Zerbrich deinen Glauben an die Hierarchie und kein Mensch kann dir mehr befehlen. Das ist kein Trotz. Trotz ist noch Beziehung, noch ein Nein, das sich am Befehl festhält wie ein Kind an der Hand, die es schlägt. Das hier ist Erwachen: Das Erlöschen der Frage, wer über dir steht. Die Frage löst sich nicht in einer Antwort auf. Sie löst sich überhaupt auf.
Autorität ist kein Ding. Sie ist eine Vereinbarung, die in deinem eigenen Kopf unterschrieben wird, jeden Morgen aufs Neue, in einer Stille, die du für selbstverständlich hältst. Die Krone sitzt nicht auf dem Haupt des Herrschers. Sie sitzt in deinem Blick, der nach oben schaut. Nimm den Blick weg und die Krone fällt in den Staub, aus dem sie kam.
Wo Anarchie und Zen sich begegnen
Hier treffen zwei Wege aufeinander, die sich nie verabredet haben und doch dasselbe meinen. Der eine zerschlägt die Illusion der Macht. Der andere zerschlägt die Illusion des Selbst. Beide enden am selben Ort: In einem Geist, der sich nicht mehr beugt. Denn jede Herrschaft benötigt einen, der sich bückt. Streich den Gebeugten und der Thron steht leer in der Landschaft, ein Möbelstück ohne Funktion, ein Götze, dem die Gläubigen ausgegangen sind.
Keine Stimme trägt eine grössere Wahrheit als deine eigene unmittelbare Erfahrung. Kein Priester, kein Gesetz, kein Algorithmus weiss besser, was du in diesem Atemzug siehst. Sie alle reden über das Wasser. Du trinkst. Zwischen dem Wort über die Sache und der Sache selbst liegt der ganze Abgrund, in dem die Mächtigen wohnen.
Die zwei Welten
Draussen bleibt das Theater bestehen. Titel, Ränge, Ordnungen, Herrscher mit nervösen Augen, die zählen, wie viele noch knien. Lass sie zählen. Im Inneren ist die Rechnung längst aufgegangen und das Ergebnis ist Null. Kein Oben. Kein Unten. Kein Höher, das ein Niedriger nötig hätte, um sich gross zu fühlen. Die ganze Pyramide ruht auf einer einzigen Voraussetzung und die heisst Zustimmung.
Was bleibt, ist die ruhige Gegenwart gleichberechtigter Existenz. Jedes Wesen steht auf demselben Boden, atmet dieselbe gleichgültige Luft, fällt am Ende in denselben Grund. Der Tod kennt keine Rangordnung. Er nimmt den König und den Bettler im selben Griff und das ist die ehrlichste Demokratie, die je geschrieben wurde. Alles, was sich dazwischen über uns erhebt, ist geborgte Zeit und geliehene Ehrfurcht.
Die Welt verliert ihre Herren nicht, wenn du die Herren stürzt. Sie verliert sie, wenn du aufhörst, sie zu erschaffen. Wer kniet, baut den Thron. Wer aufsteht, lässt ihn als das zurück, was er immer war: Ein Stuhl, auf dem die Angst eines anderen Menschen Platz genommen hat. Götter sterben nicht, wenn man sie erschlägt. Sie sterben, wenn niemand mehr zu ihnen betet!









«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







