Dieter Hallervorden ist 90. Neunzig. In einem Land, in dem Menschen mit 35 schon vorsorglich ihre Meinung an den Arbeitgeber, den Algorithmus und das moralische Wetter anpassen, steht da ein alter Mann und macht etwas Ungehöriges: Er redet frei. Laut. Ungefiltert. Ohne Triggerwarnung. Skandalös.
Während sich Politik und Kulturbetrieb im synchronen Wegducken perfektioniert haben und Zivilcourage heute meist aus Hashtags besteht, bleibt Hallervorden unbequem. Nicht, weil er provozieren will, sondern weil er sich offenbar weigert, die Realität weichzuspülen, um niemandem den Latte-Macchiato umzustossen. Das allein reicht inzwischen schon, um als «problematisch» zu gelten.
Man kann Hallervorden widersprechen. Man darf ihn kritisieren. Was man aber nicht kann: Ihm Feigheit vorwerfen. Dafür ist er schlicht im falschen Lebensabschnitt. Wer mit 90 noch Haltung zeigt, tut das nicht aus Karrieretaktik, sondern aus Überzeugung. Das ist keine Pose mehr, das ist Charakter.
Während unsere politische Klasse vor allem damit beschäftigt ist, sich gegenseitig die eigene Bedeutung zu bestätigen, steht da ein Kabarettist alter Schule und erinnert daran, dass Meinungsfreiheit kein Museumsstück ist. Er zeigt, dass man nicht alles schlucken muss, was einem serviert wird. Und dass Würde nicht verhandelbar ist.
Hallervorden ist kein Heiliger. Aber er ist ein Lichtpunkt in einer Zeit, die lieber dimmt als aufklärt. Und allein dafür hätte er tatsächlich einen Orden verdient. Mindestens. Ein Mann mit dem Herz am richtigen Fleck und einer überaus ehrlichen Zunge. Chapeau!
Wenn ein 90-Jähriger mehr Rückgrat hat als ein ganzer Bundestag
Bei der Macht von Grayskull! Der offizielle He-Man-Trailer ist online. Ja, wirklich. Kein Fiebertraum, kein KI-Fake, kein «Leak», der sich als Blender entpuppt. Ein echter Trailer. Nach ungefähr vier Jahrzehnten Warten, Hoffen, Augenrollen und kollektiver Ernüchterung. Hollywood hat es also tatsächlich noch einmal versucht. Und das Erstaunlichste daran: Es ist nicht sofort peinlich.
Seien wir ehrlich. Die Geschichte dieser Neuverfilmung liest sich wie ein Lehrbuchbeispiel für «Development Hell». Regisseure kamen und gingen, Drehbücher wurden verbrannt, wiederbelebt und erneut verbrannt und irgendwo dazwischen starb die Hoffnung leise. Viele von uns hatten sich innerlich längst verabschiedet. Der Standardsatz lautete: «Ich glaube es erst, wenn ich den Trailer sehe.» Nun ja. Jetzt haben wir ihn gesehen. Und verdammt noch mal, er funktioniert.
Natürlich wird es nicht der Film, den unsere Generation im Kopf hat. Dieser Film existiert nur dort, wo VHS-Kassetten nie Bandsalat hatten und Actionfiguren anatomisch unmöglich proportioniert waren. Wer heute noch erwartet, dass Hollywood exakt dieses innere Kinderkino reproduziert, glaubt auch an ehrliche Marketingabteilungen. Aber was wir hier bekommen, kommt erstaunlich nah ran. Respektabel nah. Und für ein Zielpublikum, das überwiegend aus mittelalten Nerds mit Rückenproblemen besteht, sieht das Ganze sogar richtig gut aus.
Eternia kehrt also im Juni 2026 auf die grosse Leinwand zurück. Mit modernen Mitteln, neuen Interpretationen und den üblichen «kreativen Freiheiten». Wobei man fair sein muss: Die eine Vorlage gibt es ohnehin nicht. He-Man war nie Kanon, sondern ein multimediales Experiment aus Spielzeuglinie, Zeichentrick, Comics und permanenten Neuinterpretationen. Wer sich darüber beschwert, dass der neue Film nicht exakt seine Version trifft, hat das Franchise nie verstanden.
Ein Kritikpunkt bleibt trotzdem. He-Man fehlt ein bisschen Muskelmasse. Das war schon beim Dolph-Film so. Und ja, ich weiss, reale Menschen funktionieren anders als Plastikgötter aus den 80ern. Aber als Kind hatte man nun mal andere Massstäbe. Diese Figuren sahen aus, als könnten sie einen Planeten stemmen und danach noch Skeletor verprügeln.
Andererseits: Mit den Muskeln der Originalfiguren könnte niemand ein Schwert schwingen. Man würde schlicht umfallen. Vielleicht ist das hier also die erste Version von He-Man, die physikalisch überlebt.
Pfizer-CEO Albert Bourla wirkt derzeit wie ein Hohepriester, dem die Gemeinde davonläuft. Beim World Economic Forum (WEF), diesem Wellness-Tempel für globale Gewissheiten, zeigte er sich «zutiefst besorgt». Der Grund: Immer mehr Menschen lehnen Impfungen ab. Für Bourla ist das keine Meinungsverschiedenheit, keine Vertrauenskrise, keine politische Reaktion auf Jahre der Bevormundung – nein, es ist eine «neue Religion». Halleluja.
