Zwei Flaschen Wein, im Juni 2020 an eine Privatadresse in Maryland geliefert, als Dankeschön für Mauscheleien hinter den Kulissen. Für diesen Tarif hat sich David Morens, langjähriger Chefberater in Anthony Faucis Seuchenbehörde, am 18. August 2026 vor einem US-Bundesgericht der Verschwörung schuldig bekannt. In der Schweiz flossen während der Pandemie vertrauliche Bundesratsgeschäfte aus dem Gesundheitsdepartement direkt in die Chefetage des Blick-Verlags. Bestraft wurde dafür niemand, im Gegenteil: Die Bundesanwaltschaft sprach dem Kommunikationschef laut Medienberichten über 100’000 Franken Entschädigung zu.

Wie die Schweiz ihre Corona-Leaks vergoldet: Berset in der Villa, Walder an der Marina

Während Washington Akten öffnet, versiegelt Bern sie. Der damalige Gesundheitsminister residiert inzwischen im Stadtpalais des Europarats, der Verlagschef bittet wieder zum Sommerfest am See und die eigene Zeitung liefert den Hofbericht gleich mit.

Amerika holt die Handschellen aus der Schublade

Die US-Justiz beschreibt den Deal in ihrer Mitteilung zum Schuldbekenntnis ohne jede Poesie. Morens und zwei Mitverschwörer wickelten ihre Korrespondenz über ein privates Gmail-Konto ab, damit Auskunftsgesuche nach dem Öffentlichkeitsgesetz ins Leere liefen. Interna reichten sie per Hinterkanal an einen «Senior NIAID Official 1» weiter, hinter dem die Gerichtsakten laut CBS News Fauci selbst vermuten lassen. Als Gegenleistung für den Wein bot Morens einen Fachkommentar an, der den natürlichen Ursprung des Virus verteidigt. Das Strafmass folgt am 12. November. Fauci ist in diesem Verfahren nicht angeklagt, flüchtete sich aber Ende Juli vor dem Senat über hundertmal in den Fünften Verfassungszusatz, laut PBS sogar bei der Frage nach dem Wochentag und der Farbe seiner Krawatte. Der Ausschuss stimmte für eine Anzeige wegen Missachtung des Kongresses, drei Bundesstaaten kündigten Vorladungen an, die sein Präsidentenpardon nicht abdeckt. Die Vorgeschichte steht in Die Corona-Verschwörung war nie eine Theorie und in Faucis Chatverläufen über Impfempfehlungen ohne Daten.

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Der Verlagschef als Pressestelle der Regierung

Hierzulande genügte ein Satz an einem Management-Talk. Am 3. Februar 2021 erklärte Ringier-Chef Marc Walder, er habe in allen Ländern des Konzerns angeordnet, die Regierung durch die Berichterstattung zu unterstützen. Dazu kam die Bitte, das möge im kleinen Kreis bleiben, wie 20 Minuten aus dem Video zitierten. Es blieb nicht im Kreis. Es landete kurz vor der Abstimmung über ein Mediengesetz im Netz, das die Subventionen für private Verlage vervielfachen sollte. Ringier liess ausrichten, es gebe weder Maulkorb noch Weisungen und ein Forscher der Universität Zürich hielt fest, das Video allein beweise keinen Eingriff in den Redaktionsalltag. Wie die Hauskultur trotzdem funktionierte, erzählte Peter Rothenbühler, einst Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten»: Seine Kolumne gegen Berset erschien 2020 nie, weil es nicht opportun sei, den Minister anzugreifen. Das Video selbst liegt seit Jahren in Ringiergate, die Steuermillionen für die Corona-Kampagnen der Verlage in Bund zahlte Medien 22 Millionen Franken.

