2019 war Harald Lesch noch Aufklärer. Vor laufender Kamera, mit erhobenem Zeigefinger und professoralem Gestus, erklärte er der staunenden Öffentlichkeit, was jeder Rohstoffexperte seit Jahren wusste: Batterieautos sind eine Umweltkatastrophe. Lithiumabbau, Kobaltminen, Energiebilanz – Lesch lieferte, sachlich, korrekt, unbequem. Dann stimmte die Kohle ihn um.
Heute dreht Deutschlands beliebtester Wissenschaftspopularist eine Rolle rückwärts, die selbst geübten Zirkusakrobaten Respekt einflössen würde. 180 Grad. Vollständig. Ohne Erklärung, ohne Entschuldigung, ohne auch nur mit der Brillenfassung zu zucken. Das E-Auto? Plötzlich Zukunft. Die Batterie? Plötzlich vertretbar. Die Argumente von 2019? Offenbar im selben Schredder gelandet wie seine Unabhängigkeit.
Lesch ist damit kein Einzelfall – er ist Symptom. Der Wissenschaftsbetrieb hat längst gelernt, dass Fördergelder, Sendezeiten und Preise eine eigentümliche Wirkung auf intellektuelle Überzeugungen entfalten. Wer zahlt, schafft an. Wer anschafft, bekommt einen Professor, der erklärt, warum das alles ganz wunderbar ist. Der Zeigefinger bleibt erhoben. Er zeigt nur noch in die falsche Richtung…

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








