Paris brennt, Rennes brennt und während die Tagesschau noch ihren Experten aus dem Archiv kratzt, steht Abu von Ananas TV bereits im Tränengas und liefert, was dem deutschen Qualitätsjournalismus seit Jahren fehlt: Eine ehrliche Lageeinschätzung. Kein Klopapier mehr in der Schule, die Präsidentengattin sieht aus wie E.T. mit blonder Perücke, das Baguette zu teuer. Drei Thesen in zehn Sekunden, jede so belastbar wie das Durchschnittsinterview im heute-journal.
Recherche am Brandherd
Snicklink schickt seine KI-Kunstfigur Abu mitten in die realen Schülerkrawalle, die seit Anfang Oktober Frankreichs Schulen blockieren und in Rennes die Müllcontainer befeuern. Abu macht, was ein Korrespondent macht: Er fragt einen echten Franzosen. Baskenmütze, Augenklappe, Baguette im Anschlag. Die Antwort ist eine lückenlose Kausalkette, Monsieur Bernard versprach Muffins, es gab keine, also brennt die Schule. Abu versteht kein Wort und fasst trotzdem zusammen. Genau so funktioniert Auslandsberichterstattung, nur versteckt die erste Reihe ihr Nichtverstehen hinter einem Teleprompter. Auf die Frage nach dem Arbeitgeber folgt «German Television» und keine Redaktion widerspricht, weil die Beschreibung passt.
Abu versteht nichts und das ist der Fortschritt
Der Unterschied zu den Öffentlich-Rechtlichen ist nicht die Kompetenz, sondern die Ehrlichkeit. Abu sagt «keine Ahnung, ist Chaos hier». Die Tagesschau sagt «die Lage ist unübersichtlich», meint dasselbe und kassiert dafür Zwangsgebühr. Und sobald Satire den Richtigen trifft, kennt man die Reaktion der Redaktionsstuben bereits. Der Franzose fragt, was man ihm als Nächstes wegnimmt, iPhones vielleicht. Abu nickt, hat weder Frage noch Antwort verstanden und ist damit der einzige Reporter auf diesem Platz, der nicht so tut, als hätte er. Die Schule brennt, der Sender läuft, dies das Ananas. Das neue iPhone ist wie das alte, bloss mit zwei Knöpfen mehr und die Nachrichtenlage ist wie die alte, bloss mit einem Reporter mehr, der nicht lügt!
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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.
Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen
Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.
Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.
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