Die Universität Basel hat am 5. November ihren Hörsaal in eine Kanzel verwandelt: Türsteher am Eingang, Namensliste mit E-Mail-Adresse, Aufnahmeverbot für Bild und Ton, keine Fragerunde im Programm. Auf der Bühne erklärte Christian Drosten, warum die anderen postfaktisch denken. Neben ihm nickte Tanja Stadler, die einst die Monsterwelle ausrief, die nie kam. Dass dieselbe Universität die angeblichen Scheinexperten 2020 selbst vermessen hat und dabei Akademiker, Selbstständige und Grünwähler fand, stand auf keiner Folie. Wer trotzdem aufstand und fragte, wurde vom Saal niedergeklatscht, der Redner am Ende stehend gefeiert. Wissenschaft stellt sich Fragen. Haltung stellt Sicherheitsleute vor die Tür.

Drosten in Basel: Türsteher am Eingang, Maulkorb im Saal, Wirrologe im Applaus

Türsteher für die Wahrheit

Eingeladen hatte das Forum Basiliense zu seiner Jahresvorlesung unter dem Titel «Empörung über das Ungefähre» über postfaktische Argumentation zu Covid-19. Auf dem Podium sassen neben Drosten die Kultursoziologin Carolin Amlinger, der Literaturwissenschaftler und Forumsdirektor Alexander Honold und die ETH-Professorin Tanja Stadler. So weit die Fassade. Besucher schildern, was dahinter lief: Jeder Gast war namentlich mit E-Mail registriert, ein Sicherheitsdienst prüfte am Eingang die Einladung und stand auch im Saal, Bild- und Tonaufnahmen waren ausdrücklich untersagt und eine Fragerunde war nicht vorgesehen. Für eine Vorlesung über den Umgang mit Fakten ist das ein bemerkenswertes Versuchsdesign: Die Fakten dürfen den Raum nicht verlassen. Wer sich am Ende trotzdem erhob, löste Unruhe aus: Applaus von der einen Seite, Klatschen gegen die Frage von der anderen und der Redner bekam zum Schluss stehende Ovationen. Ein Internist mit Basler Ausbildung fasste es danach so zusammen: Im universitären Rahmen seien das Veranstaltungen zur Selbstfeier für die Geldgeber.

Drosten in Basel: Türsteher am Eingang, Maulkorb im Saal, Wirrologe im Applaus

Der Virologe und sein Feindbild an der Wand

Drosten las seinen Text ab, begleitet von Folien und erklärte dem Saal eine neue Seuche: Das «Virus der Scheinexperten». Rund sieben Millionen Covid-Tote weltweit nach offiziellen Zahlen, dagegen Misstrauen, alternative Fakten und Zweifel, so die Diagnose des Mannes, dessen Labor den PCR-Test lieferte, auf dem die gesamte Pandemiezählung ruhte und der seit Jahren faktenfrei die eigenen Aussagen umbiegt. An die Wand warf er das Foto von Tom Lausen, jenem Informatiker, der dem Bundestag 2022 als Sachverständiger vorrechnete, dass sich eine Überlastung der Spitäler mit den Abrechnungsdaten des InEK nicht darstellen lässt. Ein Datenanalyst mit Behördenzahlen als Feindbild auf der Folie, ein Virologe mit Deutungshoheit am Pult: Das ist die Arbeitsteilung, die Basel an diesem Abend Wissenschaft nannte. Dass Belegbetten, Spitaleintritte und Todesfälle in der Pandemie anders aussahen als in den Modellen, hat dieser Blog seit Jahren nachgezeichnet. Postfaktisch ist, wer die Zahlen bringt. Faktisch ist, wer das Mikrofon hält.

Drosten in Basel: Türsteher am Eingang, Maulkorb im Saal, Wirrologe im Applaus

Die eigene Uni hat die Scheinexperten längst vermessen

Die Pointe des Abends lag im eigenen Haus. Im Dezember 2020 legte das Basler Institut für Soziologie unter Oliver Nachtwey, Nadine Frei und Robert Schäfer die Grundauswertung «Politische Soziologie der Corona-Proteste» vor: Über 1150 Fragebögen, Durchschnittsalter 47 Jahre, 31 Prozent mit Abitur oder Fachhochschulreife, 34 Prozent mit abgeschlossenem Studium, während die Akademikerquote in Deutschland bei 18,5 Prozent liegt. Ein Viertel Selbstständige. Bei der vorangegangenen Bundestagswahl hatten 23 Prozent der Befragten Grüne gewählt, 18 Prozent Linke und 15 Prozent AfD. Das Fazit der Basler Forscher: «Es handelt sich nicht um eine genuin autoritäre Bewegung», wohl aber um eine, die «eher von links kommt, aber stärker nach rechts geht» und dem politischen System fernsteht. Mit anderen Worten: Die Universität Basel weiss seit sechs Jahren aus eigener Forschung, dass die Leute, die an diesem Abend aufstanden, im Schnitt gebildeter sind als die Bevölkerung, die ihre Lehrstühle bezahlt. Trotzdem holt sie nicht den Soziologen aufs Podium, der sie befragt hat, sondern den Virologen, der sie diagnostiziert. Wer Mittelschicht mit Hochschulabschluss als Scheinexperten etikettiert, betreibt keine Soziologie, sondern Sortierung.

