DBD: Revenger – Black Veil Brides feat. Rob Flynn von Machine Head

Vier Tage liegt «Vindicate» auf der Strasse und Black Veil Brides schieben mit «Revenger» feat. Rob Flynn die fünfte Auskopplung ihres siebten Studioalbums nach – zugleich das erste Feature der Platte, ausgerechnet mit dem Machine-Head-Frontmann, der die Eyeliner-Brigade aus Hollywood schon damals verteidigte, als der Rest der Metal-Welt noch hämisch über Lippenstift und Lederjacken kicherte.

Andy Biersack nennt das einen «Full Circle Moment» und ausnahmsweise klingt der Marketing-Sprech nicht hohl: Flynn gehörte zu jenen Stimmen, die BVB den Rücken stärkten, als das Internet den Goth-Glam noch wahlweise als Schminkkasten-Karneval oder Untergang des Abendlandes abfeierte. Jetzt teilt er sich mit Biersack das Mikro – Klangfarbe trifft Klangfarbe und der Song atmet die Wut eines Mannes, der seine Vorstellung von Gerechtigkeit nicht über einen Anwalt regeln möchte.

Das Thema: Rache als ethisches Dilemma, geschrieben aus der Perspektive eines anderen. Genau deshalb das zweite Mikro, genau deshalb Flynn. Logisch. Nach «Bleeders», «Hallelujah», «Certainty» und dem Titeltrack ist «Revenger» Single Nummer fünf – und laut Biersack einer seiner Lieblingssongs der Platte.

Wer nach drei Minuten bisher noch nicht genug Blut gesehen hat: «Revenger» gibt es zusätzlich als Roman, Teil von Biersacks «Knives & Pens»-Reihe, ebenso wie «Bleeders». Beide erhältlich bei simonandschuster.com, für alle, die Heavy-Metal-Texte auch in Hardcover wollen. «Vindicate», 14 Songs, erschienen am 8. Mai 2026…

DBD: Revenger – Black Veil Brides feat. Rob Flynn von Machine Head
DBD: Revenger – Black Veil Brides feat. Rob Flynn von Machine Head

Wie die RTS mit 1,2 Milliarden Gebühren ihre eigenen Sexualstraftäter aus dem Netz löscht

Eurovision Song Contest 1989, Lausanne, Glitzer und Konfettiregen: Der Mann, der die Show als Produktionsleiter inszeniert hat, vergewaltigt seit Jahren seine eigene Tochter zwischen ihrem vierten und achten Lebensjahr. Sechzehn Jahre später wird Raymond Zumsteg verurteilt. Zwei weitere Jahrzehnte später hat seine ehemalige Arbeitgeberin, die Radio Télévision Suisse, dazu noch immer kein Wort der Entschuldigung, kein einziges Foto im Archiv und keinen Eintrag auf Wikipedia übrig.

Fünf Fälle, mehrere rechtskräftige Verurteilungen wegen Sexualstraftaten an Kindern und Jugendlichen, ein in den Hungerstreik gezwungener Informatiker, ein nach Haiti geflohener Moderator, ein am Todestag seines Autors aus dem Internet gewischter Schlüsselartikel. Aufgedeckt nicht von der Anstalt selbst, nicht von Le Temps, nicht vom Tages-Anzeiger und schon gar nicht von der NZZ, sondern jetzt, im Mai 2026, vom französischen Investigativ-Journalisten Idriss Aberkane in einer dreiteiligen Dokuserie. Finanziert wird das ganze Schweige-Universum übrigens mit über 1,2 Milliarden Franken Gebührengeldern pro Jahr.

Der Eurovision-Mann und die eigene Tochter
Zumsteg, Kadermann der TSR und Mitverantwortlicher des Eurovision Song Contest 1989 in Lausanne, wird laut FranceSoir, Vigousse und Le Temps 2005 in der Schweiz wegen wiederholter Vergewaltigung seiner Tochter rechtskräftig verurteilt. Tatzeitraum: Zwischen ihrem vierten und achten Lebensjahr. Mehrere Quellen sprechen von einer Haftstrafe in der Grössenordnung von zehn Jahren. Die Strafe hat er nicht vollständig abgesessen.

Auf der Wikipedia-Seite der RTS findet sich heute kein Eintrag. Bilder verschwunden. Spuren weggewischt. Wer überprüfen will, ob es diesen Mann jemals gegeben hat, muss in Schweizer Bibliotheken nach alten Presseausschnitten graben. Sehr praktisch für eine Anstalt, die jährlich über 1,2 Milliarden Franken für ihre digitale Daseinsberechtigung einstreicht.

Im Doku-Material spricht ein Zeuge: «Tout le monde savait.» Jeder wusste Bescheid. Zumsteg wurde laut Patrick Nordmann zeitweise von Genf nach Bern versetzt – nicht als Strafmassnahme, sondern um ihn schlicht «aus dem Weg zu räumen». TSR-Direktor Guillaume Chenevière willigte später in seine Rückkehr nach Genf ein, gegen eine «ausserordentliche Finanzierung» aus Bern für ein Projekt, das ihm am Herzen lag. So nennt man im öffentlich-rechtlichen Rundfunk das, was im normalen Sprachgebrauch einen anderen Namen trägt.

Allenbach – nur «Privatleben», versteht sich
Patrick Allenbach, dreissig Jahre lang Journalist und Moderator bei der RTS, wird 2012 nicht in Genf, sondern vor dem Tribunal de Bourg-en-Bresse in Frankreich verurteilt: Dreifache sexuelle Übergriffe auf Minderjährige unter fünfzehn Jahren, die berufliche Autorität wird vom Gericht ausdrücklich als erschwerender Umstand anerkannt. Strafe: Drei Jahre auf Bewährung, 20’000 Euro Schadenersatz. Höchststrafe wären zehn Jahre gewesen.

24 Heures dokumentiert die Methode: Allenbach habe seine mediale Bekanntheit eingesetzt, sich an Jugendlichen aus seinem Studiopublikum festgehakt, sie zum Essen eingeladen, sie in sein Haus im französischen Sergy gebeten, Videospiele und Übergriffe in derselben Sitzung. Der damalige RTS-Direktor Gilles Marchand kommuniziert offiziell: Die Vorwürfe beträfen «Handlungen aus seinem Privatleben». Das französische Gericht stellt das exakte Gegenteil fest und schreibt es ins Urteil. Den Direktor einer öffentlich-rechtlichen Anstalt fragt das nicht weiter. Sein Sender ist genauso öffentlich-rechtlich wie sein Schweigen.

Bilder auf dem Dienstrechner, ein Whistleblower im Hungerstreik
Bleiben drei weitere Fälle aus dem Aberkane-Dossier. Thierry C., Mitarbeiter der RTS, dessen voller Nachname im Magazin Omerta längst publiziert wurde. Auf seinem Dienstcomputer entdeckt der Informatiker Jorge Resende laut Recherchen Hunderte kinderpornografische Bilder. Die Anstalt erstattet keine Strafanzeige. Sie nennt das Material später, gezwungen durch die Faktenlage, «punissables» – strafbar. Strafverfolgung dennoch: Keine.

Resende verliert seinen Job. Tritt in Hungerstreik. Der einzige Parlamentarier, der eine Interpellation einreicht, ist Oscar Freysinger – jener Aussenseiter, den die brave Mainstream-Schweiz mit demselben mechanischen Reflex etikettiert, mit dem sie alles abräumt, was nicht ins korrekte Sortiment passt. 2010 wird Resende per gerichtlicher Mediation rehabilitiert. Der zuständige Richter hält fest, die Sache sei «wie ein Familiengeheimnis» behandelt worden. Familie nennt man bei der RTS, was den Strafrechtler interessieren müsste.

Roland B., ebenfalls Mitarbeiter, wird Anfang der 2000er Jahre wegen Besitzes Hunderter kinderpornografischer Bilder auf seinem Dienstcomputer verurteilt. Berichterstattung in Schweizer Mainstream-Medien: Einige Sätze, ein paar Wochen, dann Stille. Walter B., über Jahre Radiomoderator beim Westschweizer Rundfunk, wird in Abwesenheit verurteilt, flüchtet nach Haiti, taucht dort bei einem lokalen Pressenetzwerk und mit einem eigenen Restaurant wieder auf. Tripadvisor leistet investigative Arbeit, an die sich Le Temps bis heute nicht herangewagt hat.

Der Artikel, der am Todestag des Journalisten verschwand
Der Referenzartikel zu dem Komplex stammt von Patrick Nordmann, Mitgründer des Satiremagazins Vigousse: «La SSR ne perd pas le pédophile», 14. Januar 2011. Erstmals wurde dort sauber belegt, dass es bei der RTS nicht um Einzelfälle ging, sondern um ein Geflecht aus gegenseitiger Deckung. Patrick Nordmann ist seither verstorben. Sein Schlüsselartikel verschwand aus dem Internet – am Tag seines Todes.

Ein Zufall, der so vollkommen ausfällt, dass selbst die Drehbuchredaktion des Hauses ihn nicht durchgelassen hätte. Auf den Servern der RTS, einer Anstalt mit 1,2 Milliarden Franken Jahresbudget aus Pflichtgebühren, sollte eigentlich Speicherplatz vorhanden sein, um auch unangenehme Texte zu spiegeln. Vermutlich war der Platz aber gerade durch eine weitere Tagesschau-Wiederholung über Donald Trumps Haarpracht belegt.

