Europas Regierungen wollen den Krieg gegen Russland und sie bereiten ihn vor wie eine Hochzeit: Gästeliste, Sitzordnung, Blumenschmuck aus Stacheldraht. Nur die Braut, das Volk, hat man nicht gefragt. Was vor fünf Jahren als Wahnvorstellung eines Stammtischs gegolten hätte, steht heute im Gesetzblatt: Atomwaffen willkommen, Minen erlaubt, Rentner zurück an die Waffe. Und wer das Wort Krieg in den Mund nimmt, ist natürlich ein Putin-Versteher, denn den Krieg führen ja nur die anderen.
Der Norden übt schon mal Ukraine
Finnland hat zum 1. Januar 2026 das Reservistenalter auf 65 Jahre angehoben. Bis 2031 sollen rund eine Million Finnen in der Reserve stehen. Der Grossvater, der gestern noch die Enkel vom Kindergarten abholte, holt morgen die Panzerfaust aus dem Depot. Im Juni stimmte das Parlament mit 125 zu 61 Stimmen dafür, das Atomwaffenverbot von 1987 zu kippen. Einfuhr, Transport und Besitz fremder Atombomben sind nun erlaubt. Im Januar verliess Helsinki zudem den Vertrag gegen Antipersonenminen, gemeinsam mit Estland, Lettland, Litauen und Polen. Fünf Staaten auf einen Schlag, der grösste Exodus aus einem humanitären Abrüstungsvertrag überhaupt.
Estlands Aussenminister Margus Tsahkna liess im Februar wissen: «Eine Atomwaffe hierher auf unser Territorium zu bringen, dagegen sind wir nicht.» Dazu gräbt Tallinn: 600 Bunker und fast 40 Kilometer Panzergräben bis Ende 2027 als Teil der Baltischen Verteidigungslinie. Lettland setzt in drei Reihen Drachenzähne von je anderthalb Tonnen auf enteignetes Privatland, per eigens geschaffenem Gesetz. Parallel paukt Riga seinen Bürgern die «72 Stunden»-Überlebenskunde ein, samt neuem Schutzraumgesetz und Wehrkunde in der Schule. Litauen verdoppelt seine Lager für Panzersperren auf 50 Standorte, rüstet Brücken mit Halterungen für Sprengladungen aus und gibt allein dieses Jahr 78 Millionen Euro für Minen und Sperrgerät aus. Wer seine eigenen Brücken schon mal zum Sprengen vorbereitet, plant keinen Frieden.
Polen: Minen in 48 Stunden, Konfitüre im Keller
Donald Tusk will jeden erwachsenen Mann militärisch ausbilden und träumt von einer Armee mit einer halben Million Köpfen. Ab 2027 sollen jährlich 100’000 Freiwillige durch die Kasernen geschleust werden. Seit dem 20. Februar 2026 ist Warschau aus dem Minenvertrag draussen und der «Östliche Schild» soll es erlauben, die Ostgrenze binnen 48 Stunden zu verminen. Bei den Atomwaffen ist man sich nur uneins, wie viel Wahnsinn es sein darf: Der Vizeverteidigungsminister will keine Sprengköpfe im Land, das Präsidialamt nennt das «bizarr» und «absurd» und der Verteidigungsminister beteuert, Polen bleibe an der nuklearen Teilhabe der NATO brennend interessiert.
Und dann Radosław Sikorski. Gefragt, ob sein Fluchtrucksack gepackt sei, verriet der Aussenminister vor wenigen Tagen, er habe Reis gebunkert, eine Handpumpe im Haus und Konfitüre aus dem eigenen Garten eingekocht. Den nächsten Schutzraum kenne er auch. Seine Botschaft an das Volk: Wenn der Staat sagt, die Zeiten seien unruhig, solle man zuhören. Der Mann, der die Zeiten unruhig macht, verteilt gleich noch das Einmachrezept dazu.
