Seit Monaten erstaunt es mich, dass man nicht mehr Leichenwagen sieht bei den vielen Toten. Früher waren doch die grossen, schwarzen Kombilimousinen unterwegs mit eindeutiger Kennzeichnung. Jetzt habe ich die Antwort.
Gerade habe ich meine Hausbank verlassen und bin Richtung meines parkierten Autos gelaufen in einer grossen Stadt im Thurgau. Da stand ein grosser, grauer VW-Bus (wie sie von Handwerkern benutzt werden) vor einem Haus Heck Richtung Haustüre, keine Glasscheiben. Es kam ein Mann aus dem Haus und öffnete die Hecktüre. Zu zweit haben sie dann innert wenigen Sekunden einen Sarg im Auto verstaut und die Hecktüre sofort geschlossen. Da war mir klar, dass das Angestellte eines Bestattungsunternehmens waren, auf den Vordertüren stand nur «ein Städtename».
Die beiden Männer waren beide jung, gekleidet wie Handwerker, um die 30. Ich kam mit ihnen ins Gespräch. Sie sagten, wieder einmal einer «plötzlich und unerwartet». Die Zeit mit den schwarzen Limousinen sei endgültig vorbei, in den Bussen hätten mindestens vier Särge Platz und «man müsse sich nach den veränderten Bedingungen und Nachfrage» richten. Zudem seien sie angehalten von den Behörden möglichst «unauffällig» vorzugehen bei den «Transporten». So läuft das ab bei uns, sehr pietätvoll.
Wenn der Leichentransport von der Gemeinde gemacht wird und nicht von einem Bestatter, dann kommt immer der graue Bus. Der Vater eines Jugendfreundes hat den Job vor 40 Jahren gemacht. Das Fahrzeug hatte auf den Seitentüren und am Heck nur das Gemeinde Wappen. Er war damals für den gesamten Bezirk zuständig. Kleidung (graublaue Arbeitshose) war natürlich der Arbeit angepasst, also dementsprechend dezent.







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