Beim momentanen Hype um das Programm ChatGPT muss man der guten Ordnung halber betonen, dass jeder Roboter ein «Schwafler» bleibt, um hier den Begriff des amerikanischen KI-Forschers Gary Marcus zu verwenden. Wer glaubt, dass künstliche Intelligenz auch nur das Geringste mit Intelligenz zu tun hat, hat entweder keine Schulen besucht oder dort nichts aufgenommen: Es gibt nichts Dümmeres als künstliche Intelligenz. Das merkt man überall, wo Unternehmen zur Kundenbetreuung auf KI setzen, das ist Kundenverachtung pur und ich weigere mich, mit einem Computer zu kommunizieren: Ich bin ein Kunde und will so behandelt werden. Leider gibt es nur noch sehr wenige Unternehmen, die Mails direkt lesen. Deshalb nehme ich nur noch Beziehungen zu Unternehmen auf, mit denen ich zum Betreuer ein Direktmail habe. Wer das nicht bietet verdient es nicht, dass ich Kunde bin.

Bestellungen usw. können automatisiert werden, aber bei Problemen will ich eine Ansprechperson, und zwar auch beim Staat und dort erst recht, denn der Staat ist für mich da, was viele Bürokraten vergessen haben. Das Tätigkeitsfeld der Kl ist die Normalität und nur wer dem Menschen die Fähigkeit zur Kreativität, zur Empathie und zum widersprüchlichen Verhalten abspricht, kann im Ernst daran glauben, dass die künstliche Intelligenz wirklich in der Lage ist, menschliche Probleme ausserhalb der Technik zu lösen. Wenn wir alles der KI unterordnen, verlieren wir die Fähigkeit, uns zu entwickeln, denn dann ist alles normal und normiert und bedarf keiner Entwicklung. Künstliche Intelligenz vernichtet unsere Vielfältigkeit und das, was uns als Menschen auszeichnet, und das ist die eigentliche Gefahr, die von ihr ausgeht.

Was mich jedoch am meisten stört, ist das Lamentieren, ob ChatGPT kreative Menschen ersetzt. Nur schon diese Frage zu stellen, zeugt davon, dass wir inzwischen keine Ahnung mehr haben, was Künstler, seien es Schriftsteller oder Maler, zu leisten vermögen. Jeder EDV-unterstützte Vorgang ist ein rein statistischer Vorgang. ChatGPT hat keine Ahnung von Semantik, von Metaphern usw. KI schwafelt, aber begreift nicht einmal das Einfachste. Wer glaubt, ChatGPT sei für unsere Autoren eine Gefahr, beleidigt alle unsere Autoren zutiefst. Jeder einigermassen gebildete Mensch merkt sofort, ob ein Schriftsteller oder eine Maschine am Werk war. Also lest Literatur und beleidigt nicht unsere Autoren.

Zum Schluss etwas Politisches: Wer an künstliche Intelligenz und Algorithmen glaubt, unterstützt den Polizeistaat und verrät die persönlichen Freiheiten. Die Kl ist eine menschliche Bankrotterklärung.

Kl ist eine menschliche Bankrotterklärung
(via Michel)


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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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