Was Swissmedic mit ihrem eigenen Finanzierungsmodell aufgebaut hat, ist kein subtiler Graubereich regulatorischer Ethik – es ist ein fetter, leuchtend roter Elefant mitten im Raum, den alle höflich ignorieren, während er die Möbel zertrampelt.
Halten wir kurz inne und betrachten wir die nackte Wahrheit, ohne das übliche institutionelle Makeup drüberzuschmieren: Swissmedic, die Schweizer Arzneimittelbehörde, die uns alle vor unsicheren Medikamenten schützen soll, finanziert sich zu über 80 Prozent direkt aus der Tasche jener Industrie, die sie regulieren soll. Darunter fällt eine Aufsichtsabgabe von 0,65 Prozent auf den Fabrikabgabepreis aller in der Schweiz verkauften Arzneimittel und Impfstoffe. Klingt trocken? Ist es nicht.
Rechnen wir mal kurz nach. Eine mRNA-Covid-Dosis kostet zwischen 15 und 30 Franken. Bei Millionen verkaufter Dosen reden wir von einem Umsatz im hohen Hunderte-Millionen-bis-Milliarden-Bereich. Swissmedic kassiert prozentual mit. Bei jeder einzelnen Dosis. Direkt. Automatisch. Ivermectin aus Indien? Etwa 10 Rappen bis 1 Franken pro Tablette. Patentfrei. Seit Jahrzehnten auf dem Markt. Hunderttausende publizierte Studien. Sicherheitsprofil so ausgefeilt, dass der Entdecker dafür den Nobelpreis bekam. Abgabe für Swissmedic: praktisch null.
Man muss kein Wirtschaftsgenie sein, um zu verstehen, was das bedeutet. Swissmedic hat ein direktes, strukturelles, institutionell eingebautes finanzielles Interesse daran, dass teure patentierte Produkte sich gut verkaufen – und ein ebenso direktes Desinteresse daran, dass billige Generika den Markt fluten. Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist Arithmetik.
Und die Konsequenzen? Wir haben sie gesehen. Sofortige Warnungen vor «illegalen Importen» von Ivermectin. Massenhafte Beschlagnahmen und Vernichtung der Präparate. Strafverfahren gegen Ärzte, die nach bestem medizinischem Gewissen handelten. Dr. Manuel Albert, dem eine Strafe von 29’700 Franken aufgebrummt wurde – nicht weil er Patienten geschädigt hatte, sondern weil er versucht hatte, sie vor schwerer Krankheit zu bewahren. Ein Arzt wird zum Kriminellen erklärt, während Pfizer seine Quartalszahlen feiert. Die Ironie schreibt sich von selbst.
Gleichzeitig wurden mRNA-Impfstoffe in einer Geschwindigkeit zugelassen, die jeden klassischen Pharmatologen das Gesicht in die Hände hätte legen lassen. Minimale präklinische Tierdaten. Keine Langzeitstudien – die fanden und finden im Körper der Geimpften statt, was man in anderen Zusammenhängen gerne «unkontrollierter Menschenversuch» nennen würde. Post-Marketing-Surveillance als Ersatz für jahrelange klinische Forschung. Aber kein Problem: Swissmedic war dabei, schnell, entschlossen, geradezu enthusiastisch.
Wohlgemerkt: Von diesen Zulassungen profitierte Swissmedic finanziell. Von einer ernsthaften Prüfung oder Zulassung von Ivermectin dagegen – kein Rappen.
Das nennt man Systemkorruption. Nicht unbedingt im strafrechtlichen Sinne, sondern im architektonischen: Ein System, das so gebaut ist, dass die Interessen der Regulierungsbehörde strukturell mit jenen der Industrie übereinstimmen, kann per Definition keine unabhängige Kontrolle mehr ausüben. Es ist, als würde man den Fuchs zum Aufseher des Hühnerhauses ernennen – und ihn dann auch noch aus dem Hühnerstall heraus bezahlen.
Die Frage, die dabei im Raum steht, ist unangenehm simpel: Wenn eine Behörde an teuren Produkten mitverdient und an günstigen nicht, wie soll ihr Urteil dann neutral sein? Die Antwort: Gar nicht. Sie kann es strukturell nicht sein. Egal, wie integer die einzelnen Mitarbeiter persönlich sein mögen – das System selbst schafft Anreize, die in eine ganz bestimmte Richtung zeigen.
Und die Medien? Schweigen. Denn wer will schon der Überbringer dieser Botschaft sein, wenn Pharmawerbung einen erheblichen Teil der Werbeeinnahmen ausmacht? Wer das alles noch mit «reine Wissenschaft» und «Patientenschutz» wegwischt, darf sich gerne fragen, welche Wissenschaft das sein soll – jene, die von der zu prüfenden Industrie finanziert, bewertet und belohnt wird? Das ist keine Wissenschaft. Das ist eine sehr gut bezahlte PR-Abteilung mit einem Gütesiegel.
Das Traurigste daran: Es braucht keine geheimen Absprachen, keine Hinterzimmer-Meetings, keine filmreife Verschwörung. Das System funktioniert genau so, wie es konstruiert wurde. Transparent, legal, offiziell. Und genau deshalb ist es so gefährlich…



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