Im September 2019 ging der Wall Street mitten in der schönsten Hochkonjunktur das Bargeld aus. Keine sechs Monate später rettete ein Virus die Geldpolitik vor dem eigenen Offenbarungseid. Die Anleihekäufe der Fed wickelte BlackRock ab und kaufte dabei auch eigene Fonds. Seither wird gedruckt, verschenkt, verschuldet, bis am Ende programmierbares Geld die Rechnung präsentieren darf.
Die These, die derzeit durch die kritischen Kanäle zieht: Die Pandemie sei der Nebelwerfer gewesen, hinter dem Zentralbanken, Vermögensverwalter und Regierungen das Finanzsystem umgebaut hätten. Vieles daran ist belegt, manches erfunden. Beides gehört auf den Tisch, denn jede gefälschte Zahl ist ein Rabatt auf die echten. Wer das Drehbuch zur Plandemie kennt, wird sich kaum wundern.
Herbst 2019: Der Patient lag schon vor dem Virus
Mitte September 2019 schoss der Zins für Übernachtkredite am US-Repo-Markt zeitweise auf zehn Prozent, die Fed musste täglich mindestens 75 Milliarden Dollar nachschieben. Kein Virus weit und breit, nur ein System am Tropf. Im selben Spätsommer lieferte BlackRock in der Serie «Dealing with the next downturn» das Rezept: Beim nächsten Abschwung gehöre Zentralbankgeld «directly in the hands of public and private sector spenders», nötig sei eine «unprecedented response». Der Abschwung kam pünktlich wie bestellt. Zwischen Mitte März und Anfang Juni 2020 blähte sich die Bilanz der Fed von 4,3 auf fast 7,2 Billionen Dollar auf. Wer die Käufe abwickeln durfte? Am 24. März 2020 heuerte die Fed ausgerechnet BlackRock an, kurzerhand «on a short-term basis». Der Konzern kaufte dabei auch eigene ETFs, Notenbankchef Powell telefonierte viermal mit BlackRock-Chef Larry Fink. Wie das Spiel weitergeht, kennst du aus dem Great Reset nach BlackRock-Art. Ökonomen nennen es Cantillon-Effekt: Wer frisches Geld zuerst bekommt, kauft zu alten Preisen. Die Milliardäre legten von März 2020 bis November 2021 rund fünf Billionen Dollar zu, die zehn Reichsten verdoppelten ihr Vermögen. Du hast dafür Kurzarbeit bekommen.
Hilfsmilliarden mit Hausnummer
Europa zog nach, jedes Land mit eigenem Schlüsselloch. In Frankreich hiess die Devise «quoi qu’il en coûte», koste es, was es wolle, Staatsgarantien inklusive. Die Konzerne des CAC 40 schrieben 2021 erstmals mehr als 100 Milliarden Euro Gewinn. Italien lieferte mit Bergamo die Schockbilder, mit denen die Menschen belogen wurden und bekam aus Brüssel 194,4 Milliarden Euro, davon nur 71,8 Milliarden geschenkt. Den Segen verwaltete ab 2021 Mario Draghi, einst Vizepräsident von Goldman Sachs International, ohne Wahl ins Amt gehievt. Polen bekam seine 59,8 Milliarden aus dem Wiederaufbaufonds erst, als Donald Tusk regierte. Brüssel nannte es Rechtsstaat, Warschau verstand es als Leine. Österreich schleuste seine Hilfen über die COFAG, eine GmbH, deren Konstruktion der Verfassungsgerichtshof 2023 als unsachlich kippte. Der Kanzler jener Jahre, Sebastian Kurz, heuerte danach als «global strategist» bei Peter Thiel an. In Grossbritannien verschlang Test and Trace 37 Milliarden Pfund, Berater kassierten rund 1000 Pfund am Tag, eine Wirkung fand das Parlament nicht. Dänemark liess rund 15 Millionen Nerze keulen, ohne Rechtsgrundlage. Norwegen griff 2020 420 Milliarden Kronen aus dem Ölfonds, weit über der eigenen Regel.
Die Rechnung kommt mit Zinseszins
Geschenkt war nichts. Frankreich sitzt auf rund 3600 Milliarden Euro Schulden, 119 Prozent der Wirtschaftsleistung. Im Oktober 2026 brannten die Strassen, über 2400 Festnahmen, Ausgangssperren in Paris. In Deutschland steigt die Zins-Steuer-Quote von 7,7 Prozent 2025 auf 18,1 Prozent 2030, dazu kommen 972 Milliarden neue Kredite. Fast jeder fünfte Steuereuro geht dann an die Gläubiger, während der BlackRock-Kanzler aufrüstet. Den Rest liefert der Bauplan der 40 Billionen. Österreich meldet für 2027 3,6 Prozent Defizit, Polen pumpt 4,8 Prozent der Wirtschaftsleistung in Rüstung. Bezahlt wird über die Kaufkraft: Seit 1999 sind die Preise in Deutschland um rund 70 Prozent gestiegen, deine 100 Euro von damals sind noch rund 59 wert. Italien hängt seit Juli 2022 am Rettungsinstrument TPI der EZB, dessen Kriterien der EZB-Rat nach eigenem Ermessen auslegt. Wer in Rom ausschert, riskiert die Anleihekäufe, folgern die Verfechter der These, eine Frist von 48 Stunden bis zur Pleite belegt sie allerdings nicht. Wer fragt, wohin das Geld floss, bekommt Russland als Antwort.
Programmierbares Geld, wackelige Fahrpläne
Ziel der Übung sei der digitale Euro, so die These. Die EZB bereitet die Ausgabe für 2029 vor, Pilot 2027, sofern das Gesetz 2026 steht. Was programmierbares Geld anrichtet, steht hier durchdekliniert. Nur: Den skandinavischen Vorhof, den die Theorie beschwört, gibt es nicht. Die Riksbank hat zur E-Krona «no decision» getroffen, Norges Bank hält eine Digitalwährung für «currently not warranted», das digitale Pfund steckt bis Ende 2026 in der Designphase. Schweden taugt eher als Gegenprobe: Kein Lockdown, eine Übersterblichkeit 2020 unter 21 von 30 Ländern, trotzdem fielen die Hauspreise 2022 bis 2023 um rund elf Prozent. Nigeria liess die Digitalwährung eNaira verhungern, 98,5 Prozent der Wallets blieben unbenutzt. El Salvador ist kein Rebell mehr: Die Bitcoin-Pflicht fiel im Januar 2025 für einen IWF-Kredit von 1,4 Milliarden. Das BRICS-Blockchain-System war im Herbst 2024 noch ein Plan.
Gegenbefund vor Gericht
Der Ausweg soll über die Aufarbeitung führen. Die Verfechter berufen sich auf freigeklagte BfArM-Akten vom August 2026, auffindbar ist davon nichts. Belegt ist, wie Tansanias Präsident Magufuli 2020 Papaya und Ziege positiv testen liess. Belegt ist auch, dass die Koalition am 2. Juli 2026 das Informationsfreiheitsgesetz auf «berechtigtes Interesse» stutzen will. Am 7. Oktober schrieb das Kabinett Accountsperren ins Gesetz gegen digitale Gewalt. Artikel 146 des Grundgesetzes verspricht seit 1990 eine Verfassung «in freier Entscheidung». Dein Geld wird zum Halsband, die Akten werden geschwärzt, die Fragen gebührenpflichtig. Erst kam das Virus. Dann kam das Geld. Dann kamen die Zinsen. Und die Quittung bekommst du digital zugestellt!











«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







