Frankreich eröffnet die Fussball-Weltmeisterschaft mit einer Premiere, auf die kein Sportverband gekommen wäre: Während die Spiele ab dem 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko angepfiffen werden, pfeift Clermont-Ferrand seine eigenen Kinder von der Strasse. Wer unter 16 ist und ohne Erwachsenen unterwegs, hat im Stadtzentrum zwischen 23 und 7 Uhr nichts mehr verloren – während der gesamten Turnierdauer bis zum 19. Juli. Die grösste Sorge der Behörden gilt nicht dem Terror, nicht Hooligans aus dem Ausland, sondern den eigenen Zwölf- bis Fünfzehnjährigen. Ein Land, das vor seinen Kindern kapituliert, nennt das dann «Schutzmassnahme».
Verkündet wurde das Ganze am 8. Juni in trauter Zweisamkeit von Bürgermeister Julien Bony und der Präfektin des Départements Puy-de-Dôme, Anne Frackowiak-Jacobs – drei Tage vor dem Eröffnungsspiel, wie es sich für Panik-Verwaltung gehört. Wer gegen die Sperrstunde verstösst, zahlt 150 Euro. Genauer: Die Eltern zahlen, denn Bony verkauft die Ausgangssperre laut Europe 1 als «Schutz der Minderjährigen» und als Erinnerung an die elterliche Pflicht. Man sperrt also Kinder weg, um sie vor sich selbst zu schützen. Mit derselben Logik liesse sich jede Massnahme der Weltgeschichte als Fürsorge etikettieren.
Eine Stadt verriegelt die Festtage
Die Sperrstunde ist dabei nur das Kronjuwel eines ganzen Verbotskatalogs. Fanzonen wird es laut franceinfo keine geben, entsprechende Anträge der Bars werden abgelehnt – ausdrücklich auch dann, wenn Frankreich das Finale erreicht. Übertragungen dürfen nur im Innern der Lokale laufen, die Bildschirme nach innen gedreht, damit ja kein Passant auf der Place de Jaude in Versuchung gerät, kollektiv zu jubeln. Dazu kommen eine Anti-Versammlungs-Verfügung von 14 Uhr bis 5 Uhr morgens, ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum sowie präfektorale Erlasse gegen Feuerwerksmörser und Lachgas. Eine Grossstadt mit Agglomeration von fast einer halben Million Menschen organisiert die grösste Sportveranstaltung des Planeten wie den Hofgang einer Strafanstalt. Public Viewing? Nur hinter Glas. Feiern? Nur sitzend, nüchtern und drinnen. Kinder? Ab 23 Uhr im Zimmer, sonst Kasse.
Der Anlass: Ein Land, das sich vor seinen eigenen Siegen fürchtet
Auslöser der Verbotsorgie sind die Verwüstungen nach dem zweiten Champions-League-Titel von Paris Saint-Germain am 30. Mai: Geplünderte Läden, Wurfgeschosse gegen Polizisten, brennendes Mobiliar – nicht als Pariser Spezialität, sondern landesweit, mit laut Innenministerium knapp 800 Festnahmen in einer einzigen Nacht. Eine Woche später, in der Nacht auf den 6. Juni, wiederholte sich das Spektakel in Clermont-Ferrands Einkaufsstrassen gleich nochmals – unter den Festgenommenen ein 13-Jähriger. Das ist die Bilanz eines Landes, das nicht einmal mehr den eigenen Triumph feiern kann, ohne dass die Innenstädte brennen. Nur: Wer aus dieser Bilanz den Schluss zieht, sämtliche Unter-16-Jährigen einer Stadt unter nächtlichen Hausarrest zu stellen, bekämpft kein Problem. Er bekämpft eine Altersgruppe.
Kollektivhaft als Verwaltungsakt
Denn genau das geschieht hier: Eine ganze Generation wird in Sippenhaft genommen, weil die Behörden ausserstande sind, die tatsächlichen Randalierer zu benennen, zu fassen und zur Verantwortung zu ziehen. Der Teenager, der nach dem Training nach Hause radelt, die Fünfzehnjährige auf dem Heimweg vom Babysitten – alle pauschal zum Sicherheitsrisiko erklärt, alle unter Generalverdacht. Die Ursachen der wiederkehrenden Gewaltexzesse – gescheiterte Integration, verwahrloste Viertel, Eltern ohne Autorität und ein Staat ohne Durchsetzungswillen – fasst niemand an, denn das wäre unbequem, teuer und politisch heikel. Eine Sperrstunde dagegen kostet ein Stück Papier und liefert der Lokalpolitik das wohlige Gefühl, durchgegriffen zu haben. Härte gegen die Schwächsten ist die billigste Härte, die der Staat im Angebot hat.
Das Drehbuch kennen wir schon
Wem das Muster bekannt vorkommt, der hat die Jahre 2020 bis 2022 nicht vergessen: Ausgangssperren, Versammlungsverbote, pauschale Verdächtigung ganzer Bevölkerungsgruppen – alles im Namen der Sicherheit, alles «zum Schutz», alles selbstverständlich befristet. Damals war das Virus der Anlass, heute ist es ein Fussballturnier, morgen findet sich etwas Neues. Die Werkzeugkiste bleibt dieselbe und sie wird mit jedem Einsatz selbstverständlicher. Was in der Pandemie als beispielloser Ausnahmezustand verkauft wurde, ist sechs Jahre später Routineverwaltung einer mittelgrossen Provinzstadt – ohne Epidemie, ohne Notstand, einfach so, per Erlass, drei Tage vor dem Anpfiff. Der Ausnahmezustand benötigt keinen Notstand mehr, er braucht nur noch einen Anlass.
Bilanz: Anpfiff für den Hausarrest
Europa hat einmal die Aufklärung erfunden, die Bürgerrechte, die Idee, dass Strafe der Tat folgt und nicht dem Geburtsjahrgang – und verriegelt sich nun Stadt für Stadt selbst, aus blanker Angst vor der eigenen Jugend. Clermont-Ferrand ist dabei kein Ausreisser, sondern ein Testlauf, denn was dort funktioniert, wird kopiert werden, beim nächsten Turnier, beim nächsten Anlass, in der nächsten Stadt. Ein Kontinent, der seine Kinder einsperrt, weil er seine Probleme nicht lösen will, hat beide schon aufgegeben. Die Freiheit stirbt dieses Mal nicht im Dunkeln. Sie stirbt bei Flutlicht, zur besten Sendezeit, zwischen Anpfiff und Abpfiff! Frankreich sperrt seine Kinder ein und nennt dies «Schutz»! Und wer glaubt, die Sperrstunde ende mit dem Finale am 19. Juli, der glaubt auch, die Corona-Massnahmen seien restlos zurückgenommen worden – Präzedenzfälle kennen keinen Schlusspfiff!
Es gibt Tage, an denen die Seele ruft – leise, kaum hörbar – und doch so tief, dass ihr Echo durch alle Ebenen des Seins vibriert. Der Tag der seelischen Gesundheit ist solch ein Ruf: Ein stilles Erinnern daran, dass selbst jene, die im Licht tanzen, oft im Schatten heilen. Dass jene, die das Lachen anderer entfachen, die Tränen ihrer eigenen Stürme in sich tragen wie geheime Flüsse unter der Erde.
Diese Menschen sind Alchemisten des Geistes. Sie verwandeln Schmerz in Mitgefühl, Chaos in Klarheit, Dunkelheit in Wärme. Ihre Seelen sind wie Tempel – von aussen still, doch innen hallt das uralte Gebet der Balance wider. Sie halten Raum für andere, während ihre eigene Welt bebt. Sie atmen Licht aus, selbst wenn ihre Lungen mit Nebel gefüllt sind. Und das ist keine Schwäche, sondern gelebte Magie – die Kunst, im Zerbrechen das Schöne zu bewahren.
Denn wahre Stärke ist nicht der Schild, sondern das offene Herz. Sie antworten «Mir geht es gut», obwohl das Echo ihrer Wahrheit anders klingt. Sie tragen Masken aus Freundlichkeit, nicht aus Täuschung, sondern aus Liebe. Ihre Mühe ist ein stilles Ritual – das Opfer des Selbst, um andere zu nähren.
Doch auch Götter ruhen, und Sterne verlöschen, nur um neu zu erstrahlen. Selbst das heiligste Herz braucht einen Altar der Ruhe. Ein Ort, an dem das ewige Geben endet und das einfache Sein beginnt.
Wenn du dich in diesen Worten wiederfindest, wisse: Du bist nicht schwach, weil du müde bist. Du bist ein Wesen zwischen Welten – Lichtträger und Schattenheiler zugleich. Du darfst anhalten, weinen, atmen, still werden. Denn selbst die Sonne verschwindet, um der Nacht ihre Sterne zu schenken.
