Es ist wieder August und damit läuft im deutschen Staatsfunk das immer gleiche Sommerprogramm: Flammenwände in Zeitlupe, dramatische Streicher, ein Reporter mit Russ im Gesicht und die Botschaft, dass der Planet dieses Mal aber wirklich, wirklich untergeht. Was in keiner Sendung vorkommt: Die Langzeitkurven der EU-eigenen Umweltagentur, die seit 1980 keinen Anstieg der verbrannten Fläche im Mittelmeerraum zeigen. Die Panik ist Programm, die Daten sind Störmaterial.
Die Kurve, die im Studio fehlt
Die Europäische Umweltagentur EEA führt für Südeuropa – Portugal, Spanien, Südfrankreich, Italien, Griechenland – Brandflächen-Reihen zurück bis 1980. Ihr eigener Befund: Die verbrannte Fläche im Mittelmeerraum ist seit 1980 leicht rückläufig, trotz Erwärmung, weil Prävention und Brandbekämpfung wirken. Eine im Sommer 2026 erschienene Studie in Scientific Reports legt nach: Die Zahl der Brände lag in Südeuropa im vergangenen Jahrzehnt rund 40 Prozent unter dem Schnitt der Jahre 1981 bis 2010 und die Brandfläche blieb mit Ausnahme Portugals ebenfalls darunter.
Und damit hier niemand Rosinen pickt: Dieselbe Studie hält fest, dass sich die Tage mit extremem Feuerwetter in Teilen Iberiens, Frankreichs, Italiens und Griechenlands seit 1981 mehr als verdoppelt haben. Trockener und heisser wurde es also tatsächlich – gebrannt hat trotzdem weniger. Die Autoren benennen auch das Warum: Besser ausgebildete Löschbrigaden, ausgebaute Luftflotten, schnelle Erstangriffe auf jeden Brandherd und Brandschneisen-Netze haben den gestiegenen Feuerwetter-Trend schlicht überkompensiert. Vierzig Prozent weniger Feuer als zu Zeiten, in denen niemand von Klimanotstand sprach – das wäre eine Schlagzeile. Sie kommt nicht, weil sie das Geschäftsmodell stört.
Global brennt es weniger, nicht mehr
Der Blick über Europa hinaus macht es nicht besser für die Untergangsredaktionen. Eine Auswertung von Satellitendaten im Fachblatt Science stellte fest, dass die global verbrannte Fläche binnen 18 Jahren um rund 25 Prozent geschrumpft ist – ausdrücklich «trotz des Einflusses des Klimas», wie die Autoren schreiben. Und das Global Wildfire Information System der EU, aufbereitet von Our World in Data, zeigt für Europa als Gesamtregion 2026 den bislang tiefsten kumulierten Wochenstand seit Beginn der Reihe 2012. Beides steht öffentlich im Netz, finanziert mit deinen Steuergeldern, gepflegt von EU-Behörden. Gezeigt wird es dir trotzdem nicht.
Zwei Lager, ein Statistik-Baukasten
Hier kommt der Teil, den beide Lager gern unterschlagen, weshalb er hier ausgeschrieben wird. Das «leiseste Jahr seit 2012» gilt für Europa in der Satelliten-Definition inklusive Russland – und weil es in Sibirien 2026 kaum brennt, drückt das die Gesamtkurve in den Keller. In der EU-27 sieht die laufende Saison anders aus: Bis Anfang August verbrannten rund 506’000 Hektar, deutlich über dem Langzeitschnitt von knapp 200’000 Hektar zum selben Stichtag, mit Schwerpunkten in Spanien und Frankreich. Wer dir also das Tiefststand-Diagramm als Beweis verkauft, dass gar nichts los sei, trickst mit derselben Datenbank wie die Tagesschau, die dir Spanien als Weltenbrand verkauft und die 46 Jahre EEA-Kurve verschweigt. Der Unterschied: Das eine ist ein Telegram-Kanal, das andere ein zwangsfinanzierter Apparat mit Milliardenetat und Objektivitätsauftrag. Von wem darfst du mehr erwarten? Zur Einordnung des ewigen «Rekordjahrs»: Selbst das tatsächliche EU-Rekordjahr 2025 mit gut einer Million Hektar bewegt sich in der Grössenordnung dessen, was allein die fünf Mittelmeerländer in den 1980ern in schlimmen Jahren wegbrannten – als das Wort Klimakatastrophe noch nicht einmal erfunden war. Und schon 2017 gingen laut demselben EU-Monitoring rund 1,3 Millionen Hektar in Flammen auf. Rekorde sind in dieser Statistik keine Sensation, sondern Konjunktur.
96 Prozent Mensch, null Sendeminuten
Der zweite Elefant im Studio: 96 Prozent aller Waldbrände in der EU werden von Menschen verursacht – das schreibt die Forschungsstelle der EU-Kommission selbst in ihren Jahresberichten. Eine WWF-Auswertung für die Mittelmeerländer kam zum selben Schluss und schlüsselte auf: Mindestens 40 Prozent der Brände gehen auf Fahrlässigkeit zurück, 26 Prozent auf vorsätzliche Brandstiftung, nur 4 Prozent sind natürlichen Ursprungs.
Dazu kommen jahrzehntelange Landflucht, verwilderte Brachen und Wälder voller Totholz, in denen kein Förster mehr aufräumt. Das Klima liefert die trockene Bühne, aber gezündelt wird von Hand. Nur lässt sich mit einem Brandstifter in Andalusien kein CO2-Zertifikat verkaufen und keine Verbotsliste begründen. Also wird aus jedem Feuer ein Klimafanal geschnitten, während die Ursachenstatistik im Anhang eines Behördenberichts verstaubt.
Angst als Betriebsstoff der grossen Transformation
Warum diese Auslassung mit System? Weil Dauerkrise der Treibstoff ist, mit dem die Agenda 2030 und ihre «Transformation unserer Welt» laufen. Wer dir jeden Sommer den Feuertod des Kontinents verkauft, dem winkst du auch CO2-Steuern, Essgebote, Fahrverbote und Enteignungsfantasien durch – Hauptsache, irgendwer tut irgendwas. Eine Bevölkerung, die wüsste, dass die Brandflächen im Mittelmeerraum seit 46 Jahren nicht steigen, dass global ein Viertel weniger brennt und dass 96 Prozent der Feuer von Menschenhand stammen, würde unbequeme Fragen stellen: Etwa, warum für Weltrettungsprogramme Billionen fliessen, während die Brandprävention vor der Haustür verlottert – oder wie belastbar der ewig beschworene 97-Prozent-Konsens in Wahrheit ist. Genau deshalb bekommst du die Flammen in Endlosschleife und die Kurven nie.
Die Rechnung ist so schlicht wie schäbig: Ein Feuer, das Menschen legen, wird zur Katastrophe erklärt, die nur der Staat mit deinem Geld und deiner Freiheit löschen kann. Die Daten, die das Märchen zerlegen, stammen aus den Archiven derselben EU, die das Märchen erzählt. Ein Apparat, der die eigene Statistik unterschlägt, um dich in Transformationslaune zu halten, informiert nicht, er dressiert – und nennt dies «Berichterstattung»!












«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







