Wie jetzt? Ihr habt nicht geheult, als wegen einer Viruserkrankung (umetikettierte Grippe ohne isoliertes Virus) mit 99 Prozent Überlebensrate der komplette Tourismus zusammenbrach, Flughäfen tausende von Beschäftigten entliessen, alte Menschen wochen- oder monatelang eingesperrt wurden und Kinder Masken tragen mussten? Jetzt wollt ihr heulen wegen des «Sommerchaos an Flughäfen»? Was habt ihr denn geglaubt, wie das enden würde? Alles ohne Folgen, was die Herde blökend abgenickt hat? Aber wirklich nicht! Hört auf zu heulen und stellt euch eurem Karma, verdammt nochmal! Mitleid null. Und lasst euch gesagt sein, dass ist erst der Anfang, aus den Massnahmen wird noch viel mehr resultieren und nein, weder für die Inflation noch den «Mangel an Fachkräften» ist der böse Russe schuld, dass wird euch nur von den wahren Schuldigen so verkauft…
Hier ein kleiner Auszug aus dem Artikel von Philipp Laage:
Sommerchaos an deutschen Flughäfen
Versagen mit AnsageHilflos, heulend, auf sich allein gestellt: Klingt wie das Schicksal von Kandidaten einer Survival-Sendung, ist in diesem Sommer aber die Realität vieler Reisender. Was für eine Unverschämtheit!
Was haben sich die Menschen wieder aufs Reisen gefreut! Jetzt, da der Sommer begonnen hat, sitzen sie buchstäblich auf gepackten Koffern. Und zwar in überfüllten Terminals. Dort warten sie, weinen und fluchen. Viele sind mit den Nerven völlig am Ende.
Airlines wie die Lufthansa, Eurowings und Easyjet streichen derzeit Tausende Flüge, teils kurz vor Abflug, während die Reisenden schon am Flughafen sind. Aus Vorfreude auf den Urlaub wird ängstliches Bangen bis zuletzt. Manch einer, hört man, will gar nicht mehr fliegen. Aus Furcht, dass der Flug sowieso in letzter Minute gecancelt wird. Also lieber Rhön statt Rhodos?
Der enorme Frust, der sich in diesen Tagen an deutschen Flughäfen entlädt, ist verständlich. Das Flugticket oder die Pauschalreise sind in der Regel schon vor Monaten komplett bezahlt worden. Doch bekommt man am Ende das, was man gekauft hat? Das bleibt erst einmal offen. Die Fluggesellschaften nehmen sich heraus, darüber spontan nach eigenem Ermessen zu entscheiden. Welche Flüge genau gestrichen werden, darüber informieren die Airlines häufig erst dann, wenn es sich gar nicht mehr vermeiden lässt. Kundinnen und Kunden fehlt die Planungssicherheit. Im schlimmsten Fall fahren sie umsonst zum Flughafen.
Die Flugreisenden sind weitgehend machtlos gegen die Willkür der Airlines. Das erzeugt ein Gefühl von Ohnmacht, auch von Zorn. Man kann als Urlauberin und Urlauber zwar selbst ein paar Punkte berücksichtigen, um pünktlich loszukommen, ist aber der undurchsichtigen Stornierungspraxis hilflos ausgeliefert. Wird der Flug kurzfristig gestrichen, läuft man einer rechtmäßigen Entschädigung nicht selten lange bis vergeblich hinterher.
Natürlich, laut EU-Fluggastrechteverordnung besteht eigentlich ein Anspruch entweder auf Erstattung oder Umbuchung. Doch Theorie und Praxis gehen hier weit auseinander. Was tun, wenn es so bald keine Alternativflüge zum Ziel gibt, aber die Ferienunterkunft und der Mietwagen längst gebucht und bezahlt sind? Wer dann keine Stornooption für Hotel und Auto hat, dem hilft die Erstattung wenig. Dann heißt es »Hoffen auf Kulanz«. Dabei hätte man in diesem Reisesommer gern andere Gefühlszustände verspürt: Euphorie, Fernweh, Lebenslust. Abgesehen mal von den verlorenen Urlaubstagen.


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