Es gibt eine Situation, die das gesamte Narrativ der letzten Jahre in einem einzigen Moment zusammenfasst. Ein jüdischer Student betritt eine pro-israelische Veranstaltung an der Rutgers University, an der auch israelische Soldaten teilnehmen, organisiert von «Students Supporting Israel» — und sagt laut, was er denkt. Er macht auf die Tötung von Journalisten aufmerksam. Auf die Tötung von Kindern. Auf die Tötung von Gesundheitspersonal. Durch die israelische Armee. In Gaza. Er sagt, Israel werde dafür irgendwann zur Rechenschaft gezogen.

Jetzt kommt das Problem. Dieser Student ist Jude. Das bedeutet, der zuverlässigste Reflexhammer des öffentlichen Diskurses – der Vorwurf des Antisemitismus – greift nicht. Man kann ihn nicht als Judenhasser bezeichnen. Man kann ihn nicht als Holocaustleugner einordnen. Man kann ihn nicht wegdiffamieren mit dem Vokabular, das sonst jeden zum Verstummen bringt, der die dokumentierten Opferzahlen aus Gaza laut ausspricht.

Was bleibt? Er ist ein «schlechter Jude». Ein «self-hating Jew». Ein Verräter an der Gemeinschaft. Ein nützlicher Idiot feindlicher Kräfte. Das ist das Repertoire, wenn Dissens aus den eigenen Reihen kommt und die üblichen Werkzeuge versagen.

Dabei tut dieser Student nichts anderes als das, was jeder Journalist, der seinen Beruf ernst nimmt, längst dokumentiert hat: Die israelische Armee hat mehr Journalisten getötet als jeder andere Konflikt der jüngeren Geschichte. Ärzte, Krankenpfleger, Sanitäter wurden beschossen. Kinder sterben in einer Zahl, die selbst UN-Organisationen – nicht bekannt für übermässige Israel-Kritik – als beispiellos bezeichnen.

Das sind keine Behauptungen. Das sind Zahlen. Dokumentiert, verifiziert, von internationalen Organisationen erfasst. Wer das ausspricht, ist kein Antisemit. Wer das ausspricht, ist jemand, der lesen kann. Dieser Student hat das getan, was Zivilcourage bedeutet: Er hat in einem Raum voller Gegenwind das Offensichtliche gesagt. Laut. Auf einer Veranstaltung, auf der israelische Soldaten sassen.

Er wird dafür einen Preis zahlen. Das ist sicher. Soziale Ächtung, institutioneller Druck, das volle Programm. Aber er hat gesprochen. Und das bleibt…

Kein Antisemit, sondern schlimmer: Ein Jude, der die Wahrheit sagt
Kein Antisemit, sondern schlimmer: Ein Jude, der die Wahrheit sagt

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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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