Man muss sich das vorstellen. Jahrzehntelang wurde gepredigt, Vertrauen sei die wichtigste Währung der Medizin. Dann kam eine Phase aus Notfallzulassungen, Geheimverträgen, Haftungsausschlüssen, wechselnden Wahrheiten und moralischem Dauerfeuer. Und nun wundert man sich, dass die Gläubigen skeptisch werden. Die Diagnose aus der Chefetage: Wissenschaftsfeindlichkeit. Natürlich. Wenn der Hammer nur Nägel kennt, sieht jedes Problem aus wie Holz.
Bourla gibt sich frustriert. Verständlich. Nichts ist unangenehmer für ein Geschäftsmodell als mündige Kunden. Noch unangenehmer sind Kunden, die Fragen stellen. Oder schlimmer: sich erinnern. An Lockdowns, an Druck, an soziale Ausgrenzung. An Versprechen, die sich im Kleingedruckten auflösten. Doch anstatt diese Gemengelage ernsthaft zu analysieren, wird lieber ein neues Feindbild ausgerufen. Wer nicht folgt, glaubt. Wer zweifelt, ist religiös. Ironischerweise ist es exakt diese Denkfigur, die man sonst fundamentalistischen Bewegungen zuschreibt.
Besonders elegant wird es, wenn Bourla die Lösung gleich mitliefert. Die einzige Antwort auf diese «neue Religion» sei, Robert F. Kennedy Jr. umgehend zu ersetzen. Demokratie als Software-Update: Passt die Stimme nicht, wird sie deinstalliert. Ein bemerkenswerter Vorschlag von jemandem, der sonst gern die Freiheit der Wissenschaft beschwört. Offenbar endet diese Freiheit dort, wo sie unbequem wird.
Die eigentliche Ironie liegt tiefer. Wer jahrelang mit absolutem Wahrheitsanspruch auftritt, jede Abweichung moralisiert und Kritiker pauschal diskreditiert, sollte sich nicht wundern, wenn ihm irgendwann der Status des unfehlbaren Erzählers entzogen wird. Skepsis ist kein Glaubenssystem. Sie ist eine Reaktion. Und oft eine gesunde.
Stattdessen erleben wir nun die Umkehr der Rollen. Der Konzernchef als verfolgte Vernunft, die Bürger als dogmatische Sekte. Diejenigen, die Transparenz fordern, gelten als irrational. Diejenigen, die Milliarden verdienen, als missverstandene Idealisten. Das ist keine Debatte mehr, das ist Theater. Und nicht einmal besonders gutes.
Vielleicht wäre es an der Zeit, den Begriff «Religion» dort zu lassen, wo er hingehört. Denn was hier verteidigt wird, ist kein neutraler Wissenschaftsbetrieb, sondern ein komplexes Geflecht aus Macht, Geld, Politik und Kommunikation. Wer das hinterfragt, verlässt nicht die Wissenschaft. Er verlässt die Gefolgschaft.
Die wachsende Impfskepsis ist kein spirituelles Erwachen, sondern ein Vertrauensschaden. Und Vertrauen lässt sich nicht durch WEF-Panels, CEO-Klagen oder den Austausch unliebsamer Stimmen reparieren. Schon gar nicht durch den Versuch, Kritik zu pathologisieren.
Wenn das die neue Religion sein soll, dann ist sie erstaunlich simpel gestrickt: Sie heisst Erinnerung, sie predigt Verantwortung und sie glaubt nicht mehr an Heilsversprechen aus der Chefetage.
Der Hohepriester der Spritze am WEF: Warum Kritik die wahre Todsünde geworden ist
Der erste Teil dieser Serie ist eine Reise in eine Vergangenheit des Kunstgeschehens. Malerei, Literatur und Musik haben Menschen zu allen Zeiten fasziniert und begeistert. Er behandelt die drei erkennbaren philosophischen Spaltungen in der Kunstgeschichte und ihre Auswirkungen auf das Kunstempfinden aus einer chronologiekritischen Perspektive. Die Suche führt zu einer Kunst die missbraucht und instrumentalisiert wurde. Geschichtsfälschung war nur mit Künstlern möglich.
Die verlorene Geschichte der Kunst - Teil 1 - Von Florenz nach New York - Chnopfloch
Der zweite Teil dieser Serie ist eine Reise von der Renaissance bis in die Gegenwart. Die moderne Chronologiekritik klammert einen wichtigen Teilnehmer, nämlich den Geschichtsfälscher selbst, aus. Wir begeben uns auf die Suche nach dem Ursprung der Kunst und müssen feststellen, dass es niemals eine freie Kunst gab. Von Anfang an wurde das Kunstwesen kontrolliert und instrumentalisiert und mit gefälschter die Literatur wurde ein weltweites Bildungssystem erschaffen, welches die Lügen vereinheitlicht.
Die verlorene Geschichte der Kunst - Teil 2 - Von Humanisten und Jesuiten - Chnopfloch
Der dritte Teil dieser Serie ist eine Reise in die Welt der Meister und Künstler. Sie sind diejenigen, welche die Menschheit weiter bringen. Ohne sie gäbe es keine Zivilisation. Das wissen auch die Kontrolleure.