Vergiss nie: Dein Schmerz ist kein Makel, sondern eine Initiation. Deine Tränen sind Tinte auf der Schriftrolle deiner Seele. Und du bist – auch im Dunkel – immer noch ein Licht, das andere findet, wenn sie sich verloren glauben.
Es gibt diese seltenen Momente, in denen ein Sender seine eigene Glaubwürdigkeit so präzise demontiert, dass man fast applaudieren möchte. Der Fall um den entlassenen Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer liefert genau einen solchen Moment, frei Haus serviert vom Gebührenapparat, der sich tagein, tagaus als letzte Bastion des seriösen Journalismus inszeniert. Und er ist, wie sich zeigt, bloss die Spitze eines weit grösseren Eisbergs aus Schweigen, Vertuschung und verordneter Erinnerungslosigkeit.
Worum geht es? Ein Mittagstisch im Rahmen eines Porträtdrehs. Am Tisch sitzen der Coach, ein SRF-Mann namens Schmitz und der Medienchef des Verbands. Es wird geplaudert, wie das so ist, wenn Profis unter sich sind und niemand das Mikrofon für scharf hält. Der Trainer erzählt von einem manipulierten Covid-Zertifikat, in der felsenfesten Annahme, dass dies unter Kollegen bleibt. Off the record, wie man so schön sagt. Eine uralte Branchenvereinbarung, die zum kleinen Einmaleins jedes Volontärs gehört.
Dumm nur, dass aus dieser vertraulichen Tischrunde plötzlich eine öffentliche Geschichte wurde. Der Trainer flog raus, das Land hatte seinen Skandal und SRF hatte seine Klicks. Ende gut, alles gut, möchte man meinen. Wäre da nicht eine kleine, lästige E-Mail.
Wenn das Beweisstück selbst zu sprechen beginnt
Im jüngsten Kapitel dieser Posse hat sich der gefallene Coach erstmals ausführlich zu Wort gemeldet, in einem langen Gespräch mit einem freien Journalisten. Und dort wird besagte Mail vorgetragen, jene Mail, in der der SRF-Reporter schwarz auf weiss zu Protokoll gibt, ihm sei die Tragweite einer Off-the-record-Abmachung sehr wohl bewusst und er nehme sie ernst. Man muss sich diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen wie einen verdorbenen Tropfen: Der Mann bestätigt schriftlich, was er und sein Sender anschliessend monatelang abstreiten. «Ich fress einen Besen», würde der gemeine Schweizer hier sagen, und er hätte vermutlich besser gegessen als beim erwähnten Mittagessen.
Doch wer glaubt, ein derart handfestes Dokument bringe das Leutschenbacher Kartenhaus zum Einsturz, unterschätzt die rhetorische Geschmeidigkeit dieses Hauses. SRF windet sich mit der eleganten Verrenkung eines Schlangenmenschen aus der Affäre. Eine vorgängige, ausdrückliche, gegenseitige Vereinbarung habe es nie gegeben, lässt man verlauten. Die Mail? Ach, bloss eine höfliche Wiedergabe einer Forderung, die der Verband erst hinterher angemeldet habe. Man habe lediglich den Wortlaut des Verbands referiert, nicht etwa selbst eine Zusage gemacht.
Die Kunst, einen Bruch in eine Tugend umzudeuten
Das ist nicht Journalismus, das ist juristische Akrobatik für Fortgeschrittene. Wir reden hier über einen Sender, der bei jeder Gelegenheit das hohe Lied von Ethik, Transparenz und seinem heiligen Service-public-Auftrag anstimmt. Derselbe Sender behauptet nun allen Ernstes, dass eine vertrauliche Aussage bei einem beruflichen Mittagessen, im Beisein von Kameramann und Verbandssprecher, genau deshalb verwertbar sei, weil sie in einer beruflichen Situation gefallen ist. Mit anderen Worten: Wer mit einem SRF-Menschen einen Kaffee trinkt, sollte sicherheitshalber ein Anwaltsteam und einen Notar danebenstellen, der das Schweigeprotokoll in dreifacher Ausfertigung beglaubigt.
Besonders putzig ist die Schlusspointe der Verteidigung. Man habe die Aussagen ja weder als direktes Zitat veröffentlicht noch den Coach offiziell als Quelle benannt. Als ob das Kind je gefragt hätte, ob es als Quelle benannt wird, während es bereits aus dem Fenster geworfen wurde. Die Information war draussen, der Mann war seinen Job los, seine Familie wurde durch den medialen Fleischwolf gedreht. Aber Hauptsache, die Anführungszeichen sassen formal korrekt. So sieht sie also aus, die viel zitierte journalistische Sorgfalt.
Der eigentliche Brandsatz liegt unter dem Zertifikat
Halten wir kurz inne, denn die ganze empörte Treibjagd verdeckt geschickt die eigentliche Frage. Wofür genau wurde dieser Mann zur Strecke gebracht? Für ein gefälschtes Stück Papier, das ihm 2022 die Reise zu den Spielen nach Peking sicherte. Ein Dokument, das angeblich bescheinigte, was eine ganze Nation damals als heilige Wahrheit aufgetischt bekam: Der Geimpfte stecke niemanden mehr an. Nur war genau das schon damals nicht wahr und die Verantwortlichen wussten es. Der zuständige Bundesrat verkündete seinerzeit, mit dem Zertifikat lasse sich zeigen, dass man nicht ansteckend sei. Heute wissen wir aus den Beschaffungsverträgen, aus Kongressberichten und aus dem Mund der Pharmahersteller selbst, dass diese Behauptung ein Etikettenschwindel war. Der Trainer hat also ein Papier gefälscht, das eine Lüge bescheinigte, um an einer Veranstaltung teilzunehmen, deren Eintrittskarte auf einem Märchen beruhte. Geschädigt hat er damit niemanden, denn schützen konnte das echte Zertifikat ebenso wenig wie das gefälschte.
Und damit zum Detail, das aus der ganzen Affäre erst eine richtige Sauerei macht. Der Trainer hat später selbst geschildert, wie ihm der Verband die Sache schmackhaft machte. Man habe gewusst, dass er mit dem Thema ringe, habe ihn dann eines Tages ins Büro gepfiffen und ihm einen Vertrag vorgelegt, in dem schwarz auf weiss stand, dass er an der U20-WM in Peking und an der WM in Helsinki dabei zu sein habe. Erfüllbar war diese Pflicht nur mit Spritze. Und falls er fehle, hätten ihn die Sanktionen über eine halbe Million Franken gekostet. Er unterschrieb. Wie er das empfunden habe, wurde er gefragt, und seine Antwort fiel so knapp wie vielsagend aus: Störend. Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen, eine halbe Million Franken, aufgerufen gegen einen einzelnen Mann, der bloss eine medizinische Entscheidung über den eigenen Körper anders hätte treffen wollen. Und mit einem Schlag versteht man, warum in jenen Jahren ein Spitzensportler nach dem anderen mit treuem Augenaufschlag in die Kamera lächelte und für die Spritze warb. Es war nicht Überzeugung, es war ein Geschäftsmodell mit vorgehaltener Rechnung. Wer die Wahl hat zwischen einem Stich und dem finanziellen Ruin, trifft keine freie Entscheidung, der zahlt Lösegeld.
Man stelle sich kurz das Gegenszenario vor. Hätte der Coach sich damals öffentlich der Spritze verweigert, dieselben Moralwächter, die ihn heute zerlegen, hätten ihn als verantwortungslosen Egoisten gesteinigt, der sein Team im Stich lässt. Wer sich an die globale Hetzjagd auf einen gewissen serbischen Tennisspieler erinnert, der für seine Weigerung gleich reihenweise von Turnieren verbannt wurde, kennt die Choreografie. Es gab in jenen Jahren schlicht keine richtige Entscheidung, es gab nur die Wahl zwischen verschiedenen Arten, zur Zielscheibe zu werden.
Was alle wussten und keiner gewusst haben will
Nun raunen einige Federführende, man habe das alles ja erst im Nachhinein erfahren, das mit dem fehlenden Übertragungsschutz. Da zieht man unwillkürlich die Augenbrauen bis zum Haaransatz. Diese Schutzbehauptung, niemand habe etwas wissen können, kennt man historisch aus einem ungleich finstereren Zusammenhang und sie war schon dort eine Lüge. Sie ist es auch hier. In der Produkteinformation, die der Hersteller den Ärzten zustellte, stand schwarz auf weiss, dass die Schutzdauer unbekannt sei, dass der Beobachtungszeitraum für Wirkung und Nebenwirkungen bei mageren sechs Wochen lag, dass keine Interaktionsstudien durchgeführt wurden. Und mit keiner Silbe behauptete der Hersteller je, das Produkt verhindere die Übertragung. Hätte es das getan, es wäre fett gedruckt in jeder Broschüre gestanden. Im Oktober 2022 bestätigte eine Pfizer-Direktorin vor dem Europäischen Parlament ungerührt, dass der Stoff vor der Markteinführung gar nie darauf getestet worden war, ob er die Übertragung stoppt. Wer Ende 2020 lesen konnte, konnte das wissen. Die Verantwortlichen wollten es nicht wissen, was ein feiner, aber entscheidender Unterschied ist.