Cyberblurring, oder wie man einen Sündenbock baut
Le Temps wird im Januar 2021 von der Fondation Aventinus übernommen. 6,5 Millionen Franken. Heidi.news, ebenfalls Aventinus, im selben Jahr für 728’000 Franken. Seither erscheinen bei Heidi.news Texte, die einen ehemaligen RTS-Mitarbeiter namens Yann Lopez als grossen Belästiger der Anstalt zeichnen – ohne ein einziges Mal die Namen Zumsteg, Allenbach, Thierry C. oder Roland B. zu erwähnen. Eine investigative Glanzleistung im Sinne der investigativen Auslassung.

Le Temps liefert die zweite Hälfte des Manövers: Eine breit ausgerollte Recherche über sexuelle Belästigung bei der RTS, vollständig zentriert auf Darius Rochebin. Den einzigen Hochrangigen iranischer Herkunft. Nie angeklagt. Nie formell beschuldigt. Heute in Paris bei LCI. Der Begriff für das Muster lautet Cyberblurring: Man inszeniert einen harmloseren Ersatz-Skandal und verwischt jede Spur zu den tatsächlich Verurteilten. So funktioniert investigativer Journalismus, wenn er einer Stiftung gehört, die nicht aufklären will.

Depardieu raus, Zumsteg unsichtbar
Im Dezember 2023 kündigt die RTS feierlich an, Filme mit Gérard Depardieu aus dem Programm zu nehmen. Gegen Depardieu existiert zu diesem Zeitpunkt – und auch heute – keine rechtskräftige Verurteilung wegen Sexualstraftaten. Gegen Zumsteg existiert eine. Gegen Allenbach existiert eine. Gegen Walter B. existiert eine. Gegen Roland B. existiert eine.

Die Anstalt schämt sich öffentlich für einen Franzosen, gegen den eine Beschuldigung im Raum steht. Für vier eigene Mitarbeiter mit rechtskräftiger Verurteilung wegen Vergehens gegen Minderjährige fehlt das Schamgefühl bis heute. Keine öffentliche Entschuldigung. Keine vollständige Aufarbeitung. Auf Interview-Anfragen Aberkanes wurde nie reagiert. Das ist die exakte Definition eines Service public, der diesen Namen seit zwei Jahrzehnten nur noch im Logo trägt: Was die eigene Bilanz nicht beschmutzt, wird zelebriert, was sie beschmutzt, wird aus dem Netz gewischt und mit einem importierten Skandal überdeckt. Über 1,2 Milliarden Franken Pflichtgebühren jährlich finanzieren eine Institution, die seit über zwei Jahrzehnten verurteilte Sexualstraftäter in den eigenen Reihen gedeckt hat und im selben Atemzug der Schweizer Bevölkerung erklärt, wer moralisch noch akzeptabel ist und wer nicht.

Wer 1,2 Milliarden Franken jährlich von Schweizer Pflichtgebühren-Zahlern bezieht, jahrzehntelang Pädokriminelle in den eigenen Reihen schützt und gleichzeitig in der Tagesschau erklärt, welche französischen Schauspieler man nicht mehr zeigen darf, betreibt keinen Journalismus, sondern moralische Geldwäsche – und nennt dies «öffentlich-rechtlich»! Sieben Affären, mehrere Verurteilungen, ein verschwundener Schlüsselartikel und ein in den Hungerstreik gezwungener Whistleblower später muss die Schweizer Stimmbevölkerung sich endlich die Frage stellen, was sie eigentlich mit 1,2 Milliarden Franken pro Jahr finanziert – die Wahrheit ist es nicht, denn die kommt seit fünfzehn Jahren aus Paris!

Wie die RTS mit 1,2 Milliarden Gebühren ihre eigenen Sexualstraftäter aus dem Netz löscht
Wie die RTS mit 1,2 Milliarden Gebühren ihre eigenen Sexualstraftäter aus dem Netz löscht

Überall Sex, überall Opfer – und niemand traut sich, den Zusammenhang auszusprechen

Es gibt einen Moment, in dem eine Gesellschaft den Verstand verliert – nicht laut und dramatisch, sondern leise, in kleinen Schritten, mit zunehmender Selbstverständlichkeit. Dieser Moment ist dann erreicht, wenn das Intimste, was ein Mensch hat, zum Marketinginstrument wird. Wenn Sexualität nicht mehr Ausdruck von Verbindung, Vertrauen und Privatheit ist, sondern Klickköder. Wenn wer dagegen ist, als prüde gilt. Und wenn wer dafür ist, sich fragt, warum die Welt gleichzeitig voller Missbrauchsmeldungen ist. Die Antwort liegt auf der Hand. Aber niemand will sie hören.

Die «Sex sells»-Mentalität ist keine Neuerfindung. Sie ist so alt wie Werbung. Was neu ist, ist die Totalität. Früher war sie in bestimmten Kanälen eingesperrt – Hochglanzmagazine, Werbespots, Kino. Heute ist sie überall gleichzeitig: Im Feed beim Frühstück, in der Story beim Mittagessen, im Reel beim Einschlafen. Ein endloser Strom aus Halbentblösstem, Angedeutetem, Provokantem – nicht weil die Menschen plötzlich freier geworden wären, sondern weil Aufmerksamkeit zur härtesten Währung der Gegenwart geworden ist. Und Sexualität liefert sie zuverlässig. Immer. Ohne Ausnahme.

Wer dagegen etwas einzuwenden hat, bekommt sofort das Etikett: Prüde. Rückständig. Verklemmt. Das ist die eleganteste Totschlagtaktik der modernen Debatte – wer die Grenze zieht, wird zur Grenze erklärt. Wer fragt, ob die permanente öffentliche Sexualisierung gesund ist, wird als jemand gehandelt, der Sexualität für schlecht hält. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Denn hier liegt der Widerspruch, der so ungeheuerlich gross ist, dass man schon absichtlich wegsehen muss, um ihn nicht zu sehen: Dieselbe Gesellschaft, die täglich sexualisierte Inhalte produziert und konsumiert, liest täglich Berichte über Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, sexuellen Übergriff. Beide Ströme laufen parallel. Beide werden kommentiert, geteilt, empört aufgenommen. Auf der einen Seite der Empörungskanal über Täter und Opfer, auf der anderen der Unterhaltungskanal mit dem Halbentblössten. Und niemand zieht die Verbindung.

Überall Sex, überall Opfer - und niemand traut sich, den Zusammenhang auszusprechen

Dabei ist sie unübersehbar. Eine Gesellschaft, die Sexualität systematisch aus dem privaten Raum ins öffentliche Spektakel zerrt, erschafft eine Umgebung, in der die Grenzen zwischen Intimem und Vorgeführtem, zwischen Konsens und Konsum, zwischen Würde und Ware verschwimmen. Das ist keine moralische These – das ist eine Beobachtung über Wirkungszusammenhänge. Wer dauernd alles sexualisiert, darf sich nicht wundern, wenn das Sexuelle seinen Schutzrahmen verliert. Wenn es aufhört, heilig zu sein – nicht im religiösen Sinn, sondern im ursprünglichen: Schützenswert, abgegrenzt, dem Einzelnen und seiner Beziehung gehörend.

Die KI macht es vor, ohne jede Hemmung. Fotomontagen. Deepfakes. Virtuelle Szenarien, über die man lieber nicht nachdenkt. Das System produziert auf Nachfrage, ohne Gewissen und ohne Scham — weil es keins hat. Es spiegelt lediglich zurück, was die Gesellschaft verlangt. Und das, was die Gesellschaft verlangt, ist das Problem. Nicht die Maschine.

Was dabei verloren geht, bemerken die meisten erst, wenn es weg ist. Es gibt Menschen, die sich seit Jahren ernsthaft mit Sexualität als energetischer, spiritueller, körperlicher Grundkraft beschäftigen – nicht als Schauspiel, sondern als Substanz. Tantra, Kundalini, Wurzelchakra-Arbeit, das Spektrum ist weit. All das versucht, zurückzugewinnen, was die Sexualisierungsmaschine zerstört: Den Schutzraum. Die Stille. Die Konzentration auf das Innere statt auf die Aussenwirkung. Diese Arbeit wird schwieriger, je lauter der Lärm wird. Der öffentliche Sexualisierungsstrom macht es zunehmend unmöglich, über das Thema zu sprechen, ohne sofort in die falsche Schublade gesteckt zu werden – entweder als prüder Moralist oder als esoterischer Spinner. Beide Schubladen sind Totschlagtaktiken. Beide verhindern das Gespräch, das nötig wäre.

Denn das Gespräch, das nötig wäre, lautet ungefähr so: Sexualität gehört in die Partnerschaft und in die eigenen vier Wände. Nicht weil sie schmutzig wäre – sondern weil sie wertvoll ist. Was wertvoll ist, wird nicht vermarktet. Nicht vorgeführt. Nicht zur Klickgenerierung eingesetzt. Das Private ist privat, weil das Private schützenswert ist. Weil es dem Paar, dem Moment, der Verbindung gehört – und niemandem sonst.