Die verlorene Geschichte der Kunst - Teil 3 - Von Meistern und Künstlern - Chnopfloch
Es war einmal, 1943, da veröffentlichte Warner Brothers einen sowjetischen Kurzfilm mit dem harmlos-klingenden Titel «The Struggle for Life». Tiere im Wald, Zähne, Krallen, Hunger, Tod. Natur pur. Message klar: Wer nicht kämpft, wird gefressen. Darwin zum Mitschreiben. Und weil Darwin nie ohne Fussnote kommt, war der Titel natürlich eine direkte Verbeugung vor «The Origin of Species» und dem berühmten Untertitel vom «Struggle for Life». Seitdem gilt: Leben = Kampf. Punkt.
Die westliche Welt hat diese Idee dankbar geschluckt wie ein ideologisches Proteinshake. Kampf wurde zur Universalantwort. Biologie? Kampf. Wirtschaft? Wettbewerb. Gesellschaft? Konkurrenz. Politik? Feindbilder. Krieg? Natürlich alternativlos. Imperialismus, Kapitalismus, Eugenik, Leistungsdenken – alles fein säuberlich mit Darwin legitimiert. Wenn du untergehst, warst du halt nicht «fit» genug. Persönliches Pech. Nächster bitte.
Selbst Denker mit Tiefgang haben sich daran berauscht. Emanuel Lasker nannte sein philosophisches Werk 1906 schlicht «Kampf». Hitler machte daraus später «Mein Kampf», weil Narzissmus bekanntlich immer ein Possessivpronomen braucht. Nietzsche veredelte das Ganze intellektuell und nannte es «Wille zur Macht». Der Mensch müsse sich überwinden, kämpfen, wachsen, dominieren. Leiden als Qualitätsmerkmal. Schmerz als Adelstitel.
So wurde der Kampf zum Gott der Moderne. Unsichtbar, aber allgegenwärtig. Wer leidet, ist wertvoll. Wer scheitert, hat nicht genug gekämpft. Wer Ruhe sucht, ist verdächtig. Und wer das Ganze infrage stellt, gilt als schwach, bequem oder – besonders beliebt – lebensuntüchtig.
Theologisch betrachtet wird es noch interessanter. Denn «Satan» bedeutet ursprünglich nichts anderes als Widersacher. Der, der sich dir in den Weg stellt. Der Blockierer. Der Störsender. Im Neuen Testament wird daraus der Diabolos, der Verleumder, der Verdreher. Einer, der ständig dazwischenfunkt. Widerstand als Prinzip. Kampf als Dauerzustand.
«Widersteht dem Widerständigen», schreibt Jakobus sinngemäss. Ja, auch das ist Kampf. Aber hier geht es nicht um Wachstum durch Schmerz, sondern ums Überleben gegen Zerstörung. Der Widerstand will nicht formen, sondern sabotieren. Er will nicht stärken, sondern zerreiben. Und genau hier liegt der Denkfehler unserer Zeit: Wir verwechseln notwendigen Widerstand mit heilsamer Kreativität.
Jesus spricht von Leben in Fülle. Der Widersacher dagegen kommt, um zu stehlen, zu töten und zu zerstören. Das ist kein Fitnessstudio, das ist ein Überfall. Niemand wird besser, weil er ständig bekämpft wird. Niemand blüht auf, weil er permanent unter Druck steht. Und trotzdem erzählen wir uns kollektiv die Mär, dass Leid automatisch veredelt.
Ja, Widerstand existiert. Ja, er ist unvermeidlich. Und ja, er kann – richtig dosiert – reifen lassen. Genau deshalb nennt man es Widerstandstraining. Nicht Widerstandsverherrlichung. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, täglich mit Maximalgewicht zu trainieren und sich dann wundern, warum der Körper zusammenbricht. Aber im Leben? Da gilt Überlastung als Charakterbildung.
Nietzsches berühmter Satz «Was mich nicht umbringt, macht mich stärker» ist ungefähr so wahr wie ein Motivationsposter im Grossraumbüro. Ein bisschen Widerstand stärkt. Zu viel zerstört. Das weiss jeder Sportler, jeder Therapeut, jeder Mensch mit Narben. Nur ideologisch scheint diese Binsenweisheit schwer zu schlucken zu sein.
Die Vorstellung, Wachstum käme durch Schonung und Mühelosigkeit, gilt als dekadent. Dabei ist sie schlicht realistisch. Kreativität entsteht nicht im Kampf, sondern im Empfang. Sie ist Geschenk, nicht Kriegsbeute. Die grossen Entdeckungen, Kompositionen, Kunstwerke entstanden nicht aus heroischem Leiden, sondern aus einem Zustand innerer Offenheit. Arbeit ja. Zwang nein. Fokus ja. Verbissenheit nein.
Niemand hört Mozart jammern, dass er sich 10’000 Stunden durchgequält habe. Newton klagte nicht über den Widerstand des Apfelbaums. Einstein hatte keine Motivationscoachings. Die Idee, dass Meisterschaft zwangsläufig aus Dauerstress entsteht, ist ein modernes Märchen für Leistungsabhängige.
Aus informations-theoretischer Sicht wird es fast banal: Kreativität ist Signal. Widerstand ist Rauschen. Unsere Aufgabe ist nicht, das Rauschen zu vergöttern, sondern es zu filtern. Das eigentliche Drama des Menschseins besteht nicht darin, zu wenig zu kämpfen, sondern zu viel Lärm zuzulassen. Ablenkung, Angst, Ideologie, Dauerempörung. Alles perfekte Störsender.
