänder.
– In den Südstaaten der USA vor dem Bürgerkrieg wurden Schwarze als tierische Unterrasse dargestellt.
– In der frühen Kolonialzeit bezeichnete man indigene Völker als kannibalische Wilde.
– Während der mittelalterlichen Hexenverfolgungen in Europa sah man Frauen als Satansbräute und Kindermörderinnen.
– In der Spanischen Inquisition behauptete man, Hexen und Ketzer würden mit dem Teufel schlafen.
– Während der Spanischen Reconquista galten Muslime und Juden als unreine Ungläubige.
– In der Französischen Revolution wurden Adlige als Blutsauger des Volkes diffamiert.
– Im Guatemala-Bürgerkrieg bezeichnete man die Maya als subversive Tiere.
Diese Liste ist kein Geschichtsbuch. Sie ist ein Spiegel.
Das Muster hat einen Namen
Dehumanisierung ist die ex- oder implizite Wahrnehmung oder Bezeichnung von Personen oder Gruppen als nicht- oder untermenschlich. Sie führt dazu, dass moralische Grundsätze für die Betroffenen nicht mehr gelten – und zur Duldung und zum Zuspruch von vergangener sowie zukünftiger Gewalt. Das ist nicht Philosophie. Das ist Psychologie. Und sie ist reproduzierbar, abrufbar, einsetzbar – in jedem Jahrhundert, auf jedem Kontinent, mit jedem Vorwand. Gesundheit. Klasse. Rasse. Religion. Immunstatus.
Die Dehumanisierung der Opfergruppen ist eine der letzten Stufen, die den Genozid vorbereiten und die Massengewalt begleiten. Die Fremdgruppe wird als Sündenbock herangezogen, eine destruktive Ideologie wird verbreitet, und die Auslöschung dieser Gruppe wird als einfache Lösung für komplexe gesellschaftliche Probleme dargestellt. Einfache Lösung für komplexe Probleme. Genau das wurde 2020 angeboten. Die Ungeimpften sind das Problem. Die Maskenverweigerer sind das Problem. Die Querdenker sind das Problem. Sperrt sie aus Restaurants, Zügen, Konzerten. Nennt sie Virenschleudern. Fragt öffentlich, ob sie auf einen Intensivplatz verzichten sollten.
Das eigentliche Problem liegt nicht in der Herabwürdigung selbst, sondern in ihrer Normalisierung. Was früher als Ausrutscher galt, wird heute als «klare Haltung» verkauft. Wer die obige Liste liest und danach noch sagen kann, das sei etwas anderes gewesen – weil es ja dieses Mal Wissenschaft, Demokratie und Fürsorge war – hat das Prinzip nicht verstanden. Oder will es nicht verstehen.
Das Muster benötigt keine Uniform. Es braucht nur ein Wort, das aus einem Menschen etwas anderes macht. Danach beginnt die Mechanik von selbst…
Demokratie ist ein wunderbares System. Besonders dann, wenn man weiss, wie man es bedient. Nicht für das Volk – das wäre naiv. Sondern gegen es. Effizient, medial abgesichert, parlamentarisch legitimiert und mit dem warmen Gefühl, das Richtige getan zu haben.
Es gibt eine Blaupause. Sie wird seit Jahrzehnten angewendet. Jedes Mal leicht aufgefrischtes Make-up, gleiche Knochen darunter. Und das Beste daran: Das Volk fällt jedes Mal wieder darauf herein, weil es jedes Mal glaubt, dieses Mal sei es anders. Dieses Mal sei es wirklich wichtig. Dieses Mal seien es wirklich sie, die entscheiden. Sie entscheiden nichts. Gar nichts. Aber der Reihe nach.
1) Der Skandalfall – massgeschneidert oder importiert
Zuerst braucht man ein Gesicht. Einen Fall, der empört. Idealerweise etwas Visuelles, etwas Emotionales, etwas, das sich in drei Sekunden erfassen lässt und sechs Wochen lang brennt. Entweder man greift auf einen bereits vorhandenen Prominenten zurück – Opfer oder Täter, je nach Bedarf – oder man produziert die Prominenz selbst. Die Mechanismen dafür sind wohlbekannt und werden nicht erklärt, weil sie nicht erklärt werden müssen. Wer Reichweite kontrolliert, kontrolliert, wer prominent ist. Der Rest ist Casting.
2) Die Experten – Wächter der vorbestimmten Meinung
Jetzt kommen die Fachleute. Juristen, Psychologen, Soziologen, Menschen mit Titel hinter dem Namen, die das sagen, was gesagt werden muss. Entweder ist der Fall noch nicht strafbar – dann braucht es ein neues Gesetz. Oder er ist bereits strafbar, aber nicht scharf genug – dann braucht es eine Verschärfung. Eine dritte Option gibt es nicht. Experten, die eine andere Einschätzung liefern, werden nicht eingeladen. Das nennt man Expertenkonsens.
