Als die Akteure der Orangefarbenen Revolution bei den Präsidentschaftswahlen 2004 den Sieg davontrugen, herrschte Aufbruchsstimmung in der Ukraine. Nach mehrwöchigen Protesten gegen Wahlfälschungen musste der amtierende Ministerpräsident, Wiktor Janukowitsch, seine Niederlage eingestehen. Was ist aus dieser Welle der Hoffnung geworden? Ist es der moskautreuen Oligarchie gelungen, die Demokratiebewegung zu unterdrücken?

Die Ukrainer sind schon seit Jahrhunderten an Fremdherrschaft gewöhnt. Ihre Geschichte ist vom Kampf um Unabhängigkeit und Freiheit geprägt. Durch die ständige Bedrohung und den schwierigen Weg zur Selbstbestimmung haben die Ukrainer die Fähigkeit zu Widerstand und Hoffnung entwickelt. Die Dokumentation gibt Einblick in das wechselhafte Schicksal eines Volkes, das schon immer nach demokratischer Selbstbestimmung strebte. Die Wurzeln der Demokratie reichen in der Ukraine bis ins 16. Jahrhundert zurück. Damals flohen die Kosaken (das Wort bedeutet «freie Krieger») aus Polen, wo sie wie Sklaven behandelt wurden, und siedelten sich am Ufer des Dnjepr an. Als überzeugte Christen führten sie neue Regeln für das gemeinschaftliche Leben ein. Ihr Anführer wurde demokratisch gewählt. Doch ihre Freiheit währte nicht lange. 1664 mussten sie vor den Polen zurückweichen. Sie baten ihre russischen Brüder um Unterstützung und unterzeichneten ein Abkommen, durch das sie ihre Freiheit für immer verloren. Dies war der Anfang eines tragischen Schicksals, das sich bis heute mehrfach wiederholte. Die Demokratie, die sich die Ukrainer nach der Orangefarbenen Revolution im Jahr 2004 erhofft hatten, ist zu einer «Kriminokratie» verkommen, und der amtierende Präsident Wiktor Janukowitsch steht an der Spitze einer postsowjetischen Elite, die ihren Vorgängern an Grausamkeit in nichts nachsteht.

Die Dokumentation gibt einen Überblick über die Geschichte dieser Nation. Er beleuchtet den Wechsel zwischen Freiheit und Repression und zeigt die Auswirkungen der russischen Herrschaft auf ein Land, das heute im Chaos zu versinken droht. Die Ukraine erlitt in der Vergangenheit mehrere unvorstellbar harte Schicksalsschläge: Von 1930 bis 1932 provozierte Stalin eine Hungersnot, bekannt als «Holodomor», der mehrere Millionen Menschen zum Opfer fielen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlangte die Ukraine 1991 endlich die Unabhängigkeit. Während der Kampagne für die Präsidentschaftswahlen 2004 wurde Wiktor Juschtschenko, der Kandidat der Oppositionspartei, vergiftet. Die Orangefarbene Revolution verhalf ihm schließlich an die Macht, doch nach nur neun Monaten kam es zum Zerwürfnis mit seiner Energieministerin Julia Timoschenko. Seine fünf Jahre im Amt verliefen enttäuschend: Sie waren geprägt von politischer Instabilität und einer katastrophalen Finanzlage, obwohl die Ukraine zu den ressourcenreichsten Ländern Europas gehört und über die nötigen Mittel zur Autonomie verfügt. Bei den Präsidentschaftswahlen 2010 brachte die Bevölkerung ihre Enttäuschung über Juschtschenko zum Ausdruck und wählte den prorussischen Wiktor Janukowitsch. Julia Timoschenko, die «Gasprinzessin», unterlag mit einem Rückstand von nur vier Prozent. Für die Bevölkerung brachen wieder schwere Zeiten an, geprägt von staatlichem Banditentum, den Interessen halbkrimineller Oligarchen und Repression. Die Ukrainer wachten auf und rebellierten. Julia Timoschenko wurde inhaftiert. Heute verlassen die jungen Ukrainer ihr Land, um im Ausland zu studieren. Kleine Unternehmen, die Übergriffen durch die Polizei ausgesetzt sind, schließen und wandern ebenfalls ab. Ebenso ausländische Investoren, mit Ausnahme der Russen. Denn es ist ganz in ihrem Interesse, die Ukraine zu schwächen. Nach Aussage von Freedom House ist die Ukraine eines der repressivsten Länder Europas.

Der Film erzählt die Geschichte der Ukraine aus der Sicht der Menschen, die sie von der Sowjetära bis heute selbst erlebt haben: alle Präsidenten der Ukraine, internationale Fachleute in der Diaspora und Menschen aus dem Volk wie Miroslawa Leschenko, Völkermord- und Gulag-Überlebende und Heckenschützin im Zweiten Weltkrieg. Die Tochter eines Revolutionärs starb 2011 während der Dreharbeiten. Dieser Film ist ihr gewidmet.

Ukraine: Demokratie mit Hindernissen (Teil 2 I ARTE I 2012)
Ukraine: Demokratie mit Hindernissen (Teil 2 I ARTE I 2012)

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