Das ist kein reaktionärer Gedanke. Es ist ein Gedanke über Würde. Über die Frage, was man bereit ist herzugeben und was man behält. Und über die schlichte Beobachtung, dass eine Gesellschaft, die alles teilt, am Ende nichts mehr hat, das ihr wirklich gehört.

Die Folgen sind bereits messbar – nicht politisch, sondern physiologisch und psychologisch. Beckenbodenprobleme, Erektionsstörungen bei immer jüngeren Männern, Libidoverlust, Bindungsunfähigkeit, Überreizung, Abstumpfung. Das ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis einer Umgebung, die Sexualität gleichzeitig inflationiert und entwürdigt. Die sie allgegenwärtig macht und damit wertlos. Die sie von der Intimität trennt, die sie erst zu dem macht, was sie sein soll.

Kinder wachsen in dieser Umgebung auf. Sie lernen über Sexualität aus Quellen, die keine Vorstellung von Schutzraum, Vertrauen oder Würde haben. Sie lernen, dass Körper gezeigt werden, um Likes zu generieren. Dass Aufmerksamkeit wichtiger ist als Integrität. Das ist keine Sexualerziehung. Das ist Konditionierung.

Was dagegen hilft? Zunächst das Eingeständnis, dass die Frage überhaupt gestellt werden darf. Dass, wer Grenzen zieht, keine Feindseligkeit gegenüber Sexualität zeigt, sondern Respekt. Dass das Private privat sein darf – und sein muss. Dass die vier Wände, in denen sich zwei Menschen begegnen, keine Bühne sind und keine Inhaltsproduktionsstätte. Und dass eine Gesellschaft, die das vergessen hat, sich nicht wundern darf, wenn am Ende alle krank sind…

Überall Sex, überall Opfer - und niemand traut sich, den Zusammenhang auszusprechen

Biowaffe, Menschenversuch, Übersterblichkeit – nennen wir es trotzdem Impfung

Sechs Jahre. Sechs Jahre sind vergangen seit dem grössten gesellschaftlichen Experiment der Nachkriegsgeschichte. Und was hat die Demokratie seither geleistet? Eine Enquetekommission ohne Untersuchungsrecht. Parlamentarische Debatten, die niemand sendet. Und den stummen Konsens, dass man das alles lieber nicht zu laut benennen sollte. Dr. Wolfgang Wodarg benennt es trotzdem. Der Lungenfacharzt, ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Kritiker der ersten Stunde nennt das, was zwischen 2020 und 2022 in Deutschland stattgefunden hat, beim Namen: «Das war ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Ein Experiment, wo man die Bevölkerung geopfert hat.»

Biowaffe, Menschenversuch, Übersterblichkeit - nennen wir es trotzdem Impfung

190 Millionen Spritzen allein in Deutschland. Nicht alle mit identischem Inhalt – die Chargen variierten, die Nebenwirkungen auch. Myokarditis hier, Thrombosen da, neurologische Schäden dort. Verteilt und verdünnt, damit nicht alle gleichzeitig krank wurden. Damit das Muster unsichtbar blieb. Für die Restschäden lieferte man dann passenderweise eine Sammeldiagnose: Long Covid. Praktisch, nicht wahr?

Wer an Europakarten zweifelt: Deutschland ist die dunkelste Stelle auf der Europakarte der Übersterblichkeit ab 2022. Schweden, das Land, das den Irrsinn weitgehend mitspielte und trotzdem kaum Übersterblichkeit verzeichnet, bildet den skurrilen Kontrast. Wodarg stellt die naheliegende Frage: Was, wenn nicht jede Spritze dasselbe enthielt? Was, wenn die NATO-Logistik – die bis Mai 2022 über das Sanitätszentrum in Quarkenburg die gesamte Impfkampagne in Deutschland koordinierte – genau wusste, was wohin ging? Die Bundeswehr hat jedenfalls Chargenregistrierungen. Die elektronische Patientenakte wird sie bald mit Beschwerdebildern verknüpfen. Zusammen mit KI liesse sich daraus eine klinische Studie mit 190 Millionen Probanden rekonstruieren. Eine Studie, der niemand zugestimmt hat.

Aber von vorne. Wer glaubt, Corona sei aus dem Nichts gekommen, versteht das System nicht. Wodarg versteht es seit der Vogelgrippe. Damals fuhr er nach Genf, sprach mit dem WHO-Abteilungsleiter und bekam statt wissenschaftlicher Belege eine CD mit Reklame für Tamiflu. Das Patent gehörte einer Firma, deren CEO zuvor Donald Rumsfeld war. Die WHO empfahl das Mittel trotzdem. Oder genau deshalb.

Die Mechanik ist simpel und wurde seither perfektioniert: Man verkauft Medikamente nicht mehr mühsam über Ärzte und Apotheken. Man geht zur Regierung, erklärt eine Gefahr und die Regierung kauft für Hunderte Millionen ein. Das haben sie mit der Vogelgrippe geübt. Mit der Schweinegrippe verfeinert. Mit Corona industrialisiert. Im August 2009 wurde nebenbei – mitten im Bundestagswahlkampf und während die Schweinegrippe die Schlagzeilen dominierte – das deutsche Arzneimittelgesetz stillschweigend geändert: Drei Wörter wurden eingefügt, sodass plötzlich auch die Gabe von Nukleinsäuren als «Impfung» galt. Die Grundlage für die mRNA-Kampagne war gelegt, während niemand hinschaute. Auch Wodarg nicht – er gibt es offen zu.

Biowaffe, Menschenversuch, Übersterblichkeit - nennen wir es trotzdem Impfung

Die FDA liess man aussen vor. Die mRNA-Präparate liefen nicht als Arzneimittel. In den USA wurden sie unter Emergency Use Authorization als Biowaffe zugelassen – ein Status, der reguläre Zulassungsverfahren umgeht. Die FDA sagt dazu selbst, die Sache sei an ihr vorbeigegangen.

Und die WHO? Wodarg formuliert es so: «Die WHO ist eine Agentur zur Vorbereitung und Begleitung von Insidergeschäften.» Wer die Aktien kauft, bevor Angst gemacht wird, verdient. Wer Angst macht, bestimmt den Kurs. Novo Nordisk und Ozempic sind das aktuelle Lehrstück: Die Tagesschau verkündet die Adipositas-Pandemie, die WHO klassifiziert Übergewicht als Non-Communicable Disease, die Aktie steigt. Das Spiel ist dasselbe. Nur der Wirkstoff wechselt.

Inzwischen hat Oracle-Chef Larry Ellison dem Publikum die nächste Bühne erklärt: Krebsdiagnostik per PCR aus einem Tropfen Blut, massgeschneiderte mRNA-Therapie für jeden. Genial, wäre da nicht der kleine Umstand, dass jeder Mensch täglich Millionen von Krebszellen produziert, die das Immunsystem routinemässig aussortiert. Ein PCR-Test findet also immer, was er sucht. Und ein gefundener Krebs benötigt eine Therapie. 500 Milliarden Dollar stellt das Stargate-Projekt bereit. Uğur Şahin verlässt BioNTech, um eine neue mRNA-Firma aufzubauen. 120 mRNA-Präparate sind laut Verband forschender Arzneimittelhersteller in der Pipeline, auch für Kinder. Man ist busy.

Was macht die Demokratie derweil? Sie enquetiert. Die Coronaaufarbeitung im Bundestag ist kein Untersuchungsausschuss – sie hat keine Befugnisse, keine Justiziabilität, keine Konsequenzen. Kritische Fragen von Tom Lausen oder Stefan Homburg werden nicht beantwortet, sondern abgewürgt. Das Ergebnis wird in der Tagesschau selektiert. Das Muster kennt Wodarg: «Das sind die Institutionen, die uns das Ganze zugemutet haben. Die werden sich nicht selbst belasten.»

Hinzu kommt: Wer die Richterkarrieren bestimmt, bestimmt die Urteile. Wer das Bundesverfassungsgericht besetzt, bestimmt, was verfassungswidrig ist. Wer die Staatsanwälte per Justizminister anweisen kann, bestimmt, was ermittelt wird. Die Gewaltenteilung ist kein Schutzmechanismus mehr. Sie ist Dekoration.

Wodargs Schlussfolgerung ist so unbequem wie folgerichtig: Aufarbeitung kann nicht von oben kommen. Sie muss dort stattfinden, wo das Verbrechen stattfand – beim Hausarzt, im Gesundheitsamt, beim Landrat, im Altenheim. Subsidiär, überschaubar, transparent. Gallische Dörfer statt globaler Bewegungen. Direktkandidaten statt Parteilisten. Demokratie, die von unten wächst, weil sie nur dort gedeiht.

Die Nürnberger Prozesse, erinnert Wodarg, waren auch nur eine Show. Danach wurden manche der Beteiligten Ärztekammerpräsidenten. Geschichte ist lehrreich. Für alle Seiten.