Verträge, die das Schweigen erklären
Wer verstehen will, warum aus diesem Nichtwissenwollen ein derart hartnäckiges Schweigen wurde, muss die Verträge lesen, die der Bund mit den Herstellern abschloss. Genau die wurden in der Schweiz jahrelang geschwärzt unter Verschluss gehalten, bis ein Parlamentarier die Offenlegung gerichtlich erzwang. Was im Frühling zum Vorschein kam, ist eine Lehrstunde in Sachen Prioritäten. Der Bund überwies dem einen Hersteller pro Dosis ein kleines Vermögen und stellte den Konzern im selben Atemzug von praktisch jeder Haftung frei, von Bussen, Schäden, Klagen, Rechtskosten, jeglicher Art. Bezahlt hat der Steuerzahler, das Risiko trug allein der Bürger, der sich den Stoff in den Arm jagen liess. Mehr noch: Dieselben Verträge halten ausdrücklich fest, dass Langzeitwirkungen und Wirksamkeit nicht bekannt seien und unbekannte Nebenwirkungen auftreten könnten. Unterschrieben von der Behörde, die der Bevölkerung gleichzeitig unermüdlich predigte, das Ganze sei wirksam und sicher. Man unterzeichnet also schriftlich das eine und verkündet öffentlich das genaue Gegenteil. In der Privatwirtschaft nennt man so etwas Betrug, im Staatsdienst nennt man es Pandemiebewältigung.
Die Frage, die niemand stellen will
Und damit zum heikelsten Kapitel, das man als ehrlicher Beobachter weder verschweigen noch als gesicherte Wahrheit verkaufen darf. Seit geraumer Zeit häufen sich in der Fachliteratur Arbeiten, die einen möglichen Zusammenhang zwischen der genetischen Technologie und einem erhöhten Auftreten bestimmter Krebsarten oder dem Wiederaufflammen längst überwundener Erkrankungen untersuchen. Eine grosse südkoreanische Kohortenstudie an mehreren Millionen Menschen fand statistische Auffälligkeiten, einzelne Übersichtsarbeiten verweisen auf mögliche Mechanismen, manche Stimmen sprechen bereits in drastischsten Tönen vom grössten organisierten Verbrechen gegen die Menschheit. Ob diese Befunde eine echte Kausalität belegen oder bloss statistisches Rauschen sind, ist wissenschaftlich nicht entschieden und seriös wäre es, genau das offen zu sagen, statt in die eine oder andere Richtung zu dröhnen. Bemerkenswert ist nur eines: Dass die Möglichkeit allein schon ausreichen müsste, um die Sache mit aller Wucht zu untersuchen. Stattdessen herrscht Funkstille. Wer eine offene Frage lieber gar nicht erst stellt, hat in der Regel Angst vor der Antwort.
Aufarbeitung findet anderswo statt, nur nicht bei uns
Während andere Länder längst Konsequenzen ziehen, übt sich die Schweiz im Stillhalten. In den USA legte ein Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses einen über fünfhundert Seiten dicken Abschlussbericht vor, der nüchtern festhält, dass der Stoff entgegen allen Versprechen die Verbreitung des Virus eben nicht stoppte und die Zulassung überstürzt durchgepeitscht wurde. In Deutschland zeigten erst eingeklagte Sitzungsprotokolle einer Bundesbehörde, dass deren eigene Wissenschaftler die Risiken sehr wohl kannten, sich aber entschieden, dem Druck der Politik zu folgen und etwas anderes zu kommunizieren. In Japan entschuldigte sich ein früherer Minister öffentlich bei der Bevölkerung. Und hierzulande? Sonnen sich die Verantwortlichen in einer Selbstgefälligkeit, die mit jedem verstrichenen Monat dreister wird, während die grossen Medien über den amerikanischen Bericht, die deutschen Protokolle und die geschwärzten Verträge schweigen wie ein Grab. Genau diese Medien, deren prominentester Vertreter gerade beweist, dass er eine Vertraulichkeitszusage für Klicks verkauft.
Ein Apparat, der über jedem Zweifel schwebt
Das eigentlich Verstörende ist nicht der Einzelfall. Es ist das System dahinter. Eine Institution, die sich strukturell für unfehlbar hält, die selbst bei einem schriftlichen Beleg in der Hand nicht den Anstand aufbringt, einen Fehler zuzugeben, sondern lieber das Opfer zum Querulanten erklärt. Wer einer solchen Anstalt weiterhin brav seine Zwangsgebühren überweist, finanziert im Grunde die Werkzeuge der eigenen Belehrung, ausgehändigt von Leuten, die mit Abmachungen umgehen wie ein Kleinkind mit der Streichholzschachtel.
Der Trainer mag mit seinem gefälschten Zertifikat formal danebengegriffen haben, geschenkt. Doch der wahre Skandal sitzt nicht bei ihm. Er sitzt bei jenen, die aus einem Vertrauensbruch eine öffentliche Hinrichtung basteln und gleichzeitig über die eigentliche Lebenslüge dieser Jahre den Mantel des Schweigens breiten. Das ist keine Wahrheitsfindung, das ist Rufmord mit Gebührengarantie. Es ist die Heuchelei eines Hauses, das Verschwiegenheit predigt und sie verkauft, sobald die Quote ruft. Es ist die Arroganz eines Apparats, der einen einzelnen Mann für ein gefälschtes Papier ans Kreuz nagelt und denselben Skandal, der das Papier erst nötig machte, sorgsam unter Verschluss hält! Und solange diese Henker der Aufklärung im Service-public-Mantel sich für die moralische Instanz der Nation halten, während sie die unbequemste Frage des Jahrzehnts lieber gar nicht erst stellen, bleibt nur eine ehrliche Antwort offen: Aufgearbeitet wird hier gar nichts, man wartet bloss, bis Gras über alles gewachsen ist und nennt das Verdrängen «Verantwortung»!
Es gibt einen Moment, in dem ein Konzernchef und ein Bundesrat ununterscheidbar werden – und dieser Moment ist gerade jetzt. Implenia-CEO Jens Vollmar mailt seiner Belegschaft das Nein ins Postfach, Lombard-Odier-Teilhaber Frédéric Rochat lässt es im Intranet zirkulieren und in Bern sorgen Beat Jans, Ignazio Cassis und Martin Pfister dafür, dass die Risiken der Vorlage gar nicht erst auf den Tisch kommen. Verschiedene Visitenkarten, identisches Manöver. Und beide Seiten nennen es, ohne rot zu werden, «Schutz unserer Demokratie».
Integrität, Vertrauen, Stolz, Ehre – die Vokabeln, mit denen diese Leute sich sonntags schmücken, haben am Werktag einen erstaunlich kurzen Verfall. Denn wer genau hinschaut, sieht keine Überzeugungstäter, sondern Kassenwarte. Der Baukonzern benötigt billige Kräfte vom Fliessband des Auslands, die Privatbank benötigt Köpfe und Vermögende fürs Trading-Book und der Bundesrat benötigt eine Schweiz, die brav im Fahrwasser der EUdSSR bleibt und die Drehtür der Asylindustrie geölt hält. Am Ende dieser Kette landet immer dasselbe: Ein gefüllter Geldbeutel, getarnt als Sorge ums Vaterland.
Die heilige Neutralität, die keine ist
Am 14. Juni stimmt die Schweiz über die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» ab. Implenia eröffnet seinen Appell mit dem schönen Satz, das Unternehmen sei «und bleibe politisch neutral» – um im selben Atemzug einen Link auf die Homepage des Bundes mitzuschicken, wo dieser die Gründe gegen die Initiative ausbreitet. Politisch neutral, mit beigelegter Gebrauchsanweisung fürs Nein. Man muss diese Doppelmoral erst mal hinbekommen. Vollmar und Schweiz-Chef Adrian Wyss unterzeichnen die Rundmail an sämtliche Mitarbeiter, bei Lombard Odier trägt die Teilhaber-Riege um Rochat den Aufruf, der den Schweizern öffentlich Brexit-Gefühle und drohenden Kontrollverlust attestiert. Das Wort «Nein» fällt nirgends. Wer einen Text aber so baut, dass nur eine Antwort übrigbleibt, hat das Wort nicht weggelassen, sondern eingespart. Ein Insider sagt, einen solchen Aufruf rund um einen Urnengang habe er «wirklich noch nie gesehen».
