In diesem Video erhältst du Hintergrundinformationen von einem Lehrstuhlinhaber der Rechtswissenschaften an der Universität Bielefeld, Prof. Dr. Martin Schwab. Markus Langemann beleuchtet die Fragen zur Unabhängigkeit der Justiz in Deutschland. Welchen Anteil Richter und Rechtsanwälte an der aktuellen Gesellschaftskrise haben, kann man nach Ansicht des Video besser einordnen. Der Lehrstuhlinhaber gibt erfrischend konkrete, unverblümte und klare Antworten, etwa «Man hat manchmal das Gefühl, dass alle Staatsgewalt nicht mehr vom Volk ausgeht, sondern von Virologen.»
Diese mutige Klarheit ist fast irritierend. Insbesondere für jene Menschen in unserer Gesellschaft, die über die alten Medien sozialisiert wurden und die den Paradigmenwechsel – auch im Bezug auf Informationsbeschaffung und -verarbeitung durch nunmehr notwendig Eigeninitiative – noch nicht mitgehen. Information ist heutzutage mehr denn je eine Holschuld. Der «TV-On»-Knopf auf der Fernbedienung ist da oft der schlechteste aller möglichen Lösungswege. Klare Aussagen und klare Haltungen, insbesondere in neuen Medien, und zwar dann, wenn diese Plattformen unabhängig sind, wirken deswegen auf jene Milieus mindestens kantig, oft provozierend und stossen nicht selten auf ekelige Ablehnung. Ebendeswegen, weil solche Positionen selten mutig, kraftvoll und prominent in den alten, nunmehr aber stark glaubwürdigkeitserodierten Medien publiziert werden.
So bilden eben jene alten, aber noch prominenten Medien-Kanäle mit den von Ihnen über Dekaden konditionierten Followern aus Entertainment-Junkies und Sofa-Demokraten eine homogene Einheit. Diese TV-Zombies leben in seltsamer Symbiose mit den Quoten-Dominas wie Sandra, Maybrit und Anne. Fristen ihr Dasein in einer Beschallungsblase, sediert durch Seinfeld-Sitcom und Gundula- «Gute Nacht»- Gause-Lesung am Abend, die der amerikanische Medienwissenschaftler Neil Postman 1985 schon so beschrieb: «Problematisch am Fernsehen ist nicht, dass es uns unterhaltsame Themen präsentiert, problematisch ist, dass es jedes Thema als Unterhaltung präsentiert.»
Klarheit irritiert da oder wird als echtes Störsignal wahrgenommen. Der kantige Kritiker bekommt in ebendieser Medienwirklichkeit bestenfalls seinen Platz Nuhr [sic] als Hofnarr, also als Satiriker oder Comedian auf Barth-Niveau. Er albert im Affengehege des TV mit Onlinern zum Popcornprusten, Das ist für einen wahrhaftigen gesellschaftlichen Diskurs nicht satisfaktionsfähig. Das Verhaften also an einem nunmehr überkommenen Weltbild der Informationsbeschaffung ist grossenteils eine Frage der Bildung, im Umgang mit medialen Inhalten. Es wird gerade an der künftigen Aufarbeitung des Corona-Komplexes offenbar werden, wie gross die Versäumnisse in den Schulen waren. Übergross steht die Frage im Raum: «Wie konnte eine Kommunikationsgesellschaft ohne Medienkunde auskommen?»






«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







