Unterschriftensammlung gegen das revidierte Überwachungsgesetz BÜPF

Die Gegner des revidierten Überwachungsgesetzes BÜPF haben mit der Unterschriftensammlung für das Referendum begonnen. Am Dienstag haben sie ihre Argumente dargelegt. Nein sagen die Gegner zu den damit verbundenen Verletzungen von Grund- und Freiheitsrechte, besonders aber nicht nur sind die im BÜPF beschriebenen Methoden, wie das Einschleusen eines Staatstrojaners den Gegnern ein Dorn im Auge.

Stop BÜPF

In der Frühjahrssession hatte das Parlament das revidierte Gesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) gutgeheissen. Damit soll die Überwachung Verdächtiger in Strafverfahren an die technologische Entwicklung angepasst werden. Neu dürften die Strafverfolgungsbehörden zum Beispiel Trojaner in Computer einschleusen, um diesen zu Überwachen und beispielsweise Skype-Gespräche mithören zu können. Sprich der Staat darf, sofern das revidierte BÜPF durch gewunken wird, Methoden von Hackern und Crackern anwenden und so die Grund- und Freiheitsrechte der Schweizer Bürger einschränken. Wie vieles heutzutage ist absolut unverhältnismässig, wie nicht nur wir finden.

Ein Aktionsbündnis, dem Jungparteien von rechts und links angehören stellt sich dagegen: die Junge SVP, die Jungfreisinnigen, die Jungen Grünliberalen und die JUSO. Hinzu kommen die Grünen, die Piratenpartei, Organisationen wie der Verein Grundrechte, die digitale Gesellschaft Schweiz oder die Operation Libero und die IT-Branche. Konkret kritisieren die Gegner, dass die Strafverfolgungsbehörden zur Verfolgung von Straftaten künftig Überwachungssoftware auf Computern oder Smartphones installieren dürften – und zwar nicht nur bei Mord oder Terrorismus, sondern schon bei relativ geringen Delikten wie Diebstahl. Aus Sicht der Gegner ist das nicht nur unverhältnismässig, sondern auch gefährlich: Zur Installation müssten Sicherheitslücken ausgenützt werden. Dadurch entsteht ein legaler Schwarzmarkt für Sicherheitslücken, die auch Kriminelle nutzen können.

Unterschriftensammlung gegen das revidierte Überwachungsgesetz BÜPF

Problematisch sind die Staatstrojaner aber laut den Gegnern auch deshalb, weil das System damit nicht nur überwacht, sondern auch beeinflussen oder Daten gar geändert werden können. So könnten Beweise manipuliert werden, der Staat kann nicht garantieren, dass das nicht geschieht. Darüber hinaus seien Staatstrojaner unnötig, argumentiert das Aktionsbündnis. Auch auf anderem Weg sei es nämlich möglich, verschlüsselte Kommunikation abzuhören. So arbeite etwa Skype und andere Anbieter auf Gerichtsbeschluss hin mit den Behörden zusammen. Auch könnten die Behörden Gruppen im Internet – etwa einen Kinderporno-Ring – infiltrieren, um an Informationen zu gelangen. Dass der Rechtshilfeweg viel Zeit in Anspruch nimmt und die Infiltration aufwändig ist, spricht aus Sicht der BÜPF-Gegner nicht gegen solche Methoden: Vielleicht sei das gar nicht schlecht, denn so sei das Risiko kleiner, dass die Behörden zu oft überwachen. Kritik übt das Aktionsbündnis auch daran, dass Telefonranddaten gespeichert werden, damit die Strafverfolgungsbehörden bei Bedarf darauf zugreifen können. Solche Daten geben Auskunft darüber, wer wann mit wem wie lange telefoniert hat. Hier bleibt zwar alles beim Alten: Die Daten würden – anders als zunächst geplant – mit dem revidierten Gesetz nicht länger aufbewahrt als heute. In den Augen der Gegner sollte die Vorratsdatenspeicherung indes generell abgeschafft werden. Zumindest aber sollten die Daten in der Schweiz gelagert werden müssen.

https://stopbuepf.ch/

Die Gegner haben nun bis zum 7. Juli Zeit, 50’000 Unterschriften zu sammeln, was ihnen hoffentlich auch gelingen wird. Wer aktiv mithelfen will, die Unterschriften zusammen zu kriegen, findet auf Stop BÜPF alles was es dazu braucht, Unterschriftenbogen, Passantenstopper und Broschüren. Viel Erfolg!