Wenn der Chef bestimmt, wo das Kreuz hinkommt
Dass Wirtschaftsverbände eine Parole fassen, ist ihr gutes Recht – Economiesuisse und das Geneva Financial Center haben offen die Nein-Parole ausgegeben. Etwas anderes ist es, wenn der Arbeitgeber direkt in den Posteingang des Angestellten greift, jenes Menschen, dessen Lohnabhängigkeit ihn zur denkbar freiesten Entscheidung befähigt. Der Bauarbeiter, der genau weiss, dass sein Konzern lieber billigere Kräfte importiert, soll Nein stimmen, damit der Konzern das weiter darf. Der Bankangestellte soll die Marge seines Hauses gegen die eigene Stimme verteidigen. Das ist freie Meinungsbildung am Arbeitsplatz, Marke Vollmar und Rochat.
Der eigentliche Witz liegt tiefer. Dieselben Akteure, die sonst bei jeder Gelegenheit «unsere Demokratie» beschwören, behandeln den Souverän wie eine Belegschaft, die man per Rundmail auf Linie bringt. Demokratie ist für sie ein Wort fürs Sonntagsbankett, nicht für den Montag im Intranet.
Das Papier, das in Bern niemand gelesen hat
Dabei gäbe es ein Dokument, das die Spielregeln klar benennt. Die Bundeskanzlei hat unter dem Titel «Grundprinzipien der Information vor Abstimmungen» festgehalten, dass der Bundesrat kontinuierlich, vollständig, sachlich, transparent und verhältnismässig zu informieren hat – Gegenpositionen berücksichtigend. Offensichtlich ist dieses Papier bei Jans, Cassis und Pfister nie angekommen. Oder es wurde nicht verstanden. Vielleicht sollte Beat Furrer, der Informationsbeauftragte Politische Rechte, persönlich vorbeischauen und Wort für Wort vorlesen. Langsam. Denn unter «Was ist nicht erlaubt?» steht dort schwarz auf weiss: «Wichtiges verschweigen» und «Einseitigkeit: Vorteile ohne Nachteile erwähnen». Genau das Pflichtenheft, das die Landesregierung gerade Punkt für Punkt abarbeitet – nur falsch herum.
Die Schockdoktrin als Geschäftsmodell
In kritischen Kreisen kursiert eine schärfere Lesart und sie ist nicht von der Hand zu weisen. Der Bundesrat führe die Debatte bewusst an der Substanz vorbei – statt die Folgen einer Annahme für die Bilateralen I offen auf den Tisch zu legen, konzentriere man sich auf den realen, aber sekundären Fachkräftemangel. Dahinter, so der Vorwurf, stecke Kalkül: Man lasse die Initiative «an die Wand fahren», damit im Fall eines Ja die Turbulenzen so heftig ausfielen, dass ein EU-Beitritt später als alternativlos erscheine. Schockdoktrin nennt man das – Krise herbeiführen, dann als Retter die Lösung verkaufen, die unter normalen Umständen niemand gewollt hätte.
Nachweisbar ist das nicht, und der Fairness halber: Der Pflegenotstand ist echt, der Mangel im Bau ist dokumentiert, die Demografie verschärft beides. Wer das leugnet, lügt ebenso. Aber wer eine Guillotine-Klausel, die das ganze Bilaterale-Paket binnen sechs Monaten kippen kann, systematisch kleinredet, verkürzt die Debatte mutwillig – und tut exakt das, was das eigene Bundeskanzlei-Papier verbietet.
Das Muster ist global, der Reflex derselbe
Die Schweiz ist hier kein Sonderfall, nur ein besonders gut dokumentierter. Überall, wo Eliten «die Demokratie schützen» auf die Fahne schreiben, meinen sie damit auffällig oft den Schutz vor dem eigenen Volk. Mal heisst das Werkzeug Faktenchecker, mal Plattformregulierung, mal «Kampf gegen Desinformation», mal der direkte Arbeitgeber-Appell wenige Tage vor dem Urnengang. Das Etikett wechselt, der Reflex bleibt: Wer die falsche Antwort geben könnte, wird vorsorglich auf Kurs gebracht. Souveränität ist erwünscht, solange sie das Erwünschte beschliesst.
Bleibt die trotzige Hoffnung, dass die Rechnung nicht aufgeht. 47 Prozent Ja, 52 Prozent Nein sagen die Umfragen – und nichts mobilisiert die Eidgenossen zuverlässiger als das Gefühl, von oben dirigiert zu werden.
Die Bundeskanzlei schreibt vollständige, sachliche, transparente Information vor – und drei Bundesräte tun das Gegenteil und nennen dies «Schutz der Demokratie». Konzernchefs wie Vollmar und Rochat kapern den Posteingang ihrer Lohnabhängigen und nennen dies «politische Neutralität». Wo einst Stolz, Ehre und ein Mindestmass an Anstand standen, stehen heute eine Bilanz, die mehr Köpfe benötigt und eine Agenda, die nach Brüssel zeigt. Und am Ende erklären dieselben Leute, die jetzt jede Karte verdeckt halten, dem Souverän den EU-Beitritt für «alternativlos» – und verkaufen genau diesen Verrat dann als Demokratie!
Dieselbe Bevölkerung, die an der Rechtschreibung eines Fast-Food-Klassikers scheitert, wählt Leute ins Parlament, die Haushaltspläne schreiben, Rentenreformen entwerfen und über Krieg und Frieden entscheiden. Der IQ reicht nicht mal fürs Bestellen. Von Denken reden wir besser nicht. Das Cheeseburger-Problem ist kein Ernährungsproblem. Es ist ein Demokratieproblem. Mit Käse…
Erst monatelang die Ruehrseligkeitsmaschine bedient, dann ab in die Fettpresse: Ein gestrandeter Buckelwal, den halb Norddeutschland zur tierischen Hauptdarstellerin verklärt hatte, endet als Biodiesel, Knochenmehl und gereinigtes Abwasser – verarbeitet von einer Fabrik, die solche Kadaver routiniert in drei Wertstoffströme zerlegt. Es gibt Geschichten, die sind so kitschig, dass sie sich am Ende selbst karikieren. Diese hier hat es geschafft.
Wochenlang dümpelte das Tier vor den Küsten herum, gestrandet, geschwächt, dem Sterben näher als jeder Rettung. Und statt die Natur ihren Lauf nehmen zu lassen, formierte sich eine private Initiative voll guten Willens, hievte das halbtote Geschöpf auf ein Frachtschiff und verfrachtete es Richtung offene See, wo man es voller Stolz wieder aussetzte. Mission erfüllt, Selfie gemacht, Spendenkonto gefüllt. Dass ein Biologe das Ganze offen als Tierquälerei bezeichnete, ging im allgemeinen Herzwärme-Rausch natürlich unter.
Die Rettung, die keine war
Man stelle sich vor: Ein todkrankes Tier wird auf einem Schiff durch halb Nordeuropa gekarrt, mit einem Sender versehen wie ein Paketstück und dann mitten ins Nirgendwo entlassen, damit die Beteiligten guten Gewissens schlafen können. Wenige Wochen später lag das Geschöpf tot am Strand einer abgelegenen Insel. Die Todesursache? Unbekannt. Aber hey, immerhin hat man es noch rechtzeitig befreit, bevor es woanders starb.
Der angebrachte Sender wurde am Kadaver wiedergefunden, die Daten inzwischen ausgelesen. Wann die Öffentlichkeit erfährt, was wirklich geschah, bleibt vage – die Behörden versprechen eine «möglichst zügige» Auswertung, jene Formulierung also, hinter der sich Verwaltungsapparate seit jeher verschanzen, wenn das Ergebnis unbequem zu werden droht.
Drei Tonnen Mitgefühl, fein säuberlich getrennt
Was nach dem Spektakel folgte, war von schöner Nüchternheit. Ein Bagger lud die zerteilten Reste in Container, ein Lastwagen brachte sie zur Verwertung. In der Fabrik geschieht dann, was Industrie eben tut: Alles wird sortiert. Das Wasser wird gereinigt und zurück ins Meer geleitet. Das Fett wandert in die Biodiesel-Produktion. Knochen, Sehnen und Haut werden zu einer Art Mehl vermahlen, das anschliessend in einem Zementwerk verbrannt wird.
So wird aus dem monatelang betrauerten Sympathieträger am Ende: Sprit, Brennmaterial und sauberes Abwasser. Ein paar Knochen dürfen ins Naturkundemuseum, als ausgestelltes Mahnmal dafür, wie gut gemeint und grottenschlecht ausgegangen so nahe beieinander liegen.