Darwin machte aus dem Kampf eine schöpferische Kraft. In Wahrheit setzt jeder Kampf bereits eine Ordnung voraus, in der er überhaupt stattfinden kann. Der Kampf erklärt nichts. Er offenbart höchstens, was da ist. Die Quelle selbst bleibt unberührt davon.
Vielleicht wäre es an der Zeit, den Kampf von seinem Thron zu stossen. Ihn wieder auf seine richtige Grösse zu schrumpfen: Als notwendiges, aber begrenztes Trainingsinstrument. Nicht als Gott. Nicht als Sinn. Nicht als Massstabe für Wert.
Leben ist kein Dauerkrieg. Es ist ein feines Signal inmitten von Rauschen. Wer das verstanden hat, kämpft weniger – und hört besser zu…
Eine Frage, die auf dem Papier nach Zukunft klingt und im Mund nach Haftungsausschluss. Beim WEF erklärt der italienische Kaffeemagnat Andrea Illy, die Menschen hätten nun mal «kulturelle Widerstände» gegen Tech-Lebensmittel. Übersetzt aus Elitärisch heisst das: Das Volk ist zu doof für unsere Petrischalen. Denn wenn etwas nicht gegessen wird, liegt das selbstverständlich nie am Produkt, sondern immer an der psychologischen Unreife der Konsumenten. Alte Regel.
«Tech Foods» nennt man das dann. Klingt wie ein Software-Update, nicht wie Essen. Tierische Zellen aus Biopsien, Stammzellen, Bioreaktoren, exponentielle Vermehrung, 3D-Druck von Gewebe. Wer da noch Hunger hat, hat entweder den Beipackzettel nicht gelesen oder die Bedeutung von «Appetit» neu definiert. Früher hiess Fleisch: Tier, Wiese, Messer, Pfanne. Heute heisst es: Probe, Nährlösung, Algorithmus, Investorendeck.
Natürlich wird uns versichert, das sei alles sicher, sauber, nachhaltig und moralisch überlegen. Interessanterweise immer von Menschen, die privat sehr gerne wissen, aus welchem Tal ihr Rind stammt, welchen Namen der Winzer trägt und warum der Käse mindestens drei Jahre im Berg gelegen hat. Ich wette jeden Betrag, jeden, dass keiner dieser Herren sich nach einem WEF-Panel heimlich ein Stück Bioreaktor-Filet in der Hotelsuite brät. Das Zeug ist für uns gedacht. Für die breite Masse. Für den kulturell Rückständigen. Den Pöbel.
Der eigentliche Widerstand ist nämlich kein kultureller, sondern ein zutiefst biologischer. Der Mensch misstraut Nahrung, die klingt wie ein Laborbericht. Essen ist kein Whitepaper. Es ist Beziehung, Ritual, Herkunft, Risiko. Wer Fleisch durch Prozesskette ersetzt, ersetzt auch Verantwortung durch Marketing. Und wundert sich dann, warum niemand «Ja bitte» ruft.
Das Misstrauen wächst nicht trotz, sondern wegen der Hochglanzrhetorik. Je öfter erklärt wird, dass wir das «lernen müssen», desto klarer wird: Hier geht es nicht um Geschmack, sondern um Kontrolle. Um Skalierung. Um Patente. Um Nahrung als Plattform.
Niemand lehnt Laborfleisch ab, weil er die Zukunft hasst. Sondern weil er spürt, dass diese Zukunft ihn nicht fragt, sondern belehrt. Und Essen lässt sich nicht per Paneldiskussion verordnen. Auch nicht mit noch so viel Schaum auf dem Cappuccino.
Warum will niemand unser im Labor gezüchtetes "Fleisch" essen?
Mir geht diese Intoleranz mit ihrem selbstgerechten Dauergrinsen inzwischen nicht mehr nur auf die Nerven, sie macht mich müde. Diese Sorte Mensch, die sich selbst für «bewusst», «erwacht» und moralisch über den Dingen schwebend hält, während sie mit erstaunlicher Präzision auf alle einschlägt, die nicht exakt im gleichen Rhythmus atmen.
Es sind jene, die permanent von Liebe, Achtsamkeit und Respekt sprechen. Aber eben nur so lange, bis du eine andere Meinung hast. Dann endet die Liebe schlagartig, die Achtsamkeit verflüchtigt sich und der Respekt wird gegen ein moralisches Skalpell getauscht.
Die Intoleranz folgt einem erstaunlich einfachen Baukasten:
«Ich bin erwacht» heisst übersetzt: Ich habe die Wahrheit gepachtet.
«Du bist noch nicht so weit» bedeutet: Du bist moralisch unterentwickelt.
«Ich handle aus Liebe» meint: Ich darf dich bevormunden.
«Du bist nicht empathisch» heisst nichts anderes als: Du gehorchst nicht meinen Regeln.
Das Ganze kommt mit sanfter Stimme, viel Herzchen-Emoji und einem Tonfall, der suggeriert, man wolle dich eigentlich nur retten. Vor dir selbst, versteht sich.
Besonders faszinierend wird es bei der Doppelmoral. Fleisch essen ist Mord, aber Menschen öffentlich abwerten geht klar. Tiere schützen ist heilig, Menschen mit abweichenden Meinungen beschimpfen ein Akt höherer Ethik. Für Vielfalt sein ist wichtig, solange diese Vielfalt nicht im Denken stattfindet. Gegen Gewalt sein ist Pflicht, ausser es handelt sich um psychische Gewalt durch Schuld, Scham und moralische Erpressung. Dann ist das plötzlich «notwendig».