Nostalgische Kleinkunst vom Retronator

Nostalgische Kleinkunst vom Retronator

Wunderschön nostalgische Pixel-Art vom Retronator, der das Ding einst für das Joker-Magazin entworfen und nun auch als Poster rausgebracht hat. Mit dabei sind u.a. Spiderman, Schlumpfine, dem dreiköpfigen Affen aus Monkey Island, Mario & Luigi, Sonic & Tales, Superman, Breakdancern, einer fingerboardenden Hand, den Tentakeln aus DOTT, Lemmingen und Darth Vader

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Tribute Pixel Art Poster Timelapse

Gesichtsausdrücke in Videos in Echtzeit verändern

Freunde, es ist die Zeit gekommen, alles anzuzweifeln. Laut Vor- und Abspann ein Werk aus der Uni Erlangen und dem Max-Planck-Institut, mit Einsprengseln aus Stanford, US&A – eine Kaderschmiede gleich neben dem Silicon Valley. Elaborierte Manipulationstechniken für Massenmedien von den Guten aus der westlichen Wertegemeinschaft. Alles für den guten Zweck. Freiheit und Menschenrechte und so. Ich frage mich, mit welcher Intention Leute an solchen Projekten arbeiten. Da reden sie einen Einsatzzweck herbei: Man könnte z.B. bei mehrsprachigen Videokonferenzen mit Echtzeit-Übersetzung dem Redner die Mimik des Übersetzers aufprägen, damit Bild und Ton zusammenpassen. Ist ja eigentlich auch ganz offensichtlich. Da hätten wir ja auch drauf kommen können. Ein riesiges Menschheitsproblem steht vor der Lösung. Ich hätte jetzt mindestens mal was mit Medizin, Krankeitsbekämpfung und der Rettung von Menschenleben erwartet. Das zieht immer. Telemedizin, Remote-Arzt, mehrsprachige Medizin-KI mit Avatar und dieser mit zur Sprache passender Mundbewegung. Irgend sowas. Muss man die Ausreden denn jetzt soufflieren? Es wird Zeit, 1984 mal wieder hervorzukramen. „The past was erased, the erasure was forgotten, the lie became truth.“

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Face2Face: Real-time Face Capture and Reenactment of RGB Videos (CVPR 2016 Oral)

Nefertiti Hack

Nefertiti HackGeniale Aktion von Nora Al-Badri und Jan Nikolai Nelles, die eine Skulptur des Kopfs der Nofretete im Neuen Museum Berlin illegal scannten, den Kopf in einem 3D-Drucker reproduzierten und die Skulptur so in ihr Heimatland Ägypten zurückbrachten. Virtueller Kunstraub und Kommentar zu geistigem Eigentum anhand von antiken Kunstwerken. Im Grunde kann man mit jedem Fotoapparat mittlerweile 3D-Scans erzeugen. Man braucht keine Laser mehr, nur viele Fotos von dem Objekt. Somit kann man in jedes Museum reinspazieren und jedes Objekt „3D scannen“. Ist das dann illegal? Fotografieren ist ja oft nicht illegal. Ist dann das Bereitstellen der 3D Daten illegal? Damit müssen sich dann wohl Richter in Zukunft auseinander setzen, wenn die ersten Skulpturen von Jeff Koons auf den Heim-Drucker gedruckt werden…

Nefertiti is returning to the place where it was found. For the first time since the sculpture was excavated and stolen over 100 years ago, the iconic artefact will be shown in Cairo. “ “The Other Nefertiti” is an artistic intervention by the two German artists Nora Al-Badri and Jan Nikolai Nelles. Al-Badri and Nelles scanned the head of Nefertiti clandestinely in the Neues Museum Berlin without permission of the Museum and they hereby announce the release of the 3D data of Nefertitis head under a Creative Commons Licence.
The artists 3D-Print exhibited in Cairo is the most precise scan ever made public of the original head of Nefertiti. With regard to the notion of belonging and possession of objects of other cultures, the artists intention is to make cultural objects publicly accessible. The Neues Museum in Berlin until today does not allow any access to the head of Nefertiti nor to the data from their scan.

