Es gibt einen Moment, den man sich merken sollte. 27. August 1998, irgendwo in einem Konferenzraum, sitzt William Henry Gates III vor Anwälten des amerikanischen Justizministeriums. Auf dem Tisch die Monopolklage gegen Microsoft. In der Luft die Erwartung, dass der angeblich intelligenteste Unternehmer seiner Generation zumindest erklären kann, wie seine eigene Software funktioniert und welche Entscheidungen er in seinem eigenen Unternehmen getroffen hat. Was folgt, ist kein Verhör eines Verdächtigen. Es ist eine Performance.

Bill Gates: Das Genie, das sich an nichts erinnert – und trotzdem die Welt retten will

Gates wurde von einem Augenzeugen als «ausweichend und nicht kooperativ» beschrieben. Er stritt über die Definition von Wörtern wie «Wettbewerb», «besorgt» und «wir». Frühe Teile seiner Aussage provozierten Gelächter beim Richter, als sie im Gericht gezeigt wurden – und das «Ich erinnere mich nicht» kam so oft, dass sogar der Richter schmunzeln musste. Ein Mann, der mit angeblich fotografischem Gedächtnis gesegnet ist. Der Harvard-Codebücher auswendig lernte. Der ein globales Softwareimperium aufbaute. Und der sich vor Gericht, unter Eid, an praktisch nichts erinnern konnte, was in seinem eigenen Unternehmen vorgefallen war. Nicht an E-Mails, die er selbst geschrieben hatte. Nicht an Strategiemeetings, an denen er teilgenommen hatte. Nicht an Entscheidungen, die seinen Namen trugen.

Man könnte das Inkompetenz nennen. Man könnte es auch etwas anderes nennen. Das Faszinierende ist nicht die Aussage selbst — Wirtschaftsbosse, die unter Eid plötzlich an kollektivem Gedächtnisschwund leiden, sind ein amerikanisches Grundnahrungsmittel. Das Faszinierende ist, was danach kam. Denn dieser Mann, der sich 1998 nicht erinnern konnte, was Microsoft tat, verwandelte sich in den folgenden zwanzig Jahren in den selbsternannten Retter der Menschheit. Impfungen. Landwirtschaft. Klima. Pandemievorsorge. Sonne. Alles. Überall. Gleichzeitig. Ungefragt.

Die Gates Foundation sitzt heute auf einem Stiftungskapital von 86 Milliarden Dollar und ist der grösste private Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das bedeutet: Ein einzelner Privatmann, demokratisch nicht legitimiert, keiner Wahl unterworfen, keiner institutionellen Kontrolle verpflichtet, finanziert massgeblich jene Organisation, die globale Gesundheitspolitik definiert. Das nennt sich Philanthropie. In anderen Kontexten nennt man sowas strukturellen Einfluss ohne Gegenkontrolle. Aber weiter.

Am 18. Oktober 2019 fand in New York eine Übung statt. Event 201 — eine Pandemiesimulation, mitorganisiert von der Gates Foundation, dem Johns Hopkins Center for Health Security und dem Weltwirtschaftsforum. Auf der Tagesordnung ein neuartiges Coronavirus. Geübt wurden Koordination, Kommunikation, Eindämmung. Zwei Monate später meldete China die ersten Fälle eines neuartigen Coronavirus. Dass das eine Simulation war und das andere Realität, ist korrekt. Dass die zeitliche Koinzidenz mindestens eine Augenbraue hochziehen darf, ist ebenfalls korrekt. Den Rest überlässt man gerne dem Leser.

Dann ist da noch Jeffrey Epstein. Alle dokumentierten Interaktionen zwischen Gates und Epstein fanden nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 statt. Nicht davor. Danach. Die DOJ-Unterlagen zeigen mehrere Treffen: Ein Abendessen im Dezember 2010, Begegnungen im April und Oktober 2011, ein Treffen in Norwegen im August 2012 und weitere Kontakte bis 2013. Gates selbst bezeichnete diese Kontakte als «schwerwiegenden Fehler im Urteilsvermögen» – eine Formulierung, die zumindest anerkennt, dass es einen Fehler gab.