Die Standleitung, die kein Gericht öffnen darf

Ein Sonderermittler stiess 2022 bei der Crypto-Untersuchung auf Zufallsfunde: Bersets Kommunikationschef Peter Lauener soll Walder wiederholt mit vertraulichen Covid-Geschäften des Bundesrats versorgt haben. Die Geschäftsprüfungskommissionen zählten später 38 Bundesratssitzungen mit Indiskretionen. Sie bestätigten, dass Walder vertraulich klassifizierte Informationen erhielt und Berset vom regelmässigen Kontakt wusste. Belege, dass er die Lecks bestellte oder deren Inhalt kannte, fanden sie keine, ebenso wenig Spuren der Informationen im Blatt. Die Quellenlage nannten sie selbst sehr lückenhaft.

Den Rest erledigte die Justiz. Die Bundesanwaltschaft wollte Walders Mails mit Lauener und ausdrücklich auch jene mit Alain Berset auswerten. Das Bundesgericht verweigerte es. Ein Konzernchef gilt dort als «Hilfsperson» der Medienproduktion, in einer Reihe mit Sekretariat, Korrektorat und Druckerei. Das Motiv des Informanten, selbst ein «täuschendes», spiele für den Quellenschutz keine Rolle. Auch der Verdacht, über die Medien Druck auf die Landesregierung erzeugt zu haben, änderte daran nichts. Das Verfahren wurde eingestellt. Lauener erhielt laut watson über 100’000 Franken, eine Zahl, welche die Bundesanwaltschaft nicht bestätigte. Walder wollte ebenfalls entschädigt werden. Abgelehnt, er war nie Beschuldigter. Wie das damals roch, steht in «Ist Alain Berset am Ende?»

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Villa, Marina und die Rechnung fürs Volk

Berset bezog 2024 als Generalsekretär des Europarats die Villa Massol, ein Stadtpalais mit rund 950 Quadratmetern Wohnfläche, Hof und Garten, gemietet für die fünfjährige Amtszeit. Walder lud im Juli 2026 gemeinsam mit Ticketcorner zum traditionellen Flying Dinner an die Marina des Fünfsternehotels Eden Roc in Ascona. Gemeldet hat es der Blick, also das Blatt des Gastgebers, als Bildstrecke mit Moderatorin, Ex-Nati-Stars und Plaudereien über die Hitze. Die Ringier-Festtafeln im Tessin kannten übrigens jahrelang einen Stammgast aus dem Bundesrat, der laut CH Media fast nie fehlte: Alain Berset.

Die Rechnung liegt derweil beim Bund. Er stellte für die Pandemie rund 35 Milliarden Franken bereit, Ende 2025 standen noch 26,3 Milliarden Fehlbetrag in den Büchern, abzutragen bis 2035. Wie sich die Branche dabei selbst beweihräuchert, zeigte schon das Swissmediaforum der Medienmogule.

Redaktionsgeheimnis für die Macht

Amerika hat einen Beamten, dem für zwei Flaschen Wein fünf Jahre Haft drohen. Die Schweiz hat ein Bundesgericht, das den Draht zwischen Ministerbüro und Verlagsetage zum Redaktionsgeheimnis erklärt, einen Ex-Minister mit Dienstvilla und einen Verlagschef, der wieder zu Tisch bittet. Korruption benötigt hierzulande keine Koffer voller Bargeld. Ihr genügen Tischordnungen, Stammgastlisten und ein Gesetzesartikel, der den Konzernchef zum Drucker macht. Wohin das führt, beschreibt wie man kritischen Journalismus abschafft und ihn trotzdem so nennt. Die Mails bleiben versiegelt. Die Villa bleibt bewohnt. Die Marina bleibt reserviert. Ein ganzes Land sieht zu, wie Ministerbüro und Boulevard ihre Absprachen in einem Tresor verschliessen – und nennt dies «Pressefreiheit»!

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Transparenzhinweis: Illustrationen wurden digital erstellt und dienen der Veranschaulichung. Der Beitrag wurde redaktionell geprüft und verantwortet.

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draven flag NEU quadrat 300 2«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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