Salim kam mit 14 nach Deutschland. Kein Deutsch, kein Plan, kein kulturelles Handbuch. Fünf Jahre später gewinnt er einen Comedy-Preis. Manche nennen das Integration. Andere nennen es Talent. Vielleicht war es einfach Beobachtungsgabe. Wer neu in ein System kommt, sieht Dinge, die die Alteingesessenen längst für «normal» halten. Und genau da wird es unangenehm.

Während viele Deutsche noch glauben, sie lebten im moralischen Premiumsegment der Weltgeschichte, analysiert Salim das Land wie ein Aussenprüfer mit Humor. Er spricht von politischen Methoden, die erschreckend vertraut klingen – nur dieses Mal geschniegelt, juristisch sauber verpackt und mit demokratischem Etikett versehen. Geschichte wiederholt sich nicht, sie optimiert sich.

Er sagt, deutsche Pässe würden verteilt wie Süssigkeiten. Provokant? Natürlich. Aber Provokation ist das letzte Mittel, wenn Selbstkritik zur Mangelware geworden ist. Deutschland liebt Regeln, liebt Ordnung, liebt Haltung. Und gleichzeitig wirkt vieles beliebig. Streng im Ton, flexibel in der Anwendung.

Nach fünf Jahren geht Salim in die Schweiz. Nicht aus Not. Aus Nüchternheit. Vielleicht war ihm die moralische Dauerbeschallung einfach zu laut. Vielleicht war es die Erkenntnis, dass ein Land, das ständig über Toleranz spricht, erstaunlich dünnhäutig reagiert, wenn jemand den Spiegel hochhält.

Das Erschreckende ist nicht, was er sagt. Erschreckend ist, wie reflexhaft reagiert wird. Statt zu prüfen, wird empört. Statt zu diskutieren, wird etikettiert.

Ein Migrant hält Deutschland den Spiegel vor. Das Bild wirkt verstörend. Nicht, weil es von aussen kommt. Sondern weil es innen entstanden ist…

Integration abgeschlossen. System durchschaut.
Integration abgeschlossen. System durchschaut.

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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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