Biowaffe, Menschenversuch, Übersterblichkeit – nennen wir es trotzdem Impfung
Biowaffe, Menschenversuch, Übersterblichkeit – nennen wir es trotzdem Impfung

Gaslighting erklärt: So wirst du psychologisch manipuliert

Es gibt ein Theaterstück aus den 1930er Jahren und einen Film aus den 1940er Jahren mit Ingrid Bergman, in dem ein skrupelloser Erbschleicher seine wohlhabende Ehefrau systematisch an ihrem eigenen Verstand zweifeln lässt. Er dreht heimlich das Gaslicht herunter. Sie bemerkt das Flackern. Er sagt: Du bildest dir das ein. Und weil sie ihm vertraut, weil er ihr am nächsten steht, weil er der Mensch ist, dem ihr Gehirn die Kategorie «vertrauenswürdige Quelle» zugewiesen hat – beginnt sie, sich selbst zu misstrauen statt ihm.

Gaslighting. Ein Begriff, der im deutschsprachigen Raum erst seit wenigen Jahren wirklich angekommen ist. Ein Konzept, das in seiner individuellen Form bereits verstörend genug ist – und in seiner kollektiven, medialen, politischen Form so alltäglich geworden ist, dass wir ihn kaum noch wahrnehmen. Was eine Ironie ist, die sich selbst erklärt.

Der Psychiater Rafael Bonelli bringt das Prinzip auf seinen erkenntnistheoretischen Kern: Wahrheit ist die Übereinstimmung von Gedanke und Wirklichkeit. Denken beginnt bei der Wahrnehmung. Gaslighting boykottiert genau diesen ersten Schritt – es greift die Wahrnehmung selbst an, bevor der Verstand überhaupt zu arbeiten beginnt. Das Ergebnis ist keine Lüge, die man widerlegen könnte. Es ist eine induzierte Denkstörung, die den Betroffenen dazu bringt, an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln, bevor er überhaupt anfängt, das Gehörte zu prüfen.

Der Mechanismus funktioniert über Vertrauen. Das ist der Schlüssel, und er ist erschreckend simpel. Unser Gehirn unterscheidet aus Energiespargründen zwischen vier Quellkategorien: Vertrauenswürdig, unsicher, uninteressant, unerwünscht. Nur die unsichere Quelle wird kritisch geprüft. Die vertrauenswürdige wird direkt internalisiert, ohne den Umweg über kritisches Denken. Wer also erst das Vertrauen besitzt – der Ehemann, die Regierung, die Tageszeitung, die Wissenschaft mit Grossbuchstaben – kann danach nahezu beliebige Inhalte in das Gehirn des Opfers einschleusen, ohne dass dieser Inhalt einer kritischen Prüfung unterzogen wird.

Bonellis Fallbeispiel: Karina, Migrantin aus Russland, verheiratet, zwei Kinder. Der Mann bringt eine Arbeitskollegin mit – Monika, frisch geschieden, aggressiv flirtendes Verhalten, lange Umarmungen vor Karinas Augen, ständige Nachrichten. Karinas Bauchgefühl meldet: Alarm. Ihr Mann antwortet: Du übertreibst, die ist nun mal so. Als Karina schliesslich eingreift, erklärt Monika ihr, Eifersucht sei mittelalterlich. Der Mann erklärt ihr, sie sei toxisch für die Beziehung. Und Karina – reflektiert, gutgläubig, bereit zur Selbstkritik – fragt sich tatsächlich, ob vielleicht sie das Problem ist.

Das ist Gaslighting in seiner klassischen Form: Täter-Opfer-Umkehr kombiniert mit gespielter Empörung als Taktik. Die gespielte Empörung ist dabei kein Zufall – sie ist Methode. Empörung verhindert Denken. Wer beschämt ist, zieht sich zurück. Wer sich entschuldigt, hört auf zu analysieren. Der Schock des Täters über das «altmodische Verhalten» des Opfers dient einzig dazu, das Opfer in die Defensive zu drängen, bevor es seine eigene Wahrnehmung verteidigen kann. Das funktioniert im Schlafzimmer. Es funktioniert genauso im Fernsehen.

Bonelli deutet es an, ohne es vollständig auszuführen – die kollektive, mediale Dimension des Gaslichts. Es war zwar der wärmste Monat seit Menschengedenken, auch wenn du einen Monat lang gefroren hast. Die Massnahmen waren verhältnismässig, auch wenn dir das Gegenteil direkt vor Augen stand. Das Impfmittel ist sicher und wirksam, auch wenn dein Körper dir etwas anderes signalisiert. Du bildest dir das ein. Mit dir stimmt etwas nicht. Du bist rückständig. Toxisch. Verschwörungstheoretiker.

Der Mechanismus ist identisch. Die Skalierung ist nur eine andere. Statt eines Erbschleichers mit einer Motivation sitzt ein System dahinter, das aus Institutionen, Medien und wissenschaftlichen Autoritäten besteht – allesamt in die Kategorie «vertrauenswürdige Quelle» vorsortiert, bevor die eigentliche Manipulation beginnt. Wer täglich dieselbe Zeitung liest, dieselben Experten hört, dieselben Nachrichtensendungen konsumiert, internalisiert irgendwann deren Realität – nicht weil die Argumente überzeugend sind, sondern weil das Gehirn aufgehört hat zu prüfen.

Die Heilung, so Bonelli, ist Tiefendenken. Die bewusste Entscheidung, vermeintlich vertrauenswürdige Quellen wieder in die Kategorie «unsicher» zu verschieben und sie entsprechend zu behandeln. Ein Dritter, der bestätigt: Nein, du siehst richtig. Das Licht flackert wirklich…

Gaslighting erklärt: So wirst du psychologisch manipuliert
Gaslighting erklärt: So wirst du psychologisch manipuliert

Der frische Apfel ist nicht frisch – er ist ein Jahres alt und chemisch eingefroren

Es gibt eine Lüge, die täglich millionenfach begangen wird, ohne dass jemand strafrechtlich verfolgt wird, ohne dass Behörden einschreiten, ohne dass die Tagesschau einen Beitrag darüber sendet. Sie findet statt im beleuchteten Obstbereich jedes Supermarkts, zwischen glänzenden Äpfeln, makellosen Tomaten und Avocados, die so perfekt aussehen, als hätte sie ein Designer entworfen. Die Lüge heisst Frische. Und sie hat einen chemischen Namen: 1-Methylcyclopropen.

Äpfel, Birnen, Tomaten, vieles, was man an Gemüse im Supermarkt kauft, hat diese erstaunlichen Eigenschaften, in Gewicht und Grösse nahezu identisch zu sein, Frische auszustrahlen, glänzende Äpfel, optimal gereifte Bananen, Tomaten, die keinerlei Schaden auf der Aussenhaut aufweisen, ganz im Gegensatz zu denen, die man selbst zieht. Schlaraffenland, könnte man sagen. Oder: industrielle Täuschung mit behördlichem Segen, um es etwas präziser auszudrücken.

1-Methylcyclopropen ist ein Kohlenwasserstoff, der aus Erdöl gewonnen wird, mit einem Prozess, der zudem Chloro-2-Methylpropen, Heptane und Methylcyclohexane hervorbringt – zuletzt genannte bekannte karzinogene Stoffe. Man lese das noch einmal langsam. Der Prozess, der das Mittel herstellt, das auf deinen Apfel gegast wird, erzeugt als Nebenprodukte krebserregende Substanzen. Das ist der Ausgangspunkt. Der Rest wird nicht besser.

1-Methylcyclopropen wird nach der Ernte auf das Obst «gegast» und sorgt dafür, dass das Obst, das so frisch aussieht, als käme es gerade vom Baum, bis zu zwölf Monate, zuweilen auch mehr, auf seinen Einsatz im Supermarkt gewartet hat – oft genug als Spekulationsobjekt behandelt, das aus dem Lager verkauft wird, wenn die Preise steigen. Zwölf Monate. Ein Jahr. Der Apfel in deiner Hand könnte älter sein als die Bundesregierung, die ihn zugelassen hat und er sieht aus wie frisch gepflückt.

1-Methylcyclopropen stoppt im Wesentlichen die Produktion von Ethylen über Monate hinweg und arretiert damit den Reifungsprozess. Das führt dazu, dass das behandelte Obst oder Gemüse fest bleibt, nicht schrumpelig wird und austrocknet. Die Umwandlung von Stärke in Zucker und der Säureabbau werden verzögert. Der Alterungsprozess wird biologisch eingefroren. Das Obst existiert in einem Zustand erzwungener Jugend, einem chemischen Dorian Gray – aussen makellos, innen längst das, was es wäre, wenn die Natur ihren Lauf nehmen dürfte.

Und dann kommt es nach Hause. Und dann passiert das, was jeder kennt und niemand erklären konnte: Der Apfel, der im Laden wie Lebendigkeit selbst aussah, beginnt innerhalb von Stunden zu schimmeln. Die Banane, eben noch perfekt gelb, ist am nächsten Tag braun. Kaum ist die Banane zuhause, geht sie in einer Geschwindigkeit den Gang alles Verderblichen, die erstaunlich ist, während die Äpfel oft auch nach Wochen keinerlei Anzeichen natürlicher Alterung aufweisen, um dann innerhalb von Stunden eine Form der Fäulnis oder des Schimmels zu entwickeln, die selbst spezialisierte Fruchtfliegen ratlos zurücklässt. Das ist nicht Natur. Das ist der Zusammenbruch einer chemischen Unterdrückung, die ihre Wirkung verliert, sobald das Obst aus dem kontrollierten Lagerklima heraus ist.

