Auf der einen Seite Frédéric Auguste Bartholdi, der elsässische Monumental-Architekt, der seine Freiheitsstatue in 93 Metern Kupferblech zusammenschraubte – ein politisches Geschenk an die USA, halb Kunstwerk, halb diplomatischer PR-Stunt mit Eiffel als statischer Krücke. Gegenüber Michelangelo Buonarroti, Renaissance-Berserker mit Hammer und Meissel, der aus einem ramponierten Marmorblock, den zwei Vorgänger entnervt liegen gelassen hatten, fünf Meter blanke Perfektion herausschlug.
Bartholdi hatte ein Ingenieurbüro, Industrieproduktion und drei Jahre Werkstatt. Michelangelo hatte einen verkorksten Stein und drei Jahre Einzelkampf. Der eine baute ein Denkmal, das man vom Schiff aus erkennt. Der andere meisselte einen nackten Halbwüchsigen, den die Welt seit 500 Jahren anstarrt, ohne dass er einen Zentimeter Strahlkraft verloren hätte.
Grösse ist Statistik, Können ist Geschichte! Liberty muss alle paar Jahrzehnte aufpoliert werden, damit sie nicht grün anläuft – David steht einfach da und blamiert fünf Jahrhunderte lang die Konkurrenz! Wer 93 Meter benötigt, um Eindruck zu machen, hat das Wesentliche verfehlt – und nennt dies «Monument»!
(via Yurii Yeltsov)






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