Das gute Gewissen als Geschäftsmodell
Die eigentliche Pointe steckt nicht in der Fabrik, sondern davor. Eine ganze Maschinerie aus Mitleid, Medienpräsenz und Spendenappellen hatte sich um dieses eine Tier gebildet, ein Symbol musste her, ein Name, eine Erzählung. Dass die «Rettung» die Sache womöglich beschleunigt hat, statt sie zu verhindern, wird sauber unter den Teppich gekehrt. Schliesslich zählt nicht das Ergebnis, sondern die Geste.
Am Ende bleibt ein Tier, das man erst krank durch die Meere schiffte, dann tot am Strand wiederfand und schliesslich in einer Fabrik in seine industriellen Einzelteile zerlegte. Man hat es gerettet – und nennt dies «Tierschutz»! Man hat es vermarktet – und nannte es Anteilnahme. Man hat es verbrannt – und kassiert dafür womöglich noch ein CO2-Zertifikat. Willkommen in einer Welt, in der selbst das Mitgefühl am Schluss noch verheizt wird…
Dein Blut ist nicht nur Biologie – es ist eine energetische Signatur, ein kosmischer Pass, der Flüstern davon enthält, wohin deine Seele gereist ist, bevor sie auf der Erde angekommen ist.
Es enthält Codes. Erinnerungen. Missionen.
Typ 0 – Die Erdungsbauer
Uralte Seelen, die mit Lemuria und den frühen Erdgittern verbunden sind. Sie sind hier, um das Licht im physischen Reich zu stabilisieren, zu schützen und zu verankern.
Typ A – Die Heiler
Mitfühlende Frequenzträger aus Andromeda und Venus. Sie sind hier, um Herzen zu heilen, Energien zu harmonisieren und Einheit wiederherzustellen.
Typ B – Die Visionäre
Galaktische Wanderer aus den Reichen von Lyra und Orion. Sie sind hier, um Veränderungen anzustossen, vergessene Weisheit zu bringen und das kollektive Bewusstsein zu erwecken.
Typ AB – Die Integratoren
Seltene Hybriden, die multidimensionale Codes in sich tragen. Sie sind hier, um Welten zu verbinden, Polaritäten zu vereinen und kosmische Erinnerungen zu aktivieren.
Rh-Faktor – Der galaktische Marker
Rh-positiv – Auf der Erde verwurzelte Seelen, die mit den planetarischen Zyklen im Einklang stehen.
Rh-negativ – Hochgradig hellsichtig, tragen Spuren einer nicht-terrestrischen Abstammung in sich und sind hier, um die Sternenursprünge der Menschheit zu erwecken.
Dein Blut transportiert mehr als nur Sauerstoff – es transportiert die Frequenz deiner Seele.
Und deine Frequenz ist deine Mission.
Es gibt eine Sorte Mensch, die ihre Heimat am innigsten dadurch liebt, dass sie täglich aufs Neue bestimmt, wer alles nicht dazugehört. Sie nennt das Stolz, Wurzeln, gesunden Instinkt. In Wahrheit ist es der älteste Trost der Gattung: Ein Schuldiger, der nicht man selbst ist, ein Fremder, an dem sich das eigene Versagen entsorgen lässt – und ein Sockel, niedrig genug, dass selbst der Kleinste sich gross darauf fühlt.
Der Sündenbock ist das älteste Haustier des Menschen
Der Mechanismus ist so alt wie die erste Dürre, die man einem Nachbarn anlastete. Geht die Ernte ein, war es der Fremde. Bricht die Seuche aus, war es der Fremde. Stagniert der Lohn, steigt die Miete, schrumpft die Zukunft – der Fremde, immer der Fremde. Es ist eine seelische Hygiene von brutaler Einfachheit: Solange das Elend ein Gesicht hat, das anders aussieht als das eigene, muss niemand je in den eigenen Spiegel schauen. Der Hass auf den anderen ist kein Ausbruch von Stärke. Er ist das Geständnis, dass man mit sich selbst nicht zurechtkommt, übersetzt in eine Sprache, die sich wie Mut anfühlt.
Die Parole, die das Gegenteil dessen beweist, was sie behauptet
Migration töte – das hört man auf Transparenten, in Kommentarspalten, am Stammtisch. Drei Silben, eine ganze Weltanschauung und vollständig falsch. Es existiert auf diesem Planeten keine einzige Gesellschaft, die je gediehen wäre, ohne von Zuwanderung zu profitieren. Keine. Wer Wohlstand mit ethnischer Reinheit verwechselt, betreibt nicht Heimatschutz, sondern Geschichtsfälschung und merkt es nicht einmal. Die ehrliche Parole hätte gelautet: Unkontrollierte Migration töte. Plötzlich wäre eine Debatte daraus geworden, über die sich mit Zahlen, Verstand und Verantwortung streiten liesse. Denn natürlich hat eine Infrastruktur Grenzen, ein Wohnungsmarkt, eine Sozialordnung. Diese Sorge auszusprechen, macht niemanden zum Unmenschen. Nur ist die ehrliche Variante anstrengend. Sie benötigt Differenzierung und Differenzierung ist der natürliche Feind des Hasses. Also bleibt es beim pauschalen Donnerwort, das jeden Zugewanderten, der korrekt lebt, arbeitet und einzahlt, im selben Atemzug entsorgt wie das Klischee, das man ohnehin von ihm im Kopf hat.
Die Lüge vom angeblich niederen Verstand
Zum Repertoire der Menschensortierer gehört der Klassiker, gewisse Gruppen seien intellektuell schlicht minderwertig. Schwarze hätten einen tieferen Intelligenzquotienten, raunt man, als handle es sich um ein Naturgesetz und nicht um die müde aufgewärmte Rassenkunde des neunzehnten Jahrhunderts. Dass etwa Kenia innerhalb weniger Jahre zweistellig an gemessenen IQ-Punkten zulegte, einzig weil sich Ernährung und Bildung verbesserten, will in diesen Kreisen niemand hören. Es würde die ganze schöne Theorie ruinieren. Intelligenz ist messbar, formbar, von Umständen abhängig – und taugt damit als Sortiermaschine für Menschen ungefähr so gut wie eine Briefwaage zum Wiegen von Charakter. Wer trotzdem darauf besteht, hat keine unbequeme Wahrheit entdeckt. Er hat nur seine eigene Bequemlichkeit zum Weltbild geadelt, weil ein angeborener Rang erträglicher ist als die Zumutung, dass der Mensch da drüben einfach weniger Glück hatte.
Heimat ohne den Hass im Gepäck
Die unbequemste Erkenntnis für alle, die ihren Stolz aus Abgrenzung beziehen: Man kann ein Land lieben, ohne dafür auch nur einen einzigen Menschen herabzuwürdigen. Eine Nation, die etwas taugt, ist keine Blutsgemeinschaft, sondern eine Willensgemeinschaft – ein Bund von Leuten, die sich entschieden haben, zusammenzustehen, quer durch Sprachen, Konfessionen und Herkünfte. Wer das begreift, benötigt keine Feindbilder gegen Fremde, sondern höchstens ein Mindestmass an Selbstrespekt. Und ja, man darf gleichzeitig für eine vernünftige Begrenzung des Wachstums sein, für Augenmass, für klare Regeln. Zwischen dem nüchternen Satz «Dieses Land hat Grenzen» und dem giftigen Satz «Diese Menschen sind Schädlinge» liegt der gesamte Unterschied zwischen einem reifen Erwachsenen und einem degradierenden Wutbürger.
Der Hochmut, der sich für Tugend hält
Womit die Rechnung bei der anderen Sorte landet, jener, die sich für das pure Gegenteil hält und genau deshalb am tiefsten in derselben Grube sitzt. Wer jede Sorge über ungebremste Zuwanderung reflexhaft als Rassismus abstempelt, statt sie ernst zu nehmen, hat den Hass nicht bekämpft, sondern gepusht. Doch das ist nur die halbe Schuld. Die andere ist die Wollust, mit der es geschieht. Der Moralist, der den Migrationskritiker zum dumpfen Nazi erklärt, betreibt exakt das Geschäft, das er zu verabscheuen vorgibt: Er sucht sich einen Tiefstehenden, an dem er sich hochzieht. Der eine benötigt den Fremden, um sich rein zu fühlen, der andere den «Rassisten», um sich gut zu fühlen. Es ist derselbe Hebel, nur die Richtung der Verachtung dreht sich um. Beide bauen ihr Selbstbild auf einem Menschen auf, den sie unter sich benötigen. Und beide nennen es Haltung.
