Wer öffentlich «Vielfalt» predigt, dabei aber jeden in die Aussenseiterzone schiebt, der nicht in den schmalen Toleranz-Korridor passt, betreibt keine Aufklärung, Inklusion oder Toleranz. Er betreibt Zwang und Konformismus im Regenbogen-Anstrich.

Das Hakenkreuz im Regenbogen-Anstrich

Buntfaschismus ist das Wort, das diese Konstellation ausnüchtert. Pluralismus als Etikett, Konformismus als Praxis, Ausgrenzung als Geschäftsmodell. Wer den Begriff hört und reflexhaft «Querdenker!» ruft, hat das Wesen der Sache bereits bestätigt – und das ist die kleinste Pointe in diesem Spiel.

Bunt im Logo, totalitär im Reflex
Der Begriff zirkuliert seit Jahren in jenen Ecken des Netzes, die der staatlich kuratierte Diskurs offiziell «abseitig» nennt. Bei Ansage beschreibt er den Versuch, einzelne Biografien medial zu pulverisieren, sobald die betreffende Person sich der Diversity-Liturgie entzieht. Bei Philosophia Perennis wird er zum Etikett für einen Faschismus, der sich nicht mehr so nennt und genau deshalb erfolgreich operiert. Beide haben verstanden, was der Mainstream nicht begreifen will: Die Form hat gewechselt, die Methode nicht.

Toleranz mit Eintrittskarte
Die Mechanik ist immer dieselbe. Eine Bewegung definiert, was als Vielfalt zählt – Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung, «marginalisierte Identitäten». Wer hineinpasst, gilt als schützenswert. Wer fragt, ob der Kanon nicht zu eng ausfällt, ist «rechts». Wer das nicht hinnimmt, ist «Hetzer». Wer den ganzen Diskurs als ideologisch entlarvt, ist «Verschwörungstheoretiker». Die Reihenfolge der Etiketten ist standardisiert wie der Beipackzettel beim Aspirin. Nur die Wirkung ist eine andere – gesellschaftliche Ächtung als pharmakologische Hauptindikation.

Das Hakenkreuz im Regenbogen-Anstrich

Demos gegen Rechts – Mehrzweckwaffe der Mitte
Die Bilder kennt jeder. Hunderttausende auf Plätzen, Megafone, vorgedruckte Pappschilder, identische Slogans, dasselbe selbstvergewissernde Singen. Offiziell handelt es sich um «Zivilgesellschaft». Tatsächlich ist es das Sittlichkeitstribunal des Buntfaschismus, das jeden zum Beklagten macht, der weder marschiert noch klatscht. Dass der Volksverpetzer im Anschluss die «rechte Cancel Culture» entdeckt, gehört zum Programm. Cancel ist immer das, was die anderen tun. Was man selbst tut, heisst «Schutz der Demokratie».

Klima, Gendern, Vegan-Frontlinie
Der Klima-Komplex liefert die kosmische Drohkulisse – ohne CO2-Reduktion drohe der Weltuntergang, weshalb jeder Zweifel an Modellrechnungen, Massnahmenkatalogen oder «1,5°-Pfaden» als Leugnung markiert wird. Beim Gendern wiederholt sich dieselbe Choreografie auf dem Mikro-Niveau. Wer Sternchen, Doppelpunkte und Unterstriche nicht setzt, beweist «strukturelle Gewalt». Der militante Veganismus liefert die ethische Eskalationsstufe – Steak essen als Mittäterschaft, Wurst kaufen als «Speziesismus». Die Themen wechseln, das Belohnungssystem bleibt: Wer mitmacht, gehört dazu. Wer fragt, fliegt raus.

Impfpflicht und der Reflex der Guten
Corona war der grosse Stresstest. Plötzlich verlangten Leute, die sich für aufgeklärt hielten, Berufsverbote für Ungeimpfte, Bargeld-Sperren, Restaurant-Ausschluss, «ein wenig Zwang ist okay». Die Wortwahl ihrer historischen Vorbilder fiel ihnen dabei nicht auf. Buntfaschismus war hier in Reinkultur zu besichtigen: Im Namen von Solidarität, Wissenschaft und Vielfalt wurde eine bislang nie dagewesene Spaltung exekutiert – und gleichzeitig behauptet, man habe sie vereitelt. Der Reflex sitzt fest. Beim nächsten «Notstand» – Klima, Pandemie X, Cyber-Bedrohung – wird er erneut zünden.

Das Hakenkreuz im Regenbogen-Anstrich

EUdSSR als Kommandozentrale
Brüssel liefert die institutionelle Hardware. Digital Services Act, Hate-Speech-Verordnung, Chatkontrolle, «Pre-Bunking», Faktenchecker-Industrie – alles im Tonfall des Wohlwollens, alles mit dem Effekt der Zensur. Wer protestiert, ist «desinformiert». Wer Belege liefert, ist «Threat Actor». Wer Belege im offiziellen Kanal vorlegt, ist «Whistleblower und damit fragwürdig». Es ist die alte Bündel-Logik des historischen Faschismus, nur dass die Ruten heute aus Hashtags bestehen und die Liktoren NGO-Lanyards tragen. Doch wer entscheidet eigentlich, was Wahrheit ist? Laut offizieller Lesart: Mutige, unabhängige Faktenchecker, hochmotivierte Studenten, couragierte NGOs und die nette Truppe der «Trusted Flagger», die selbstlos das Internet von Desinformation säubert. Laut Realität: Das US-Militär, koordiniert über die NATO, ausgeführt von der EUdSSR und ihrem willigen Hilfspersonal.

Die intellektuelle Tarnkappe
Der eigentliche Trick ist die Sprache. Wer «Vielfalt», «Inklusion», «Schutz» und «Demokratie» predigt, kann buchstäblich alles tun – Berufsverbote, Kontosperrungen, Hausdurchsuchungen, Demonstrationsverbote – und gilt weiter als Verteidiger der offenen Gesellschaft. Es ist die Buntfaschismus-Variante der schwarzen Uniform – sie ist nicht da, weil das semantische Camouflage-Muster lückenlos sitzt. Genau deshalb verfängt der Begriff so viel besser als jeder «Linksfaschismus» oder «Ökofaschismus». Bunt erfasst nicht eine Richtung, sondern eine Methode.

Was bleibt
Die historische Ironie ist nicht zu übertreffen. Eine Generation, die täglich «Nie wieder!» skandiert, exerziert genau jene Mechanismen, gegen die sich das «Nie wieder» einmal richtete. Ausgrenzung. Diffamierung. Berufsverbote. Mediale Hexenjagd. Der einzige Unterschied – das Hakenkreuz hat einen Regenbogen-Anstrich bekommen.

Der Buntfaschist marschiert nicht – er «setzt ein Zeichen». Er ächtet nicht – er «grenzt sich ab». Er zerstört Existenzen – und nennt dies «Schutz der Demokratie»! Wer Andersdenkende ausstösst, ihnen Konten sperrt, Berufe nimmt und Stimmen entzieht, hat den Faschismus nicht überwunden, sondern aktualisiert. Die Symbole sind höflicher geworden, der Druck ist derselbe. Und das Bedrückendste – sie merken es nicht einmal! Eine Gesellschaft, die Toleranz in eine Mitgliederliste verwandelt, hat den Pluralismus bereits liquidiert. Was übrig bleibt, ist ein Gesinnungsregime mit Lametta. Und das Lametta ist exakt deshalb so bunt, weil es darunter so dunkel ist!

Das Hakenkreuz im Regenbogen-Anstrich

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