Das ist der moderne Ablasshandel. Wer die richtigen moralischen Abzeichen trägt – vegan, klimaneutral, Anti-Böller, Anti-alles, was irgendwie nach Spass riecht – bekommt einen Freifahrtschein für soziale Rücksichtslosigkeit. Man darf intolerant sein, solange man dabei die korrekten Schlagwörter benutzt. Ein moralisch zertifiziertes Arschloch bleibt schliesslich ein Arschloch, nur mit besserem Gewissen.
Und jetzt kommt der perfide Teil: Social Media verstärkt diesen Wahnsinn bis zur Unkenntlichkeit. Wenn du durch deine Feeds scrollst, bekommst du den Eindruck, als würde die Mehrheit genau so denken. Überall dieselben Meinungen, dieselben Formulierungen, derselbe erhobene Zeigefinger, dieselbe scheinheilige Empörung. Das fühlt sich an wie gesellschaftlicher Konsens. Ist es aber nicht.
Es ist der verdammte Algorithmus. Er füttert dich mit dem, was er für kompatibel mit deiner vermuteten Bubble hält. Er zeigt dir nicht die Gesellschaft, er zeigt dir eine verzerrte Simulation davon. Eine moralisch optimierte Echokammer, in der Abweichung als Fehler behandelt wird.
Und ich bin nicht allein. Bei weitem nicht. Da ist eine stille Mehrheit, die diese Dauerbelehrung satt hat, diese moralische Erpressung, dieses «Entweder du bist einer von uns oder du bist schlecht». Doch diese Mehrheit schweigt.
Warum? Weil der Preis fürs Reden hoch ist. Shitstorm, Ausgrenzung, Etikettierung. Wer widerspricht, wird nicht diskutiert, sondern aussortiert. Also halten viele den Mund. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten, sondern weil sie keine Lust haben, sich von selbsternannten Lichtwesen moralisch zerlegen zu lassen.
Ich mache da nicht mit. Ich akzeptiere keine Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, keine Achtsamkeit, die nur für Gleichgesinnte gilt, und keine Spiritualität, die andere Menschen abwertet. Wenn das «bewusst» sein soll, dann bin ich lieber unbequem…
Es gibt ja diesen herrlich simplen Mechanismus im öffentlichen Diskurs: Wer nicht genau das sagt, was der Chor gerade singt, wird nicht etwa widerlegt, sondern etikettiert. Früher war das «Ketzer». Heute ist es «Klimaleugner». Und nein, das ist keine Selbstbeschreibung. Niemand steht morgens auf, putzt sich die Zähne und sagt: «Heute leugne ich mal das Klima.» Klimaleugner wird man, wie ein Blitzerfoto: Von aussen, automatisch, ohne Anhörung.
Prof. Ganteför macht das, was in einer halbwegs erwachsenen Gesellschaft normal wäre: Er spricht über Physik. Treibhauseffekt, CO₂, Wolken, Solarzyklen, Klimaschwankungen. Also langweilige Dinge, die keine Likes bringen und keine Klebekunst auf Asphalt rechtfertigen. Und plötzlich merkt er: Im Netz gibt es Kampagnen, Getöse, Empörung. Er ist überrascht, was süss ist, wie wenn ein Biologe zum ersten Mal merkt, dass Mücken stechen.
Er fragt: Was ist eigentlich ein «Klimaleugner»? Und ja, der Begriff wird nicht zufällig so gewählt. «Leugner» ist ein moralischer Baseballschläger, der nicht argumentiert, sondern assoziiert. Du sollst nicht diskutieren, du sollst dich schämen. Das ist der Trick: Wenn ein Wort die Person schon vernichtet, braucht man den Inhalt nicht mehr anzuschauen. Effizient, billig, demokratiekompatibel auf dem Papier.
Dann macht er etwas Unverschämtes: Er unterscheidet. Er zählt verschiedene Positionen auf, die alle unter «Klimaleugnung» subsumiert werden können, obwohl sie komplett unterschiedlich sind.
Leute, die sagen: «Es wird gar nicht wärmer.»
Okay. Dann schaut man auf Gletscher, Messreihen, die Welt draussen. Das ist ungefähr wie zu behaupten, Wasser sei trocken. Kann man machen, muss aber nicht.
Leute, die sagen: «Es wird wärmer, aber nicht wegen des Menschen.»
Das ist wenigstens eine Hypothese, über die man sprechen könnte: Sonne, Wolken, Zyklen, Modelle, Unsicherheiten. Aber an dem Punkt ist Diskussion schon beendet, weil «Diskussion» im moralischen Zeitalter als Verdachtsmoment gilt.
Leute, die sagen: «Treibhauseffekt gibt es nicht.»
Das ist wieder flache-Erde-Niveau. Trotzdem: Interessant ist nicht, dass es diese Leute gibt. Interessant ist, dass man sie rhetorisch so gern mit allen anderen in denselben Sack steckt. Praktisch: Wer Zweifel an Massnahme X äussert, wird mit den wissenschaftlich Abseitigen zusammengeschoben. Spart Zeit.
Leute, die sagen: «Klimaschwankungen sind normal.»
Was ja stimmt, historisch betrachtet. Das ist kein Freifahrtschein, aber eine wichtige Einordnung. Doch Einordnung ist gefährlich, weil sie Panik reduziert. Und ohne Panik wird’s schwierig mit dem Durchregieren.