Wer sich erheben muss, verrät seine eigene Leere
Und damit zur unappetitlichen Wahrheit hinter beiden Lagern. Niemand, der mit sich selbst im Reinen ist, benötigt einen Tiefergestellten, um aufrecht zu stehen. Das Bedürfnis, sich über andere zu erheben – über Fremde, über Ungläubige, über die «dummen Rassisten», über wen auch immer – ist kein Zeichen von Stärke, Klarheit oder gar Charakter. Es ist das exakte Gegenteil, ein Pflaster über einer Wunde, die niemand sehen soll. Das Ego bläht sich genau in dem Mass auf, in dem das Selbstwertgefühl darunter zusammengeschrumpft ist. Wer wirklich etwas ist, muss es niemandem beweisen, indem er einen anderen kleinredet. Die Lautstärke der Herabwürdigung ist umgekehrt proportional zur Substanz dessen, der herabwürdigt. Wer ständig jemanden unter sich benötigt, sagt damit nur einen einzigen Satz über sich selbst: Allein, auf eigenen Beinen, ohne einen Niedrigeren als Sockel, finde ich in mir selbst nichts, worauf ich stehen kann.
Der eigentliche Massstab
Am Ende zählt nicht, wer das lauteste Banner schwenkt, die makelloseste Abstammungsurkunde vorzeigt oder das reinste Gewissen für sich reklamiert. Es zählt einzig, ob ein Mensch diesem Land und diesen Menschen etwas gibt, statt sich nur an der Verachtung für andere aufzurichten. Und hier wird es finster, denn dieser Massstab schont niemanden.
Die Verachtung für den anderen war noch nie ein Zeichen von Stärke, sondern stets die Bankrotterklärung dessen, der allein nicht aufrechtstehen kann. Jede Generation hält ihre Sündenböcke für die einzig wahren und steht am Ende doch vor demselben Spiegel, in dem das Monster zurückblickt, das sie überall sonst gesucht hat. Die einen erheben sich über den Fremden, die anderen über den, der den Fremden fürchtet – und beide stehen auf demselben billigen Sockel aus fremder Erniedrigung. Wahre Grösse benötigt kein Feindbild, keinen Tiefergestellten und kein Megafon, sondern nur die unmoderne Frage, ob man ein anständiger Mensch geblieben ist – und an dieser Frage scheitert am zuverlässigsten, wer sein dünnes Selbstwertgefühl aus der Erniedrigung anderer zieht!
Willkommen in der schönsten aller Konspirationswelten – jener, in der die gefährlichste Lüge der Menschheitsgeschichte nicht im Impfstoff steckt, nicht in der Nahrungsmittelindustrie, nicht mal in der Pharmaindustrie versteckt liegt. Nein. Sie liegt in deiner Matratze. Genauer gesagt: in der Zahl, die dir sagt, wie lange du auf ihr liegen sollst. Acht Stunden. Heilige acht Stunden. Ununterbrochen. Bewusstlos. Produktiv im Nichts. Klingt (bio)logisch, oder? Klingt nach Wissenschaft. Klingt nach Jahrtausenden evolutionärer Weisheit. Es klingt nach einer Werbekampagne von 1938. Weil es genau das ist!
200’000 Jahre lang schlief der Mensch nicht acht Stunden am Stück. Er schlief in zwei Phasen – vier Stunden, dann zwei Stunden wach, dann nochmals vier Stunden. Historiker nennen das den «zweiphasigen Schlaf» und er ist so gut dokumentiert, dass man sich fragen muss, warum er aus keinem Schulbuch, keiner Arztpraxis, keiner Schlafklinik je erwähnt wird. Die Antwort ist, wie immer, beinahe beleidigend simpel. Er passte nicht ins Fabrikmodell.
Die industrielle Revolution brauchte keine denkenden, schreibenden, betenden, Sex habenden Menschen um zwei Uhr morgens. Sie brauchte Körper. Körper, die um sechs aufstehen, um sechs Uhr abends zusammenbrechen und am nächsten Morgen wieder funktionieren. Zweiphasiger Schlaf ist anarchisch. Zweiphasiger Schlaf gehört dem Individuum. Das geht natürlich gar nicht. Also beauftragten sie jemanden, der das Problem wegwissenschaftlichte.
Dr. Kleitman und die Kunst der bezahlten Wahrheit
Dr. Nathaniel Kleitman. Vollständig finanziert von der Matratzenindustrie – allen voran von Simmons Beautyrest, deren Namen heute noch auf Matratzen prangt wie ein stilles Siegesmal. Seine Aufgabe: Beweisen, dass acht aufeinanderfolgende Stunden der biologische Standard des Menschen sind. Seine Methode: Studien, die so konzipiert wurden, dass sie genau das bewiesen, was der Auftraggeber benötigte.
Die medizinische Fachwelt übernahm seine Ergebnisse. Ohne Widerspruch. Ohne Nachfrage. Weil sie bequem waren. Weil sie passten. Weil niemand seinen Lebensunterhalt damit verdient, den Konsens zu hinterfragen – und sehr viele Menschen damit, ihn zu verteidigen.
Was war das Ergebnis dieser intellektuellen Kapitulation? Sie nahmen die kreativsten zwei Stunden des menschlichen Bewusstseins – jene stille, dunkle Mitternachtsstunde, in der Shakespeare schrieb, in der Mozart komponierte, in der das Unterbewusstsein ohne gesellschaftliche Filterung sprechen darf – und erklärten sie zur Krankheit. Sie nannten es Schlaflosigkeit. Sie verschrieben Pillen. Sie kassierten ab.
Das Genie als Diagnose
Shakespeare schrieb seine Stücke zwischen ein und drei Uhr morgens. Mozart nannte diese Stunden «die Stunden Gottes». Einige der bedeutendsten Werke der Menschheitsgeschichte entstanden in jenem Bewusstseinszustand, den die moderne Medizin heute mit Zolpidem behandelt. Lass das kurz wirken.
Das kreativste Zeitfenster, das die Menschheit je kannte, wurde pathologisiert, medikamentös unterdrückt und aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht – damit die Fabrik am nächsten Morgen pünktlich anlaufen kann. Damit du erschöpft, aber pünktlich bist. Damit du funktionierst, aber nicht denkst. Damit du schläfst – auf einer Matratze, die dir ein Unternehmen verkauft hat, das die Definition von gesundem Schlaf gleich mitgeliefert hat. Und du hast es geschluckt. Wir alle haben es geschluckt.
Wach um zwei
Die eigentliche Frage ist nicht, ob du unter Schlaflosigkeit leidest. Die eigentliche Frage ist, was du mit dieser Zeit anfängst. Wenn du um zwei Uhr morgens aufwachst und das Herz hämmert, der Kopf dreht, die Gedanken rasen – dann erlebst du keinen Defekt. Du erlebst die natürlichste Form menschlichen Bewusstseins, die es gibt. Dein Nervensystem tut, was es 200’000 Jahre lang getan hat. Es öffnet ein Fenster.
Was du damit machst, ist deine Entscheidung. Du kannst eine Pille nehmen. Du kannst dich wälzen und dir einreden, dass du krank bist. Du kannst morgen wieder acht Stunden schlafen, erschöpft aufwachen und dich fragen, warum du nie zu dem kommst, was du eigentlich schaffen willst.
Oder du kannst aufstehen. Schreiben. Denken. Komponieren. Beten. Schweigen. Die Gottesstunden rufen nicht laut. Sie flüstern. Und ein Matratzenhersteller hat dir jahrzehntelang ins Ohr geflüstert, dass du dabei schlafen sollst.
Deutschland verbannt Symbole. Das ist bekannt, das ist geübt, das ist inzwischen fast ein Nationalsport. Der Hitlergruss: Verboten. Das Hakenkreuz: Verboten. Gut. Kein Einwand. Aber dann stellt sich Andreas Thiel – Kabarettist, Denker, offensichtlicher Liebhaber unbequemer Logik – eine Frage, die sich erstaunlich wenige stellen: Haben die Verbrechen der Nationalsozialisten wirklich im Grüssen bestanden?
Spoiler: Nein. Sie bestanden im Morden. Im Verfolgen. Im systematischen Vernichten von Menschen, die nicht ins Weltbild passten. Der ausgestreckte Arm war das Symbol – das Verbrechen war Massenmord. Beides ist schlimm. Aber wenn man das eine verbietet und glaubt, damit das andere bekämpft zu haben, hat man entweder Philosophie geschwänzt oder man betreibt bewusst Symptompolitik.
Und weil Konsequenz in der Politik eine Seltenheit ist, die man eigentlich unter Artenschutz stellen müsste, macht Thiel weiter. Denn der Nationalsozialismus war nicht die einzige Spielart des Sozialismus, die das 20. Jahrhundert in Blut getränkt hat. Da wäre der Sowjetsozialismus, der Maos, der diverse rote Bruderparteien weltweit – allesamt mit schwindelerregenden Leichenbergen als Bilanz. Gleichschaltung, Verleumdung, Verfolgung von Andersdenkenden: Das ist kein Bug des Sozialismus, das ist sein Feature. Zuverlässig. Editionsübergreifend.
