Trans, nicht-binäre und inter Menschen argumentieren, dass in der biologischen Entwicklung Geschlecht und Geschlechtsausprägung komplexe und dynamische Prozesse seien. So gäbe es nicht nur zwei Geschlechter, sondern viele Faktoren, die das Geschlecht beeinflussen würden, darunter Chromosomen, Hormone und Gameten. Die meisten Menschen haben entweder zwei X-Chromosomen und produzieren überwiegend weibliche Hormone, die für die Entwicklung weiblicher Geschlechtsmerkmale verantwortlich sind oder ein X sowie ein Y Chromosom und produzieren überwiegend männliche Hormone. Einige Menschen haben jedoch andere Chromosomen- und Hormonkombinationen, die zu verschiedenen Geschlechtsausprägungen führen. So gibt es Menschen mit X- und Y-Chromosom, aber ihre Körper reagieren nicht auf die männlichen Hormone und entwickeln weibliche Geschlechtsmerkmale. Geschlecht sei von Natur aus gesehen kein starres binäres Konstrukt sondern auf Diversität hin organisiert. Dazu kämen Menschen, die sich nicht als männlich oder weiblich identifizieren und ihre Geschlechtsausprägungen könne sich im Laufe ihres Lebens ändern.
Diese Aussagen möchte ich so nicht kommentarlos stehen lassen – sie sind nämlich missverständlich oder schlicht falsch. Die Chromosomen und Hormone haben per se zunächst nichts mit der Geschlechtsentwicklung zu tun. Für die Differenzierung der Gonadenanlagen sind Gene entscheidend. Für die Differenzierung zu Hoden ist eins der Schlüsselgene SRY, das üblicherweise auf dem Y-Chromosom liegt. SRY funktioniert aber auch, nachdem es auf ein anderes Chromosom transloziert ist. Gene – nicht Chromosomen – sind entscheidend. Die Differenzierung der Gonaden führt dann erst zur Hormonproduktion. Hormone sind das Ergebnis der Geschlechtsdifferenzierung! Während der embryonalen Entwicklung in der 7./8. Woche führt das vom Hoden produzierte Testosteron zum Wachstum der Wolffschen Gänge und Entwicklung von Nebenhoden, Samenleiter und Samenblase. Das ebenfalls im Hoden produzierte Anti-Müller-Hormon bewirkt die Rückbildung der Müllerschen Gänge – diese entwickeln sich ohne Einwirkung des Anti-Müller-Hormons zu Eileiter, Uterus und dem oberen Drittel der Vagina. Das ist kein beliebiges Baukastensystem bei dem frei nach Hormonkonzentrationen kombiniert wird.
Für die normale embryonale Entwicklung der äusseren männlichen Genitalien muss zudem Testosteron in Dehydrotestosteron umgewandelt werden. Defekte Testosteronrezeptoren oder mangelnde Bildung von Dehydrotestosteron führen zu männlichen Individuen mit weiblichen äusseren Genital. Und was hier entscheidend ist – denn da machen trans, nicht-binäre und inter Menschen einen groben Interpretationsfehler: All das führt zu Unfruchtbarkeit. Genauso wie mangelnde Hormonproduktion nach der Pubertät. Die dann diversen Erscheinungsbilder der Genitalien haben eins gemeinsam: Sie sind evolutionäre Sackgassen. Sie sind hinsichtlich der Reproduktion nicht funktional, die betroffene Person ist unfruchtbar. Ein System, bei dem Diversität mit Funktionsverlust und Unfruchtbarkeit einhergeht, kann evolutionär nicht auf diese Diversität hin ausgelegt sein. Im Gegenteil.
Ganz anders sieht es mit der Diversität in der Detailausprägung der geschlechtstypischen Genitalien aus: Von Extremen abgesehen, ist die Penisgrösse natürlich variabel – diese Diversität hat im Laufe der Evolution zu interessanten Formen geführt, z.B. bei einigen Entenarten. Ein anderes spannendes Beispiel ist das äussere Genital von weiblichen Tüpfelhyänen, das dem männlichen Penis zum Verwechseln ähnlich sieht (embryologisch aber anders entsteht). Und das Geschlecht bei Säugetieren ändert sich auch nicht im Laufe des Lebens – die Funktionalität variiert altersabhängig. Weibliche Brüste wachsen in der Pubertät. Aber sie schrumpfen nicht, wenn frau sich als Mann identifiziert.
Ich bin sehr dafür, alle Menschen respektvoll zu behandeln – aber das geht auch ohne Verdrehung biologischer Tatsachen.


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