Und jetzt kommt der zweite Block, der eigentlich der Kern ist: Nicht Physik, sondern Politik.
Da sind Menschen, die befürchten Freiheits- und Wohlstandsverlust. Und zwar nicht als Hobby, sondern weil «Transformation» in der Praxis oft heisst: Teurer, weniger flexibel, mehr Verbote, mehr Bürokratie. Wer fragt, ob man wirklich den Ast absägen sollte, auf dem man sitzt, bekommt sofort das Etikett «Leugner». Nicht weil er das Klima leugnet, sondern weil er den politischen Preis diskutiert. Das ist der Punkt: Das Wort «Klimaleugner» wird benutzt, um Massnahmenkritik als Realitätsverweigerung zu framen.
Und dann die schöne globale Absurdität: Klimapolitik wird national als Erlösungsprojekt verkauft, obwohl das Klima ein globales System ist. Deutschland, Österreich, Schweiz als moralische Leuchttürme, während grosse Emittenten weiter bauen, wachsen, verbrennen. Wer darauf hinweist, dass man das Weltklima nicht im eigenen Wohnzimmer retten kann, gilt wieder als «Leugner». Dabei sagt er nichts über Physik. Er sagt etwas über Mathematik und Wirkung.
Der Professor beschreibt sich als jemanden, der sich auskennt: Mastervorlesungen, IPCC-Berichte, kritische Studierende, die einen zerlegen, wenn man Unsinn erzählt. Und das ist tatsächlich ein Punkt: Wissenschaft ist nicht «Glauben», Wissenschaft ist «Zeig mir deine Belege». Nur ist das Problem: Die Klimadebatte ist längst nicht mehr primär wissenschaftlich. Sie ist moralisch. Und Moral mag keine Zwischenstufen. Moral mag keine «Ja, aber…». Moral will Bekenntnisse.
Seine Hauptthese ist dann unerquicklich und deshalb interessant: Ein Teil der Klimabewegung brauche das Weltuntergangsnarrativ, weil ohne maximale Angst keine maximalen Eingriffe durchsetzbar sind. Und hier wird es bitter: Er zitiert sinngemäss den Typ «Du hast zwar recht, aber sag das nicht, sonst nehmen wir die Panik aus dem System.» Das ist der Moment, in dem die Maske fällt. Dann geht es nicht mehr um Erkenntnis, sondern um Steuerung.
Er trennt IPCC-Basis von medialer und aktivistischer Übertreibung. Kipppunkte, apokalyptische Countdown-Rhetorik, «noch X Jahre». Er kritisiert, dass junge Menschen dadurch in Lähmung kippen: Studium lohnt nicht, Zukunft ist tot. Und ja: Wer Kindern und Jugendlichen permanent erzählt, alles sei ohnehin verloren, hat nicht «Bewusstsein geschaffen», sondern psychischen Müll abgeladen.
Und am Ende steht seine Position, die eigentlich langweilig vernünftig ist: Ja, es wird wärmer. Ja, CO₂ spielt eine Rolle. Nein, wir sterben nicht alle morgen. Ja, wir brauchen Lösungen. Nein, nicht durch Ökodiktatur, sondern durch demokratische Legitimation, Technologie, internationale Kooperation und Massnahmen, die tragfähig sind.
Aber Vernunft ist halt schlecht fürs Geschäft. Panik verkauft sich besser. Panik bringt Klicks. Panik bringt Macht. Panik bringt Fördergelder, Posten, Narrative, moralische Überlegenheit. Und wer Panik stört, ist der Feind.
Er ist kein Klimaleugner. Er ist nur der Typ, der fragt, ob man bitte erst denken könnte, bevor man alles verbietet. Und dafür wird man heute zuverlässig beschimpft. Fortschritt, nennt man das…
Warum ich zum Klimaleugner gemacht werde | Grenzen des Wissens
Viele Menschen glauben der Propaganda, dass Blut spenden etwas Positives sei und man gutes tun würde. Doch die Wahrheit sieht wie immer ganz anders aus. In dieser Doku, die inzwischen aus der ARD Mediathek gelöscht wurde, wird gezeigt, was fremdes Blut in einem Körper auf Dauer anrichtet, was schon erschreckend genug ist. Was in der Doku jedoch nicht erwähnt wird, ist die Tatsache, dass Spender und Empfänger auf einer feinstofflichen Ebene miteinander verbunden werden, sobald sie dasselbe Blut teilen. Dies führt zu Wesensveränderungen, plötzlichen Gemütsänderungen usw.
Bluttransfusionen können Leben retten, keine Frage. Nach Unfällen und grossen Operationen gleichen sie bedrohliche Blutverluste aus. Immer mehr Analysen aber bestätigen: Bluttransfusionen können gefährlich sein. Lebensgefährlich. Die Patienten ahnen davon nichts – und weder die Ärzte noch die Betreiber des Blutspende-Systems haben grosses Interesse an Aufklärung. Die einen wollen mangels Alternativen nicht unnötig Panik schüren, die anderen sorgen sich um ihr Geschäftsmodell. Blutspenden werden auch in Zukunft für Notfälle gebraucht. Die SWR-Dokumentation von Ulrike Gehring zeigt, dass dennoch ein Umdenken in der Intensivmedizin unausweichlich ist. Sie zeigt bisher unbekannte Risiken von Transfusionen auf und stellt eine Gruppe mutiger Ärzte vor, die gemeinsam an Alternativen arbeiten. Und dabei auf viele Widerstände stossen.