Deutschland: Tiefgarage statt Bunker
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz will eine Million Schutzplätze in U-Bahnhöfen, Tunneln, Tiefgaragen und Kellern schaffen. Vorhanden sind 579 Schutzräume für knapp 478’000 Menschen. Der Rest darf sich im Parkhaus zwischen Mercedes und Müllcontainer einen Platz suchen. Seit Januar bekommt jeder 18-Jährige einen Fragebogen der Bundeswehr, für Männer Pflicht, die Musterung des Jahrgangs 2008 ebenso.
Wer nicht ausfüllt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Der Operationsplan Deutschland regelt, wie bis zu 800’000 NATO-Soldaten und 200’000 Fahrzeuge binnen sechs Monaten nach Osten rollen, rund 1400 Seiten, geheim. Wer den Krieg bestellt, schickt fremde Kinder, den eigenen ganz bestimmt nicht.
Skandinavien und Frankreich: Das Handbuch zum Untergang
Schweden verschickte an alle Haushalte die Broschüre «Om krisen eller kriget kommer» mit Anleitungen zu Stromausfall, Fliegeralarm und Schutzraum samt dem Satz: «Wenn Schweden angegriffen wird, werden wir niemals aufgeben.» Dänemark lost seit Juli 2025 auch Frauen in die Wehrpflicht und verlängert den Dienst von vier auf elf Monate. Premierministerin Frederiksen erklärte dazu: «Wir rüsten nicht auf, weil wir Krieg wollen.» Natürlich nicht. Frankreich empfiehlt mit dem Heft «Tous responsables» Wasser, Konserven, Medikamente und Radio für 72 Stunden und wirbt gleich noch für den Eintritt in die Reserve.
Im Kalifat England darf man laut träumen
London schreibt seine «Kriegsbücher» neu, zum ersten Mal seit 2004 und probt 2027 die grösste Heimatschutzübung seit Jahrzehnten. Ehemalige Soldaten dürfen bis 65 zurückbeordert werden, schon bei «kriegsähnlichen Vorbereitungen». Dazu fliessen 5 Milliarden Pfund in Drohnen, 11 Milliarden in Munition samt sechs neuen Sprengstofffabriken.
Am 21. September sass Paul Richards, Schatzmeister der Labour-nahen Fabian Society, bei Jacob Rees-Mogg im Studio von GB News und sprach aus, was andere nur denken: «Wir müssten ein paar Leute einsperren.» Gemeint sind prorussische Stimmen, die sagen, es gebe keine Bedrohung und die rufen: «Zieht nicht für Burnham in den Krieg.» Wehrpflicht dazu. Niemand warf die beiden hinaus. Die Kinder der Kriegsherren kämpfen nie, dafür sperren ihre Väter die Nachbarn ein.
EUdSSR: Notration statt Frieden
Brüssel empfiehlt jedem Bürger 72 Stunden Selbstversorgung und legt Reserven für chemische, biologische, radiologische und nukleare Notfälle an. Die Friedensnobelpreisträgerin von 2012 rüstet für 800 Milliarden gegen Russland und setzt Kritiker auf die Sanktionsliste. Warum das Ganze? Weil der Krieg das letzte Konjunkturprogramm der Pleitiers ist und ein Volk mit Fluchtrucksack keine Fragen zu leeren Kassen stellt.
Gesetz ist Gesetz, auch das Todesurteil
Die Mehrheit hält all das für Theater und glaubt, am Ende mache niemand mit. Genau darauf setzen die Planer. Sie bauen Kommandostäbe für sich, Tiefgaragen für dich und Minenfelder für die Nachbarskinder. Die Konfitüre ist eingekocht, die Brücken sind zum Sprengen vorgesehen, die Einzusperrenden werden im Fernsehen angekündigt. Und wer jetzt noch fragt, wer diesen Krieg eigentlich will, bekommt die Antwort per Post, mit QR-Code und Musterungstermin!








«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