Zu ihrem Museums-Hack hatten die beiden einen Vortrag beim 32c3, das Video dazu hier:

ARVE Fehler:
Thats all folks! - Video not available

Computerfieber: Die neue Lust im deutschen Familienalltag

Eine Dokumentation von Thomas Schadt und Andreas Weiser aus dem Jahre 1984, in der es um die zunehmende Verbreitung von Computern in deutschen Haushalten geht, aber auch um die Frage inwiefern sie das Leben der Menschen beeinflussen. Mit einem Jungen, der die Zukunft voraussagt – und mit allem Recht hat, bis auf den Weltuntergang, der ja überraschenderweise nicht passiert ist. Fast hätte er sogar „Internet“ gesagt, dann ist ihm aber wohl wieder eingefallen, dass es das Wort ja noch gar nicht gibt…

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Computerfieber - Die neue Lust im deutschen Familienalltag (NDR 1984)

In Search of The Most Dangerous Town On the Internet

Hier eine Dokumentation über moderne Hacker – und darüber was sie im Cyberspace heutzutage so alles anstellen können. Und wie immer, wenn es um Hacker geht, ist auch hier wieder alles sehr bedrohlich und dunkeldüster aufgezogen. Liegt aber vielleicht auch daran, dass das Ding von Norton stammt, die uns ja bekanntlich Sicherheit im Internet verkaufen wollen und das kann man natürlich besser, wenn der Kunde erfährt, wie gefährlich und unsicher doch alles inzwischen ist…

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In Search of The Most Dangerous Town On the Internet - Episode 1

Avoid Humans: Webapp warnt vor anderen Menschen

Nach alle den Social Networks haben die Leute auch mal wieder Bock auf die süsse Einsamkeit. Aber wo kann man schon einsam sein? Die Website Avoid Humans ermittelt anhand der Anzahl von Foursquare und Instagram Check-Ins, wo die meisten Menschen rumschwirren. Umgekehrt spricht die App Empfehlungen aus, wo man seine verdammte Ruhe hat…

Avoid Humans: Webapp warnt vor anderen Menschen

GMail: Mit Sortd wird deine Inbox zur ToDo-Liste

Sortd schickt sich an, Nutzern von Gmail den Umgang mit ihrem Postfach durch eine integrierte ToDo-Liste zu erleichtern. Das ist natürlich nicht neu, zum Beispiel haben Lösungen wie Mailbox oder Mailpilot sich immerhin darauf spezialisiert, den Wust an E-Mails in Ordnung zu bringen und daraus mehr oder weniger gute Aufgabensysteme abzuleiten. Aber Gmail-Nutzer wollen ihre E-Mails möglichst über die altbekannte Weboberfläche nutzen, den diese ist schnell, bietet universellen Zugriff und wurde von Google mit spannenden Funktionen ausgestattet. Rundumlösungen zum Erstellen von ToDo-Listen sucht man bislang jedoch vergebens.

Sortd for GMail

Sortd erlaubt Nutzern, ihr Postfach in eine ToDo-Liste ähnlich der Kanban-Methode zu verwandeln – direkt in der Weboberfläche und im Postfach. Werden E-Mails also nicht sofort beantwortet und archiviert, können diese ganz einfach per Drag-and-Drop als Arbeitspakete auf eine angrenzende Spaltenübersicht gezogen werden. Nutzer können diese Spaltenübersicht beliebig betiteln, verschieben und sogar eigene Farben festlegen. Praktisch ist auch die Möglichkeit, ursprüngliche Betreffzeilen von E-Mails in der ToDo-Liste umzubenennen – schliesslich lässt sich nicht aus jeder Betreffzeile unmittelbar eine konkrete Aufgabe ableiten. So organisierte E-Mails können ausserdem um Notizen ergänzt, in der Liste beantwortet oder mit einer Schlummerfunktion aufgeschoben werden.

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Sortd Intro

Sortd macht einen wirklich ordentlichen Eindruck, bedenkt man, dass die Erweiterung sich derzeit noch in einer geschlossenen Testphase befindet. Sortd ist kostenlos und ausschliesslich Nutzern von Google Chrome vorbehalten. Die Erweiterung kann jedoch mühelos über eine Anmeldung unter Angabe der E-Mail-Adresse installiert werden. Danach kann Sortd zumindest vorerst in der Weboberfläche für mehr Produktivität sorgen, auf dem Smartphone ist ein Abruf der ToDo-Liste nämlich noch nicht möglich. Den Entwicklern zufolge wird an einer Lösung aber bereits gearbeitet.

Übrigens: Wer noch mehr aus seiner Inbox herausholen möchte, findet in unserem Artikel „Hol’ mehr aus deiner Inbox heraus: 10 geniale Gmail-Extensions für Vielnutzer“ weitere Tooltipps.

Installing 2016

„Möchten Sie 2015 wirklich in den Papierkorb verschieben?“ Jepp, definitiv. Und den Papierkorb leeren. Und die Festplatte formatieren. Und den Laptop aus dem Fenster schmeissen. Und anzünden.

Installing 2016

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