Paris, 17. Oktober: Die Stadt der Lichter leuchtet heller denn je, beheizt von Barrikaden. Mittendrin stolziert Emmanuel Macron wie Tony Manero 1977 durch Brooklyn, rotes Hemd, Lederjacke, Hüftschwung. «Stayin‘ Alive» ist die Hymne eines Mannes, der jedes Feuer überlebt, solange andere darin verbrennen.
In Limoges ging das historische Rathaus in Flammen auf, in Paris räumten Plünderer die Läden schneller aus als jeder Ausverkauf. Das Innenministerium zählte mehr als 2300 Festnahmen und 997 verletzte Polizisten und Gendarmen.
Falsett im Fernsehen, Abflug zum Ölscheich
Was die Bee Gees ins Falsett hauchen, haucht Macron ins Fernsehmikrofon: «Wut und Scham». Das Rücktrittsangebot seines Innenministers lehnt er ab, wer soll sonst den Takt halten? Gegen die Wut der Strasse verordnet er einen Runden Tisch mit Schülern und Lehrern, also mit jenen, deren Protest man seit Wochen als Plünderung im Stundenplan abheftet. Danach der Abgang zur Discokugel des Morgenlands: Kuwait, Emirate, Bahrain, Katar, Diesel einsammeln, damit die Treibstoffpreise sinken. Nero hat beim Brand Roms wenigstens noch selbst gefiedelt, Macron jettet zum Ölscheich, damit die nächste Barrikade günstiger brennt.
Letzter Tanz der Fünften Republik
Den Bürgerkrieg, nach dem dieser Blog schon 2023 fragte, tanzt er einfach aus. Sechs Monate Restlaufzeit, am 24. Oktober steigt die nächste Runde auf dem Tanzboden. Die Bee Gees sangen vom Überleben, Macron lebt es vor. Frankreich bezahlt die Getränke. Im Élysée läuft Saturday Night Fever, auf der Strasse bloss noch das Fieber!






«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