3) Die Strassenumfrage – der kuratierte Volkswille-Simulator
Fünf Stimmen. Vier empören sich. Eine zögert leicht, wird aber sofort vom Schnitt erledigt. Das Volk hat gesprochen. Dass für jede eingefangene Empörung drei Menschen achselzuckend weitergegangen sind, ist für die Montage irrelevant. Die Strassenumfrage ist kein Meinungsforschungsinstrument. Sie ist Theaterdekoration. Aber sie sieht nach Realität aus und das ist alles, was zählt.
4) Der Aufmarsch – die inszenierte Mehrheit
Jetzt wird es aufwendig. Menschen auf der Strasse. Kerzen, Plakate, gelegentlich Tränen. Die Bilder gehen durch alle Kanäle. Was nicht gezeigt wird: Wer die Veranstaltung organisiert hat, wer die Logistik finanziert hat, wer die Claqueure mitgebracht hat, die sicherstellen, dass die Stimmung nicht kippt und die Botschaft einheitlich bleibt. Der Aufmarsch suggeriert: Die Mehrheit ist hier. Wer nicht hier ist, ist die Minderheit. Wer zweifelt, steht gegen das Volk. Gegen die Opfer. Gegen die Menschlichkeit selbst. Schöner Schachzug.
5) Das Versprechen – Rettung in Rekordzeit
Normalerweise dauert Gesetzgebung Monate. Jahre. Manchmal Jahrzehnte. Ausschüsse, Anhörungen, Debatten, Rückmeldungen, Überarbeitungen. Das alles kostet Zeit und produziert gelegentlich unerwünschte Einwände. Im Ausnahmezustand – und der wird hiermit erklärt – geht es schneller. Innerhalb von Tagen wird Rettung versprochen. Das erzeugt zwei Dinge gleichzeitig: Das Gefühl von Handlungsfähigkeit und das Gefühl von Dringlichkeit. Wer jetzt noch Fragen stellt, verzögert die Rettung. Wer verzögert, trägt Mitverantwortung. Die Logik ist wasserdicht – und vollkommen hohl.
6) Die Medienvorstellung – der Einheitschor
Das Gesetz wird vorgestellt. Gemeinsam mit Menschen, die ausnahmslos gleichreden. Gleiche Sprache, gleiche Empörung, gleiche Schlussfolgerung. Kein Dissens, keine abweichende Einschätzung, kein unbequemes «Aber». Das Studio ist eine Echokammer und die Echokammer ist die Demokratie. Wer in diesem Moment eine andere Meinung hat, schaltet ab und fragt sich, ob mit ihm etwas nicht stimmt. Das ist die gewünschte Wirkung.
7) Die Abstimmung – bevor die Vernunft zurückkommt
Zügig. Das ist das Schlüsselwort. Zügig beschlossen, bevor die Stimmung kippt. Bevor jemand nachfragt. Bevor Juristen, die nicht eingeladen wurden, ihre Einschätzungen veröffentlichen. Bevor das Volk merkt, dass das neue Gesetz nicht den Täter trifft, sondern es selbst. Bevor die Empörung sich gegen die Empörungsmaschine richtet.
Das Parlament beschliesst. Die Demokratie hat gesprochen. Der Rechtsstaat lebt.
Und irgendwo in einem Büro, das keine Kameras kennt, wird der nächste Fall vorbereitet. Das nächste Gesicht. Die nächste Empörung. Der nächste Schritt.
Sieben Schritte. Jedes Mal. Überall. Und das Volk schaut zu – und glaubt, es habe mitentschieden…
Manchmal braucht die Welt einen dritten Anlauf. 1994 bekam sie Jean-Claude Van Damme als Guile, einem Charakter, der in der Spielegeschichte für seinen ikonischen Flattop-Haarschnitt und amerikanischen Patriotismus bekannt ist und nun von einem Belgier mit Akzent gespielt wurde. Das war weniger Fanservice als mehr ein Beweis dafür, dass Hollywood die Spielereihe ungefähr so gut verstanden hatte wie ein Karate-Anfänger den Shoryuken.
2009 versuchte man es mit «The Legend of Chun-Li». Das Ergebnis landete auf diversen Worst-of-Listen und wurde von Time Magazine zu einem der schlechtesten Videospielfilme überhaupt gekürt. Kristen Kreuk als Chun-Li, keine Hadoukens, kein Turnier – man hatte einfach den Kern des Spiels vollständig ignoriert und einen generischen Actionfilm hingestellt, dem man nachträglich den Namen Street Fighter aufgeklebt hatte.