Der frische Apfel ist nicht frisch - er ist ein Jahres alt und chemisch eingefroren

Der für Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Tomaten, Avocados so typische Geruch und Geschmack wird der geschmacklichen und olfaktorischen Wahrnehmung entzogen. Falls du dich schon einmal darüber gewundert hast, dass Äpfel, egal welcher Sorte, den gleichen, mehr oder minder flachen, kaum an Apfel erinnernden Geschmack haben und allesamt nicht riechen – hier hast du die Erklärung: 1-Methylcyclopropen. Das kollektive Geschmacksgedächtnis einer Generation ist verändert worden. Wer unter vierzig ist und in der Stadt aufgewachsen ist, hat möglicherweise nie in seinem Leben einen wirklich reifen Apfel gegessen. Er weiss nicht, wie einer riecht. Er hält das Supermarktprodukt für die Norm – weil es die einzige Norm ist, die er kennt.

Und die Behörden? In der EU ist 1-Methylcyclopropen seit Mitte der 2000er Jahre zugelassen – mit den Lücken in der Sicherheitsprüfung, die man mittlerweile gewohnt ist. Was die Toxikologie angeht, ist nicht viel analysiert worden. 1-Methylcyclopropen gilt als unbedenklich. Wozu also testen? Wozu testen? Eine Frage, die man sich in Behörden offensichtlich ernsthaft stellt und mit «wozu eigentlich?» beantwortet.

Noch im Jahr 2018, also rund dreizehn Jahre nach Zulassung, steht in einem Sachstandsbericht der European Food Safety Authority: «The metabolism of 1-methylcyclopropene in plants was not investigated.» Dreizehn Jahre Zulassung. Der Metabolismus des Stoffes in den behandelten Pflanzen – also das, was im Inneren des Apfels mit der Chemikalie passiert, welche Zwischenprodukte entstehen und was diese mit dem Menschen machen, der sie isst – wurde nicht untersucht. Nicht weil es keine Fragen gab. Sondern weil radioaktive Spuren, die in einem einzigen Experiment gefunden wurden, so gering waren, dass die Suche nach Metaboliten eingestellt wurde.

Ein Experiment. Ein. Und danach: Keine Daten gleich keine Gefahr. Das ist nicht Wissenschaft. Das ist die institutionalisierte Abwesenheit von Neugier, wenn Neugier geschäftsschädigend wäre.

Auch über den Effekt, den 1-Methylcyclopropen auf die Umwelt, die Nahrungskette, den Boden, die Gewässer und das Trinkwasser hat, in die es freigesetzt wird, hat man sich keine Sorgen gemacht, die gross genug gewesen wären, die Zulassung zu verweigern. Keine Daten, keine Gefahr. Ein Prinzip, das in der Pharmaindustrie, der Lebensmittelindustrie und der Chemieindustrie so verlässlich angewendet wird, dass man es mittlerweile als offizielles Regulierungsmodell bezeichnen könnte.

Das Ergebnis ist ein Supermarktsystem, in dem Frische eine Marketingkategorie ist, kein biologischer Zustand. In dem ein Apfel ein Jahr alt sein kann und wie frisch gepflückt aussieht. In dem der Verbraucher für ein Erlebnis zahlt, das nicht existiert – für Geschmack, der entfernt wurde, für Reife, die arretiert wurde, für Frische, die simuliert wird. Und in dem die Behörde, die das prüfen sollte, dreizehn Jahre nach Zulassung noch nicht weiss, was der Stoff im Inneren der behandelten Frucht anrichtet.

Handelsnamen wie SmartFresh, AgroFresh, Harvista, Ripe Lock, Ethylbloc oder Fysium klingen nach Innovation, nach Fortschritt, nach der Lösung eines Problems. Das Problem, das sie lösen, ist die Ungeduld des Marktes mit der Biologie. Der Apfel im Supermarkt ist schön. Er ist makellos. Er riecht nach nichts. Er schmeckt nach nichts. Und er ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit, ein Jahr alt. Guten Appetit…

Der frische Apfel ist nicht frisch - er ist ein Jahres alt und chemisch eingefroren

Blacklisting hilft – sagt die Frau, die andere Meinungen aushalten will

«Es gibt in Deutschland ein Recht darauf, so ziemlich jede Meinung zu äussern, ohne staatliche Repression zu befürchten.» Saskia Esken, im Brustton der Überzeugung. Wenige Sätze später: «Ich sag mal, Blacklisting hilft.»

Anlass für die spontane Konvertierung der Sozialdemokratin zur Werbeagentur-Strategin: Der Podcast «ungeskriptet» hat die Fünf-Millionen-Marke geknackt – mit Björn Höcke als Gast. Esken ruft Unternehmen offen dazu auf, ihre Werbung dort abzuziehen. Im selben Atemzug erklärt sie, Parteien hätten die Aufgabe, Willensbildung auch in kontroversen Debatten zu befördern. Aushalten müsse man, dass Menschen ihre Meinung sagen.

Aushalten heisst bei Esken offensichtlich: Vermarktungswege kappen, Reichweite vergiften, Boykott organisieren. Eine erklärte Antifaschistin – im Werkzeugkasten allerdings auffällig viel aus dem Repertoire, das man eigentlich zu bekämpfen vorgibt.

Wer öffentlich für Meinungsfreiheit wirbt und im selben Atemzug die Marketingabteilungen abtelefoniert, hat Demokratie nicht verstanden – sondern outgesourct.

Wer schwarze Listen führt, sollte sich nicht über schwarze Hemden wundern! Die Antifa von einst kämpfte gegen Berufsverbote – die Antifa von heute organisiert sie! Meinungsfreiheit für alle, ausser für die Falschen – und nennt dies «Demokratie»!

Blacklisting hilft – sagt die Frau, die andere Meinungen aushalten will
Blacklisting hilft – sagt die Frau, die andere Meinungen aushalten will

Ohne Rückgrat, aber mit Haltung: Das Psychogramm des modernen Mitläufers

Heinrich Mann schrieb ihn 1914. Über hundert Jahre später läuft er noch immer durch die Strassen, sitzt in Sitzungen, applaudiert auf Befehl, denunziert auf Wunsch und hält sich selbst für einen aufrechten Menschen. Diederich Hessling, der Untertan, der Prototyp des autoritären Charakters im wilhelminischen Kaiserreich – er ist nicht gestorben. Er hat nur den Kaiser gewechselt. Heute heisst der Kaiser Konsens, Faktenchecker, Experte oder Mainstream. Und Diederich kuscht genau so tief wie damals, mit demselben Leuchten in den Augen, demselben Sendungsbewusstsein und derselben kompletten Abwesenheit von eigenem Denken.

Ohne Rückgrat, aber mit Haltung: Das Psychogramm des modernen Mitläufers

Man muss das kurz sacken lassen: Ein Roman, der 1914 erschien, beschreibt das Psychogramm des durchschnittlichen Mitläufers des frühen 21. Jahrhunderts mit einer Präzision, die jeden anständigen Zeitgeist-Analysten arbeitslos machen sollte. Das ist entweder ein Beweis für Manns überirdisches Genie oder ein niederschmetternder Befund über die Lernfähigkeit der Spezies Mensch. Wahrscheinlich beides.

Diederichs Grundstruktur ist simpel und genial zugleich: nach oben buckeln, nach unten treten. Den Mächtigen gegenüber ist er Wachs – formbar, devot, begeistert. Den Schwächeren gegenüber ist er Stahl – hart, überheblich, gerne auch denunziatorisch. Diese sadomasochistische Doppelnatur ist kein Widerspruch, sie ist das System. Wer sich nach oben hin vollständig unterwirft, braucht nach unten hin ein Ventil. Diederich findet es. Er findet es immer. Klingelt da etwas? Es sollte.

Denken wir an die Coronajahre – jenen historischen Laborversuch, in dem die Hessling-Dichte der Bevölkerung erstmals flächendeckend gemessen werden konnte. Millionen Diederichs blühten auf. Sie trugen die Maske nicht aus Überzeugung, sondern aus Gehorsam – und das mit einem Enthusiasmus, der jeden Verdacht auf eigenes Nachdenken im Keim erstickte. Sie meldeten Nachbarn, die im Park zu zehnt sassen. Sie fotografierten Ungehorsame und schickten die Bilder an die Polizei. Sie erklärten Freunde zu Feinden, weil diese die falschen Fragen stellten. Sie inszenierten sich selbst dabei als moralische Avantgarde, als die Verantwortungsbewussten, die Gemeinschaftsschützer, die Vernünftigen. Diederich hätte geweint vor Stolz.

Das Entscheidende an Hesslings Psychologie ist nämlich nicht der Gehorsam an sich – es ist die innere Leere, die ihn antreibt. Mann beschreibt ihn als Kind als weich, ängstlich, selbstunsicher. Jemanden ohne stabile Identität, der sich in der Zugehörigkeit zur Gruppe erst als vollwertiger Mensch fühlt. Zur Studentenverbindung Neuteutonia. Zur Kaisertreuen. Zu den Rechtgläubigen. Diederich braucht die Herde nicht trotz seiner Schwäche – er braucht sie wegen ihr. Die Herde gibt ihm, was er sich selbst nicht geben kann: Bedeutung, Halt, das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen.