Drosten in Basel: Türsteher am Eingang, Maulkorb im Saal, Wirrologe im Applaus

Die Akten, die im Saal nicht vorkamen

Ein Biobauer und ehemaliger Zürcher Kantonsrat der Grünen fragte nach den RKI-Protokollen, die das Magazin Multipolar freigeklagt hat. Sie tragen Sätze, die auf keiner Basler Folie standen: FFP2-Masken seien «eine Massnahme des Arbeitsschutzes», Ausnahmen für Geimpfte beim Zertifikat «fachlich nicht begründbar» und am 16. Dezember 2020 notierte der Krisenstab: «Lockdowns haben zum Teil schwerere Konsequenzen als Covid selbst». Fairness verlangt die Gegenrechnung: Die Legende vom externen Akteur, der die Risikohochstufung im März 2020 befahl, hielt der Entschwärzung nicht stand, unter dem schwarzen Balken stand der RKI-Vizepräsident Lars Schaade. Das Institut hat sich also selbst hochskaliert. Für die Kritiker ist das ein Punkt weniger, für Drosten keiner mehr: Die Behörde, die er beriet, hielt intern fest, was sie öffentlich bestritt, dasselbe Muster wie bei Fauci, intern Konjunktiv, öffentlich Imperativ. Zur Great Barrington Declaration, die ein Arzt aus dem Saal ansprach, hatte Drostens Fachgesellschaft schon 2020 verkündet, Herdenimmunität ohne Impfung sei «unethisch sowie medizinisch, gesellschaftlich und damit auch ökonomisch hochriskant». Wer so urteilt, hat die Debatte beendet, bevor sie begann.

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Vier Seiten für Heidelberg, sechs Monate für München

Die härteste Frage stellte eine Frau im Rollstuhl, Impfgeschädigte aus Deutschland, eine Tagesreise angereist. Sie wollte wissen, warum Drosten ein vom Sozialgericht München angefordertes Gutachten in einem Impfschadensfall nicht erstellt habe. Nach ihrer Schilderung habe er sechs Monate und ein Team von fünf Personen veranschlagt und Anwälte eingeschaltet. Belegt ist das Verfahren: Unter dem Aktenzeichen S 15 VJ 1/23 liegt dem Gericht ein 83-seitiges Vorgutachten der Würzburger Biologin Ulrike Kämmerer vor. Drostens Absage bleibt bis heute ihr Wort gegen sein Schweigen. Zum Vergleich: Als das Amtsgericht Heidelberg 2021 wissen wollte, ob ein PCR-Test eine Infektion im Sinne des Gesetzes nachweist, lieferte Drosten vier Seiten, Ja, sofern der Test «ordnungsgemäss» durchgeführt werde und eine Mindestviruslast vorliege, ohne dass das Gericht ihm eine Frist gesetzt hätte. Vier Seiten für die Frage, die seine Zählung trägt, kein Papier für die Frage, die seine Impfempfehlung prüft. Derselbe Arzt brachte die Epstein-Akten ins Spiel. Belegt ist dort die Nähe von Bill Gates zu Jeffrey Epstein, der Gates an JPMorgan vermittelte und sich 2013 dessen «rechte Hand» nannte, ein Pandemiebezug steht in den gelesenen Akten nicht. Die Frage war erlaubt. Die Antwort blieb aus.

Drosten in Basel: Türsteher am Eingang, Maulkorb im Saal, Wirrologe im Applaus

Stadler oder wie man Bedrohung sagt und Kritik meint

Neben Drosten sass Tanja Stadler, die Ende Dezember 2021 als Taskforce-Chefin 20’000 Ansteckungen pro Tag und volle Intensivstationen ankündigte. Drei Wochen später räumte der Präsident der Kantonsärzte ein, man sei überrascht worden, die Spitaleintritte sanken, die Zuger Intensivstation war fast leer. Die Modell-Propheten irrten, die Massnahmen blieben. Wie Stadler mit Widerspruch umgeht, zeigte Windisch: Als ein Kritiker sie am 27. Oktober 2025 an der FHNW befragte, nahm ihn ein ETH-Professor aus dem Publikum «in den Würgegriff», der Anlass wurde abgebrochen, die Mikrofon-Revolte hatte ihren Namen. Kritik sei «in Drohungen umgeschlagen», sagte sie 2022 im SRF. Drosten selbst drehte sich im Dezember vor der Enquete-Kommission dreieinhalb Stunden im Kreis, verteidigte die Massnahmen und nannte die Spielplatzschliessung eine «Extremerscheinung», ganz der Mann, der sich nicht erinnern konnte. Der Wirrologe hat ein System: Wer fragt, bedroht. Wer antwortet, erinnert sich nicht.

Drosten in Basel: Türsteher am Eingang, Maulkorb im Saal, Wirrologe im Applaus

Kanzel statt Katheder

In Basel hat die Universität vorgeführt, was aus Wissenschaft wird, wenn sie Haltung lehrt: Sie prüft die Einladungen statt die Thesen, sie verbietet die Kamera, damit niemand nachprüft und sie feiert den Mann stehend, der dem Saal erklärt, wer nicht denken kann. Dieselbe Uni, dieselbe Stadt: Die Soziologen vermassen 2020 die Gebildeten, der Virologe beschimpfte sie 2026 als Scheinexperten. Gates zahlt, die Pharmafia segnet, der Sicherheitsdienst hält die Tür. Postfaktisch ist nicht, wer fragt. Postfaktisch ist, wer das Fragen verbietet und sich dafür stehend applaudieren lässt!

Christian Drosten in Basel: Aktivistinnen fordern Antworten – Dialog statt Monolog im Elfenbeinturm
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Transparenzhinweis: Illustrationen wurden digital erstellt und dienen der Veranschaulichung. Der Beitrag wurde redaktionell geprüft und verantwortet.

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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

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