Und jetzt: Versuch Nummer drei. Directed by Kitao Sakurai, produziert von Legendary Entertainment gemeinsam mit Capcom, verteilt von Paramount Pictures. Starttermin: 16. Oktober 2026.
Das Casting-Sheet als Ereignis für sich
Der Film spielt im Jahr 1993 – eine Entscheidung, die unmissverständlich sagt: Wir wollen das Arcade-Core-Feeling, nicht das Gritty-Reboot-Feeling. Das ist klug. Street Fighter II war 1993 das Mass aller Dinge, der Masstab für ein ganzes Genre. Das Arcadeautomat-Zeitalter auf der Leinwand einzufangen ist ambitioniert – und für einmal die richtige Ambition.
Jason Momoa als Blanka. Curtis Jackson alias 50 Cent als Balrog. Roman Reigns als Akuma. Cody Rhodes als Guile. Niemand scheint sich zu schämen, dabei zu sein – und jedes merkwürdige Kostüm, jedes Knurren, jede absurde Haarpracht wird vollkommen ernst genommen. Was genau der richtige Ansatz für dieses Material ist.
Dazu kommen Andrew Koji als Ryu, Noah Centineo als Ken – die eigentlichen Hauptfiguren, die im Gegensatz zu früheren Adaptionen nun spielgetreu im Mittelpunkt stehen – Callina Liang als Chun-Li, David Dastmalchian als M. Bison und Vidyut Jammwal als Dhalsim. Andrew Schulz spielt Dan Hibiki, den wohl schlechtesten Kämpfer der gesamten Spielreihe, was entweder Selbstironie oder Grausamkeit ist. Wahrscheinlich beides.
Der Cast ist so divers und abgefahren wie das Roster des Spiels selbst – und das ist eigentlich das erste Mal in der Geschichte dieser Filmreihe, dass man das sagen kann.
Was der Trailer verspricht
Der Trailer zeigt Ken, der in der klassischen Autozertrümmer-Bonusrunde aus Street Fighter II ein Auto zerschmettert. Ryu lädt einen Hadouken auf. Chun-Li rekrutiert Kämpfer aus aller Welt für das World Warrior Tournament. Und M. Bison tut im Hintergrund sehr M.-Bison-hafte Dinge.
Das ist Fanservice. Echter, liebevoller, unentschuldigter Fanservice. Und nach dreissig Jahren Wartens darf man das ruhig zelebrieren.
Für Jahre haben Videospielfilme versucht, die merkwürdigen Teile abzuschleifen. Sie wollten dunkler sein, erdiger, glaubwürdiger. Was schwierig ist, wenn das Ausgangsmaterial grüne elektrische Bestien, Yoga-Feuerbälle und einen Mann enthält, dessen Haar von Natur aus in militärischer Aufmerksamkeitsstellung steht.
Sakurai – bekannt für «Bad Trip», einer absurden Actionkomödie – scheint begriffen zu haben, was seine Vorgänger nicht begreifen wollten: Street Fighter muss nicht realistisch sein. Es muss Street Fighter sein.
Ob es funktioniert, steht noch aus
Die Philippou-Brüder hätten wohl einen dunkleren, intensiveren Film gemacht – ihr Horrorfilm «Talk to Me» war eines der überzeugendsten Debüts der letzten Jahre. Dass sie ausgestiegen sind und Sakurai übernommen hat, verschiebt den Ton eindeutig Richtung Komödie und Spektakel. Ob das die richtige Entscheidung war, wird Oktober 2026 entscheiden.
Was sicher ist: Die Messlatte liegt auf dem Boden. 1994 Van Damme. 2009 Namenloser Actionfilm. Alles, was Ryu einen Hadouken werfen lässt und dabei nicht lächerlich aussieht, ist bereits ein Schritt nach vorne. Und wenn Jason Momoa als grünes Muskelmonster Blanka die erste Szene bestreitet, in der er jemanden mit Elektrizität traktiert – dann ist das Ziel bereits halb erreicht
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: Dravens Radio from the Crypt! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
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Stubenhockers WICHTIGER Beitrag zu Politik, Kultur, Wissenschaft und Popeln
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Dass das Betreiben von dravenstales.ch mit erheblichem Zeitaufwand und auch einigen Kosten verbunden ist, dürfte klar sein. Damit Kosten und vielleicht noch ein, zwei Freigetränke gedeckt sind, könnte ich den ganzen Laden hier mit Werbung vollkleistern. Ich mag aber meine Leser, weshalb ich ihnen ein (weitgehend) werbefreies Leseerlebnis bieten möchte. Wenn dir das und/oder das Treiben auf dieser Webseite gefällt, dann wäre es nett, wenn du den Spass hier irgendwie unterstützen würdest. Danke!