Während grosse Worte von Innovation, Fortschritt und Zukunftsfähigkeit durch Talkshows wabern, sitzen die zuständigen Entscheidungsträger noch immer vor Excel-Tabellen und feiern es, wenn eine Formel beim ersten Versuch funktioniert. Politik und Verwaltung, jene Orte also, an denen Regeln für eine digitalisierte Welt entstehen sollen, haben ungefähr so viel technisches Verständnis wie ein Faxgerät mit Burn-out.
Künstliche Intelligenz? «Habe ich mal ausprobiert, meinen Namen eingegeben, kam Unsinn raus.» Fall abgeschlossen. Akte zu. Zukunft widerlegt. Dass sich diese Technologien exponentiell entwickeln, interessiert nicht. Man urteilt über eine Rakete, während man noch am Feuerzeug dreht.
Parallel dazu wird die Bühne aufgebaut. Digitale Identitäten, Human Verification, permanente Zugriffskontrollen. Nicht aus bösem Willen, versteht sich, sondern aus Effizienz, Sicherheit und natürlich Verantwortung. Alles sehr vernünftig klingende Begriffe, die sich hervorragend eignen, um Freiheitsabbau wie ein Software-Update zu verkaufen. Zutritt gibt es nur noch mit Zustimmung. Wer nicht zustimmt, ist raus. Das kennen wir schon. Man nannte es damals temporäre Massnahme.
Der Arbeitsmarkt liefert währenddessen die passenden Geräusche zum Abriss. In den USA wurden 2025 über eine Million Menschen entlassen. Rekordniveau. Deutschland folgt verzögert, aber zuverlässig. Nicht, weil Roboter plötzlich alles besser können, sondern weil ein System kollabiert, das sich selbst die Energiezufuhr gekappt hat. Teurer Strom, ideologische Wirtschaftspolitik, absurde Standortnachteile. Wer so produziert, produziert nicht mehr.
Und während Fabriken schliessen, steigen Gold- und Silberpreise. Nicht, weil Edelmetalle magisch wertvoller geworden wären, sondern weil Geld entwertet wird. Ein historisch zuverlässiges Zeichen. Immer wenn Währungen sterben, glänzt plötzlich das Metall. Man kann das ignorieren. Man kann aber auch Geschichte lesen.
Was stattdessen aufgebaut wird, ist ein digitales Gesamtsystem. Satelliten decken jeden Quadratmeter Erde ab. Netzverfügbarkeit überall, jederzeit. Nicht aus Romantik, sondern weil autonome Systeme ohne permanente Verbindung schlicht nicht funktionieren. Selbstfahrende Autos, Drohnen, Robotik. Das alles benötigt Kontrolle, Koordination und Durchgriff. Freiheit ist da eher ein Kollateralschaden.
Besonders hübsch wird es bei der Haftung. Denn hier liegt das eigentliche Machtzentrum der Zukunft. Roboter kennen keine Schuld. Sie empfinden nichts, verstehen keine Moral, handeln nach Wahrscheinlichkeiten. Wenn ein humanoider Roboter jemanden verletzt, haftet er nicht. Also haftet jemand anderes. Hersteller oder Nutzer. Und genau hier entscheidet sich, wer den Markt beherrscht. Kleine Anbieter können sich das Risiko nicht leisten. Übrig bleiben wenige Konzerne mit tiefen Taschen. Wettbewerb erledigt sich von selbst.
Die Lösung liegt auf der Hand: Zustimmung. Wer zustimmt, haftet. Wer nicht zustimmt, bleibt draussen. Das Prinzip ist bekannt. Man nennt es Verantwortung delegieren. In Wahrheit ist es Machtauslagerung. Freiheit wird zur Lizenz, die jederzeit entzogen werden kann.
Politik könnte regulieren. Theoretisch. Praktisch scheitert sie bereits daran, das Problem zu verstehen. Gesetzgebung ist linear, Technologie exponentiell. Das nennt man «Liability Lag». Während Parlamente debattieren, hat die nächste Generation Software bereits den Markt übernommen. Juristen arbeiten mit Word und Excel, während sie versuchen, Systeme zu regeln, die sich selbst weiterentwickeln. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Nichts.
Also bleibt nur ein Ausweg: Kontrolle durch Technik selbst. Ironischerweise. Eine offene, transparente, überprüfbare KI, die staatliches Handeln überwacht, statt umgekehrt. Eine Idee, die sofort als utopisch abgetan wird, weil sie Macht verschieben würde. Und Macht gibt man bekanntlich nur unter Zwang ab. Oder nach einem Krieg.
Denn Kriege waren historisch immer Systemtrenner. Kaiserreiche, Währungen, Gesellschaftsordnungen. Dazwischen Blut, Angst, Ausnahmezustand. Danach Neuordnung. Wer glaubt, dass es dieses Mal anders läuft, hat entweder ein sehr kurzes Gedächtnis oder ein sehr langes Vertrauen. Angst macht Menschen zustimmungsfähig. Das hat man gelernt. Und man wird es wieder nutzen.
Die digitale ID wird nicht eingeführt, weil Menschen sie wollen, sondern weil sie in einem Ausnahmezustand als Lösung erscheint. Sicherheit gegen Chaos. Ordnung gegen Angst. Kontrolle gegen Freiheit. Ein fairer Deal, wenn man panisch genug ist.