Konsequenz würde also bedeuten: Roter Stern verboten. Che-Guevara-Shirt verboten. Hammer und Sichel verboten. Wer bei den Nürnberger Gesetzen nickt und beim Gulag die Schultern zuckt, ist kein Moralist – der ist ein selektiver Empörungsathlet mit politisch vorteilhafter Kurzsichtigkeit.
Und dann – und hier wird es wirklich schön – kommt der Regenbogen. Die Flagge, im Namen derer Minderjährige verstümmelt werden. Geschlechtsumwandlungen bei Kindern, die später nichts mehr rückgängig machen können. Eingriffe, die man ihnen als Befreiung verkauft und die sie als Schaden behalten. Wenn das eine Ideologie ist, die Körper von Kindern als Experimentiermasse betrachtet – was genau unterscheidet sie dann strukturell von anderen Ideologien, die Menschen für ihre Idee geopfert haben?
Natürlich wird man jetzt schreien. Das ist das Schöne an dieser Art von Argument: Es zwingt zur Auseinandersetzung. Und wer schreit statt antwortet, beweist damit vor allem eines – er hat keine Antwort.
Der Neonazi, den Thiel als Vergleich bemüht, bestand übrigens darauf, Hitler habe den Nationalsozialismus missverstanden. Und genauso, sagt Thiel, klingen seine rotgrünen Freunde, wenn sie behaupten, die Millionen Toten im Namen des Sozialismus hätten mit ihrer Ideologie nichts zu tun.
Die Mechanik ist dieselbe. Die Flaggen sind verschieden. Das Ergebnis – Gleichschaltung, Verfolgung, Unterdrückung von Andersdenkenden – bleibt erschreckend ähnlich.
Der Regenbogen also. Verbieten oder nicht verbieten – das ist hier nicht die eigentliche Frage. Die eigentliche Frage ist: Warum messen wir Symbole und Ideologien mit so unterschiedlichen Massstäben? Weil es politisch bequemer ist. Natürlich…
Viktor Schauberger. Österreichischer Naturphilosoph, Erfinder, Querdenker – und Mann, dem das 20. Jahrhundert eine besonders unangenehme Lektion erteilte: Wer etwas erfindet, das die Mächtigen nicht kontrollieren können, wird selbst kontrolliert.
Die Repulsine war kein Science-Fiction-Requisit. Sie war ein realer Prototyp – eine fliegende Scheibe, basierend auf Schaubergers Theorien über Implosion, Wasserwirbel und die Energiegewinnung aus natürlichen Strömungsprinzipien. Das NS-Regime erkannte das Potenzial sofort – und zwang Schauberger, seine Ideen in den Dienst des Krieges zu stellen.
Zwei Ziele: Freie Energiegewinnung erforschen. Levitation und Flug testen. Beides hätte die Welt verändert. Beides verschwand nach Kriegsende in jenen Archiven, die offiziell nicht existieren. Schauberger selbst wurde 1958 von amerikanischen Investoren nach Texas gelockt, zur Unterzeichnung sämtlicher Rechte an seinen Erfindungen gedrängt – und starb fünf Tage nach seiner Rückkehr nach Österreich. Gebrochen. Enteignet. Erledigt.
Das Muster ist so alt wie die Erfindungsgeschichte selbst: Was sich nicht monetarisieren, lizenzieren und oligarchisch kontrollieren lässt, wird versenkt. Tesla. Royal Rife. Schauberger. Die Liste ist lang – und die Gemeinsamkeit ist kurz. Freie Energie ist nicht unmöglich. Sie ist unprofitabel. Und das, nicht die Physik, ist ihr eigentliches Problem…
Die Repulsine – oder: Was passiert, wenn freie Energie den Falschen gehört
Idyllisch, oder? Sattgrüne Wiesen, frische Landluft, das einfache Leben auf dem Hof. Der Bauer steht früh auf, macht seine Arbeit, geht abends müde ins Bett – und alles ist gut. So das Bild, das uns Werbespots für Butter und Milch seit Jahrzehnten verkaufen. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus und sie ist so unbequem, dass selbst die Medien sie lieber links liegen lassen. Bauern nehmen sich deutlich häufiger das Leben als die übrige Bevölkerung.
Laut Experten gilt das für praktisch alle westlichen Industrienationen. In der Schweiz ist das Suizid-Risiko bei Landwirten 37 Prozent höher als bei anderen Männern aus einer ländlichen Gemeinde. In manchen EU-Mitgliedstaaten liegt die Suizidrate in der Landwirtschaft um 20 Prozent über dem nationalen Durchschnitt. Frankreich, England, Österreich, die Schweiz – überall dieselbe Tendenz, überall dieselbe kollektive Gleichgültigkeit. Und Deutschland? In Deutschland gibt es keine Daten zu den Suizidraten in der Landwirtschaft, obwohl seit langem bekannt ist, dass sich die psychischen Belastungen häufen. Man erhebt keine Zahlen. Man will keine Zahlen. Denn Zahlen erzeugen Verantwortung und Verantwortung ist in diesem Land bekanntlich das unbeliebteste aller politischen Konzepte.
Dabei wäre die Lage klar genug. Der typische Arbeitstag eines Landwirts beginnt um 5 Uhr und endet um 21 Uhr, es gilt die Sechs- bis Siebentagewoche, an Urlaub ist oft nicht zu denken. Anhaltend schlechte Preise, steigende Kosten und hohe Schuldenlasten führen dazu, dass Betriebe in die wirtschaftliche Schieflage geraten. Ausserdem nehmen die bürokratischen und gesellschaftlichen Anforderungen weiter zu. Bis zu 4,5-mal häufiger als in anderen Berufsgruppen soll das Risiko eines Burn-outs sein. Und jeder fünfte Landwirt scheidet aufgrund schwerwiegender psychischer Erkrankungen aus dem Berufsleben aus. Das ist kein Einzelschicksal. Das ist eine Epidemie. Eine stille, unsichtbare, gesellschaftlich vollkommen akzeptierte Epidemie.
Die Kultur in der Landwirtschaft betone oft Werte wie Stoizismus, Stärke und traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit. Das kann dazu führen, dass Landwirte ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen. Das Arbeiten in abgelegenen Gebieten sowie die ständige Verfügbarkeit können zu Einsamkeit und sozialer Isolation führen. Der Bauer schweigt. Er hat gelernt zu schweigen. Er hat gelernt, dass Klagen Schwäche ist, dass Hilfe suchen Versagen bedeutet, dass man Probleme selbst löst – so wie seine Eltern und Grosseltern es getan haben. Und so stirbt er leise, ohne dass die Tagesschau darüber berichtet, ohne dass eine Ministerin eine Pressekonferenz abhält, ohne dass irgendjemand auf die Strasse geht.
Dabei ernährt er uns. Buchstäblich. Der Selbstversorgungsgrad für Nahrungsmittel liegt in Deutschland bei 86 Prozent. Ohne die Landwirte kein Brot, kein Gemüse, kein Fleisch, keine Milch. Und was bekommt der Landwirt dafür? Niedrigstpreise vom Discounter, Bürokratie von der EU, Verachtung von Teilen der Gesellschaft – und das gute Gefühl, systemrelevant zu sein. Das muss reichen. Die Politik hat inzwischen reagiert, selbstverständlich. Zehn Organisationen aus der Landwirtschaft haben eine Arbeitsgruppe Suizidprävention in der grünen Branche gegründet, an der unter anderem das Bundeslandwirtschaftsministerium, der Deutsche Bauernverband und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau beteiligt sind. Eine Arbeitsgruppe. Mit zehn Organisationen. Man trifft sich, man diskutiert, man entwickelt Strategien. Irgendwann gibt es vielleicht ein Papier. Dann vielleicht eine Kampagne. Dann vielleicht eine App. Während draussen weiter Höfe sterben und ihre Besitzer mit ihnen.
Was also kannst du tun? Nicht die Arbeitsgruppe. Nicht das Ministerium. Du, persönlich, heute?
Kauf regional. Direkt beim Bauern, auf dem Wochenmarkt, im Hofladen. Nicht weil es ein Feel-Good-Erlebnis ist, sondern weil jeder Euro, der direkt beim Erzeuger landet, ein Euro ist, der nicht beim Discounter versickert, der den Landwirt mit Dumpingpreisen in die Enge treibt. Das ist keine romantische Geste – das ist strukturelle Unterstützung. Konkret, messbar, wirksam. Hör zu. Wenn du einen Bauern kennst, frag ihn, wie es ihm wirklich geht. Nicht wie die Ernte war. Wie er ist. Benno Winkler vom Schweizer Netzwerk Hofkonflikt rät: Thema ansprechen, rasch Hilfe holen, nicht tabuisieren und nicht glauben, sie seien die einzigen. Das kostet nichts ausser Zeit und Aufmerksamkeit – zwei Ressourcen, die in dieser Gesellschaft angeblich knapp sind, obwohl man sie stundenlang in Bildschirme schüttet.