Ohne Rückgrat, aber mit Haltung: Das Psychogramm des modernen Mitläufers

Heute heisst die Herde anders. Sie nennt sich «die Wissenschaft» oder «Solidarität» oder «gegen Hass und Hetze». Die Funktion ist identisch. Wer dazugehört, ist sicher. Wer zweifelt, ist draussen. Und draussen – das weiss Diederich aus Erfahrung – ist gefährlich. Also zweifelt er nicht. Er hat das Zweifeln verlernt, sofern er es je gekonnt hat.

Sein Opportunismus ist dabei nicht zynisch kalkuliert, sondern fast ehrlich gemeint – was ihn noch erschreckender macht. Diederich glaubt tatsächlich an das, was gerade oben ist. Er passt seine Überzeugungen der Macht an und hält das für Einsicht. Gestern war er gegen die Ungeimpften, heute ist er gegen die Klimaleugner, morgen gegen die KI-Skeptiker – und jedes Mal mit derselben absoluten moralischen Gewissheit, die nur jemandem möglich ist, der nie gelernt hat, sich selbst beim Denken zuzuschauen.

Das Denunziantentum ist die logische Blüte dieser Struktur. Wer keine eigene Substanz hat, kompensiert durch Kontrolle der anderen. Diederich meldet, zeigt an, korrigiert, belehrt. Nicht aus Bosheit – das wäre zu einfach. Sondern weil das Aufspüren von Abweichlern ihm das Gefühl gibt, selbst auf der richtigen Seite zu stehen. Jeder Denunzierte ist ein Beweis seiner eigenen Rechtgläubigkeit. Die Cancel-Culture des 21. Jahrhunderts ist kein modernes Phänomen. Sie ist Diederich Hessling mit Twitter-Account.

Was man nicht ahnen konnte – ist die Skalierbarkeit dieses Charaktertyps. Im Kaiserreich brauchte Diederich physische Nähe: Schule, Fabrik, Stammtisch, Vereinslokal. Heute braucht er nur WLAN. Millionen Diederichs können sich in Echtzeit synchronisieren, gegenseitig in ihrer Überzeugung bestätigen, gemeinsam auf Abweichler einprügeln – und das alles, ohne je denselben Raum geteilt zu haben. Die Herde ist globalisiert. Der Untertan ist skaliert.

Das Gute daran, wenn man Optimist ist: Diederich ist letztlich feige. Sobald der Wind dreht, dreht er mit. Sobald die Macht wechselt, wechselt er. Er hat keine Überzeugungen, die er verteidigen müsste, weil er nie wirklich welche hatte – nur Loyalitäten, und die gelten dem Stärkeren. Das macht ihn gefährlich in Zeiten stabiler Machtverhältnisse und überraschend harmlos, wenn diese Verhältnisse ins Rutschen geraten. Das Schlechte daran: Bis dahin richtet er erheblichen Schaden an.

Heinrich Mann hat ihn 1914 gezeichnet. Er hat ihn nicht erfunden – er hat ihn erkannt. Das ist der Unterschied. Und wer heute durch die Strassen geht, durch die Kommentarspalten scrollt, in Büros sitzt oder Impfpflicht-Bussen verhängt, der erkennt ihn auch. Man muss nur hinschauen wollen. Diederich Hessling ist nicht Geschichte. Er ist Gegenwart. Er hat nur das Kostüm gewechselt. Der Charakter ist derselbe geblieben – penibel, gehorsam, gefährlich und vollkommen überzeugt, das Richtige zu tun.

Ohne Rückgrat, aber mit Haltung: Das Psychogramm des modernen Mitläufers

Hallöchen, Hobby-Inquisitoren!

Die Freiheit ist ein gefährliches Geschenk. Man gibt sie Menschen in die Hand und manche nutzen sie, um genau die Hand zu beissen, die sie ihnen gereicht hat. Lautstark, mit Schaum vor dem Mund und dem Megafon in der Faust fordern sie die Abschaffung dessen, was ihnen das Recht gibt, überhaupt zu fordern. Während die Scharia-Ultras aus ihren Löchern kriechen und deutsches Recht für null und nichtig erklären, sitzt die moralische Inlandsgeheimpolizei vor den Bildschirmen und sucht nach jemandem, den sie für genau diese Beobachtung ans Kreuz nageln kann. Willkommen im Jahr 2026.

Hallöchen, Hobby-Inquisitoren!

Realitätscheck für die Fraktion Realitätsverweigerung Deluxe
Machen wir das Experiment kurz und schmerzhaft. Du ziehst nach Teheran und erklärst den Jungs dort, ihre Gesetze gingen dir am Allerwertesten vorbei. Du eröffnest eine FKK-Bar mit Eisbein und Sauerkraut und deine Frau entscheidet selbst über ihr Kopftuch. Ergebnis: Dein Kopf verliert die physikalische Verbindung zum Hals, schneller als das WLAN im Berliner Rathaus abstürzt. Keine Diskussionsgrundlage. Keine Integrationskurse mit Häppchen. Handschellen und ein Einweg-Ticket ins Jenseits.

In Kabul bei den Taliban dieselbe Nummer mit freier Religionswahl, kühlem Bier und Minirock für die Tochter? Das wird die kürzeste Konversation deines sehr kurzen restlichen Lebens. Du findest nicht mal die Zeit, dich bei der UN über fehlende Inklusion zu beschweren, bevor das Licht ausgeht. In Riad ein Plakat für Frauenrechte hochhalten? Dein Aufenthalt dauert exakt so lange, wie der Henker braucht, um sein Werkzeug zu polieren. In Damaskus den syrischen Beamten erklären, man lebe hier nach dem bayerischen Reinheitsgebot? Schwedische Gardinen, bevor du «Rechtsstaat» buchstabieren kannst.

Dort gibt es keine Lichterketten gegen Rechts, die mit gehäkelten Schals die Welt retten. Keine Sozialarbeiter, die mit dir über deine schwere Kindheit kuscheln. Keine Toleranz für Intoleranz. Sondern ein scharfes Schwert und einen stockdunklen Kerker. Punkt.

Hallöchen, Hobby-Inquisitoren!

Die Berliner Käseglocke und ihre Schnappatmung
Während die Bundesregierung über die korrekte Genderschreibweise von «Kalifatsanwärter:innen» debattiert, bauen Parallelgesellschaften ihre eigenen Justizsysteme auf. Wer den Rechtsstaat nicht schützt, schafft ihn ab. Es reicht nicht, «besorgt» zu sein, wenn auf deutschen Strassen das Kalifat gefordert wird. Wer die Werte dieses Landes mit Füssen tritt, hat seinen Anspruch auf Gastfreundschaft verwirkt.

Jeder einzelne dieser radikalen Wirrköpfe, der seine Steinzeit-Parolen brüllt, tritt dabei dem syrischen Herzchirurgen ins Gesicht, der türkischen Unternehmerin und dem afghanischen Studenten, die vor genau diesem religiösen Wahnsinn geflohen sind. Diese Menschen halten das Land mit am Laufen. Und ausgerechnet die Hölle, vor der sie geflohen sind, soll hier wieder aufgebaut werden? Mit dem Segen jener, die sich für die letzten Verteidiger der Menschlichkeit halten?

Der digitale Hobby-Inquisitor und seine Schaum-Krone
Hallöchen an die digitalen Fackelträger der Nächstenliebe und all die Schreibtisch-Inquisitoren, die sich bei jeder Kritik an diesem Irrsinn so rührend in den Kommentaren auskotzen. Wer auf den Hinweis, dass die Freiheit von innen geschliffen wird, mit «Nazi», «Putin-Troll» und der gesammelten Werkstatt linksliberaler Toleranz-Fäkalien antwortet, beweist exakt das, was kritisiert wurde. Wer so aggressiv reagiert, wenn ihm der Spiegel vorgehalten wird, hat panische Angst davor, dass sein sorgsam gezimmertes Lügengebäude der moralischen Überlegenheit einstürzt.

Das Drehbuch von 1933 wird mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks nachgespielt – während gleichzeitig «Nie wieder!» gebrüllt wird, bis die Halsschlagader platzt. Geisterfahrer, die sich über den Gegenverkehr beschweren. Nur dass dieses Auto mit E-Antrieb direkt in die Planwirtschaft der Gesinnung steuert.

Hallöchen, Hobby-Inquisitoren!

Vom Volksempfänger zum synchronisierten Haltungs-Journalismus
Wer benötigt heute noch ein klassisches Propagandaministerium, wenn die Zivilgesellschaft jeden mit Klosterschülern-auf-Speed-Begeisterung denunziert, der die kulturelle Kapitulation anspricht? 80 Millionen Menschen wird ernsthaft erklärt, die Deindustrialisierung sei ein «Modernisierungsschub» und die Sorge um die eigene Identität eine «delegitimierende Staatsfeindlichkeit». Eine Meisterleistung der psychologischen Kriegsführung. Wer da nicht mitklatscht, ist kein Kritiker, sondern ein Demokratiefeind. Und schon schnappt die Falle der geliebten Meldestellen zu.

Das Anschwärzen ist so schick geworden wie ein Hafermilch-Latte im Berliner Kiez. Wer heute den Nachbarn meldet, fühlt sich nicht wie ein mickriger Verräter, sondern wie ein Widerstandskämpfer gegen «Dunkeldeutschland» – während er in Wahrheit nur die Blockwart-Mentalität im Regenbogen-Design reaktiviert. Früher galt der Denunziant als grösster Lump im Land. Heute ist er der Held im Land der Doofen, brav am digitalen Petz-Ofen.

