Die Impfkampagne gegen COVID-19 steht an einem bedeutenden Scheideweg. Ein grosser Teil der Menschen ist vollständig geimpft, also zweifach plus einem Booster. Das Immungedächtnis der B- und T-Zellen, das für einen langanhaltenden Schutz vor schweren Krankheitsverläufen sorgt, ist Studien zufolge bereits nach zwei Dosen auf einem hohen Niveau, eine dritte Dosis verstärkt den Schutz noch einmal. Bekannt ist aber auch, dass die sogenannte humorale Immunantwort – die Produktion von Antikörpern – je nach Virusvariante nach wenigen Monaten teils stark nachlässt. Um die Gesundheitssysteme nicht zu überlasten, war zuletzt deshalb immer wieder eine vierte Impfdosis beziehungsweise ein zweiter Booster im Gespräch. Daten aus Israel zeigen bei älteren Personen nach einer vierten Dosis eine abermalige Verstärkung des Immunschutzes. Also: Je mehr Booster, desto besser?
So einfach ist diese Frage nicht zu beantworten. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plädierte jüngst noch für einen zweiten Booster ab 18 Jahren. Gegenüber der Europäischen Union drang Lauterbach auf eine entsprechende EU-weite Empfehlung. Die Europäische Arzneimittelagentur Ema folgte seinem Vorschlag nicht und empfahl einen zweiten Booster lediglich für alle ab 80 Jahren. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission einen zweiten Booster derzeit nur für über 70-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen. Die USA haben die Altersgrenze bei 50 Jahren angesetzt. Insbesondere für jüngere Menschen stellt sich die Frage nach dem Nutzen einer vierten Impfdosis, wenn der Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe doch nach drei Dosen bereits besteht – und das vermutlich langfristig.
Was können wir von den angepassten Omikron-Impfstoffen erwarten? Für wen und für welche Altersgruppe sind sie geeignet? Wie sinnvoll ist ein zweiter Booster insbesondere für Jüngere? Mit welcher Immunantwort ist in solchen Fällen zu rechnen – und mit welcher nicht? Muss man sich nach drei Impfdosen überhaupt noch einmal gegen COVID-19 impfen lassen? Diese und weitere Fragen beantworteten Fachleute im virtuellen Press Briefing.
Dieses hochkarätig besetzte und hochinteressante Gespräch des Sciencemediacenters in den Medien nur häppchenweise auftaucht: Hier der Videomitschnitt und der Link zum kompletten Transkript – lesenswert.

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