Es gibt Auftritte, die mehr verraten als jedes geleakte Dokument. Und dann gibt es NATO-Generalschuhputzer Mark «Psycho» Rutte, der dem mächtigsten Mann der westlichen Welt eine vergoldete Schautafel mit roten Balken ins Oval Office schleppt, um ihm vorzurechnen, wie prächtig man gerade am Krieg verdient (siehe dazu das Video am Ende des Artikels).

Der Generalsekretär der Nordatlantischen Verteidigungsorganisation (NATO) reiste vergangene Woche nach Washington, kniete sich ins Goldzimmer und stellte zwei Staffeleien auf. Beschriftung in Gold, Balken in Blutrot. Die eine Tafel hiess «The Trump Trillion», die andere «The Trump 47 Effect». Keine geheime Hinterzimmer-Notiz, sondern eine öffentlich präsentierte Folie auf Hartkarton, die mit der Begeisterung eines Staubsaugervertreters den Geldfluss illustrierte, der seit 2017 aus europäischen und kanadischen Steuerkassen in die Rüstung gepumpt wird.

Wie ein NATO-Generalsekretär das Geschäftsmodell Krieg versehentlich offenlegte

Die Zahl, die alles sagt
1,2 Billionen Dollar zusätzliche Verteidigungsausgaben hätten Europäer und Kanadier seit Trumps erster Amtszeit aufgewendet, verkündete «Psycho» Rutte sichtlich stolz. Allein in zwei Jahren über 250 Milliarden mehr. 54 Milliarden flossen voriges Jahr direkt in die US-Rüstungsindustrie, der Auftragsbestand stehe nun bei 300 Milliarden, das Ganze sichere fast 200’000 Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der oberste Repräsentant eines angeblichen Verteidigungsbündnisses stellt sich hin und preist als Erfolg, dass europäisches Volksvermögen in amerikanische Waffenfabriken umgeleitet wird. Nicht in Schulen, nicht in Spitäler, nicht in Bahnstrecken, nicht in Renten. In Marschflugkörper.

Das ist demütigender als jedes verlorene Fussballspiel. Da steht ein erwachsener Mann mit einem Idiotenbalken vor einem Präsidenten, der das eigentlich wissen müsste und erklärt ihm mit Zeigegeste, wie sehr seine Rüstungsfreunde gerade absahnen. Vor allem an den Europäern, deren politische Klasse sich offenbar darauf geeinigt hat, dass die Bürger das schon irgendwie verkraften werden. Und damit auch der letzte Skeptiker mitklatscht, wird die Geldumleitung als Wohltat verkauft: Schaut her, all die schönen Arbeitsplätze, die das in Amerika schafft. Als wäre es ein Akt europäischer Nächstenliebe, die eigenen Spitäler verrotten zu lassen, damit in Ohio und Pennsylvania die Fliessbänder für Raketen laufen. Wer Beschäftigungspolitik betreiben will, baut Brücken. Wer Vermögen umverteilt, baut Sprengköpfe und nennt es Solidarität.

Wie ein NATO-Generalsekretär das Geschäftsmodell Krieg versehentlich offenlegte

Das eigentliche Geschäftsmodell
Was «Psycho» Rutte da unfreiwillig vorführte, ist nicht der Erfolg einer Sicherheitspolitik. Es ist die Betriebsanleitung einer Geldwaschanlage. Schon 2011 beschrieb Julian Assange in John Pilgers Dokumentation «The War You Don’t See» das Prinzip mit klinischer Kälte: Das Ziel sei ein endloser Krieg, kein erfolgreicher Krieg – ein Mechanismus, um Geld aus den Steuerbasen der USA und Europas herauszuwaschen und in die Hände einer transnationalen Sicherheitselite zu spülen. Damals hielt man ihn für einen Spinner. Heute steht ein NATO-Generalschuhputzer im Oval Office und bestätigt die These auf Hartkarton mit Goldrand.