Natürlich gibt es Widerstand. Bewegungen, die Technologie pauschal verteufeln, Tech-Unternehmer als Feindbilder markieren und jeden, der über KI spricht, zum Verräter erklären. Verständlich, aber wirkungslos. Die Technologie verschwindet nicht. Sie wird höchstens anderen überlassen.
Die eigentliche Frage ist nicht, ob das neue System kommt. Es kommt. Die Frage ist, ob analoge Freiheit ein Grundrecht bleibt oder zur nostalgischen Erinnerung wird. Ob man aussteigen darf, ohne bestraft zu werden. Ob Zustimmung freiwillig bleibt oder zur Eintrittskarte ins Leben wird.
Bis dahin gilt: Geniessen, was noch analog ist. Spazieren gehen. Denken ohne Update. Mensch sein ohne Verifikation. Denn das System wird vorbereitet. Die Menschen werden es nicht wollen. Aber das hat noch nie gereicht, um etwas aufzuhalten.
Der Abriss läuft. Und wie immer steht das Gerüst schon, bevor jemand gefragt hat, ob er renovieren wollte…
Tom Lausen packt aus: „Das alte System ist ERLEDIGT!“ - Das kommt JETZT! (KI, Roboter & Haftung)
Eine Kultur zerstört man, indem man ihre Sprache zerstört. Sprache steuert das Denken und so wird allerorts versucht, Dinge zu vereinfachen, um Menschen daran zu hindern, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, zu formulieren und sich auszudrücken. Wer von Frequenzen redet und dieses Wort verwendet, um die Seins- oder Gefühlszustände von sich selber oder von anderen Menschen zu definieren, macht einen grossen Fehler. Die deutsche Sprache bietet einen reichhaltigen Schatz an Wörtern, die einem helfen, sich und seine Mitmenschen besser zu verstehen.
Zwölf Minuten Krieg. Mehr braucht es offenbar nicht, um die Welt in Schutt, Asche und Talkshows zu verwandeln. Zumindest theoretisch. Praktisch reicht es heute schon, wenn der Akku unter fünf Prozent fällt. Panik. Existenzkrise. Zivilisationsbruch. Aber keine Sorge. Die Apokalypse kommt ohnehin leiser. Und sie braucht keine Bombe.
Das Handy muss gar nicht explodieren. Es reicht völlig, dass es existiert. Bestes Beispiel: Der Brand in einer Bar in der Schweiz. Feuer, Rauch, Gefahr. Und was machen die Menschen? Sie filmen. Nicht fliehen, nicht helfen, nicht nachdenken. Dokumentieren. Hochkant. Für später. Für Likes. Für den Moment, in dem man sagen kann: «Ich war dabei», auch wenn man fast dabei draufgegangen wäre.
Noch hübscher wird es im Strassenverkehr. Kürzlich läuft mir eine junge Frau vors Auto. Blick fest im Handy verankert, Realität auf Flugmodus. Das wirklich Verstörende: Sie schiebt einen Kinderwagen vor sich her. Als Stossdämpfer. Kein Horrorfilm, kein Satireentwurf, kein dystopischer Roman. Alltag. Blackout. Komplett.
Und dann die grosse Angstdebatte: Das Handy als Bombe. Als gezielte Waffe. Als ferngesteuerter Sprengsatz. Technisch betrachtet kein Problem. Ein Akku kann durchbrennen, ja, explodieren. Dass dies problemlos möglich ist, hat Israel mit seinen Pager-Attentaten bewiesen. Und wie sprach des letztens «Bibi» Netanyahu? «In jedem Handy steckt ein Stück Israel.»
Zerberstende Displays, lassen die Menschen erblinden. Massenerblindung weltweit. Klingt spektakulär, doch die Wahrheit ist banaler und zynischer: Das Handy muss keine Bombe sein, um Schaden anzurichten. Es lenkt ab. Es lähmt. Es macht Menschen blind für Feuer, Autos, Kinder und Realität. Ganz ohne Explosion. Ganz ohne Verschwörung. Völlig legal.
Vielleicht ist das die eigentliche Innovation. Keine Waffen, keine Technik, keine zwölf Minuten Krieg. Nur ein Display. Und wir erledigen den Rest selbst…
Zwölf Minuten Krieg: Warum die eigentliche Gefahr längst in unserer Hand liegt
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: Dravens Radio from the Crypt! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
Duldest du Leugner auf deiner Seite?
Nein.
Immunitätsleugner, Impfschädenverharmloser und diejenigen, die das unendliche Leid von Kindern und alten Menschen negieren, sicher nicht!
Stubenhockers WICHTIGER Beitrag zu Politik, Kultur, Wissenschaft und Popeln
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Dass das Betreiben von dravenstales.ch mit erheblichem Zeitaufwand und auch einigen Kosten verbunden ist, dürfte klar sein. Damit Kosten und vielleicht noch ein, zwei Freigetränke gedeckt sind, könnte ich den ganzen Laden hier mit Werbung vollkleistern. Ich mag aber meine Leser, weshalb ich ihnen ein (weitgehend) werbefreies Leseerlebnis bieten möchte. Wenn dir das und/oder das Treiben auf dieser Webseite gefällt, dann wäre es nett, wenn du den Spass hier irgendwie unterstützen würdest. Danke!