Sprich über das Thema. In deinem Umfeld, in sozialen Netzwerken, wo immer du eine Stimme hast. Die Suizidrate unter Landwirten ist kein Tabuthema, das man schützen muss – es ist ein Skandal, den man benennen muss. Lautstark, unbequem, so oft wie nötig, bis irgendjemand mit echter Entscheidungsmacht aufhorcht. Und wenn du selbst Bauer bist, oder jemanden kennst, der in der Krise steckt: Das bäuerliche Sorgentelefon in Deutschland erreicht man unter 0800-1110111, in Österreich unter 0810-67 68 10, in der Schweiz unter 041 820 02 15. Kostenlos. Anonym. Von Menschen, die verstehen, worum es geht. Die Felder werden nicht von Arbeitsgruppen bestellt. Und Bauern werden nicht von Bürokraten und Pressemitteilungen gerettet.
Es gibt einen Satz, den man heute in akademischen Kreisen, Redaktionsstuben und Politikbüros mit schöner Regelmässigkeit hört, formuliert mit jenem selbstgefälligen Lächeln, das Intellektualität signalisieren soll: «Es gibt keine objektive Wahrheit.» Wer das sagt, gilt als aufgeklärt, komplex, postmodern. Wer widerspricht, gilt als naiv, gefährlich, verdächtig simpel. Und genau darin liegt die grösste Lüge unserer Zeit – nicht in einer konkreten Falschmeldung, nicht in einem einzelnen Propagandasatz, sondern in der systematischen Zerstörung des Fundaments, auf dem jede Lüge überhaupt erst als Lüge erkannt werden könnte.
Raphael Bonelli, Psychiater, Autor und frischgebackener Träger des Jürgen-Moll-Preises für verständliche Wissenschaft, hat bei der Leipziger Buchmesse eine schlichte, aber explosive These formuliert: Wahrheit ist die Übereinstimmung einer Idee mit der Wirklichkeit. Das ist keine Neuigkeit – Aristoteles hat das bereits vor zweieinhalb Jahrtausenden auf den Punkt gebracht. Aber es ist heute eine politische Aussage. Eine kontroverse. Fast schon eine rebellische.
Denn die Frankfurter Schule – jenes intellektuelle Projekt, das die deutschsprachige Geisteswissenschaft der Nachkriegszeit massgeblich geprägt hat – hat genau dieses Fundament systematisch untergraben. Die Kernthese: Vielleicht gibt es gar keine objektive Wahrheit. Vielleicht konstruieren wir Wirklichkeit immer nur in dem Moment, in dem wir uns ihr nähern. Was praktisch klingt und nach tiefer Reflexion aussieht, ist in seiner gesellschaftlichen Wirkung ein Desaster – denn wer die Existenz objektiver Wahrheit leugnet, nimmt jedem die Werkzeuge aus der Hand, mit denen er Lüge von Wahrheit unterscheiden könnte. Kein Fundament, keine Prüfung möglich. Alles gleich gültig. Alles gleich wahr. Alles gleich falsch. Beliebigkeit als Erkenntnistheorie.
Bonelli stellt dem drei Denker gegenüber: Platon, Freud – und sich selbst, was er mit der ihm eigenen österreichischen Lakonie so formuliert, als wäre es die bescheidenste Selbsteinordnung der Welt. Bei Platon sitzt der Mensch in der Höhle und sieht nur Schatten – er kann gar nicht anders, die Hardware lässt keine tiefere Erkenntnis zu. Bei Freud könnte der Mensch die Wahrheit erkennen, entscheidet sich aber unbewusst dagegen, weil etwas in ihm nicht will, dass sie ans Licht kommt. Und bei Bonelli – das ist der entscheidende Unterschied – organisieren wir uns kollektiv gegen die Wahrheit. Wir haben die Wahlfreiheit. Wir haben die Kapazität. Aber wir schaffen Strukturen, die verhindern, dass sie genutzt wird.
Das ist keine akademische Spitzfindigkeit. Das ist eine präzise Diagnose des Zustands, in dem sich westliche Gesellschaften gerade befinden. Die Denkverbote sind nicht mehr autoritär von oben erlassen – sie werden demokratisch von unten reproduziert. Wer die falsche Meinung hat, wird nicht verhaftet. Er wird gecancelt, demonetisiert, aus Diskussionen ausgeschlossen, als Verschwörungstheoretiker abgestempelt. Das Ergebnis ist dasselbe: Die unerwünschte Wahrheit erreicht nicht die kritische Masse, die nötig wäre, um Wirkung zu entfalten. Der Mechanismus ist eleganter als Zensur – und deshalb viel schwerer zu bekämpfen.
Bonellis Laudator, der Spieltheoretiker Christian Rieck, bringt einen weiteren entscheidenden Aspekt: Wir wollen die Wahrheit nur dann erkennen, wenn wir materiell davon abhängig sind. Wer unabhängig davon gleich gut lebt, ob seine Weltsicht richtig oder falsch ist, hat keinen Anreiz zur Korrektur. Das erklärt mit erschreckender Präzision, warum sich Wissenschaftler, Journalisten und Politiker so hartnäckig an Narrative klammern, die längst falsifiziert sind: Weil das Gehalt weiterläuft. Weil die Fördergelder fliessen. Weil der Status erhalten bleibt. Die materielle Abhängigkeit vom Irrtum ist mächtiger als jede kognitive Dissonanz.
Drei Patienten aus Bonellis Praxis illustrieren das Prinzip mit der Treffsicherheit eines Skalpells. Der Mann, der noch nie mit jemandem gesprochen hat, der anderer Meinung ist – weil er weiss, wie die Fakten liegen. Die Frau, deren Mann «nie eine Affäre hatte» — während er wöchentlich Bordelle besuchte. Der Mensch, der 60’000 Euro an einen angeblichen Hollywood-Star überwiesen hat, den er nie getroffen hat. In allen drei Fällen dasselbe Muster: Die Wirklichkeit war vorhanden. Die Hardware funktionierte. Aber etwas – Eitelkeit, Bequemlichkeit, Angst vor der Konsequenz der Erkenntnis – hat verhindert, dass die Übereinstimmung zwischen Idee und Wirklichkeit hergestellt wurde.
Was für den Einzelnen im Therapiezimmer gilt, gilt für Gesellschaften im grossen Massstab. Die digitale Demenz, die Bonelli diagnostiziert – jene wachsende Unfähigkeit, länger als dreissig Sekunden konzentriert zu denken, kombiniert mit der vollständigen Auslagerung kognitiver Prozesse an ChatGPT und Algorithmen – ist kein technisches Problem. Es ist ein Wahrheitsproblem. Wer sein Denken auslagert, lagert auch seine Urteilsfähigkeit aus. Wer nicht mehr selbst prüft, kann nicht mehr selbst erkennen. Und wer nicht mehr selbst erkennen kann, ist manipulierbar auf einem Niveau, das jeden historischen Propagandaapparat vor Neid erblassen lässt.
Gramscis Konzept der kulturellen Hegemonie schimmert dabei als struktureller Hintergrund durch: Nicht durch direkte Gewalt, sondern durch die Besetzung des Rahmens, in dem gedacht werden darf, entscheidet sich, was als denkbar gilt. Wer den Rahmen setzt, setzt die Wahrheit. Und wer glaubt, er denke frei, denkt oft nur innerhalb der Grenzen, die andere für ihn gezogen haben – ohne es zu merken, weil das Gaslighting so subtil war, dass er die fremden Grenzen längst als eigene Überzeugungen internalisiert hat.
Bonellis Schlussfolgerung ist von bestechender Einfachheit: Wenn wir die Rückführung zur Wahrheit schaffen – wenn wir sie wieder sagen dürfen, wieder erkennen können und wieder sagen wollen – dann ist nicht nur Deutschland, sondern jede Gesellschaft zu retten, die sich das leisten will. Das Problem ist nicht, dass die Wahrheit schwer zu finden wäre. Das Problem ist, dass wir aufgehört haben zu suchen. Und das war keine Naturkatastrophe. Das war Absicht…
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: Dravens Radio from the Crypt! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
Duldest du Leugner auf deiner Seite?
Nein.
Immunitätsleugner, Impfschädenverharmloser und diejenigen, die das unendliche Leid von Kindern und alten Menschen negieren, sicher nicht!
Stubenhockers WICHTIGER Beitrag zu Politik, Kultur, Wissenschaft und Popeln
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