Stell dir die gesamte Menschheit als eine Ansammlung, wie Pinguine auf einer ganz grossen Eisscholle, vor. Am 21. 12. 2012 gab es einen «Knack», unhörbar, unsichtbar. Durch die ganze im Zeitenmeere dahintreibende Eisscholle ging plötzlich ein Riss. Erst ein paar Handspannen tief, doch jeden Tag mehr. Danach trieben ein sehr grosser und ein deutlich kleinerer Teil, bedeckt mit einer obersten Schneeschicht, noch ein bisschen nebeneinander her. Jedoch diese beiden Schollen hatten keine Verbindung mehr. Seitdem drifteten sie, fast 10 Jahre lang schon, langsam und unerbittlich auseinander. Meine Lebenswelt steht auf der kleineren Eisscholle. Sie ist dennoch sehr gross und stabil genug, uns durch hohe Wellen und starke Stürme zu transportieren, dieser Untergrund hält. Inzwischen sehen wir mit Erstaunen und auch mit Entsetzen, was auf und mit dem grossen Schollenteil, wo die allermeisten sich draufstellten, geschieht: Überall tun sich feine und feinste Risse auf, es bröckelt an den Rändern. Geschrei erhebt sich, Toleranzzwang wird gefordert, Durchhaltebefehle gellen.
Die grosse Scholle ist bald in so viele Einzelteile geborsten, dass mittlerweile mein Stück das deutlich grösste ist, welches auf diesem Meer treibt. Die Pinguine sind jetzt wieder Menschen. Manche erkennen ihre Situation und mit grossem Anlauf gelingt es dem einen oder anderen, mit einem Sprung auf mein Schollenteil zu wechseln. Wer runterfällt, wird von karmanautischen Mikroorganismen zersetzt und muss im Lebensrad nochmal von weiter unten oder von vorne anfangen, da gibt es viele Optionen, die mich allerdings nichts angehen. Das Schimpfen, Fluchen, Weinen und Schreien dringt herüber. Der Raum und die Zeit spielen keine Rolle mehr. Ruhe und Frieden, Lachen und Musik sind auf meiner Scholle, gleichwohl auch Stille, Ehrfurcht vor der Schöpfung und Respekt. Und von Demokratie und von Toleranz braucht keiner mehr zu sprechen, das geht mit den anderen Unehrlichkeiten im Gebrösel und Geknirsche draussen unter…







«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








