Es gibt Fragen, die stellt die Philosophie seit Jahrtausenden. Und dann gibt es Fragen, bei denen man sich wundert, warum sie nicht längst jeder begriffen hat. Besitzt du etwas – oder besitzt es dich? Klingt nach Zen-Kalender-Weisheit, ist aber bei näherer Betrachtung ein ziemlich brutales diagnostisches Werkzeug. Besonders dann, wenn man es auf Menschen anwendet, die Macht ausüben.

Der Buddhismus hat dafür eine elegante Unterscheidung. Du kannst einen Lamborghini haben. Schön. Gut für dich. Aber jetzt stell dir vor, der Wagen wird gestohlen. Was passiert in dir? Wenn dein erster Gedanke ist: «Na und, dann fahre ich halt wieder Velo» – herzlichen Glückwunsch, du besitzt den Lamborghini. Wenn du aber bei dem blossen Gedanken ins Schwitzen kommst, dein Puls steigt und du drei Nächte nicht schläfst – dann gehört der Lamborghini dir nicht. Du gehörst ihm. Der Unterschied ist fundamental. Und er ist bei den meisten Menschen erschreckend eindeutig, sobald man genauer hinschaut.

Das gleiche Prinzip gilt für das Schloss. Du kannst in einem Schloss wohnen, es geniessen, darin leben. Aber wenn du vertrieben wirst und dein einziger Gedanke ist «Na gut, anderswo gibt’s auch schöne Häuser» – dann hattest du das Schloss. Wenn dich der Gedanke hingegen innerlich zerfrisst, wenn Verlust sich anfühlt wie Amputation – dann hatte das Schloss dich. Immer gehabt. Du warst nur zu beschäftigt mit Besitzen, um es zu merken.

Jetzt wird es unangenehm. Denn dasselbe Prinzip lässt sich selbstverständlich auf Macht anwenden. Auf Ämter. Auf Mandate. Auf all jene Menschen, die sich Parlamentarier, Politiker oder Entscheidungsträger nennen und dabei so tun, als wäre das ein Dienst am Gemeinwohl.

Stell dir die Frage: Was passiert in einem Politiker, wenn er an den Verlust seiner Macht denkt? An Abwahl, Rücktritt, das Ende des Mandats? Wenn die Antwort innere Ruhe ist – wenn der Gedanke ihn schlicht nicht beunruhigt – dann bekleidet er sein Amt. Er hat es, er übt es aus, er könnte auch ohne es leben. Wenn der Gedanke ihn aber beunruhigt? Wenn Abwahl sich anfühlt wie Tod? Dann ist er von der Macht besessen. Nicht umgekehrt. Er dient nicht dem Amt – das Amt hält ihn am Leben. Und jetzt stelle man sich vor, wie viele Parlamentarier genau in diesem Moment genau dieses Gefühl kennen. Die ehrliche Antwort ist: die meisten.

Das erklärt einiges. Warum Politiker klammern, taktieren, lügen, sich verbiegen – nicht für das Volk, sondern für den Erhalt ihres eigenen Zustands. Die Macht besitzt sie vollständig und sie merken es nicht einmal. Oder schlimmer: Sie merken es – und nennen es Verantwortung. Besitz oder Besessenheit. Die Diagnose ist einfach. Die Konsequenzen sind es nicht.

Gemischte Herrensauna - Platon, Thiel & Buddha : 7. Aufguss " Besitz oder Besessenheit"
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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

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