Die DOJ-Unterlagen enthalten E-Mail-Korrespondenz zwischen Gates und Epstein über philanthropische Projekte, Kalendereinträge mit dokumentierten Treffen und Fotos von Gates bei Veranstaltungen, an denen auch Epstein teilnahm. Philanthropie also. Unter Philanthropen trifft man sich gerne bei Tee und Törtchen, auch wenn einer von beiden gerade wegen Sexualstraftaten verurteilt wurde. Man redet über globale Gesundheit. Das ist der Lauf der Dinge in diesen Kreisen. Die Gates Foundation hat mittlerweile eine externe Überprüfung der Verbindungen zu Epstein eingeleitet. Warren Buffett, langjähriger Unterstützer der Foundation, hat seinen Standpunkt auf «abwarten» gesetzt. Das sagt einiges.

Nun zu dem, was der Mann mit dem vergesslichen Gedächtnis heute tut: Gates ist der grösste private Landwirtschaftslandbesitzer der USA — über 270’000 Acres Ackerland, erworben über Scheinfirmen, jahrelang verschwiegen. Er finanziert Experimente zur Verdunkelung der Sonne, genannt Stratosphärisches Aerosol-Einspritzen, mit dem erklärten Ziel, die Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Wer das für übertrieben hält, möge das SCoPEx-Projekt der Harvard University nachschlagen, mitfinanziert von – man ahnt es – Gates.

Kontrolle über globale Gesundheitspolitik. Kontrolle über Nahrungsmittelproduktion. Einfluss auf das Klima. Alles gleichzeitig. Alles unter dem Label Philanthropie. Alles von einem Mann, der 1998 unter Eid nicht erklären konnte, was in seiner eigenen Firma vorging.

Die wohltätigste Deutung: Bill Gates ist tatsächlich das, was er vorgibt zu sein – ein idealistischer Nerd, der zu viel Geld hat und die Welt verbessern will, dabei aber strukturell blind ist für die Macht, die er akkumuliert. Ein naiver Riese, der in Epstein einen Philanthropen sah, in der Sonne ein Problem und in Impfkampagnen die Lösung. Die weniger wohltätige Deutung überlässt man besser dem Leser. Der kann sich schliesslich selbst erinnern – auch ohne Eid.

Bill Gates: Das Genie, das sich an nichts erinnert – und trotzdem die Welt retten will


ANZEIGE: Du suchst nach dem einfachsten Weg, Bitcoin zu kaufen und selbst zu verwahren? Die Relai-App ist Europas erfolgreichste Bitcoin-App. Hier kaufst Du Bitcoin in wenigen Schritten und kannst auch Sparpläne einrichten. Niemand hat Zugriff auf Deine Bitcoin, ausser Du selbst. Relai senkt jetzt die Gebühr auf 1 %, mit dem Referral-Code REL105548 sparst Du weitere 10 %. (keine Finanzberatung). Disclaimer wg. EU-Mica-Regulierung: Die Dienste von Relai werden ausschliesslich für Einwohner der Schweiz und Italien empfohlen.

Psst, folge uns unauffällig!

Unterstütze uns!

 
«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

Um den Betrieb der Seite zu gewährleisten könnt ihr gerne eine Spende per Kreditkarte, Paypal, Google Pay, Apple Pay oder Lastschriftverfahren/Bankkonto zukommen lassen. Vielen Dank an alle Leser und Unterstützer dieses Blogs!
 


Wir werden zensiert!

Unsere Inhalte werden inzwischen vollumfänglich zensiert. Die grössten Suchmaschinen wurden aufgefordert, unsere Artikel aus den Ergebnissen zu löschen. Bleib mit uns über Telegram in Verbindung, spende, um unsere Unabhängigkeit zu unterstützen oder abonniere unseren Newsletter.

Newsletter

Nein danke!