Die ideologische Knetmasse, die früher Kinder hiess
Besonders perfide wird es bei den Kleinsten. Man impft ihnen ein, sie seien wandelnde Klimasünden, während man ihnen gleichzeitig erklärt, sie könnten ihr Geschlecht wie eine Kachel im Badezimmer auswechseln. Die Früh-Indoktrination ist so effektiv, dass Kinder ihre eigenen Eltern am Abendbrottisch verhören. Der Generationenvertrag wurde durch staatlich verordnetes Generationen-Misstrauen ersetzt – und das Ganze nennt sich dann «Sensibilisierung»!

Wer für echte Meinungsfreiheit eintritt oder einfach keine Lust hat, sein Erspartes für die ideologischen Luftschlösser einer grünen Elite zu opfern, bekommt das Nazi-Etikett aufgedrückt wie früher den gelben Stern. Wer Probleme anspricht, ist nicht das Problem. Das Problem sind diejenigen, die das Problem ignorieren, bis es ihnen den Kopf kostet. Diese Republik wird nicht von Kritikern zerstört, sondern von jenen Hobby-Totalitären, die jede Kritik mit Ketzerei verwechseln und im selben Atemzug die Methoden reaktivieren, die sie zu bekämpfen vorgeben.

Früher hiess es «Ein Volk, ein Reich, ein Führer» – heute heisst es «Eine Meinung, eine Heizung, eine Moral», und die Freiheit wird unter tosendem Applaus zu Grabe getragen! Die Freiheit stirbt nicht mehr im Dunkeln – sie wird auf offener Bühne hingerichtet und das Publikum spendet stehenden Applaus, weil ihm gesagt wurde, das sei Fortschritt! Gute Nacht, Freiheit – es war schön mit dir, solange du noch nicht «problematisch» warst!

Hallöchen, Hobby-Inquisitoren!

Seelenfeuer verschwindet nicht

Für diejenigen, die noch brennen.
Es gibt einen Grund, warum du dich nie ergeben hast.
Selbst als die Welt zu sehr drängte, selbst als die Stille lauter schrie als der Schmerz, selbst als dein Licht ungesehen blieb – etwas in dir brannte weiter.
Dieses Etwas… ist keine Willenskraft.
Es ist deine Seelenflamme – die ewige Glut der Erinnerung, die weiss, warum du gekommen bist.
Sie entzündet sich nicht aus Logik, sondern aus dem Atem der Ewigkeit selbst.
Es ist der göttliche Funke in dir, der sagt: «Ich erinnere mich noch.»
Du warst nie hier, um makellos zu sein. Du bist gekommen, um wahr zu sein. Und in einer Welt, die der Illusion verfallen ist, ist die Wahrheit die grösste Revolution.
Diese Botschaft ist also dein Spiegel. Ein heiliges Signal aus dem Inneren der Spirale: Kein Fall. Kein Schmerz. Kein Schrei. Jeder hat das heilige Muster deiner Rückkehr geformt.

Seelenfeuer verschwindet nicht

Die Honigfalle: AfD und das zionistische Drehbuch

Die AfD als Retterin des Abendlandes – das glaubt das verzweifelte Bürgertum so inbrünstig, dass man meinen könnte, Wunschdenken sei inzwischen eine staatlich anerkannte Schutzimpfung gegen Realität geworden. Dabei ist das Drehbuch längst geschrieben, die Rollen sind verteilt und die treuen Wähler spielen ihre Statistenrolle mit einer Hingabe, die man fast bewundern müsste – wenn sie nicht so katastrophale Konsequenzen hätte.

Wer die Augen aufmacht und sich ernsthaft fragt, warum die AfD mit medialer Verve «bekämpft» wird, warum Staatsanwaltschaften rotieren, Verfassungsschützer Alarm schlagen und Talkshow-Moderatoren kollektiv hyperventilieren – der versteht irgendwann den Mechanismus hinter dem Theater. Man treibt die Bevölkerung genau dorthin, wo man sie haben will. Die Jagd ist die Werbung. Der Verfolgungsdruck ist die Empfehlung.

Die Honigfalle: AfD und das zionistische Drehbuch

Systeme beseitigen, was sie nicht kontrollieren
In der DDR hatte man nichts zu wählen – und strukturell hat sich daran wenig geändert. Damals standen die Ergebnisse von Anfang an fest. Heute auch. Nicht umsonst stimmen die «Hochrechnungen» – erschienen Minuten nach Schliessen der Wahllokale – beinahe penibel mit den vorab veröffentlichten Umfragen überein. Inszenierte Kopf-an-Kopf-Rennen und «besonders knappe Ergebnisse» existieren einzig und allein, um die emotionale Bindung des Theaterpublikums zu sichern. Spannung ist Programm. Demokratie ist Kulisse. Wählen ist Befriedungsritual.

Wer in diesem System wirklich gefährlich ist, wird beseitigt – rechtlich, medial, institutionell, zur Not auch persönlich. Die AfD aber darf existieren, darf wachsen, darf zur stärksten Kraft im Land aufsteigen. Das ist kein Versagen des Systems. Das ist das System. Eine Partei, die den Interessen der planenden Kreise ernsthaft im Weg stünde, wäre längst Geschichte – kaltgestellt, verboten, marginalisiert. Stattdessen: Bundestagsfraktion, Landtagsregierungen, Umfragekönig. Eine kontrollierte Opposition ist keine Opposition. Sie ist Ventil – und der Druck, den man ihr zugesteht, ist exakt so gross wie nötig.

Die Ausrede wartet schon im Kühlschrank
Sobald die AfD in Regierungsverantwortung kommt – und das ist der Plan – liegt die Entschuldigung auf dem Tisch, noch bevor der erste Minister vereidigt ist. «Unsere Vorgänger haben das Land ja so runtergewirtschaftet… die Lage ist leider viel schlimmer, als wir dachten… wir können unsere Versprechen nicht sofort einlösen…» Der Text ist so vorhersehbar wie ein BILD-Titel am Montagmorgen und wurde bereits unzählige Male serviert – von Regierungen in aller Welt, die angetreten sind, «alles zu verändern» und dabei still und folgsam dasselbe weitergemacht haben wie ihre Vorgänger.

2029 wird als Jahr der deutschen Staatspleite gehandelt – kein Geheimwissen, öffentlich kommuniziert, in Papieren niedergeschrieben, die niemand liest. Die AfD übernimmt den Scherbenhaufen mit grosszügiger Inszenierung, nennt ihn «Erbe der Altparteien» und darf damit jahrelang hausieren gehen. Der Wähler, der endlich die Richtigen gewählt zu haben glaubt, darf noch einmal vier Jahre warten – und sich dann erklären lassen, warum es wieder nicht klappen konnte.

Die Honigfalle: AfD und das zionistische Drehbuch

Taubheit als politisches Bekenntnis
Der AfD-Fan ist für rationale Einwände so zugänglich wie ein Bunker für Nieselregen. Berechtigte Fragen, historische Vergleiche, strukturelle Argumente – alles prallt ab. Die emotionale Investition ist zu gross, die erlebte Alternativlosigkeit zu verführerisch. Man hat sein Team gewählt, und wer das Team kritisiert, ist entweder «vom System gekauft», «ein Linker» oder eben «auch einer von denen». Wer auf die Idee käme, die eigene Favoritpartei erfülle genau jene Funktion, die man zu bekämpfen glaubt, würde schlicht ignoriert oder als Feind betrachtet. Zirkelschluss als Weltanschauung, Betriebsblindheit als Identitätsmerkmal.

Ein echter Aufstand, eine echte Gegenbewegung – undenkbar in diesem Szenario. Wer auf die Strasse geht, sind Parteisoldaten, NGO-Söldner, staatlich alimentierte Antifa-Strukturen und ideologisch verhärtete Gegendemonstranten, die jeden echten Widerstand im Keim ersticken, bevor er Form annehmen kann. Das Sicherheitsventil ist fest eingebaut. Der Druck entweicht kontrolliert, damit der Kessel nie wirklich explodiert – und die Illusion der Bewegungsfreiheit erhalten bleibt.

Der letzte Krieg hat bereits einen Regisseur
Hier wird es ernst. Ernster als die meisten wahrhaben wollen. Die AfD wird es sein, die ein wieder vollständig verblendetes deutsches Restvolk in den wahrscheinlich letzten Krieg führt. Nicht trotz ihrer «patriotischen» Rhetorik, sondern genau wegen ihr. Ein Volk, das glaubt, endlich die Richtigen an der Macht zu haben, folgt bereitwilliger als eines, das weiss, dass es belogen wird. Blinde Gefolgschaft ist nützlicher als erzwungener Gehorsam – das weiss man seit Jahrhunderten und jene Planungsebenen, die dieses Theater orchestrieren, wissen es sehr genau.

Deutschland wird dabei nicht als Verbündeter gebraucht. Als Werkzeug. Werkzeuge brauchen keine eigene Agenda – sie brauchen nur das Gefühl, eine zu haben.