Das ganze Werte-, Moral- und Sicherheitsgerede, das die Kriege medienredundant begleitet, dient genau einem Zweck: Es soll dir eine Legitimationsgrundlage liefern, die du im besten Fall noch selbst nachplapperst, damit dein Geld dauerhaft eben nicht bei dir landet. Sondern in einem Arsenal, das ein paar Rüstungskonzerne reicher macht. Der Endlos-Krieg ist kein Betriebsunfall der Geschichte, er ist das Produkt. Wer das für Polemik hält, sollte sich ansehen, wie verlässlich der Nachschub an Feindbildern organisiert wird.

Wie man einen frischen Krieg bestellt
Der Beweis liegt im Ablauf. Zwanzig Jahre lang lief die Anlage in Afghanistan, wo angeblich «unsere Freiheit» verteidigt wurde. Über zwei Billionen Dollar, abgeschlossen mit einem überstürzten Abzug Ende August 2021, das vollausgestattete Material den Taliban überlassen. Jedem war klar: Nun braucht es schnell einen neuen Schauplatz mit frischem Gefahrennarrativ, um die grosse Wäsche fortzusetzen.

Es dauerte keine fünf Monate. Im Februar 2022 begann der Krieg in der Ukraine. Und als sich die unmittelbar beteiligten Parteien im März und April 2022 in Istanbul bereits auf einen Entwurf zugearbeitet hatten, reiste der damalige britische Premier Boris Johnson am 9. April nach Kiew. Was dort genau gesprochen wurde, ist umstritten – die einen nennen es Sabotage, die anderen eine blosse Empfehlung. Doch Ukraines damaliger Chefunterhändler David Arahamiya bestätigte später öffentlich, die Botschaft habe gelautet, man solle nichts unterschreiben und weiterkämpfen. Wer die Kausalität für bewiesen hält, irrt. Wer sie für ausgeschlossen hält, ebenso.

Wie ein NATO-Generalsekretär das Geschäftsmodell Krieg versehentlich offenlegte

Vier Jahre und über 380 Milliarden Dollar an westlichen Hilfszusagen später dürfte den meisten dämmern, worum es hier wirklich geht. Doch eine Geldwaschanlage kennt keine Sättigung, sie kennt nur den nächsten Schauplatz. Kaum war im Februar 2026 der nächste eröffnet – dieses Mal der Iran – reiste «Psycho» Rutte nach Washington, um Trumps Verstimmung über die mangelnde Bündnishilfe zu glätten. Mit Schautafel, versteht sich. Und mit der bemerkenswerten Volte, den Iran im selben Atemzug pauschal zum Exporteur von «Chaos und Terrorismus» zu erklären – das obligate Feindbild, frisch lackiert, damit die Wäsche weiterlaufen kann. Der Schauplatz wechselt, das Drehbuch bleibt. Erst die Gefahr beschwören, dann die Kassen öffnen, am Ende die Tafel mit den roten Balken hochhalten.

Es geht um Geld. Und zwar um deines
Mark «Psycho» Rutte führt es dir begeistert und persönlich vor. Bei der NATO geht es nicht um Gefahren oder Sicherheit, nicht um Zerstörung oder Menschenleben, nicht um Verteidigung oder Werte. Es geht um Geld. Wer den Krieg bestellt, zahlt ihn bekanntlich nie selbst – das übernehmen andere.

Wir möchten an dieser Stelle pflichtschuldig darauf hinweisen, dass Mark «Psycho» Rutte unserer Kenntnis nach noch immer mit seiner Mutter zusammenwohnt. Und bitte sparen dir den Einwand, die alte Dame sei längst verstorben. Das war die Mutter von Norman Bates in Hitchcocks «Psycho» auch.

Lerne also die Lektion, die dir niemand auf Goldkarton präsentiert. Dass ein Verteidigungsbündnis stolz vorrechnet, wie es dein Geld in fremde Fabriken umleitet. Dass die Moral immer dann am lautesten gepredigt wird, wenn die Kasse am leisesten klingelt. Und dass der einzige Krieg, den diese Klasse zuverlässig gewinnt, der gegen deinen Geldbeutel ist!

Wie der NATO-Generalsekretär das Geschäftsmodell Krieg versehentlich offenlegte
Wie der NATO-Generalsekretär das Geschäftsmodell Krieg versehentlich offenlegte

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