Ein Gedankengang, wieso ich glaube, dass wir sehenden Auges in eine (Energie-)Katastrophe donnern – und ich spreche nicht von der nahen Zukunft! Wie hat sich ein fachkundiger Vertreter der Politik die energiepolitische Situation im Jahr 2038 vorgestellt? Atom – weg! Kohle – weg! Verbrenner – weg! Gas- und Ölheizung – so gut wie weg! Was hätte das zur Folge? Aufgrund vermehrter E-Autos und Wärmepumpen würde der Bedarf an Strom massiv steigen. Konservativ geschätzt würde die Spitzenlast bis 2038 bestimmt ansteigen auf 100-150 GW (heute 81GW). An manchen (sonnen- & windarmen) Tagen muss es also grundlastfähige Kraftwerke geben, die 100-150 GW stemmen können, damit in Deutschland nicht die Lichter ausgehen (und vieles mehr).

Wie viel GW können wir sicher im Jahr 2038 stemmen? Da Kohle wegfällt, bleiben nur die bestehenden Gaskraftwerke (ca.32GW), Wasserkraftwerke (ca.5GW) & Biogasanlagen (ca.3GW). Wir haben also eine gesicherte Leistung von ca. 40GW und benötigen jetzt schon das doppelte. Was war die Lösung der Bundesregierung sowie sämtlicher Wissenschaftler, die sich für eine rasche CO2-Neutralität ausgesprochen haben? Richtig – der MASSIVE Ausbau von Gaskraftwerken (GKW). Die Bundesregierung schreibt im unmissverständlich Koalitionsvertrag:

Erdgas ist für eine Übergangszeit unverzichtbar!
Wieso ist Erdgas (und neue GKW) unverzichtbar?

Weil – wie dargelegt – ohne neue (grundlastfähige) 40 bis 100 GW die Kacke hier am dampfen sein wird. Selbst wenn wir weiterhin mit Gas heizen und weiterhin wie gewohnt Auto fahren würden (inklusive Verbrenner), was ich mir nicht vorstellen kann, fehlen uns immer noch 40 bis 60 GW an gesicherter Leistung. Geplant war der MASSIVE Ausbau von Gaskraftwerken (eins liefert ca. 0,5GW). Wir würden also 80 bis 150 neue GKWs benötigen innerhalb weniger Jahre. Eins allein dauert schon über 6 Jahre. Zudem erfordert der parallele Ausbau von so vielen GKW eine Masse von Facharbeitern. Im Prinzip schon ohne den Krieg unvorstellbar.

Jetzt sind wir auch noch im Clinch mit Russland. Wer baut den jetzt Gaskraftwerke? Niemand würde da aktuell reininvestieren. Ich habe schon zuvor die Energiepolitik massiv kritisiert. Der MASSIVE (für mich schon damals unvorstellbare) Ausbau von Gaskraftwerken, war aus meiner Perspektive der letzte Strohhalm, auf das man sich noch berufen konnte. Aber auch der ist jetzt WEG. Was wir haben ist eine beschlossene Sache bei ATOM/KOHLE/VERBRENNER usw. und absolut keine Lösung für die damit einhergehende später eintretende Situation.

Wir rasen meiner Meinung nach auf eine Katastrophe zu, die aufgrund der brandaktuellen Situation kein Gehör findet. Liebe Regierung, liebe Energie-Experten, liebe Journalisten, wie stellt ihr euch den Kraftwerkspark Deutschland 2038 vor? Mache ich mir zurecht Sorgen? Rasen wir sehenden Auges auf eine Katastrophe zu ohne es zu merken? Bin aktuell recht pessimistisch – sowohl kurz- als auch langfristig, was die «energetische» Situation dieses Landes betrifft.

Warum wir sehenden Auges in eine (Energie-)Katastrophe donnern


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