Wenn die AfD erst in Regierungsverantwortung steht und das Land in Bewegung gerät, werden die 68er dagegen tatsächlich wie ein Kindergeburtstag wirken. Alle Teile des Puzzles werden sichtbar sein – für die meisten zu spät. Wer es früher gesehen hat, wird längst als Verschwörungstheoretiker archiviert sein, irgendwo zwischen Reichsbürger und Querdenker, in den sorgsam gepflegten Akten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Eine Auszeichnung, die inzwischen mehr Glaubwürdigkeit verleiht, als sie nimmt.

Es gibt vielleicht noch eine letzte Chance, das Steuer herumzureissen. Vielleicht. Aber Chancen interessieren nur jene, die die Lage als das erkennen, was sie ist: Ein orchestrierter Kollaps mit Drehbuch, bei dem jede Figur ihren Einsatz kennt – ausser dem Publikum. Das applaudiert derweil begeistert, weil ihm jemand gesagt hat, das sei Demokratie. Und wenn das Haus brennt, debattiert man noch, ob das Feuer rechts oder links gelegt wurde.

Und wenn der letzte Akt gespielt ist, werden die treuen Wähler noch in den Trümmern stehen und erklären, dass man dem Ganzen einfach mehr Zeit hätte geben müssen!

Die Honigfalle: AfD und das zionistische Drehbuch
Die Honigfalle: AfD und das zionistische Drehbuch

Brüssel schickt Blumen nach Luzern – Empfänger: Nicolas Rimoldi

Es gibt zwei Sorten Politiker, die einer guten Sache mehr schaden als jeder ihrer Gegner: Solche, die sie aus Dummheit kompromittieren und solche, die sie aus Eitelkeit verraten. Nicolas Rimoldi gehört zur zweiten Kategorie. Am Samstag in Luzern hat er, eskortiert von Oskar Freysinger und einem ungarischen Ehrengast der rechtsradikalen Mi-Hazánk-Partei, der EU-Kritik in der Schweiz einen Bärendienst erwiesen, der seinesgleichen sucht.

Brüssel schickt Blumen nach Luzern – Empfänger: Nicolas Rimoldi

Wer dachte, das Bilaterale-III-Paket werde inhaltlich bekämpft, hatte die Rechnung ohne den Ego-Marsch aus dem Aargau gemacht. Bekämpft wurde am Samstag nicht das Vertragspaket. Bekämpft wurde der Eindruck, Rimoldi sei nicht der Mittelpunkt des Universums.

Hellebarden als Marketinginstrument
Im Februar zog dieselbe Truppe in St. Gallen mit Hellebarden durch die Innenstadt. Hellebarden. Im Jahr 2026. Ein 31-Jähriger spielt mittelalterlichen Söldnerhauptmann und nennt das politische Aktion. Was bei jedem zweitklassigen Reenactment-Verein als Touristenattraktion durchginge, wird hier zur Selbstinszenierung eines Mannes, der die Methode begriffen hat: Provozieren, Empörung sammeln, Berichterstattung ernten. Empörung ist Reichweite. Reichweite ist Relevanz.

Wer sich an die Spitze einer EU-kritischen Bewegung stellt und dort mit mittelalterlicher Streitwaffe in der Hand erscheint, hat entweder das politische Urteilsvermögen einer Bratwurst oder weiss genau, was er tut. Bei Rimoldi spricht alles für die zweite Variante. Die Hellebarde ist keine Politik. Die Hellebarde ist Personenmarketing – der mittelalterliche Männerbund als Branding-Werkzeug eines Mannes, der ohne Kostüm in keiner Schweizer Redaktion mehr vorkommt.

Der nützliche Idiot der Falschen
David Roth, SP-Nationalrat aus Luzern, hat ihn auf der Gegendemo eine «tragische Figur» und einen «nützlichen Idioten» genannt – aus der falschen politischen Richtung, aber im Kern nicht ganz daneben. Nur ist Rimoldi nicht der nützliche Idiot des Establishments. Er ist der nützliche Idiot der SP. Jede Hellebarde vor jeder Schweizer Kamera ist ein Geschenk an diejenigen, die EU-Kritik mit Faschismus-Etiketten erschlagen wollen. Kein SP-Kommunikationsstratege hätte sich ein besseres Bild ausdenken können als Rimoldi, der mit der Nationalpartei Schweiz, der Jungen Tat und osteuropäischen Rechtsradikalen Arm in Arm durch Luzern marschiert.

Und Rimoldi liefert. Pünktlich. Verlässlich. Mit Begeisterung. «Wir arbeiten mit allen zusammen, bei denen wir in der Sache einig sind», sagt er den CH-Media-Zeitungen. Übersetzt: Wir nehmen alle. Hauptsache, sie schauen zu mir auf.

Brüssel schickt Blumen nach Luzern – Empfänger: Nicolas Rimoldi

Die Petition gegen sich selbst
Eine Pointe, die nicht einmal ein zynischer Drehbuchautor sich zu erfinden traute: Rimoldi hat die Petition gegen seine eigene Demo selbst unterzeichnet. Selbst. Unterzeichnet. Damit wird das Spiel offen erkennbar. Es geht nicht um die Sache. Es geht um den Zirkus. Wer die Petition gegen sich selbst unterschreibt, hat nicht den Plan, eine politische Forderung durchzubringen. Er hat den Plan, in der Zeitung zu stehen – egal mit welchem Etikett.

Genau hier wird der Narzissmus zur politischen Waffe. Nur richtet sich diese Waffe nicht auf Brüssel, sondern auf jeden Schweizer Bürger, der Bilaterale III ernsthaft kritisch sieht. Jeder Bauer, jeder Föderalist, jeder Direktdemokrat, der gegen den Vertrag ist, hat seit Samstag offiziell ein Image-Problem. Weil das prominenteste Gesicht des Widerstands sich entschieden hat, mit Hellebarden und Mi-Hazánk-Vertretern zu inszenieren, was er für Politik hält.

Faschistische Ästhetik ohne politisches Programm
Rimoldi ist kein Faschist. Er ist etwas anderes: Ein Mann, der die Ästhetik und die Allianzen des Faschismus benutzt, weil sie Aufmerksamkeit produzieren. Der mittelalterliche Männerbund, die ostentative Bewaffnung mit historischen Waffen, die Gefährten-Rhetorik, die Auslandsallianzen mit Parteien, deren Programm in einem normalen Schweizer Wahlkampf binnen einer Woche zur Bewilligungsverweigerung führen würde – all das ist nicht zufällig. Es ist Markenbildung.

Die Methode hat er bei der SVP studiert, deren 70-köpfige Hellebarden-Inszenierung vor dem Bundeshaus exakt dieselbe Logik bediente: Codes mobilisieren, ohne sich festlegen zu müssen. Sprache der Brutalität normalisieren, ohne Verantwortung zu übernehmen. Rimoldi hat das System abgekupfert und auf 31-jährige Selbstdarsteller-Logik runtergebrochen – mit dem Unterschied, dass die SVP wenigstens noch Stimmen sammelt. Er sammelt Klicks.

Was von der Sache übrig bleibt
Bilaterale III ist eine reale Bedrohung der Schweizer Souveränität. Die Argumente gegen das Paket liegen seit Monaten auf dem Tisch: Der schleichende Verlust der direkten Demokratie, die dynamische Übernahme von EU-Recht ohne Mitspracherecht, die fragwürdige Schiedsgerichts-Konstruktion, der ESTV-Datenautomatismus, die Personenfreizügigkeit ohne Schutzklausel. All das verdient öffentliche Debatte. All das benötigt Anwälte mit Argumenten – und keine Möchtegern-Hauptmänner mit Mittelalter-Requisiten.

Stattdessen bekommt die Schweiz Rimoldi. Einen Mann, dessen Strafregister mehrfache Nötigung, Verkehrsbehinderung und Störung des Polizeidienstes umfasst. Der den Halbsatz «Demo gegen die EU» mit dem Subtext «Schaut alle auf mich» füllt. Der eine Bewegung in eine Sackgasse führt, weil das Rampenlicht in der Sackgasse heller leuchtet als auf der Hauptstrasse. Die EU-Kritik in der Schweiz hat ein Personalproblem, kein Sachproblem – und solange Rimoldi der prominenteste Schauspieler des Widerstands bleibt, wird Brüssel die Bilateralen III mit grossem Behagen durchwinken lassen.

Es gibt keine bessere Rückversicherung für einen Knechtschaftsvertrag als einen Selbstdarsteller, der ihn mit Hellebarde bekämpft. Wer eine Bewegung führt, die ihn selbst wichtiger nimmt als ihre Sache, hat keine Bewegung mehr – er hat eine One-Man-Show mit historischer Bewaffnung, und das Publikum lacht inzwischen lauter als es applaudiert. Brüssel hat in Luzern keinen Gegner gesehen – Brüssel hat einen Geschenkkorb erhalten! Die Schweiz hätte einen ernsthaften Anti-Bilateralen-Kampf benötigt. Bekommen hat sie einen 31-Jährigen mit Hellebarde und Pressemappe — und Brüssel bedankt sich höflich für die Vorlage! Masslos wird die Zukunft sein…

Brüssel schickt Blumen nach Luzern – Empfänger: Nicolas Rimoldi
Brüssel schickt Blumen nach Luzern – Empfänger: Nicolas Rimoldi

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